Als man sich per Postkarte noch einen Film wünschen durfte

Vor kurzem wurde das iPhone 10 Jahre alt und krempelte zuletzt unser Kommunikationsverhalten gehörig um. Das Tablet kam noch etwas später. Als die Stadtbibliothek Salzgitter die E-Ausleihe vor 9 Jahren startete, war diese Entwicklung noch nicht abzusehen. Was in 10 Jahren sein wird?

Aktuell gehen die „starken Jahrgänge“ in Rente. Sie sind so um 1980 ins Erwerbsleben eingestiegen. In meiner Kindheit also. Und der oftmals überspitzte Satz „Wir hatten ja Nichts!“ wäre im Bereich der Kommunikationskanäle ein guter Einstieg.

Noch Mitte der 1970er wurde im Privatbereich dafür geworben, sich doch einen Telefonanschluß anzulegen:

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Die Arbeitsgemeinschaft Telefon hatte noch viel zu tun. Mehr von diesen schönen Anzeigen findet man hier: https://brand-history.com/arbeitsgemeinschaft-telefon/arbeitsgemeinschaft-telefon Eine erste Videothek gab es in NRW 1979. Ende der 1980er waren es etwa 1000 in der Bundesrepublik. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Videothek)

Aktuell stehen wir bei Mediatheken und Videostreaming. Die Bibliotheken sind da noch nicht dabei, die Filmauswahl muß noch immer vor Ort abgeholt werden. Einen Streamingdienst, den öffentliche Bibliotheken ihren Nutzern anbieten kann, existiert auf dem deutschen Markt noch nicht.

Anfang der 1980er gab es in Bibliotheken wohl noch keine Filme auf VHS. Der erste Rekorder kam erst 1977 auf den deutschen Markt. Dafür gab es: das ZDF! Hier konnte man sich in den Sommermonaten aus drei Filmen etwas auswählen. Die ZDF Wunschfilmliste mit dem jeweiligen Gewinner steht hier: https://de.wikipedia.org/wiki/ZDF-Wunschfilm

Im Jahr 1984 gibt sah das so aus:

Und zu Beginn durfte man auch noch eine Postkarte mit dem Wunschfilm versenden.

Doch wie kommt man nun eigentlich in einem Bibliotheksblog auf dieses Thema? Ja, es ist Sommer, der ein oder andere Tag ist verregnet und das TV-Programm ist trotz Verfielfachung der Programme (incl. Mediatheken) immer noch genauso wie in den 1980er Jahren. Gut, wenn die Bibliothek eine große Anzahl an Filmen zur Überbrückung der Sommerzeit bereithält.

Wie wäre es zum Beispiel mit einem französischen Film aus dieser Zeit? Zur Wahl stände:

  1. La Boum (Teil 1 1980 / Teil 2 1982) https://www.youtube.com/watch?v=7-BOHO8NORM&spfreload=10
  2. Le Chevre – 1981 (der deutsche Titel „Der Hornochse und sein Zugpferd“ ist wirklich grausam. Aber zu dieser Zeit musste es wohl schon absurd klingen…) https://www.youtube.com/watch?v=-1d7vfil840&spfreload=10
  3. Das As der Asse – 1982 https://www.youtube.com/watch?v=OJ1rZXM2bVQ&spfreload=10

Übrigens, alle drei Filme haben eine Gemeinsamkeit. Die Filmmusik stammt von Vladimir Cosma. Dieser geniale Komponist hatte in diesem Jahrtausend fast nichts von sich hören lassen. Bis jetzt! Bei einem neuem Film mit Pierre Richard erklingt auch wieder Vladimir Cosma.

Das Zusammenspiel funktioniert wie vor vielen Jahrzehnten. Damit schließt sich der Kreis und dieser Blogeintrag. Manches ändert sich. Und Gutes bleibt. Und wenn der Film in ein paar Monaten auf DVD erscheint, darf er sich gerne gewünscht werden – jedoch in der Stadtbibliothek. Nicht im ZDF.

ScG – Gerald Schleiwies

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