Westliche Popmusik aus Myanmar, dem früheren Burma? Nie gehört? Gibt es jetzt aber und zwar in Gestalt einer Mädchenband, die sich Me N Ma Girls nennt, in Anlehnung an den Namen ihres Herkunftlands.
Myanmar öffnet sich langsam, nachdem es über Jahrzehnte eines der verschlossensten Länder der Welt war. Die aus dem Hausarrest entlassene Aung San Suu Kyi ist mittlerweile Parlamentsabgeordnete geworden und tourt durch Europa.
Die Me N Ma Girls haben es allerdings nicht ganz leicht; ihre konservativen Eltern betrachten ihr Treiben noch ziemlich misstrauisch, vor allem ihre aufreizende Kleidung, worin sie sich mit den Boyfriends der Mädchen einig sind, und die (noch) vorhandene Zensurbehörde hat ein Auge auf den Texten ihrer Songs, doch vor allem die in den Städten lebende Jugend liebt diese Musik und so schwimmen die fünf Mädchen momentan auf einer Erfolgswelle in ihrem Land. Sie haben alle College-Abschlüsse und zwar in Chemie, Zoologie, Mathematik, Russisch und Informatik.
Das erste Album der Me N Ma Girls “Mingalarpar” erschien im letzten Dezember und die ehrgeizigen jungen Damen haben noch viel vor: Sie möchten auch außerhalb von Myanmar akzeptiert werden.
Wer sich für das Thema “Popmusik in Myanmar” interessiert: Die Amerikanerin Heather MacLachlan hat ein Buch darüber geschrieben mit dem Titel “Burma’s Pop Music Industry: Creators, Distributors, Censors” (University of Rochester Press 2011).
Hier ist eine Kostprobe aus dem musikalischen Repertoire der Me N Ma Girls: Der Titelsong ihres Albums “Mingalarpar“.
von Colin Cotterill treffen sich ein blinder Zahnarzt, ein Transvestit und ein laotischer Leichenbeschauer …. ein Krimi der liebenswerten Art!
Das unglückselige Zusammentreffen mit einem Holzlaster in Laos Hauptstadt Vientiane hat einen blinden Zahnarzt zu Dr. Siri geführt. Der Leichenbeschauer staunt nicht nur über die seltene Todesursache - in Laos sind Autos rar und zwei Fahrzeuge auf einer Straße gelten bereits als Verkehrschaos – sondern auch über einen eigenartigen Fund:
Der Tote hat einen Brief bei sich der eine, mit unsichtbarer Tinte geschriebene, verschlüsselte Botschaft enthält. Dr. Siri geht der Sache nach und kommt einem brisanten Geheimnis auf die Spur. Bei seinen Ermittlungen konsultiert er den Kartenleger und Transvestiten Tante Bpoo, sieht Bruce Lee beim Sieg über den Kapitalismus zu, schwimmt mit einem Delphin und verliert sein Herz an eine bezaubernde Frau …
Es wird nun schwierig, diesen Artikel so zu verfassen, wie es sich scheinbar zukünftig abspielen kann. Schuld ist das Thema “Leistungsschutzrecht”, von manchen nur Lex Google genannt und insbesondere vom Axel Springer Verlag politisch forciert.
Der Referentenentwurf, der wenn möglich noch vor der Sommerpause verabschiedet werden soll, findet sich hier: http://www.irights.info/userfiles/RefE%20LSR.pdf. Das Urheberrecht soll um einige Passagen erweitert werden, diese jedoch haben es in sich und lösen sehr viel Unmut aus. Er betrifft auch die Arbeit in diesem Blog.
Im Kern geht es bei der Änderung des Urheberrechts darum, den Verlagen die Rechte an von ihnen veröffentlichten Texten und Inhalten für deren Vermarktung zu überlassen. Dabei bedürfen selbst kleinste Textbausteine künftig einer Erlaubnis (Lizenz) und müssen vergütet werden. Die Begründung basiert auf der BGH-Entscheidung „Metall-auf-Metall“ (Az. I ZR 112/06), die zum Leistungsschutzrecht der Tonträgerhersteller ergangen ist. Schon für kleine Tonfetzen muss dem Gesetz nach eine Lizenz eingeholt werden. Ansonsten drohen wegen Rechtsbruch empfindliche Strafen. Die einzige Ausnahme betrifft die reine Verlinkung und Nutzungen im Rahmen der Zitierfreiheit. Aber auch hier sind künftig nur noch Links kostenlos, die nicht den Titel des Textes beinhalten.
Private Blogs sind davon nicht betroffen, jedoch ist der Blog der Stadtbibliothek zwar kostenfrei und Non-Profit, jedoch nicht privat, sondern entsteht in beruflicher Arbeit. Und leider fehlt dem Gesetzentwurf hier eine klare Auslegung. Und während es nun ganz einfach wäre, auf die entsprechende Artikel von Zeitungen zu verlinken, geht genau das nicht mehr, es sei denn es erfolgt im Rahmen eines Zitates. Doch nun müsste man quasi wissen, was denn so schon alles mal in Überschriften stand. Gerade die Bildzeitung schafft gerade in sehr kurzen Statements prägnante Beispiele: “Wir sind …(nicht Bischof)” – darf nun nicht mehr genannt und zitiert werden, ohne eine Abmahnung zu befürchten. Und sollte sich der geneigte Leser mal über weiblichen Nachwuchs freuen, sollte er dies nicht auf eine mit flattr unterstützten Blog tun, den die taz war vor Jahren schneller, wie dieses Bildzitat beweist:
Und wenn Sie nun denken: “Oh. mein Gott” – dann geht das auch nicht mehr immer, denn das war die Antwort der:
auf die Schlagzeile von:
Ja, begibt sich der Autor nun nicht mit einem Bein ins Gefängnis, wenn er hier ganzen Seiten titelt. Nein, den diese Seiten sind älter als ein Jahr und sind somit wieder zitierfähig und unterliegen nicht den Änderungen des Urheberrechtes.
Das deutschsprachige Netz ist erfüllt über die Diskussion zu diesem Entwurf, bibliothekarische Seiten bilden da keine Ausnahme. Ein Start findet sich hier:
Ob alles wirklich so kommt, ist sicher auch eine Frage des Protestes, denn treffen wollte man eigentlich Google News und andere Newsdienst, die unentgeltlich die Leistungen der Verlage verwerten, ohne dass diese davon profitieren. Dass das auch nach hinten losgehen kann, zeigt ein Bericht aus Belgien. Hier entfernte Google einfach alles von einem Verlag von seinen Seiten. Nach 4 Tagen musste der Verlag jedoch einsehen, ein Phyrrussieg erzielt zu haben:
Natürlich möchten wir hier weiterhin bloggen – die politischen Hausaufgaben müssen dafür aber auch korrekt erledigt sein, nicht das aufgrund einer unklaren Rechtslage sich nur n0ch Abmahnanwälte auf den Inhalt unserer Seiten freuen… (ScG)
Wer träumte nicht in seiner Kindheit davon, einmal so stark zu sein wie Popeye, der Seemann! Man nehme eine Dose Spinat, konsumiere ihn in einem kräftigen Zug: Fertig ist der Superheld mit den tollen Muskeln, der alle Feinde zusammenschlägt und die Schöne (mit Schuhgröße 57) aus den Händen der Häscher befreit!
Hier nun kann der Kindheitstraum in Erfüllung gehen: Powerrezepte mit Spinat & Co. für Jedermann – vorgestellt von Popeye persönlich, kinderleicht nachzukochen für alle seine treuen Fans!
Seit 2008 kennt man in Salzgitter die Möglichkeit digitale Medien einfach herunterzuladen. Davon wird auch rege Gebrauch gemacht. Nur manchmal erahnen die Kunden, dass die Leihe von E-Books doch nicht so einfach ist. Das äußert sich in Fragen wie: “Warum kann ich den Spiegel nicht auf mein iPad ziehen?”, “Warum muss ich mich bei Adobe anmelden, ich bin doch schon Kunde der Bibliothek?” oder “Warum kann ich das Hörbuch nicht auf meinem mp3-Player/Smartphone hören?”
Im Hintergrund läuft, wie so häufig, ein Wirtschaftsthriller auf mehreren Ebenen – die Bibliotheken kommen da jedoch kaum vor, obwohl sie stark betroffen sind.
Die Digitalisierung der Musik, die vor gut einem Jahrzehnt nicht mehr aufzuhalten war, brachte die Musikindustrie in arge Bedrängnis. Die alten Absatzzweige brachen weg und eine digitale Antwort war kaum vorhanden. Gegen Napster und Co zog man lieber vor Gericht als eigene Angebote zu schaffen oder zerstörte mit Rechtemanagementapplikationen die gekauften CDs. Apple brachte mit seinem itunes Store damals die Erlösung gegen die Piraterie. Doch der Markt hat sich gewandelt. Gruppen wie “Deichkind” erzielen 80% ihrer Einnahmen heute über die Auftritte – der Trägermarkt hat seine alte Dominanz eingebüsst. Die Auswirkungen werden noch immer diskutiert.
Und bei Büchern? Hier beginnt gefühlt das gleiche Spiel von vorn! Ein mehrere hundert Seiten starkes “Nur-Text-Buch” bringt es auf etwa ein Megabyte - viele Bücher passen damit sogar noch heute auf eine Diskette! Für ein Lied bekommt man ca. drei Bücher. Die Urheber und Verwerter (Verlage) sehen, wie die Musikindustrie, ihre Pfründe schwinden. Nun könnte man glauben, aus der Musikindustrie gelernt zu haben. Doch gerade Kunden von Bibliotheken sehen, dass das scheinbar nicht ganz gelungen ist. Bücher sind mit einem Rechtemanagement versehen. Hörbücher funktionieren nur mit einem ganz bestimmten Audioplayer, der mobil jedoch kaum verfügbar ist und die Zeitschrift “Der Spiegel” kann zwar käuflich auf einem iPad erworben werden, leihen kann man ihn jedoch nicht. Große Verlage, wie Hugendubel, arbeiten gar nicht mehr mit Bibliotheken zusammen und bauen lieber ihr eigenes Leihportal – das aktuell auch nur für iPad-Besitzer funktioniert.
Versandbuchändler “amazon” liefert gleich ein eigenes Format aus, das sich über günstige E-Reader refinanzieren soll, weswegen es auch nur dort funktioniert. Was würden Sie sagen, wenn der Buchhändler Ihnen das Buch nur dann verkauft, wenn Sie es nur in seinen Räumlichkeiten lesen dürften? Mit einem Kindle funktionieren die Standards wie ePub nicht, damit auch nicht unser Angebot.
Aber es geht auch viel einfacher! Piratenseiten bieten nicht nur Bestseller tagesaktuell an, bei einigen Portalen bekommt man auch die tägliche Zeitung oder das Monatsheft – ohne irgendwelche Einschränkungen und dann auch noch kostenfrei über einen Filehoster. Mit jeder weiteren Beschränkung werden die Kundenzahlen dort wachsen.
Und die Bibliotheken? Die stehen mittendrin. Unser Geld nimmt man gerne, aber bitte keine Ansprüche stellen. Dieses Problem gibt es nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. So muss in den USA bei einem bestimmten Verlag nach 26 digitalen Ausleihen eine neue Lizenz gekauft werden. Der Verlag geht halt davon aus, dass in der realen Ausleihe ein Werk auch nicht länger halten würde. Das nicht nur in Salzgitter sondern auch in US-amerikanischen Bibliotheken viele Bücher sogar nach dreistelligen Ausleihzahlen nutzbar sind, interessiert den Verlag nicht – er bestimmt die Regeln. (http://ebook-fieber.de/e-books/e-books-us-bibliothekare-uben-den-aufstand/)
Doch auch Bibliotheken sind weltweit organisiert – in der IFLA, der “International Federation of Library Association”.
Die IFLA hat nun auch in deutscher Sprache Stellung genommen zur E-Ausleihe: http://www.ifla.org/files/clm/publications/ifla_background_paper_e-lending_de.pdf. Sicher keine einfache Lektüre, aber das komplexe Thema passt nicht in einen Dreizeiler. Die Bibliotheken möchten Ihnen auch in Zukunft die ganze Breite des Angebotes bieten, deswegen ist diese Lobbyarbeit dringend nötig. (ScG)
Lucinda ist eine Draki, halb Mensch halb Drache und lebt mit ihrem Volk versteckt in den Bergen. Den Draki ist es verboten bei Tageslicht zu fliegen, denn Drakijäger haben es auf ihre schillernde Haut und ihrem magische Kräfte zusagenden Blut abgesehen. Jacinda fühlt sich jedoch von ihrem Rudel eingeengt, nicht zuletzt da sie als einzige Draki die Feuer speien kann dem Sohn des Rudelführers versprochen wurde. Sie verstößt aus Trotz gegen das Flugverbot am Tage und entkommt einer Truppe Drachenfänger nur, weil der junge Will, ebenfalls Drakijäger so sehr von ihr fasziniert ist, dass er sie verschont.
Da Jacinda bestraft werden soll flieht sie mit ihrer Mutter und ihrer Zwillingsschwester, die sich beide nicht verwandeln können, in die Stadt um dort ein normales Leben zu führen. Anders als ihrer Zwillingsschwester die sich zum ersten Mal richtig akzeptiert fühlt, fällt Jacinda das Leben in der Stadt sehr schwer, zumal der Draki in ihr immer mehr zu verschwinden droht. Bis zu dem Tag als sie Will in der Schule wieder sieht. In seiner Nähe entfacht der Draki in ihr neuen Lebensmut. Zwischen den beiden entsteht eine gefährliche Liebesbeziehung, denn Will ist nicht der einzige Jäger, der mit Jacinda und ihrer Schwester die Schule besucht. Auch seine Cousins, eingefleischte Drakijäger gehen in ihre Klasse und einer der beiden scheint ihr Geheimnis zu erahnen. Als sich Jacinda bei einem Zwischenfall in der Schule verwandelt scheint das Leben, dass sich die Familie in der Stadt aufgebaut hat verloren. Ihre Schwester ist so sehr enttäuscht und verletzt, dass sie sich unwissentlich mit den Jägern einlässt. Um ihre Schwester zu schützen folgt Jacinda ihr gemeinsam mit Will zu einer Jägerversammlung, getarnt als High School Fest. Als dann Cassian, der Sohn des Rudelführes der Draki auf dem Fest auftaucht um Jacinda zurück zuholen eskaliert die Situation. Will, der seine Geliebte beschützen möchte lässt sich auf einen Kampf mit Cassian ein und als er Will eine Klippe hinunter stößt verwandelt sich Jacinda vor den Augen aller Anwesenden um ihn zu retten. Da sie ihr Geheimnis nun offenbart hat, bleibt ihr nur die Flucht mit Cassian und ihrer Familie zurück zum Rudel.
Schweren Herzens lässt sie Will zurück.
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Soweit nix neues, oder doch? Wo liegt der Unterschied? Gibt es einen? Ja!
Gehen Sie doch einfach mal in eine kleine alteingesessene Buchhandlung um die Ecke. Und dann zum Vergleich in eine, die zu einer Kette gehört, z.B. T****a. In beiden gibt es zugegebenermaßen Bücher. Wenn Sie Glück haben, bekommen Sie sogar Beratung!
Und Sie bekommen natürlich aztekische Traumpüppchen und Lavendelseife in Blumenform! Natürlich? Natürlich in letztgenannter Einrichtung…. Wenn Sie mal wieder ein Mitbringsel brauchen, und die Standardgeschäfte wie Butlers, NanuNana oder Depot nichts gescheites hergeben, dann nix wie ab in eine der, lassen Sie es mich vorsichtig ausdrücken, “erweiterten” Buchhandlungen…
Beim Lesen des Artikels musste ich an einen Kollegen denken, der es als Sightseeing ansieht, in einer fremden Stadt in Buchhandlungen zu gehen… Und zwar in die “richtigen” – in die mit Büchern. Also nur mit Büchern
Obwohl Barry McGuire über 30 Jahre lang Platten aufnahm, ist sein Name dauerhaft nur mit einem einzigen Song verbunden, dem 1965 erschienen “Eve of Destruction“. McGuire wurde 1935 in Oklahoma geboren. Anfang der 1960er Jahre war er der Lead-Sänger der Folk-Musikgruppe New Christy Minstrels.
1965 schrieb P.F. Sloan “Eve of Destruction“, den er den damals sehr erfolgreichen Byrds anbot, die aber dankend ablehnten. Mehrere andere nahmen den Protestsong auf wie Jan and Dean oder die Turtles. Aber nur die Version von Barry McGuire war der ganz große Hit damals Mitte der 1960er Jahre.
Vor dem Hintergrund des Kalten Kriegs mit der ständigen Gefahr eines Atomkriegs, dem Vietnamkrieg und der Bürgerrechtsbewegung wurde der Song geschrieben und traf mitten ins Herz der amerikanischen Jugend (“You’re old enough to kill, but not for votin“). Einige US-Radiosender spielten das Lied nicht, mit der Begründung, es würde dem Feind in Vietnam helfen. Die konservativen Kreise lehnten den Song natürlich kategorisch ab. Eine Pop-Gruppe namens The Spokesmen nahmen damals einen sogenannten “Answer Song” auf mit dem Titel “The Dawn of Correction“, in dem sie die Weltlage ganz anders als Barry McGuire bewerteten.
Hierist “Eve of Destruction” zu sehen und zu hören.
Um sehr gut zu grillen braucht man mehr als Glut, Fleisch und Bier. Exklusiv stellen in diesem Buch die amtierenden Grill-Weltmeister ihre besten Rezepte vor.
Viel knackiges Gemüse wandert auf den Grill. Und selbst altgediente Rôtisseurs werden überrascht sein: Thai-Austern über der Glut geröstet? Pizza und Flammkuchen vom Grill? Beer-Can-Chicken? Daneben erfährt Frau/Mann alles über die Auswahl des richtigen Zubehörs Grill, Kohle, Anzünder und über die besten Grillmethoden.
In diesem Kochbuch der Stiftung Warentest finden Sie über 100 exklusive Rezepte der amtierenden deutschen Grill-Weltmeister mit dem Fokus auf frische Zutaten und Gemüse, mit Warenkunde und vielen Profi-Tipps sowie unverzichtbar:
DIE ultimative Anleitung für die beste Bratwurst der Welt. MAHLZEIT!
Die Gespensterjagd mit dem magischen Kompass hat die Jury überzeugt: “In Hubis Spukhaus möchte jeder hinein! Der magischen Atmosphäre kann sich niemand entziehen.” Verzauberte Wände, die nur flinken Mäusen oder schlauen Hasen den Weg freigeben, ein sprechender Kompass, der den geheimen Pfad durch das Spukhaus kennt und ein hungriges Gespenst, das Käse klaut und sich versteckt: Schnappt Hubi! ist ein elektronisches Brettspiel und eignet sich schon für kleine Kinder ab fünf Jahren.
Das Spiel ist selbstverständlich in der Bibliothek vorhanden.
Am 1. Juni erschien mit Banga ein brandneues Album von Rock-Ikone Patti Smith. Es ist der erste Longplayer mit neuen Songs seit dem hochgelobten Trampin , mit dem die Musikerin, Fotografin, Malerin und Lyrikerin 2004 ihren Einstand beim Sony Music-Label Columbia Records gefeiert hatte. 2007 folgte mit Twelve ein Album mit Coverversionen. Die erste Single aus Banga mit dem Titel April Fool (feat. Tom Verlaine) ist seit dem 1. April weltweit als Download erhältlich.
Die Aufnahmen zu Banga fanden in den Electric Lady Studios in New York statt und wurden von Patti Smith und ihrer Band produziert. Das Line-Up: Tony Shanahan, Jay Dee Daugherty und ihr langjähriger musikalischer Partner Lenny Kaye. Neben Tom Verlaine wirkten als Gäste auch Jack Petruzzelli, Patti Smiths Sohn Jackson und ihre Tochter Jesse Paris an den Songs mit.
Banga enthält zwölf Songs, darunter mit Amerigo eine melodische Ouvertüre, die Amerigo Vespuccis Reise in die Neue Welt im Jahre 1497 zum Thema hat, den Rocksong Fuji-san , der den Menschen Japans in der Zeit nach dem letztjährigen Erdbeben gewidmet ist, die Ballade This Is The Girl in Erinnerung an Amy Winehouse, das improvisierte, meditative Constantine`s Dream , sowie einen Geburtstagssong für ihren Freund Johnny Depp mit dem Titel Nine .
Im letzten Jahr haben sich zahlreiche Bibliotheksmitarbeiter & Bibliotheksliebhaber auf den Weg von Kopenhagen nach Berlin zum 100. dt. Bibliothekartag gemacht… Dabei ging es aber nicht nur um die Freude des Radfahrens, der Gesellschaft & der Natur, sondern auch um den beruflichen Austausch. Denn nebenher war es auch eine bibliothekarische (Un)Konferenz, aber der anderen Art.
Einen knapp halbstündigen Bericht darüber gibt es hier:
In diesem Jahr wird Cycling for Librarieserneut stattfinden.Vom 28.7. bis zum 7.8. geht es wieder los. Start wird in Vilnius (Litauen) & das Ziel in Tallinn (Estland) sein. Zu absolvieren gilt es um die 600 km, also heißt es Sattelfestigkeit beweisen.
So gut wir diese Aktion auch heißen, wird sich von uns leider niemand anschließen.
Lila lebt eigentlich ein ziemlich normales Leben. Sie wohnt mit ihrer Mutter in München, und geht in die fünfte Klasse. Sie ist schon recht selbständig, denn ihre Mutter arbeitet den ganzen Tag in einer Fabrik, die Rohre herstellt. Eigentlich geht es Lila gut und doch vermisst sie ihren Vater. Von ihrer Mutter erfährt sie nichts über ihn und so kommt es, dass sie den geheimnisvollen Mann, der sie beobachtet, für ihren Vater hält. Etwa zur gleichen Zeit merkt Lila, dass ihre Mutter immer fahriger und unaufmerksamer wird, doch Lila stellt keinen direkten Zusammenhang zu dem geheimnisvollen Fremden her – noch nicht…..
Und dann kommt Lilas Mutter eines Tages nicht mehr nach Hause. Sie ist spurlos verschwunden! Lila wartet den ganzen Abend, die ganze Nacht, geht am nächsten Morgen wie gewohnt zur Schule und hofft, dass sich die Sache irgendwie aufklärt. Lilas Lehrerin merkt dem Mädchen an, das etwas nicht stimmt und dann geht alles ganz schnell. Der Schuldirektor ruft das Jugendamt an und die beiden Beamten nehmen Lila mit. Als Lila schon in dem Amt sitzt, und kurz davor ist, ins Kinderheim abgeschoben zu werden, taucht plötzlich ihre angebliche Tante Bella auf. Die rettet sie zwar vor dem Heim, aber dafür sitzt Lila dann irgendwo weit draußen auf dem Land, inmitten von Katzen und Hühnern, in einem alten windschiefen, total verbauten Bauernhof. erfährt Lila, dass Bella angeblich eine gute Freundin ihrer Mutter ist und dass sie sie gebeten habe, Lila zu sich zu nehmen. Ihre Mutter habe plötzlich verschwinden müssen, so Bellas Erklärungen. Doch irgendetwas stimmt nicht, das spürt Lila.
Sie findet das Tiefkühlessen, von dem sie immer müde wird, eklig. Den zwergenhaften Fahrer Bertel, der das Tiefkühlessen bringt, höchst eigenartig und ihre angebliche Tante sehr verdächtig.
Was macht Bella im Keller, wo Lila nicht hin darf? Was ist in dem Karton, den sie Bertel heimlich mitgibt? Lila findet heraus, dass Bella Schneekugeln herstellt; sehr schöne, aber auch sehr eigenartige. In einer sind Lila selbst, ihre Mutter und ihr Vater zu sehen.
Auch, wenn es Bella wohl schon gut mit Lila meint, hat auch sie Geheimnisse vor ihr, und tut nichts, um Lilas Mutter zu finden. Deswegen nimmt Lila bald ihren ganzen Mut zusammen, und macht sich allein auf die Suche …
Auf Essenssuche in den Müllcontainern hinter einem Supermarkt trifft Lila auf Snoop, und noch ein paar andere leere Bäuche. Sie sind Teil einer Straßengang – und weil Mila so alleine und hilflos wirkt, nimmt Snoop mit nach „Feuerland“ in das Hauptquartier der Kinderbande.
Feuerland: Wie Maulwürfe müssen die Kinder durch ein Loch im Boden in die Tiefe kriechen. Über Leitern und durch dunkle Gänge geht es auf einen unterirdischen Güterzug, und irgendwann wieder nach oben.
Feuerland: Das sind all die verlassenen Randbezirke der Großstädte, wo niemand mehr nach dem Rechten sieht, wo es keinen Strom und kein fließendes Wasser gibt und schon gar keine Heizung. Die Menschen die dort leben, vor allem die Kinder, müssen irgendwie Nahrung finden um zu überleben.
Was Lila in Frankfurt – Feuerland erlebt, hätte sie sich noch vor ein paar Wochen nicht träumen und alpträumen lassen. Doch anders als die vielen anderen Kinder, die bereits aufgegeben haben, will Lila um jeden Preis ihre Mutter finden.
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Das neue Album October Sky hat die Band in Eigenregie, im eigenen Studio auf Föhr sowie in Hamburg und London selbst produziert, Songs entworfen, Melodien auf den Kopf gestellt, Arrangements verworfen und wieder von vorn begonnen.
Einfach weitermachen wo man zuletzt war, wäre zu einfach gewesen, beim sich-selbst-neu-erfinden gilt es, aufzupassen, sich nicht selbst zu verlieren.
October Sky ist an der Grenze, gerade noch Pop zu sein, die Pole haben sich verschoben, man hört Soundscapes und akribische Tiefe in der Produktion die man vielleicht irgendwo zwischen Muse und Pink Floyd erwartet hätte.
October Sky ist ein Album voll wirklicher Liebe zum Detail in der Musik, einer seltenen künstlerischen Ernsthaftigkeit und einer tieferen Dimension wie sie in der heutigen digitalen One-Track Welt nur noch selten gemacht werden.
Viele Berufsgruppen schmücken sich mit eigenem Fachhumor. Bei Juristen und Ärzten verstehen es oft nur Insider. Buchhändler und Bibliotheksmitarbeiter haben es da einfacher, denn oft sorgt der Kunde für unfreiwilligen Humor. Gérard Otremba ist Frankfurter Buchhändler und hat darüber sogar ein kleines fadengeheftetes Büchlein geschrieben:
Ein paar Beispiele: “Ich suche von Rita Süsmuth (!) : Das Parfüm.”Auch “Frl. Smillas Gebühr für Schnee”, “Der Pfefferflüsterer”, “Miss Sofies Welt” oder “Gib her, was Dein Herz bringt“ sind wunderbare Beispiele, die auch wir an den Infotresen immer mal wieder hören.
Keine Angst, das jahrelang geschulte Ohr bekommt das Meiste davon doch gelöst. Das Heft jedenfalls war so erfolgreich, dass eine Fortsetzung erschienen ist.
“Ich hätte gerne ein Buch für einen intelligenten Einjährigen!” – da wird sich sicher etwas bei den “Books for Babys” finden lassen. Auch auf der Bühne lassen sich solche bibliophilen Wünsche vor entsprechendem Publikum gut verkaufen. Buchhändler und ihre Kunden:
Wenn SIE also mal wieder nur eine Frage haben und Ihr gegenüber mal wieder nur für Antworten zuständig ist oder die Frage “Wo finde ich hier Mobbing?” mit der Antwort erwidert: “Unser Büro befindet sich hinten unten rechts.” – dann handelt es sich mit Sicherheit um Fachhumor. (ScG)
Im August wird Kenny Rogers auch schon 74 Jahre alt. Der Mann mit der angenehmen, etwas heiseren Stimme ist seit den 1950er Jahren im Musikgeschäft tätig und gehört damit zu den Senioren der amerikanischen Country Music.
Heute stellen wir sein “The last ten years (Superman)” vor, das auf dem Album “Water & Bridges” (2006) zu finden ist. Darin denkt Rogers über das nach, was in den letzten zehn Jahren an ungewöhnlichen Dingen geschehen ist und was wohl noch auf uns zu kommt: Das Benzin ist teurer geworden, das Handy hat das Telefon weitgehend ersetzt, die New Yorker Twin Towers sind eingestürzt, die besten Golfspieler sind schwarz und die besten Rapper weiß. Und wen haben wir in diesen Jahren alles verloren: Johnny Cash, Ray Charles, Ronald Regan, George Harrison… und sogar Superman.
Der 16. Juni ist der Bloomsday, der wohl einzige Feiertag, der auf ein literarisches Ereignis zurückgeht, auf den “Ulysses” von James Joyce, der ja seinen Helden Leopold Bloomüber 18 Kapitel und mehr als 1000 Seiten hinweg auf eine Odysee durch Dublin schickt, genau am 16. Juni 1904 von acht Uhr morgens bis um zwei Uhr spät in der Nacht.
Die Taz gab sich zum 100. Bloomsday 2004 sogar mal eine blaue Ausgabe:
Seit Beginn dieses Jahres sind nun die Rechte des letzten Erbes von Joyce erloschen und damit der Weg frei, sich schöpferisch mit seinem Werk auseinanderzusetzen. Das gilt leider nicht für die deutsche Ausgabe, da neben den Urheberrechten auch noch die Übersetzerrechte zu beachten sind.
Joyce “Ulysses” wird es daher wohl nicht so schnell als kostenfreies legales E-Book in deutscher Sprache geben. Die englische Version finden sich in vielen Formaten hier: http://www.gutenberg.org/ebooks/4300
Nun gibt es berechtigte Einwände, das Buch wäre nicht gerade leichte Lektüre. Schon gar nicht auf Englisch. Daher möchte ich auf ein besonderes Projekt des Deutschlandfunks hinweisen, der “Ulysses” nun als Hörspiel bringt.
Doch wer hört so lange Radio? Ich schlage vor, das soll der Computer übernehmen. Die Deutschlandradios haben dafür den DRadiorecorder entwickelt. Es gibt ihn für Windows und Mac. Damit erspart man sich das mühsame Aufnehmen – einfach auf der Homepage von DRadio nach Ulysseus suchen und dann den Button zum Aufnehmen drücken. Die Aufnahme erfolgt wie bei TV-Recordern. Für die Sendung sollten aber noch Platz auf der Festplatte sein, für eine Stunde Aufnahme in mp3 Qualität benötigt man etwa 60 MB.
Wer ganz sicher gehen, will, auch die SWR Aufnahme hören zu können, nimmt den SWR-Recorder. Am Hörspiel wirken u.a. so gestandende Schauspieler wie Dietmar Bär, Corinna Harfouch, Anna Thalbach und Birgit Minichmayer mit. ScG
Ein ebenso radikaler wie befreiender Blick auf die Wurzeln unserer Schuldenkrise!
Seit der Erfindung des Kredits vor 5000 Jahren treibt das Versprechen auf Rückzahlung Menschen in die Sklaverei. Die Geschichte der Menschheit erzählt David Graeber als eine Geschichte der Schulden: eines moralischen Prinzips, das nur die Macht der Herrschenden stützt. Damit durchbricht er die Logik des Kapitalismus und befreit unser Denken vom Primat der Ökonomie.
“Graeber öffnet dem Leser die Augen für das, was gerade vor sich geht.” Frank Schirrmacher, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Ein radikales Buch im doppelten Wortsinn, denn Graeber packt das Problem der Schulden an der Wurzel, indem er bis zu ihren Anfängen in der Geschichte zurückgeht. Das führt ihn mitten hinein in die Krisenherde unserer Zeit: Von der Antike bis in die Gegenwart sind revolutionäre Bewegungen immer in Schuldenkrisen entstanden.
Graeber sprengt die moralischen Fesseln, die uns auf das Prinzip der Schulden verpflichten. Denn diese Moral ist eine Waffe in der Hand der Mächtigen. Die weltweite Schuldenwirtschaft ist eine Bankrotterklärung der Ökonomie. Der Autor enttarnt Geld- und Kredittheorien als Mythen, die die Ökonomisierung aller sozialen Beziehungen vorantreiben.
Im Kern ist dieses Buch ein hohes Lied auf die Freiheit: Das sumerische Wort “amargi”, das Synonym für Schuldenfreiheit, ist Graeber zufolge das erste Wort für Freiheit in menschlicher Sprache überhaupt.
David Graeber ist einer der Begründer der Occupy-Bewegung.
Gut zwei Jahre lang tourte Melody Gardot nach der Veröffentlichung ihres letzten Albums “My One and Only Thrill” kreuz und quer durch die Welt, eilte von Kontinent zu Kontinent und von Auftritt zu Auftritt. Eigentlich sollte man denken, dass sie danach vom Reisen erst einmal ein wenig die Nase voll gehabt hätte. Doch nein, Melody blieb rastlos und war auf neue Abenteuer aus. Ganz alleine setzte sie ihre Reisen fort, um neue Leute und neue Kulturen kennen zu lernen. Sie zog durch die Wüsten Marokkos und die Straßen Lissabons, besuchte die Tangobars von Buenos Aires und die Strände Brasiliens, und versuchte etwas von der Essenz all dieser exotischen Orte für ihr neues Album “The Absence” einzufangen, ohne ihre ureigenste musikalische Identität aufzugeben.
Kochbücher warten üblicherweise mit vielen netten Rezepten und Hochglanzbildern der Ergebnisse auf – beim Nachkochen sind die Gerichte dann oft weit weniger hübsch und schwierig zuzubereiten.
„Das echte und einzige Kochbuch“ schafft hier Abhilfe! Es wurde von der Designagentur KOREFE als Sonderprojekt für den Gerstenberg-Verlag entwickelt und bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Hauptbestandteile sind mehrere geprägte Nudelplatten, die gelesen und anschließend einfach mit beliebigen Zutaten gefüllt werden können. Das Ergebnis wird nach dem Backen sowohl Bücher- als auch Lasagneliebhaber überzeugen. Weitere Infos und Bilder gibt es unter http://www.korefe.de/2012/1960/das-erste-und-einzige-kochbuch/.
Leider ist dieser Titel weder im Buchhandel noch in unserer Bibliothek erhältlich – die Ausleihe würde sich ohnehin etwas schwierig gestalten…
Wohl kaum eine bis dato unbekannte Männerband hat so viele Rekordmarken in Rekordzeit übersprungen: In nur knapp 7 Wochen stürmten die fünf gestandenen Musiker auf Platz 1 der Media Control Longplay Charts, segelten auf großer Welle in die deutsche Medienwelt und überschritten in Siebenmeilenstiefeln die Goldmarke!
Auf vielfachen Wunsch jetzt in der Stadtbibliothek ausleihbar!
Letztens gab es mal wieder einen Artikel über Bibliotheken. Diesmal über keine x-beliebige, sondern die aus Alexandria.
Und was ist daran jetzt so besonders? Nun,vor mehr als 2000 Jahren lagerten dort über 700.000 Papyrusrollen und beinhaltete weitestgehend das damalige Wissen der Menschheit. Bis sie abgebrannt ist…..
Seit zehn Jahren gibt es sie wieder. Neu erbaut mit viel Platz für Besucher.
Details!? Sie besitzt den größten offenen Lesesaal der Welt mit 2000 Plätzen und 360 Computern. Zur Bibliothek gehören auch ein Konferenzzentrum, ein Planetarium, vier Museen und 15 permanente Ausstellungen. Gekostet hat die Errichtung stolze 167 Mio. €
Am Ende des Artikels gibt es allerdings noch eine traurige Nachricht: von den Beständen der antiken Bibliothek hat wohl nur eine einzige Schriftrolle überlebt – und die liegt heute in der Nationalbibliothek in Wien.
Im Jahr 2007 wurde in Nürnberg die deutsch-kanadische Formation Wrongkong gegründet. „Der Name entstand als Abwandlung von Hongkong, verbunden mit einem latenten Gefühl, sich am falschen Platz zu befinden. Nicht aber aus der Filmfigur King Kong!“, so die Band Wrongkong.
Thomas Wurm, Cyrena Dunbar, Martin Kaiser, David Lodhi, Markus Wurm und Claus Friedrich sind die Namen der Bandmitglieder. Wrongkong ist bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden, so z.B. 2008 mit dem Toronto Exclusive Award.
Aus ihrem aktuellen Album “So electric” stammt der Titel “Dear Euphoria“, hier zu sehen und zu hören.
Gerne beschäftigen wir uns in Bibliotheken auch mit der Rechtschreibung. Die letzte Rechtschreibreform ist nun einige Jahre alt und ein wenig hat man sich ja auch schon daran gewöhnt, obwohl es wohl in keinem Eiscafe ein “Spagettieis mit Nugatstreuseln” geben wird. Wer dem “Spaghetti” sein h einfach wegnimmt, macht auch den “Tunfisch” zum Arbeitstier.
Mitten in der Rechtschreibreform schrieb der Deutschbrasilianer Zé do Rock seine eigenen Regeln, das “ultradoitsh”. In seinem Buch “Vom winde ferfeelt” wendet der Autor Kapitel für Kapitel eine weitere Reform an. Der Sprachwitz dabei ist umwerfend komisch, wenn man die Gedankengänge einmal aufzeigt:
einwandfrei – haus mit nur drei wänden
fassade – nie wieder saufen
fiskus – bösartiges knutschen
golfstrom – deutsche autobahn
saxophon – fernsprechgerät in sachsen
Herrlich absurd wird es jedoch, wenn Zé do Rock auf Reisen geht, denn er passt seine Schreibweise dem jeweiligen Land an, das er gerade besucht. Daher möchte ich mich recht herzlich beim Autor für die Abdruckgenehmigung des Kapitel “Schandinavien” bedanken.
Das Ultradoitsh ist in der Mitte des Buches schon fortgeschritten – der folgende Text enthält daher keine Rechtschreibfehler!
“um Deutschland zu durchqueren braucht ma ein tag. weil das trempen gut get. um dänemark zu durchqueren braucht ma noch weniger. kaum is ma drin, is ma schon wieder draussen, so klein is das land. nu bin ich nich mit Tamu unterweegs sondern mit meiner schwester. Danmark is en ser flaches land, de høchste berg is 80 meter håch. de sprache klingt wie deutsch aber flacher, und hat vil weniger konsonanten als dise, aus dem originalwårt “wordbok” is im heutigen deutsch ein “wörterbuch” gewården, mit umlaut, unregelmæziger merzal und dem hartench-laut. de danen ham daraus en “ordbog” gemacht, de si oabou aussprechen, mit en einzigen konsonanten, zimlich absurde sprache. ser kurze wørter, de nåch vil kürzer gespråchen als geschriben werden. de buchstabe “d” kann en alptraum sein. “båd” beudeutet “bot”. du kannst s widerhålen:bol. nein, nein, sagt de dane kein “l”, sagt de dane, du musst es mit “d” aussprechen: booooolll, ein psychiater bitte!
in Schweden is det trempen ser hart. de meisten de uns mitnemen sind ausländer, de strassen sind normale landstrassen, de sich plötslig in autobanen verwandeln. da darf ma nig mer trempen. de polizei nimmt uns mit. nein, nig zum revir, sondern zu dem abschnitt der strasse, de keine autoban mer is. danke. und wi get s so in Schweden? di antwort lässt mig ser zweifeln über die fäigkeit der menschen, glücklig zu sein. wenn Schweden nig so de zukunft is, dann wenigstens einigermassen wi si sein sollte. wirtschaftlig und social einsame spitse, ein land in dem man sig kaum nog vor de gegenwart und de zukunft fürchten muss. de policist denkt nig so:”Schlimm is det, furchtbar. in Sverige is es knallhart. wenn du ein haus mit 4 oder 5 zimmer kaufen willst, hast du keine schanss, es is zu teuer.”
weiter im norden kommen wir am abend in en stad und suken und en jugenherberge, abba di is geschlossen. wir finden en hotel, abba das is astronomisch. nich der blick, sondern der preis. wir gen zum polizeirevir und fragen ob wir in der zelle schlafen können. der policist meint, das das schon get, abba er warnt uns: wir bleiben eingesperrt, wir dürfen nich einfak so raus. neben dem bett is zwar en klingel, de ma drücken kann wenn ma was braukt oder probleme hat, abba eingesperrt sind wir trotzdeem. alles klar, kein probleem, sagen wir. so werden wir endlich en svenske gefängnis kennenlernen, das angeblich besser is als de Sheraton in Rio is. der polizist sagt uns, das er noch sein vorgesetsten fragen muss. gut. wir warten. er kommt zurück und sagt, das es leider nik get. weil wir niks getan ham. de polizei kann verbreker verhaften und auch de besoffenen auf der strasse, abba so normal wi wir sind, get das nik. wir überlegen uns: sollen wir ihm eine rein haun? das probleem is, das wir dann vileit länger bleiben müssen als wir wollen. wir könnten uns vollsaufen und uns vor den eingang legen, das is abba bei de schnapspreise inn Sverige teurer als en hotel.
Stockholm is gut, follar inselar und kanälar. der baustil get von sär deusk, sär schwär, bis sär modern. de svenske liven reformen wi sonst niemand in der wält. de dänen mögen si auch, aber hinken etwas hinterhär. im gegensatzzu de deusken, die ärstmal en studie maken myssen, um zu sen, ob und wi en studie nötig sein wird, und vor alle warum, sind de svenske da zimlich diräkt. si ärkännen de notwändigkeit von en reform und zin se einfach durch. si hatten früa linksverkeer und stellten eines tages fest, das alle ire nachbarn rechtsverkeer ham. das ham si in en sonntag im jar 1964 einfach geändat. längst ham si den verlauf von vaffen und spielzeugvaffen ferboten. ma könnte argumentiren, das ferbote undemokratisk sind, das sind sie abba nich. oda fermutlich nich, ich kann mir forstellen, das de meisten svenske für de ferbote sind. varskeinlich in Deuskland auch, abba es get nich um demokrati sondan um kapitalismus. manche firmas fülen sich filiecht eingeengt, abba di svenske können sich dafür sichera auf de strasse fülen. de freiheit, auf de strasse zu gen, is auch eine viktige freiheit.
wen ma von Serige naach Finland komt, ändert sich alles. es wi ein fluug von Lüübek naach Neaapel. ma meakt sofoat, das ma geamaanisches gebiit fealassen hat. en finisches pärchen bringt uns naach Finnland. en frau um die 36 un ein tüüp um die 23. di frau hat lange haare, dea tüüp noch viil längere. si sind erzkommunisten und meinen, das es den russen besser geet als den menschen im westen. in Tornio woonen si und wiir wolen waitaträmpen. si sind entsetzt. waitaträmpen? si ham doch fest damit gerechnet, das wiir bei iinen blaiben. es scheint eine tragöödie zu sein, wen wiir nich bei iinen blaiben. wiir blaiben bei iinen. unsärär gastgeeba ham ainä säe haissä sauna und ich laidä säa. si ham ainän soon, däaa ganz andas is als die ältan. äa hat ganz kuazä haarä und is säa gepfleegt. äa is 18, 5 jaarä jünga als sain vaata. ich hab da deen laisän väädaqcht, das äs sich nich um deen bioloogischän vaata handält. auf alä fälä scheemt sich däa soon ima für sainä ältan, und saagt iinän ständig, di solän nich so viil blöödsin dahäa reedän. hiir is däa generationenkonflikt umgekeert.
ma vird ständig mitgenommen und vi buntä föögäl gepfleegt. auch loitä, mit deenän viir kaum reedän könän, vail di üübahaupt kainä främdsprachän könen, sind anschainänd säa treurig, wän ma si fäaläst. in Lapland voonän di lapän. di lapän seen tails vi di sveedän, tails vi die japaana aus, je naach deem. manchmaal vi baidä auf ainmaal, blond und slitzoigig. ooda rundoigig und vartzhaarig, aaba so vas gibt s in Itaalia ooda Doitsland auch. däa nordän is säa hais und äs vimält nuur so fon mükän. äs gibt fiil meer mükän in Lapland als am Amazoonas. forausgesätst, ma besucht di gegend im soma. im soma kan ma taag und taag mit deem hämd rumgeen, nacht gibt äs kainä. si ham trotzdeem ain gants normaleän leebänsrütmus: um 3 uur nachts is äs häl aaba absoluut niks loos.
ich untahalt mi ständi mit finän, di kainä andrä spraache könän. mit händän und füüssän, mund, naasä und augän. ich spräch schoon flissänd gestisch. is ja kain wunda. en dutsänd spraakän in so kuaza zait. ich blik üübahaupt nich meer durch. manchmaal vil ich vas fraagän und kan mich nich meer äainean, vas füüa ainä spraachä ich nun sprächän sol. genauso is äs mit deen väärungen. ich vais nich meer, mit vas füüa eim gäld ich tsaalän sol.
de restauran in Nordkapp is fåller itliena, de det lid “Brasil” singen. vir faren de norske kyste runter, entlang de herrlige fjords und besuken mein froind Bjarte in Oslo, de ig fån Cheyenne, USA, kenn. da bleib ig einige månate und arbeit in en umzugsfirma als møbelpakker. de normeen sind etvas nasjonalistiker eingestellt als mitteleuropeer. si vållen immer vissen, vas ma fån ir land helt und ham en bissken lille-brors-kompleks, en kleiner-bruder-kompleks gegenüber de svenske. veil det land kleiner is, immer hinterheer hinkt und lange zeit ærmer var. nun sind si nig mer ærmer, veil si en menge erdøl gefunden ham. ansånsten sind si låkkerer als ire østlige kusins und ire gærten ungepflegter. de normenn sten zu de svenske ungefær so vi de østerreiker zu de sveizer.
si ham vas dan, vas selten en fålk dut. si ham ire sprache per dekret ændert. und zwar nich de ortografi såndern gleich die språchene sprache. früer var s vi im teutsch unlogisk, ma sagte für de tal 342 “tre hundert to og vortig”, vi im teusk. das is unlogisch, veil ma fån links nach rechts list, dann pløtslig fån rechts nach links, das is auch für teuske nich så einfag. file teuske skreiben sågar umgekeert, venn si tum beispil en diktat skreiben. si kåmmen fån links, >springen< en spalte, skreiben rechts rechts und tum sluss links dafån. de normenn ham erkannt, dat det unlogisk is und dat de ganze veld et logisk sagt (ausser teuske und hollender), så ham si det per dekret geændert. nu heit et “tre hundre fortig to”. de alde menske sagen immer nåch “to og fortig”, de junge mensken “fortig to”.
tu de spraken: dænisk is kurt und abartig, svedisk längar und sviriger in de gramatik, finis hat fiilä vokaalä und ainä säa främdä gramatik. am leitesten tu lerne is norsk. kurt, leit to autsprekken und en einfake gramatik. svenska und norsk klingen ser unregelmätig. als vyrde ma opp en berg klettern und dauernd stålpern.
Eine Einleitung zu Ultradoitsh hat Zé do Rock auch bei Youtube eingestellt. Den ersten Teil finden Sie hier:
Das Buch “fom winde verfeelt” selbst ist leider nur noch antiquarisch erhältlich, der Autor dieser Zeilen gibt sein Privatexemplar jedoch auch gerne her.
Andere Werke des Autors finden Sie auf seiner Homepage: http://www.zedorock.net/. Darin findet sich auch die Kurzanleitung zu Netdeutsch: “Netdeutsch is einfach: es is wunschdeutsch minus umlaut.“ – wer viel in Foren und Chaträumen unterwegs ist, wird erkennen, wie weit die Grammtikregeln von Zé do Rock bereits in unseren Alltag integriert sind.
… und die Milch ist im Supermarkt immer hinten. Hatten DIE nicht zuletzt erst Niedersachsen aufgelöst?
Wie das zusammen passt, möchte ich Ihnen gerne erklären. Wie einige Kunden (vielleicht) schon gemerkt haben, wird in den letzten Wochen in der Bibliothek Lebenstedt umgeräumt und immer mal wieder blitzt ein leeres Regal hier und da auf.
Kombiniere: Wir räumen in Lebenstedt um. Doch warum?
1. Die Sachbuchausleihe ist in den letzten 10 Jahren um ca. 40% zurückgegangen. Da wir unser Budget nach einem anerkannten Verfahren verteilen, gibt es auch weniger Geld für neue Sachbücher. Mit Hilfe von Löschlisten und selbst erstellten Kriterien wird somit auch der Sachbuchbestand weniger. Viele Infomationen werden heute direkt aus dem Internet geholt und auch die Stadtbibliothek bietet mit Munzingereine Datenbank an, die früher viele Regalmeter gefüllt hat. Wir haben also mehr Platz bei den Sachbüchern.
2. Die Ausleihe bei den Kinderbüchern und insbesondere bei den Jugendbüchern ist stark gewachsen. Auch der Trend zu Romanen und Hörbüchern ist ungebrochen. Das Budgetverfahren sorgt dafür, dass hier auch mehr angeschafft werden kann. Hier fehlt uns der Platz und die Bücher können kaum noch präsentiert werden. Hier brauchen wir also mehr Regalmeter.
3. Nach kognitiven Gesichtspunkten werden nun die Bestände, da sie sowieso woanders hin müssen, neu aufgestellt. Unter “kognitiven Gesichtspunkten” versteht man eine logische Aufstellung von Beständen.
Ein Beispiel: Während Musik, Noten und Theater vorher weit voneinander weg standen, sind diese drei artverwandten Themenbereiche nun gesammelt aufgestellt. Und nun raten Sie mal, wo der Bestand der Salzgitterliteratur steht – richtig, bei “Geschichte”. Das ist auch gar nicht mehr so weit weg von den Beständen der früheren Gruppe “Niedersachsen”.
Übrigens, nach diesen und weiteren Gesichtspunkten wird auch im Lebensmittelhandel sortiert, weswegen die Milch meist ganz hinten im Laden steht…..
4. Nächstes Stichwort: Schülercenter! Es ist aufgelöst worden. Neben den beinah identischen Ausleihzahlen zwischen dem Schülercenter und der normaler Sachbuchaufstellung gab es zunehmend die Frage, wo man an beiden Standorten suchen musste. Nun findet man alles wieder an einem Standort.
5. Keine Angst, wir lassen Sie nicht ganz allein. Im Katalog finden Sie immer einen aktuellen Lageplan, wo die Medien nun stehen – das hilft auch nicht zuletzt den Personen an der Information, die auch nicht immer jede Räumungsaktion mitbekommen. Geschichte ist ein wenig in die Ecke gerückt und wird auch bereits so angezeigt. (ScG)