Am Anfang war… – …der Film

„Haben Sie das Buch zum Film?“

Häufig hören wir diese Frage. Filme sorgen immer wieder dafür, dass das Buch einen neuen Schub erfährt. Und meist war das Buch ja auch zuerst da; die Reihe von Literaturverfilmungen ist schier endlos. Die besten Stoffe der Filmwelt basieren auf Bücher. Es kann schon mal passieren, dass ein Autor sein Buch nicht mehr wieder erkennt; z.B. Michael Ende seine unendliche Geschichte. Oder die Interpretation von Regisseur und Produzent fügt neue Charaktere in die Handlung; z.B. Éowyn im „Herr der Ringe“, die Tolkien gar nicht kannte.

Doch es gibt Ausnahmen. Einer der für mich beeindruckensten und wichtigsten Filme handelt über Literatur. Und Lyrik. (Und Aufbegehren. Und Gehorsam.) :

Der Club der toten Dichter

Nach dem Film wollten natürlich viele das Buch lesen. Doch es gab keines. Das musste erst geschrieben werden, nachdem der Film fertig war. Man mag es bei diesem Film nicht glauben, dass das Drehbuch von Tom Schulman die Grundlage für den erschienenden gleichnamigen Roman von Nancy H. Kleinbaum war – und nicht anders herum.

Die Schlussszene des Film gehört zu den ganz großen des Kinos.

Beim Tod von Robin Williams 2014 hallte das „O Captain! My Captain!“ durch die sozialen Netzwerke. Diese Worte aus einem Poem von Walt Whitman galten ursprünglich Abraham Lincoln zu seinem Ableben.

Einige der Film zitierten Texte stammen von Henry David Thoreaus „Walden“, das ich aus einem anderen Anlaß hier schon einmal gebloggt habe:

Ich ging in die Wälder, weil ich bewusst leben wollte.
Ich wollte das Dasein auskosten. Ich wollte das Mark des Lebens einsaugen!
Und alles fortwerfen, das kein Leben barg, um nicht an meinem Todestag
Innezuwerden, daß ich nie gelebt hatte.

Für das eigenständige Denken wird ebenfalls das Werk von Thoreau zitiert:

Die meisten Menschen führen ein Leben in stiller Verzweiflung.

Bei YouTube kann man in den Kommentaren immer wieder lesen, dass dieser Film auch heute noch im Schulunterricht immer mal wieder gezeigt wird und bei den Schülern tiefen Eindruck hinterlässt. Das war bei mir damals nicht anders.

Gerne empfehle ich also noch einmal den Film, und für die ersten Bilder in meinem Kopf reicht bereits die wunderbare Filmmusik von Maurice Jarre:

Diese Geschichte ist eine der ganz wenigen, für die ich ausnahmslos den Film empfehle. Das Buch darf gern im Regal bleiben – es ist hier nicht die Vorlage.

ScG – Gerald Schleiwies

 

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