Trend zum Minibuch?

Der Mensch diskutiert ja gern über die passende Größe; z.B. beim Smartphone. Erst schrumpfte das Handy und man konnte es sogar klappen – dann im Zeitalter der Wischkultur wuchsen die Geräte. Auch bei Tablets suchen viele ihre persönliche Größe. Und beim Buch? Da muss man nehmen, was einem der Verlag anbietet?

Nicht unbedingt. Selbst Romane kommen nicht mehr immer als großes Hardcover – oft erscheint gleich eine Taschenbuchausgabe, die dann gern „Premium“, etc. heißt.

Vor vielen Jahren wurde den Romanen, die weiterhin von A-Z sortiert ein ergänzender Nahbereich zugewiesen. Nach Genre sortiert luden die Bücher unsortiert zum Stöbern ein. Der Nahbereich wuchs stetig. Vor wenigen Jahren haben wir auch dort innerhalb des Genres wieder alphabetisch sortiert – sonst suchte man einfach zu lange. Im Gegenzug bekamen die Romane Interessenkreise.

Die Jahresstatistik 2015 überraschte dann jedoch auch die Lektoren. Beide Bereiche, Roman und Nahbereich sind etwa 10.000 Titel stark. Doch während die Romane 32.000 Ausleihen generieren, sind es beim Nahbereich 42.000. Der kleine Nahbereich hat also die normale Romanecke beflügelt.

Doch woran liegt es? Ein völlig unrepräsentative Kurzbefragung unter den Lektoren bestätigt einen Trend, den auch der Buchhandel bereits entdeckt hat, der zum kleineren Buch.

Seit Jahren sehr erfolgreich ist die FischerTaschenbibliothek, die bereits 270 Bände zählt. Leider zumeist Backlisttitel. Die gebundene Titel sind zumeist teurer als die Taschenbuchausgabe, doch die beiden dicken Pappdeckel bringen das haptische Leseerlebnis eines kleinen gebundenen Buches.

minibuch

Ich gestehe, hier lebt mein Sammlerherz wieder auf – ich greife bevorzugt zu diesen kleinen Titel. Weitere Verlage springen auf diesen Zug auf. Das normale Taschenbuch (Bildmitte) nutze ich nur, wenn die kleinere Ausgabe nicht existiert. Gebundene Romane lese ich dann wiederum lieber elektronisch und nur wenn das nicht möglich ist, griefe ich auf das dicke schwere gebundene Buch zurück.

Wenn auch nur ein Teil unserer Leser das ähnlich sieht, ist dieses Verhältnis aus der Statistik erklärlich. Also liebe Verlage, produziert mehr hochwertige kleine Bücher! Die Größe der E-Book Reader könnte der Maßstab sein – hier liegt die Masse der Geräte bei 6 Zoll. Und äh, Reclam, warum nicht die gelben Bücher mal zwischen dicken Pappdeckeln?

Und wem es nicht klein genug sein kann, darf gerne Mitglied im Sammlerkreis Miniaturbuch werden.

ScG – Gerald Schleiwies

Advertisements

2 Antworten zu “Trend zum Minibuch?

  1. Pingback: Der interne Ausleihhit und warum dieser nicht im Bestand ist | Blog der Stadtbibliothek Salzgitter

  2. Pingback: Minibuch Trend Teil 2 | Blog der Stadtbibliothek Salzgitter

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s