In Bibliotheken durch Skandinavien – Teil 1 – Tromsø

Während die Kollegin in unserem  Blog verweist, wo man durch die schönsten Buchhhandlungen der Welt reisen kann, geht es nun etwas kleiner zu. Unser Blog nimmt Euch in den nächsten Sonntagen mit auf die Reise durch skandinavische und finnische Bibliotheken.

Ein Anfang gab es bereits letzte Woche mit dem Bücherbus in Kilpisjärvi. Heute geht es nach Tromsø. Die Stadt bezeichnet sich selbst als letztem großen zivilen Außenposten vor dem Eismeer. Die etwa 73.000 Einwohner der achtgrößten norwegischen Stadt leben zwar rund 340 km nördlich des Polarkreises, jedoch begünstigt von den Ausläufern des Golfstromes, wird es hier längst nicht so kalt wie im Hinterland. Das bekannteste Bauwerk der Stadt ist sicher dieses hier.

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Anfang März 2017 waren es um die -1 Grad und man spürte es förmlich tauen. Hier eine Bibliothek zu besichtigen war, wie eigentlich immer, gar nicht geplant. Doch die skandinavischen Stadtbibliotheken sind sehr häufig:

  • am besten Platz im Ort
  • eine architektonische Sehenswürdigkeit
  • oder einfach nicht zu übersehen

Beim Bummel durch die überschaubare Innenstadt entdeckte ich die zentrale Bibliothek in etwa so:

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„Oh, was ist denn das für ein Bau?“

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„Ach nee – hat das BibliotheksWesen im Urlaub schon wieder die Stadtbibliothek gefunden.“ Aber früher war hier das Kino. Das für Touristen aufbereitete Magazin schreibt:

From Cinema to Library

When Focus cinema opened in 1973 it was a modern and funky building. Nevertheless, this large cinema rapidly became outdated. In 2003 the entire old cinema building was demolished apart from its chracteristic roof. A new library was built under the roof, and this new library is well worth a visit. You can warm while enjoying a nice view of the city.

Und dieser Blick ist wirklich einen Besuch wert.

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Was für ein Panorama über die Stadt. Hier finden auch Veranstaltungen statt; an diesem Abend war es diese: http://www.tromso.kommune.no/slik-ser-de-for-seg-framtidens-stakkevollveg.5968796-110070.html

Das BibliotheksWesen interessiert sich jedoch für mehr. Die Öffnungszeiten zum Beispiel:

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Sieben Tage die Woche ist die Bibliothek geöffnet – jedenfalls im Winter. Und selbst sonntags gibt es Zeiten mit Bibliothekspersonal, also mit „Bedienung“. Für Raumnutzer und Selbstverbucher steht das Haus von 7 – 22 Uhr zur Verfügung. Hier schafft eine norwegische Mittelstadtbibliothek, was selbst in deutschen Millionenstädten höchstens auf Leitungsebene geträumt wird. Es ist jedoch auch entsprechend viel Personal vorhanden!

Gleich im Eingang befindet sich die Tagespresse – in sehr großer Auswahl und mit entsprechenden Getränkemöglichkeiten im Hintergrund:

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Die Bibliothek ist sehr offen gestaltet. Extra Lernplätze gibt es direkt unter der Kuppel – es war trotz regen Betriebs entsprechend ruhig.

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Und deutschsprachige Literatur gibt es gleich Regalweise.

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Die nordische Sachlichkeit trifft auf entsprechend viel Raum.

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Alle wichtigen Bibliotheksmaterialien liegen auch in Englisch vor. Vom E-Book-Download bis zur Nutzung des Pressreader-Programms.

Doch es gab eine Ausnahme, jedenfalls habe ich das Programm nur auf Norwegisch gefunden. Das analoge Makerspace par excellence gab es nur in einer Sprache; das „Strikkekafé“. Das Programm für 2017 in Hauptbibliothek und Zweigstelle ist wirklich beeindruckend und war mir zuletzt im schwedischen Kiruna aufgefallen.

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Die Liebe zum Stricken ist sicher auch der Umgebung geschuldet. Ich habe jedenfalls selten große Handarbeitsläden gesehen und Wollgarne, soweit das Auge reicht. Da braucht es viele dunkle Tage, um das zu verarbeiten.

Wie wichtig der Tourismus für Tromsø ist merkt man, wenn man da ist. Neben Asiaten vernahm ich italienische und französische Wortfragmente in den an mir vorbeiziehenden Reisegruppen. Und auch die Deutschen waren da – sie wurden gerade mit der Aida ausgekippt, wenn sie nicht bereits mit den Hurtigruten anlandeten.

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Zeit, die Stadt schnell wieder zu verlassen. Wieder zurück im finnischen Hinterland gab es an diesem Abend auch für das BibliotheksWesen das Schauspiel, wofür die Touristen in dieser Jahrezeit hierher kommen: Aurora Borealis – oder einfach nur Polarlicht.

ScG – Gerald Schleiwies

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Eine Antwort zu “In Bibliotheken durch Skandinavien – Teil 1 – Tromsø

  1. Pingback: In Bibliotheken durch Skandinavien – Teil 3 – Helsinki (und eine weitere ganz kleine Bibliothek) | Blog der Stadtbibliothek Salzgitter

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