Die „Ich-bin-dann-mal-weg“ Zeit

Ein Sonntagseintrag mitten in den Sommerferien. Viele reden über Urlaub und wohin es geht. Da sind die klassischen Reiseziele, für die wir reichlich Bücher im Bestand haben. Spätestens seit Hape Kerkeling ist es nicht ungewöhnlich auf Reise zu gehen, nur um sich selbst zu finden.

wegkerkeling

Seitdem ist ruhiges Pilgern auf dem Weg nach Santiago de Compostela eher eine Ausnahme, denn er gleicht eher einer Ameisenstrasse. Sechsstellige Pilgerzahlen sind seit dem Jahr 2000 die Regel. Hier zu seiner eigenen Ruhe zu finden, kann schwierig sein.

Immer wieder erscheinen Bücher zur Thematik, durch das Wandern wieder zu sich selbst zu finden. Cheryl Strayed hat versucht, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen und sich mit einer langen Wanderung auf dem Pacific Crest Trail „bestraft“. Das Buch „Der grosse Trip“ wurde mit Reese Whitherspoon verfilmt und lohnt sich schon wegen der wunderbaren Landschaftsaufnahmen.

Doch man muss nicht bis nach Amerika, um sich selbst zu begegnen oder neu zu ordnen. Überall in Europa gibt es Weitwanderwege. Ob die Dolomitenhöhenwege in Südtirol oder der Harzer Hexenstieg gewählt wird, ist beinah zweitrangig. Per Twitter wurde ich auf diesen Blog einer Göttingerin aufmerksam: http://silkehartmann.net/blog/trekking-in-lappland-die-grosse-freiheit/ – Silke Hartmann fasst das Gefühl vieler Weitwanderer ganz wunderbar zusammen:

Ich liebe diese Touren auch, weil ich dort oben Entscheidendes über mich und mein Leben lerne. Mein Minimalismus dort macht mich frei für die kleinen Wunder des Lebens. Das ist wie im richtigen Leben.

Und genau um mehr geht es auch nicht. Leider ist meine lange „Ich-bin-dann-mal-weg“-Zeit bald wieder um. Aber nach der Wanderung ist ja bekanntlich vor der Wanderung. Wer nun noch spontan irgendeinen Weg bestreiten will, die Stadtbibliothek hat über viele Strecken Literatur im Bestand. Und über die Philosophie des Wenigen auf dem Rücken können Sie mit mir auch gern fachsimpeln; z.B. dass das einzige Buch auf der Tour ein E-Book-Reader war.

ScG – Gerald Schleiwies

Eine Antwort zu “Die „Ich-bin-dann-mal-weg“ Zeit

  1. Pingback: Vom Wandern und Pilgern – und dem Dazwischen | Blog der Stadtbibliothek Salzgitter

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