Rowohlt Monographien rotieren nicht mehr

Bei Twitter gab es kürzlich einen verwunderten Ausspruch

rowohlt

Die Rowohlt Monografien haben in der Tat Generationen von Schülern begleitet. Doch seit vielen Jahren geht es steil bergab mit der Auflage. Ein letzter Versuch, die Bücher (ohne Bilder) digital anzubieten wurde noch im März 2016 als Möglichkeit seitens Rowohlt gesehen. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde erwähnt, das die Papierausgaben nicht mehr neu aufgelegt würden: Rowohlt goes digital

Zuletzt sei hier auf die Reihe »MONOGRAPHIE« verwiesen, in der die populärsten »romonos« digital erscheinen werden – allerdings ohne Bebilderung. Diese beliebte Reihe ist ja in gedruckter Form inzwischen eingestellt worden und Neuerscheinungen sind auch digital nicht zu erwarten. Das ist höchst bedauerlich, doch lt. Verlagsauskunft sind die Auflagen so stark eingebrochen, dass eine Fortführung nicht in Betracht kommen kann – letztlich eine Entscheidung der Kunden.

In diesem Fall deckt sich der Auflagenschwund auch mit dem Ausleiheschwund. Spätestens mit erstarken der Wikipedia haben es schulrelevante Papiertitel immer schwerer in der Akzeptanz. In den Löschlisten tauchen die Monographien, unabhängig vom Thema, eigentlich immer auf. Das BibliotheksWesen tut sich dann jedoch oft schwer, denn die Monographien sind nicht nur inhaltlich gut aufbereitet; sie sind auch meist der einzige etwas ausführlicherer Titel. Und wie die Kollegin dann neulich hier schon bemerkte, stellt sich dann die Frage ob man sich von Inhalten trennt, weil Sie kein Interesse mehr finden obwohl sie inhaltlich noch tragen.

Auch die Schüler möchten es heute digital, wenn Sie am PC ihre Hausarbeiten erledigen. Dafür haben wir diverse Datenbanken bei Munzinger im Abo – doch weder Wikipedia noch Munzinger können eine Rowohlt Monographie ersetzen. Vielleicht wird diese Tiefe heute aber auch nicht mehr benötigt. Diese These könnte untermauert werden durch die Tatsache, das die Reihe von Rowohlt auch digital nicht mehr fortgeführt wird. Gerade diese Monographien bekommen bei uns häufig eine zweite Chance. Doch wenn diese auf den nächsten Listen lang inaktiver Medien wieder auftauchen, stellt sich die Frage wieder erneut.

Faktisch wird der Bestandsaufbau durch sinkende Neuauflagen im Sachbuchbereich immer schwieriger. Der mediale Wandel schlägt durch. Auf der Suche nach Ersatztiteln im Bereich Biologie zeigte sich so manches Mal, das z.B. die 20 Jahre alte Schwarte die letzte populärwissenschaftliche Papierpublikation dazu war. Gerade hier schreiten wissenschaftliche Erkenntnisse jedoch voran. Und dann kommt wieder die Frage „Mut zur Lücke“ oder „Inhaltlich altes bewahren“. Und hier sprechen wir von Titeln, die immer noch mehrere Ausleihen und damit Interesse im Jahr haben. Neue Rowohlt Monographien sind nun nicht mehr zu erwarten um eine alte inhaltliche Lücke zu schließen.

ScG – Gerald Schleiwies

 

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