Lars Danielsson: Liberetto II

Lars Danielsson mit »Liberetto II«: Melodisch beglückend

Vielleicht ist dem ein oder anderen Jazzspezialisten »Liberetto II« des Quartetts um Lars Danielsson und seinen Gastmusikern melodisch zu beglückend. Was soll’s: Wenn man sich den einzelnen Stücken hörend annähert, stellt man fest, dass trotz oder gerade wegen der wunderschönen Melodik die Komplexität nicht zu kurz kommt. ›Strenge‹ Formen wie die »Passacaglia« sind das offensichtlichste Beispiel dafür.

Mit dem neuen Album »Liberetto II« beschert uns Lars Danielsson einen Glücksfall. Das ist Jazz, der beim ersten Hören für Jedermann als ›easy listening‹ tauglich erscheint. Andererseits wird schon mit »Grace«, der ersten Nummer, klar, dass hier Musiker spielen, die ihren Tönen hinterher horchen und in sie hinein hören. Jeder Ton hat Gewicht. Der Hörer kann nicht anders, als das zu würdigen, sodass von ›easy listening‹ keineswegs die Rede sein kann. Die mit Trompete und Cello besetzten Stücke »Tina«, »Blå« und »Violet« sind Beispiele für diese anspruchsvolle Seite des Albums.

Danielsson

Auf »Liberetto II« versammelt Lars Danielsson erneut den ehemaligen e.s.t.-Schlagzeuger Magnus Öström, den Pianisten Tigran Hamasyan und den Gitarristen John Parricelli um sich. Das Quartett ist in dieser Kombination bereits ein Dreamteam, zu dem sich auf dem Album weitere Könner ihres Fachs gesellen: Der Trompeter Matthias Eick, Gitarrist Dominic Miller, Perkussionist Zohar Fresco und Sängerin Cæcilie Norby.

Die Musiker scheinen in ihrem Zusammenspiel mehr denn je seelenverwandt. Übersetzt man den Opener »Grace« mit ›Anmut‹ dann hat man die treffendste Beschreibung für »Liberetto II« gefunden. Das Quartett um Lars Danielsson und die Gäste wandeln grazil zwischen Kammerjazz, Klassik und europäischer Volksmusik, immer die Melodie im Blick. Danielsson sagt dazu: »Musik zu verstehen ist gänzlich eine Sache des ehrlichen Gefühls. Wenn man beim Spielen zu viel nachdenkt, dann kann das Erzählerische, das Authentische, die Essenz der Musik verloren gehen. Darum fühlt es sich so natürlich an, Jazz zu spielen und zu hören, denn alles, was du brauchst, ist, dein Herz zu öffnen, die Musik einzusaugen und die Reise zu genießen. Und genau genommen gilt das für jede Art von Musik, weil Musik immer vom Herzen und nicht vom Kopf kommen sollte.«

Kopf aus, »Liberetto II« an und dem Herz geht’s gut.

Pe

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