Haben Sie auch einen Ove? Oder sind Sie gar einer?

„Ein Mann namens Ove“ von Fredrik Backman war als Buch 2014 ein voller Erfolg. Ich gestehe, vom seichten Cover etwas abgeschreckt, habe ich nicht zugegriffen. Doch zufällig lag in einer Buchhandlung eine Fischer TaschenBibliothek Ausgabe und da habe ich doch zugegriffen. Entdeckt habe ich Ove dann jedoch erst als Urlaubslektüre. In Schweden einen schwedischen Roman lesen – warum nicht.

Gleich vorweg: In meinen Augen ist Ove alles andere als eine seichte Geschichte. Das Cover trügt. Ove, ein Mann aus einfachen Verhältnissen, der jedoch auch für einfache Verhältnisse eintritt. Als Schwede fährt man Saab – Punkt! Wer sich einen Renault oder gar einen BMW kauft, den kann Ove nicht Ernst nehmen. Und überhaupt mag Ove keine Berufe, wo weiße Hemden getragen werden. Gegen die kommt man nicht an.

Ove

Seit seine Frau nicht mehr lebt, möchte auch Ove seinem Leben ein Ende bereiten. Erst recht, als man ihn in den Vorruhestand schickt. Und so plant Ove seinen Abgang genau. Er will ja nicht stören und am Ende soll man nicht viel Arbeit mit seinen Resten haben, wenn er endlich wieder bei seiner Frau sein kann, die er regelmäßig auf dem Friedhof besucht.

Doch leider kommt immer wieder etwas dazwischen. Egal welchen Plan er gerade versucht zu verwirklichen, meist stehen die Nachbarn – ohne es zu Wissen – im Weg und stören seine Absichten. Es war klar, das Ove sich gut eignet verfilmt zu werden. Die DVD und Blu-Ray sind vor kurzem erschienen und bereits bei uns in der Ausleihe.

Nun stellt sich oft die Frage: Buch oder Film? Das Buch ist wunderbar und bekommt eine klare Empfehlung von mir. Bitte nicht vom Cover blenden lassen, es ist nur vordergründig komisch. Rolf Lassgard spielt Ove in meinen Augen sehr gut. Der sensible Pedant, der doch nur ein wenig Ordnung und seine kleine Welt bewahren will, ist doch schwedisch tolerant und weltoffen. Und spätestens hier unterscheidet er sich zwischen den deutschen Oves, die man auf den ersten Blick gerne als Vergleich heranziehen möchte.

Doch warum Ove so ist wie er ist, erklären die vielen Rückblicke, die im Film von anderen Charakteren dargestellt werden (müssen). Das Buch hat damit, naturgemäß, kein Problem. Das Ove am Ende zum ganz symphatischen Menschen wird, obwohl er sich gar nicht ändert, ist die Überraschung im Buch. Ob Lassgard das auch schafft müssen sie selbst herausfinden.

ScG – Gerald Schleiwies

 

 

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