Der Ozean am Ende der Straße – Nachlese zu Literarisches und Kulinarisches

„Der Ozean am Ende der Straße“ ist Neil Gaimans neuestes Werk.

Ozean am ende der StraßeDieses Buch zu beschreiben ist schwer, weil es einfach so unerklärlich ist. Neil Gaiman entführt seine Leser in ein modernes Märchen für Erwachsene: Erzählt wird die Geschichte eines siebenjährigen Jungen. Dieser Junge, der bis zum Ende der Geschichte namenlos bleibt, kehrt als Erwachsener an den Wohnort seiner Kindheit zurück. Dort setzt er sich an einen Ententeich; er möchte einen Moment allein sein und in sich gehen. Und dann fängt er an sich zu erinnern – an damals, als er sieben Jahre alt war und etwas weiter oben die Straße hinauf mit seinen Eltern und seiner kleinen Schwester wohnte. Damals als er Lettie Hempstock, ihre Mutter und Großmutter kennenlernte. Damals mit sieben, als plötzlich nichts mehr so war, wie es hätte sein sollen.

Als siebenjähriger Junge war er ein unglückliches Kind, der das große Haus der Familie mit dem verwilderten Garten und seine Bücher liebte. Die Familie scheint auf den ersten Blick eher durchschnittlich, doch hinter der schönen Fassade plagen die Eltern Geldsorgen und auch die Kindererziehung des Vaters, die insbesondere den Jungen betreffend, grenzt an Misshandlung. Dann lernt der Junge die Hempstock-Frauen kennen, vor allem mit der elfjährigen Lettie freundet er sich an. Seltsames geschieht rund um diese Frauen – die Grenzen von Raum und Zeit scheinen auf ihrem Land nicht zu existieren. Der Ententeich bei der Farm enthält laut Lettie einen ganzen Ozean, der mit den Hempstocks aus ihrer alten Heimat gekommen ist. Als das Böse um sich greift, Menschen beeinflusst, Zwietracht sät, schreiten die Hempstock-Frauen ein. Sie bieten dem Jungen Schutz und Zuflucht. Wesen aus alten Mythen und Legenden, etwas, das älter ist als die Zeit, versuchen die Macht an sich zu reißen. Doch die Hempstocks scheinen über diesen Wesen zu stehen und sie zu beherrschen. Aber was ist wirklich gut und was wirklich böse?

Das Buch lässt sich auf zwei Arten lesen: Als die Geschichte eines traumatisierten Jungen, der mit der Realität nicht zurechtkommt und sich in eine Fantasiewelt flüchtet oder als die Geschichte eines kleinen Jungen, in dessen unmittelbarer Nähe mehr passiert, als mit unserer Schulweisheit zu erklären ist. Neil Gaiman gelingt es, alle Grenzen aufzuheben, er katapultiert den Jungen und den Leser in eine Welt, in der alles möglich ist. Er erklärt wenig. Die Intensität des Buches beruht auch darauf, dass der Leser durch eine Welt geführt wird, die vollkommen fremd ist.

Das Buch wurde ebenfalls bei unserer halbjährlichen Veranstaltung Literarisches & Kulinarisches in diesem Frühjahr vorgestellt. Wer leider bei unserer Vorstellung in Lebenstedt und Bad nicht dabei war, der sei getröstet: weitere Literatur-Tipps werden folgen.

Wer sich gerne die Präsentation der Veranstaltung ansehen möchte, braucht nur dem Link folgen: http://prezi.com/nkbpe5rtyl-y/present/?auth_key=6emxvns&follow=grlpsbwlkctz&kw=present-nkbpe5rtyl-y&rc=ref-129326458

 

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