Das offene Ende

Hände hoch! Wer mag offene Enden? Also ich nicht. Naja, nicht immer zumindest. Also ganz bestimmt nicht bei einer Krimiserie. Ich möchte am Ende erfahren was passiert ist. Ich will, dass alles aufgelöst wird. Ein Mörder/Übeltäter präsentiert wird und der Tathergang dargelegt wird. Wie bei Hercule Poirot, da werden am Ende (egal ob Buch oder Film) immer alle Beteiligten zusammen gerufen und Monsieur Poirot erklärt allen was wer wann wie wo getan hat.

Besonders wichtig ist es mir bei einer Serie. Da sitzt man Stundenlang, zum Teil mehrere Staffeln hindurch vor dem Fernseher… und dann: Nichts.

So erging es mir und einer Kollegin mit Amber – Ein Mädchen wird vermisst

amberBen und Sarah Bailey geben ihr Bestes, für ihre beiden Kinder Amber und Eamon weiterhin gute Eltern zu sein, während sie selbst getrennte Wege gehen. Ihr Leben wird eines Tages völlig aus der Bahn geworfen, als Amber abends nicht nach Hause kommt und der schlimmste Alptraum aller Eltern wahr wird.
Der Fall des vermissten Teenagers wird aus verschiedenen Standpunkten durchleuchtet. Jede Episode spielt dabei mit der Chronologie der Ereignisse, zeigt den Fall aus der Perspektive einer anderen Person und liefert somit neue Informationen: Wer ist der Häftling, der behauptet, etwas über Amber zu wissen? Wer hat Ambers Handy? Und wurde Amber von jemandem online beobachtet?
AMBER ist eine emotionale Reise gespickt mit unerwarteten Wendungen, Und eines wird schnell klar: das Verschwinden des Mädchens hat weit größere Auswirkungen als sich irgendjemand hätte vorstellen können. (Quelle Bild und Inhalt: jpc)

Gefallen hat mir, dass jede der vier Episoden aus der Sicht einer anderen Person beschrieben wird und es auch bei jeder Episode es wieder bei Tag eins startet. Man erfährt immer ein bisschen mehr darüber, was Amber an diesem Tag, an dem sie verschwand, getan hat und wo sie war. Aber schlussendlich doch nicht alles.

Wer kein Wert auf die Auflösung des Falles legt, sondern nur betrachtet, welche Auswirkungen das Verschwinden eines Kindes auf seine Umwelt hat, dem sei diese Serie ans Herz gelegt. Wer eine Auflösung möchte, meide diese Miniserie!

Advertisements

2 Antworten zu “Das offene Ende

  1. Finde ich schwierig, es so pauschal zu beantworten, ob ich Auflösungen mag oder nicht. Das Verweigern der Auflösung ist ein mächtiges Stilmittel, weil es der krassestmögliche Bruch mit der Erwartungshaltung der Zuschauer*innen ist. Und es ist eine pädagogische Maßnahme: In einer Welt, in der wir unser Wissen über die Welt zu einem Gutteil auch über Fiction (TV-Serien, Filme, Bücher) beziehen, braucht es Fiction, die uns gelegentlich daran erinnert, dass in der Realität nicht alles so sauber auflösbar ist wie bei Agatha Christie. Sonst nähren die Produzenten eine Erwartungshaltung, es möge doch auch in der Realität zu sein (gerade im Fall vermisster Personen wird der Polizei ja früher oder später Unfähigkeit vorgeworfen). Und manchmal sind Auflösungen auch zum Wegrennen schlecht (gell, Herr Brown?).

    Mir selbst geht es allerdings meist auch so, dass ich mich über fehlende Auflösungen ärgere. Es sei denn, die Geschichte ist so gut erzählt, dass es mich über das Fehlen hinwegtröstet.

    • Also in dem Fall hab ich mich echt geärgert. Dass die Polizei das Mädchen nicht findet oder den Fall löst, damit hatte ich gar nicht gerechnet. Denn auch das finde ich sehr realistisch, dass man eben leider keine Spur mehr hat, was passiert ist. Doch am Ende kam noch so eine Szene, wo man sie hat laufen sehen, als Zuschauer. Und da hatte ich gedacht/gehofft, dem Zuschauer wird wenigstens gezeigt, was passiert. Z.B., dass sie entführt wird, in dem einfach ein Lieferwagen hält und sie mit ins Auto zerrt oder so… Mir wäre nicht mal wichtig gewesen, das Gesicht des Täters zu sehen. Bin mir auch ziemlich sicher, dass der Täter jemand war, der der Polizei bis zum Ende hin unbekannt war/ist.
      Am Ende der Staffel, fehlte mir da einfach irgendwas. Ich dachte einfach nur „Was, das war’s? aber was ist denn nun passiert?“. An Sich war die Geschichte wirklich super gemacht, ein Grund mehr, warum ich mir am Ende etwas mehr gewünscht hätte… – Sü

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s