Darf es etwas mehr sein?

So oder so ähnlich haben es vielleicht schon einige beim Fleischer gehört. Ich habe das Gefühl, dass diesen Satz in letzter Zeit auch einige Autoren von ihren Verlagen gehört haben. Oder es ist das „Gegenprogramm“ zu den Ein-Wort-Titeln á la Jussi Adler Olsens Erbarmen oder Erlösung (als ein Beispiel aus vielen).

mörder

Aufgefallen ist es mir beim neuen Roman von Jonas Jonasson. Bisher kennen wir von Ihm Die Analphabetin die rechnen konnte  oder das Buch mit dem langen Titel Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand (9 Wörter). Aber der neue Titel Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind (11 Wörter) ist noch etwas länger.

erfindung

Ich hatte auch sofort wieder den Titel Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969 (13 Wörter) von Frank Witzel aus dem vergangenen Jahr im Kopf. Ich kann mir diesen Titel einfach nicht merken. Gut, ich habe es auch nicht gelesen. Wenn jemand nach diesem Titel gefragt hat, war das meist auch immer in etwa so: „Ich würde gern dieses Buch da über die RAF lesen, das mit dem Teenager…“ – Ich darauf: „Meinen sie ‚Die Erfindung der Roten Armee Fraktion hmhmhmh hmhmhm mhmhm irgendwas  im Sommer?'“ …

frotteyEin heißer Anwärter für den absurdesten Titel mit den meisten Wörtern ist wohl Henry Frottey – Sein erster Fall: Teil 2 – Das Ende der Trilogie: Ein Roman in Schwarzweiß (14 Wörter) von Jan Philipp Zymny.
Ich war allerdings von den Rezensionen zu dem Titel sehr überrascht. Alle die ich gelesen habe waren gut. Hier eine Pressestimme zu dem Buch: Dem Autor gehen permanent die Gäule durch, er lässt sich wegtragen von seiner scheinbar unerschöpflichen Fantasie und Kreativität, doch er kriegt die Zügel immer wieder zu packen und erzählt dabei eine große Geschichte, in der am Ende tatsächlich alle Fäden zusammenkommen. […] Wenn man Eintritt nehmen könnte für den Besuch im Kopf eines anderen Menschen, dann wäre ein Ticket für Jan Philipp Zymny sicher teurer als ein Rod Stewart Konzert! Bewertung: Das 400-Seiten-Buch liefert eine überbordende surreale Geschichte, die voll ist von absurden Überraschungen, klugen Kommentaren zur Zeit und irrwitzigen Wendungen. Wer „Die nackte Kanone“, „Inspektor Clouseau“ oder „Tote tragen keine Karos“ mochte, wird sehr viel Spaß an diesem Buch haben, das viel mehr ist als eine überdrehte Krimiparodie! (Thomas Koch, WDR2 Buchtipp, 27.04.2014)
Dieses Buch ist auf jeden Fall auf meine Imaginäre Muss-ich-lesen-Liste gekommen.

Aber ich glaube, der absolute Anführer dieser Liste ist Ilja Ehrenburg und sein Buch von 1922 mit unglaublichen 76 Wörtern:
Die ungewöhnlichen Abenteuer des Julio Jurenito und seiner Jünger: Monsieur Delhaye, Karl Schmidt, Mister Cool, Alexei Tischin, Ercole Bambucci, Ilja Ehrenburg und des Negers Ayscha in den Tagen des Friedens, des Krieges und der Revolution in Paris, Mexiko, Rom, am Senegal, in Moskau, Kineschma und an anderen Orten, ebenso verschiedene Urteile des Meisters über Pfeifen, über den Tod, über die Liebe, über die Freiheit, über das Schachspiel, das Volk der Juden, Konstruktionen und einige andere Dinge.

800px-JulioJurenito

Hier ein Bild des Innentitels der Erstausgabe auf Russisch von Wikipedia.

Kann das noch jemand Toppen? Und vor allem hat das überhaupt auf ein Cover gepasst? Ich habe nur ein Bild einer Ausgabe der Bibliothek Suhrkamp gefunden. Aber da war der Titel auf Julio Jurenito gekürzt.

 Ich bin gespannt, auf eure längsten Buchtitel.

Quelle der Buchcover: http://www.buchkatalog.de

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