Lasst uns über Plastiktüten sprechen

Der Buchreport 7/16 vom 18. Februar widmet sich der neuen EU-Richtlinie mit dem der Verbrauch von Plastiktüten im Einzelhandel stark dezimiert werden soll. Der durchschnittliche Konsum von Plastiktüten soll in den nächsten 10 Jahren von 71 Tüten auf 40 Tüten Konsum im Jahr reduziert werden.

Damit werden die Tragetaschen vom Einzelhandel in Zukunft nur noch käuflich zu erwerben sein, wie man es bei Supermärkten eigentlich schon gewohnt ist. In meinen Augen ist das nur Kosmetik, denn der Plastikmüll beim Einkauf wird immer mehr. Eine nicht in Plastik verschweißte Gurke ist beinah eine Rarität. In einigen Discountern ist die gesamte Frischeabteilung nur noch in Plastik abgepackt.

Nun echauffiert man sich bei einer Buchhandlung mit dem Zitat: „Es darf nicht nur der Einzelhandel in die Pflicht genommen werden. Der Online-Handel produziert ebenfalls Kunststoffabfall in rauen Mengen.“

Das mag sein. Ich habe heute sechs neue Bücher auf meinen Tisch bekommen und sehe bereits erstes Einsparpotential außerhalb der plastenen Tragehilfe:

Plastikbuch

Das Verhältnis ist rein zufällig 3 : 3 . Merke: das hochwertige Buchprodukt wird zusätzlich mit Plastik umhüllt. Da habe ich bald mehr Plastik in der Tasche, als die Tasche selbst hat. Meines Erachtens genauso sinnvoll wie die eingeschweißte Gurke. Nun kann man jedoch gerade den öffentlichen Bibliotheken vorhalten, jedes Buch zur längeren Ausleihfähigkeit mit Klebefolie zu sichern. Doch hier geht die Stadtbibliothek nun andere Wege. Mit der Frage, wie lang ein Buch im Bestand bleiben wird, wie gut bereits der Einband ist, werden ab diesem Jahr viel weniger Bücher voll in Folie eingeschlagen. Das spart nicht nur Zeit und Geld, sondern am Ende auch Kunststoff.

Ach so, unsere Tüten sind schon seit Jahren Beutel. Und diese sind aus Stoff:

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ScG – Gerald Schleiwies

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2 Antworten zu “Lasst uns über Plastiktüten sprechen

  1. Kompliment zu den schicken Stoffbeuteln.
    Ansonsten: Ja, Zustimmung. Vor Allem habe ich bis heute nicht herausgefunden, nach welchem System Bücher eingeschweißt werden – das gilt ja nicht nur für das kleine a, das gilt auch für die Bücher, die im Buchhandel angepriesen werden oder die man sich dort bestellt. Im Unterschied zum Einschlagen von Bibliotheksbüchern, das der Lebensdauer zugute kommen soll, erfüllt die Verpackung da noch nicht einmal einen erkennbaren Sinn.

    • Meine Erfahrung aus dem Buchhandel ist, vor allem Hardcover werden auch wegen des Schutzumschlages eingeschweißt. Der soll ja unversehrt bleiben. Inzwischen ist das aber noch mehr geworden. Ich denke das kleine a selber schweißt gar nicht wirklich etwas zusätzlich ein – das wird von den Verlagen schon so geliefert (zumindest bei Büchern).Die Folie suggeriert eben ‚ich bin ganz neue und niemand hatte mich bisher in der Hand‘. Allerdings finde ich auch, dass man sich viel Folie sparen könnte, wenn man auf zusätzliche Schutzumschläge verzichtet (spart auch noch Papier 😉 ). Man kann einen Einband auch ohne Umschlag nett gestalten 🙂 – Sü

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