Das Grauen in der Bibliothek von Blackwood Castle

Unsere Kollegin Fr. Görlich hat gestern schon von einem ihrer Lieblingsautoren berichtet. Die Kollegin hat sich auch schriftstellerisch von H.P. Lovecraft inspirieren lassen und eine Kurzgeschichte geschrieben. Die möchte sie auch unseren Lesern nicht vorenthalten 🙂 (Sü)

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Das Grauen in der Bibliothek von Blackwood Castle

„Das Licht flackerte heftig und erlosch dann. „Verdammt.“ James McAllroy, Hausmeister der Schlossbibliothek auf Blackwood Castle fingerte hastig nach seinen Streichhölzern.

Mit zitternden Fingern riss er eines an und entzündete eine rote Stumpenkerze. Das Licht mit der Hand abschirmend, begab er sich mit schwankenden Schritten, er hatte dem Whiskey bereits sehr zugesprochen, zur Treppe, die tief in die Katakomben unter der alten Familienbibliothek der Blackwoods mit den Familienchroniken, den mittelalterlichen Handschriften und den anderen, nicht aussprechlichen und abscheulichen Büchern, bei deren bloßem Anblick sich McAllroys Nackenhaare sträubten, führte.

Dort unten, so wusste der kauzige Hausmeister, war auch der moderne Sicherungskasten zu finden. Er stieg die alte, mit Spinnenweben bedeckte und verstaubte Steintreppe herunter. Nach einer schier endlosen Ewigkeit, vernahm er seltsame Gesänge wie von vielen Personen in einer ihm unbekannten Sprache. Die Laute klangen archaisch und nicht wie für menschliche Kehlen gemacht.

Voll Grauen wollte McAllroy auf dem Absatz kehrtmachen, doch er spürte, wie er von den fürchterlichen Lauten magisch angezogen wurde. Seine Schritte führten ihn zu einer alten massiven Holztür mit Eisenbeschlägen, die einen Spalt offenstand. Den Sicherungskasten hatte er längst passiert und verschwendete keine Gedanken mehr daran. Flackernder Feuerschein drang durch den Spalt. Die Gesänge waren hier sehr laut. Ohne Zweifel lag ihre Quelle hinter der Tür. McAllroy schob sie vorsichtig und unter leisem quietschen etwas weiter auf und sah hinein.

Der Raum, den er erblickte war kreisrund und bestand aus groben, unverputzten Steinen. In Kohlebecken flackerten rußige Feuer.

Der Gesang stammte von einer Handvoll Personen in schwarzen Kutten, die sich in der Mitte im Kreis aufgestellt und die Hände in die Höhe gestreckt hatten. Sie wiegten sich im Takt der Worte.

Plötzlich fiel McAllroys Blick auf den Gegenstand in der Mitte. Zwischen den unheimlichen Gestalten wand sich eine unförmige Masse auf dem Boden. Sie war schleimig und mit Tentakeln versetzt. Auf ihrer Oberfläche waren mehrere handgroße gelbe Augen, die unablässig in verschiedene Richtungen glotzten.

Ein entsetzter Schrei entfuhr McAllroy. Plötzlich richteten sich alle Augen auf ihn und die Kapuzengestalten fuhren herum…“

Geschichte geschrieben von Gl

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