Ich habe ein MANNko

Auf dieses Buch hat mich die zuständige Lektorin im Hause aufmerksam gemacht. Und ich habe es mit vergnügen gelesen.

Milosz Matuschek erklärt seinem virtuellem Sparringspartner Manni (!), dass der Mann in der heutigen Zeit scheinbar nicht mehr benötigt wird. Alles ist eher Fehlerhaft, Der MAnn ein Mängelwesen.

Matuschek erklärt das an seiner eigenen Person und seinem idealtypischen Lebenslauf, der in den 80ern desletzten Jahrhunderts beginnt, wo Männer noch Männer sein durften. Seine mit Vokuhila beköpften Ideale sind die Chefs auf dem Kiez, die mit Ballonseide gekleidet die Reeperbahn beherrschten und auch einfach mal im Boxstil jemanden auf der Starsse niederrangen.

Mannko von Milos Matuschek

Mannko von Milos Matuschek

Mit diesen Idealen beginnt sein alter Ego in einer oberbayerischen Muckibude zum „Viech“ zu mutieren. Er, Matuschek, der Pole – der ewig Zuagereiste will es beweisen. Doch der schöne Schein der Männerwelt bröckelt schnell. Seine Karriere ist ein Bilderbuch durch das männliche Deutschland – nicht egrade die positivsten. Er erzählt über die Anerkennungsstrategien bei hierarchisch organisierten Versicherungsunternehmen, den Zufällen im Berufsleben und das Bluffen um den neuen Gehaltsstatus.

Auch in der Freizeit nimmt die der Funktionsmensch „Mann“ selten eine Auszeit. Ob der Rasenmäher bedient, die Heckenschere gehalten oder noch etwas tapeziert werden muss; der Mann ist stets bereit.

Matuschek sprach mir zum Teil aus dem Herzen; z.B. das er einfach nicht den „Club ohne Dichter“ sehen kann ohne hemmunglos die Tränendrüsen zu bearbeiten. Das gilt jedoch auch für Dokmunetation über die Maueröffnung. Ob die „Stein-Strategie“ im Kino noch hilft wage ich mal zu bezweifeln.

Doch wenn der Mann so vom Feminismus bemängelt wird, warum wollen die Frauen noch immer etwas mit diesem Geschlecht zu tun haben, der bereits im mittleren Alter  bei jeden Friseurbesuch die mitleidigen Blicke der Friseuse klaglos über sich ergehen lässt. Der Autor bringt nun Manni zum Aufbaukurs und erklärt warum es so ist, wie es ist und welche tolle Seiten die Männer doch haben – auch wenn sie angeblich gerade nicht so IN sind mit ihren Fähigkeiten.

Ja, ich musste manchmal unwillkürlich herzhaft lachen, manchmal nicken und verstehe nun auch den Drang einen Porsche haben zu müssen (hatte ich nie!) – Das klingt auf den ersten Blick alles sehr stereotyp, aber so schafft Matussek ein sehr unterhaltsames Sachbuch. Eine Empfehlung für alle Männer und Frauen. Nur das dritte Geschlecht wird die Unterschiede wohl selbst kennen.

ScG

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