Die klischeebeladene bibliothekarische Welt voller Dutt-tragender Bibliothekarinnen und bebrillter, Psssst!-sagender Bibliothekare ist besonders für Neulinge schwer zu durchschauen, doch im Prinzip einfach zu erklären:
So sollte beispielsweise jeder Bibliotheksmitarbeiter im Laufe seiner Karriere eine Bibliophilie ausprägen, die sich im schlimmsten Fall zu einer Bibliomanie steigern kann.
Besonders gern ist die Nutzergruppe der Bibliophagen in der Bibliothek gesehen, doch auch Biblioskope werden geduldet. Gänzlich unerwünscht sind der Biblioklast und der Bibliothap, wobei Letzterer sich sowieso bevorzugt in Wissenschaftlichen Bibliotheken aufhält.
Die Gruppe der biblioversen Bibliotheksbenutzer ist sicher ziemlich groß, jedoch nur schwer zu identifizieren, solange sie alle Bücher in ordnungsgemäßem Zustand zurückgeben. Bibliophobe und Bibliopathen wird man wahrscheinlich nicht in der Bibliothek antreffen – falls doch, dann ausschließlich in der DVD- oder CD-Abteilung.
Zugegeben, einige Begriffe benutzt man im alltäglichen Leben recht selten – deshalb wurde an der FU Berlin ein nicht ganz ernst gemeintes Lexikon der bibliothekarischen „Fachwörter“ zusammengestellt, das u.a auch für Bibliothekare lebensnotwendige Dinge wie „Katalogkartenschmierzettelstapel“ oder „Bonbonschublade“ erklärt.
Hier einige Beispiele:
Bibliopath:
- jemand, den Bücher krank machen. Dies tritt häufig auf, wenn man Bücher gegessen hat, die weit über dem Verfallsdatum lagen, das heißt, schon seit Jahren im dunklen Magazin oder Archiv vor sich hin gammelten. In manchen Fällen haben die Bücher aber auch ohne gegessen zu werden einen schlechten Einfluss auf die menschliche Gesundheit.
Bibliophag:
- jemand, der Bücher frisst oder buchstäblich verschlingt. Zu empfehlen sind Kochbücher oder Kinderbücher!
Bibliophilie:
- das ist die Liebe zu Büchern. Aber eher die geistige Verbundenheit, denn die körperliche Liebe. Sie ist zu vergleichen mit der Bibliomanie, da man als Bibliophiler auch gern möglichst viele, wertvolle Bücher an sich reißen und mit ihnen schmusen möchte. Das ist höchst krankhaft.
Bibliophob:
- Jemand, der bibliophob ist, hat Angst vor Büchern. Blöd ist nur, wenn man in einer Bibliothek arbeitet und eine Phobie vor Büchern entwickelt, nicht wahr?
Weitere lebensnotwendige Informationen erhalten Sie hier:
http://www.ub.fu-berlin.de//wwwazubi/2007/fachbegriffe.html
Auf den Seiten ist übrigens noch weiteres, grundlegend bibliothekarisches Wissen aufgeführt, z.B. eine Anleitung zum Dutt-Binden und das “Pscht!-Spiel”.
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