Von MAB2 auf MARC21 – damit von RAK auf RDA möglich wird

„Das war Bibliothekarisch!“ würde man nun bei der Sendung mit der Maus sagen. Ich versuche mal in Kürze zu vermitteln, was gemeint ist.

Damit unsere Medien im Katalog auffindbar sind, müssen sie immer gleich aufgenommen werden. Das Regelwerk, das wir dafür seit Jahrzehnten anwenden sind die „Regeln zur alphabetischen Katalogisierung„, kurz RAK. Auszubildende im Fachberuf und BibliotheksWesen werden damit in ihrem Studium gequält. Wer Katalogisierung liebt, ist schon etwas speziell 😉

Doch gibt es dieses mehrere hundert Seiten dicke Regelwerk in unterschiedlichen Ausprägungen; z.B. für wissenschaftliche Bibliotheken und für öffentliche Bibliotheken, dann gibt es noch ein RAK Musik und ein RAK NBM (NichtBuchMedien) und ein RAK für Karten. Ja, das klingt nicht nur antiquiert, das ist es auch.

Die Suche einer Nachfolge war gar nicht so einfach. RAK wurde offiziell am 6. Dezember 2001 im sogenannten „Nikolausbeschluss“ ad acta gelegt und die Suche nach einem neuen Regelwerk glich zeitweise einer Odyssee. Denn die neuen Regeln sollten nicht nur für alle Katalogisierungsfälle passen, sondern auch noch international gelten.

Nach bummelig 10 Jahren kristallisierte sich die RDA heraus, die „Resource of Description and Access“ – das klingt nun nicht Deutsch, weswegen man das Werk auch noch übersetzen musste. Gar nicht einfach, denn es beginnt schon am Anfang kompliziert zu werden. Statt von Büchern, DVD oder Musik-CD sprechen wir erst einmal von einer „Entität“ oder Englisch „Entity“ – alles klar, oder? Mit dem neuen Regelwerk können auch Kunstwerke, Archivalien oder (sehr wichtig in kommunalen Bibliotheken) Stofftiere in den Katalog aufgenommen werden. Wenn sich also die Kleinsten mal wieder nicht von den Stofftieren in der Kinderabteilung trennen können – dann werden die halt nun katalogisiert und ausgeliehen…

Die Bibliotheken haben RAK eingeführt als es noch Zettelkataloge gab. Irgendwann mussten diese Regeln in eine Datenbank gepresst werden, ein „Maschinelles Austauschformat für Bibliotheken“ – kurz MAB. Das gab es irgendwann in der Version 2 – doch dieses Format passt leider so gar nicht mehr auf die RDA. Das kann nur noch das „Machine Readable Cataloging“, kurz MARC. Alle Vorgänger dieses Formats wurden zusammengefasst und nun heißt es MARC 21.

Die Stadtbibliothek Salzgitter katalogisiert vieles nicht mehr selbst, sondern bekommt Fremddaten. Zum Beispiel von der DNB – der Deutschen Nationalbibliothek. Und diese stellt 2015 auf das neue Katalogisierungsformat um. Damit müssen auch wir mitziehen – die öffentlichen Bibliotheken haben das lange vernachlässigt. Katalogisieren ist, ach ich das sagte ja schon…

Nun müssen wir erst einmal die Datenbank konvertieren, also von MAB2 auf MARC 21. Und da wir unsere Bibliothekssoftware schon so lange nutzen, hat sich da auch einiges angesammelt, was man am besten durch eine komplette Bereinigung und Durchsicht gleich miterledigt. Am 8. Januar 2015 geht es schon damit los.

Aus diesem Grund können wir eine Woche lang keine neuen Medien einarbeiten. Aber dann sind wir fit für die Zukunft. Und die Leser dieser Zeilen können nun ein wenig „Bibliothekarisch“.

ScG – Gerald Schleiwies

5 Antworten zu “Von MAB2 auf MARC21 – damit von RAK auf RDA möglich wird

  1. Pingback: Warum wir nun das Dollarzeichen in den Augen haben | Blog der Stadtbibliothek Salzgitter

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