Ein Mädchen verschwindet spurlos

Tag Rose verschwandEin Mittwoch, 1990, im August, in einem Vorort von London. Es sind Sommerferien und die Schwestern Rose und Anna sind allein zu Hause. Rose, die ältere von beiden, hat soeben ihr Abitur geschrieben und wartet auf ihr Zeugnis, an der Kunstakademie wurde sie jedoch schon angenommen. Sie sitzt im Garten unter dem Pfirsichbaum, lackiert sich die Fußnägel und liest ihr Buch. Anna beschließt in die Stadt zu gehen. Da weiß sie noch nicht, dass diese Szene ihrer Schwester mit die wichtigste sein wird, an die sie sich je in ihrem Leben erinnern möchte. Denn als sie abends nach Hause kommt, ist Rose verschwunden.

Niemand weiß, wo sie ist: weder Freunde noch Familienmitglieder. Die nächsten 20 Jahre gibt es keinerlei Lebenszeichen von ihr, aber auch keine Erklärung für ihr Verschwinden.

Knapp 20 Jahre später lebt Anna mit Martin in London. Eigentlich ist sie glücklich, doch das ungelöste Verschwinden von Rose nagt bis heute an ihr. Die Geschichte des Buches setzt an einem Punkt ein, an dem es für Anna sehr wichtig wird herauszufinden, was mit Rose geschehen ist. Denn sonst scheint für sie keine Lebensplanung möglich zu sein. Bei ihrer Suche spricht sie mit verschiedenen Personen aus ihrer und Roses Vergangenheit und es wird deutlich, dass diese Personen ihr Leben (auch ohne Rose) weitergeführt haben. Bei Anna scheint es nach dem Verschwinden zu einer Art Stillstand gekommen zu sein. Auch ihre Eltern haben den Verlust bis heute nicht verkraftet. Vor allem wird dies aus der Sicht der Mutter, Sandra, geschildert. Erst möchte sie aus dem Haus ausziehen und plötzlich entscheidet sie sich um, falls Rose wieder kommt. Auch andere Handlungen von ihr, scheinen auf den ersten Blick unlogisch und auf einen verwirrten geistigen Zustand hinzuweisen.

In verschiedenen Rückblicken lernt man dann die erlebnis- und verlustreichen Jugendjahre von Annas und Roses Mutter kennen. Geheimnisse, die sie bis heute hütet und die langsam über ihr zusammenbrechen. Ebenso werden Annas Jahre kurz vor und nach dem Verschwinden von Rose beleuchtet: ihr Verhalten, ihre Gedanken – der Leser lernt so auch Rose besser kennen. Nach und nach werden die verschiedenen Verhaltensweisen von den Personen deutlich und nachvollziehbar.

Die wichtigste Frage bleibt bis zum Schluss: Warum ist Rose verschwunden? Was ist mit ihr passiert?

„Der Tag, an dem Rose verschwand“ ist keine normale, keine einfache Familiengeschichte. Linda Newbery versteht es gekonnt die Lebensgeschichten der Frauen, die zum einen auch melancholisch und traurig sind, auf eine Art und Weise dazustellen, dass man weiter lesen muss. Die gekonnt eingebauten Rückblicke lösen nach und nach das Verwirrspiel auf. Und auch das Geheimnis wird am Ende gelüftet. Sehr zu empfehlen auch für Leser von Lucinda Riley!

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