Letztens fuhr Jürgen von der Lippe mit

Und zwar bei mir im Auto – naja, eigentlich nur seine Stimme. Gehört habe ich folgendes:

Mörder Anders

Anders, ein Kleinkrimineller – seit seinen zahllosen Gefängnisaufenthalten nur noch „Mörder Anders“ genannt –, ist frisch aus dem Knast entlassen und braucht einen neuen Job. Da kommt ihm die Begegnung mit der geschäftsfreudigen Pfarrerin Johanna, die wegen ihrer atheistischen Gesinnung arbeitslos geworden ist, gerade recht. Zusammen mit dem Hotelmitarbeiter Per gründen sie eine „Körperverletzungsagentur“ mit Anders in der Rolle des Auftragsschlägers. Die Nachfrage läuft blendend – bis Anders nach dem höheren Sinn des Ganzen fragt. Ein Wunder geschieht: Jesus antwortet. Von diesem Augenblick an will Anders sein Leben in neue Bahnen lenken. Und so hat Johanna gleich die nächste geniale Business-Idee parat: Mit Anders‘ religiöser Leidenschaft lässt sich wunderbar Geld verdienen – indem man eine eigene Kirche, oder (noch viel besser!) gleich eine eigene Religion gründet …(Quelle: Hörverlag /Random House)

Bisher habe ich von Jonas Jonasson noch nichts gelesen – ich weiß ein Frevel. Was aber sicherlich gar nicht verkehrt ist, denn so bin ich auch sehr unbefangen an den Titel herangegangen. Denn viele erwarten ja doch immer wieder, dass ein Autor bei jedem seiner Bücher irgendwie den gleichen Knaller liefert, wie beim ersten Mal. Merken dabei aber selber nicht, dass ein Autor nun mal nicht immer das gleiche schreiben kann (was ihnen oft auch nicht gefallen würde). So rolle ich eventuell das Feld von hinten auf und beginne mit dem neusten Buch und wer weiß, vielleicht liefert mir das ja einen Zugang zum Hundertjährigen.

Ich habe mich für die Hörbuchversion entschieden, weil es von Jürgen von der Lippe gelesen wird. Nachdem mich auch der Inhalt angesprochen hatte, war klar: Bei der nächsten Fahrt, höre ich mal Jonas Jonasson.

Jürgen von der Lippe passt zu dieser Geschichte wie die Faust aufs Auge. Mir gefällt seine ruhige und pointierte Art zu erzählen. Es wirkt an keiner Stelle übertreiben oder aufgesetzt. Und sowohl er als auch die Geschichte haben mich auf meiner Autofahrt gut ans Ziel gebracht 😉

Inhaltlich und stilistisch finde ich das 3. Buch von Jonas Jonasson sehr gut geschrieben/verton (wie gesagt, ich habe ja keine Vergleiche). Momentan stecke ich etwa in der Mitte des Hörbuches – es fehlt mal wieder eine längere Fahrt. Somit kann ich zum Ende noch nicht viel sagen, aber trotzdem kann ich den Titel schon jedem Hörbuch-Fan vorbehaltlos empfehlen. Einfach schon wegen Jürgen von er Lippe – denn ein guter Sprecher ist bei Hörbüchern einfach wichtig und der wurde hier definitiv gefunden.

Wie seht ihr das, erwartet ihr bei einem Autor immer wieder die gleichen ‚Knaller‘? Und wenn ja, was hat den ersten ausgemacht und warum erfüllt dann der 2. Titel diese Kriterien nicht? Weil sich der Autor an einem anderen Thema versucht oder ist es gar zu ähnlich?

 

2 Antworten zu “Letztens fuhr Jürgen von der Lippe mit

  1. Schwierige Frage, so pauschal lässt sich das nicht beantworten. Von Jonas Jonasson kenne ich bislang ohnehin nur den 100jährigen. Aber gut …
    Wenn ein Autor mit seinem Zweitling etwas ganz anderes schreibt als mit seinem Erstling und es gut macht, ist alles wunderbar. Erwartungen kann man erfüllen, es ist beim Lesen aber genau so erfüllend, wenn die Erwartungen gebrochen werden. Mir fällt nur gerade kein Beispiel ein, das ich auch gelesen habe (Joanne K. Rowling probiert sich ja durch die Genres, aber weder die Galbraithromane noch „Ein plötzlicher Todesfall“ habe ich bislang geschafft).
    Das Problem ist aber nicht die bloße Ähnlichkeit: John Irving hat mittlerweile 14 Romane geschrieben. Die 13, die ich von ihm gelesen habe, sind sich doch alle recht ähnlich. Aber sie sind immer so kunstvoll gleich und doch anders zusammengebaut, dass mir jeder einzelne auf seine eigene Weise Spaß macht und „Das Hotel New Hampshire“ und Garp sind trotz aller Ähnlichkeiten kaum miteinander zu vergleichen. Tommy Jaud hingegen finde ich mittlerweile langweilig, weil er meinem Gefühl nach einfach die gleichen Stereotype in unterschiedlichen Settings zusammenklatscht … Aber markant an etwas festmachen kann ich das nicht. Es hängt wohl immer vom konkreten Werk ab.

    • Über die Fragen habe ich am Wochenende auch nochmal nachgedacht. Und ich stimme dir zu. Bei manchen Autoren stört es mich nicht, wenn die Folgebücher am Ende doch wieder ähnlich dem ersten sind. So lange mir der Schreibstil gefällt und hier und da eben doch ein paar kleine Überraschungen eingefügt sind, ist alles gut. Bei manchen erwarte ich einen Stilbruch schon gar nicht mehr. Es würde mich am Ende vielleicht sogar stören, wenn das nächste Werk so ganz anders ist.
      Bei J.K. Rowling habe ich „ein plötzlicher Todesfall“ angefangen, hat mich aber nicht gereizt. Das kann am Ende aber auch nur am Genre gelegen haben. Ihre Krimis als Galbraith muss und will ich noch versuchen.
      Ich werde mich auf alle Fälle noch an den 100jährigen herantrauen und dann kann ich sicher mit Bestimmtheit sagen, ob mir Jonas Jonassons erstes Buch auch nach dem 3. besser gefällt 🙂 – Sü

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