Filme! Alt, sinnfrei, aber saukomisch

Unser Follower „Zeilenende“ bloggte neulich Unbekannte / Unbeliebte Lieblingsfilme. Insipiert wurde er von der „Singenden Lehrerin“, die ihre unbekannten oder unbeliebten Lieblingsfilme bloggte. Der Kollege Jarg brachte dann erst vor kurzem einen Klassiker in seinen Blog, den heute aufgrund seines Alters nicht mehr jeder kennt – nun aber auch auf Blu-Ray erhältlich ist.

Auch der biblioreader hat da so seine Filme im Schrank, die unter Kategorie „angestaubt“ immer wieder dann hervorholt, wenn der Kopf mal nichts zu tun haben möchte und man einfach nur abschalten will. Zudem sind diverse Dialoge im privaten Gebrauch zu geflügelten Worten geworden.

Diese Top 3 gehen immer:

Platz 3 – „Is´ was Doc

In ähnlich kurzer Zeit wie bei Loriot schafft es dieses Traumpaar der damaligen Zeit ein Zimmer zu verwüsten. Sollte ich mal wieder in der Wanne mit der Schaumdosierung Schwierigkeiten haben, fällt das unter die Kategorie „Das kam schon so aus dem Hahn!“.

 

Platz 2 – Jo

Weiterhin werde ich mich hartnäckig verweigern den deutschen Namen zu nutzen. Irgendwann in den 1970ern mussten lustige Filme zusätzlich im deutschen noch hirnverbrannte Titel bekommen. Vielleicht weil dann auch der Letzte merkt: „Ah, das ist wohl eine Komödie“.

Dabei hat „Jo“ dank deutsche Synchronisation einen geflügelten Dialog herausgebracht: Nein! – Doch! – Oh!

Der Film war übrigens jahrelang wegen Rechtsstreitigkeiten nicht auf DVD zu bekommen. Da musste man sich mit einer selbst gebrannten Scheibe von einer der seltenen Fernsehausstrahlungen begnügen. Erst seit kurzem gibt es hier nun endlich auch eine vernünftige DVD Auflage. Der ganze Film ist temporeich und in meinen Augen das Meisterstück von de Funes. Und auch zu dieser Zeit kannte man „Productplacement“ – von der Küche bis zum Anzug werden die Ausstatter im Abspann erwähnt. Und wehe hier gräbt noch mal jemand ein Loch in ein fachmännisches Loch…

 

Platz 1 – Eine Leiche zum Dessert

Der letzte Film aus den 1970ern läuft unter der Gattung Parodie. Und was für Eine! Die Besetzung ist genauso glamourös wie die Krimi-Schriftsteller, die sie darstellen sollen. Wie viel Erfolg hier die deutsche Synchronisation hat vermag ich nicht zu sagen – „Stimme kommt von Kuh an Wand“ bleibt jedenfalls in Erinnerung.

Falls jemand das Ende des Films nach dem völlig verworrenden Abend im Schloß nicht versteht, das ist gewollt. Der Film macht sich all dies zu eigen; der Zuschauer sucht vergebens nach einem Sinn im Verlauf der Handlung und vor allem in dem absichtlich völlig verwirrenden Ende.

„Is´was Doc“ und „Eine Leiche zum Dessert“ ist im Bestand und ausleihbar.

ScG – Gerald Schleiwies

6 Antworten zu “Filme! Alt, sinnfrei, aber saukomisch

  1. Eine Leiche zum Dessert ist aus so vielen Gründen großartig. Die Story, die Parodien auf die bekannten Figuren und nicht zuletzt auch die Besetzung. In den letzten Jahren gab es ja einige klamaukige Parodien (Fantastic Movie, Meine Frau, die Spartaner und ich, …), aber allen ging es nur drum, das Sujet durch den Kakao zu ziehen. Eine Leiche zum Dessert macht das intelligent, nimmt die parodierten Figuren ernst … und hat durch die Starpower noch zusätzliche Anziehungskraft.

      • Einer meiner absoluten Lieblingsfilme 😀 Un stimmt, fehlt auch in der Aufählung. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie ich damals auf dieses Juwel mit Gary Grant aufmerksam gemacht wurde (ich glaube da gab es gleichzeitig auch eine Theateraufführung in meiner alten Heimat). aber der Film hat mich von der ersten bis zur letzten Sekunde gefesselt. Und gelacht habe ich am laufenden Band 🙂 – Sü

    • Hab mir heute gleich die DVD ausgeliehen. Ich habe so lange nach diesem Film gesucht, doch ich wusste einfach den Titel nicht mehr und dann hat der Chef mal wieder eine gute Blogidee und schwupps, da ist der Film 🙂
      Ich finde sowieso viele der ‚alten‘ Komödien sehr viel besser als so manches neues. Da hat man sich bei Pointen noch mehr Mühe gegeben, manche Witze waren klein und fein, fast versteckt und doch irgendwie so präsent. Auch die Wortwitze waren viel besser – ich sage nur Die Zwei – wobei da auch vieles nur an der Synchronisierung hängen kann… Sü

      • Von die Zwei ist mir noch präsent, wie Tony Curtis sich als ‚Kurzwarenvertreter aus Brackwede‘ vorstellte. Das war köstlich und mit Sicherheit die deutsche Synchronisation. Auf jeden Fall wusste ich von da an, wo Brackwede liegt 🙂

        • Viele Wortspiele sind wirklich nur in der Synchro entstanden. Im englischen Raum war die Serie gar nicht so erfolgreich. Im deutschsprachigen Raum wesentlich mehr – aber durch die witzige Synchro 🙂 Geb auch zu, genau deswegen gefällt mir die Serie. – Sü

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