Mit Philosophie in den Wahlkampf

Der Wahlkampf ist eröffnet. Nicht nur der, für den Bundestag, sondern scheinbar auch der für den nächsten niedersächsischen Landtag.

Spätestens jetzt gibt es kein Halten mehr. Um die Wählergunst wird gebuhlt, dass einem ganz schwindelig werden kann. Um Abstand zu gewinnen, kann die Philosophie helfen, denn diese ist auch aktuell für den Alltag anwendbar. Das neue Philosophie Magazin beschäftigt sich mit:

  • den Köpfen hinter der AfD
  • Emmanuel Macron (u.a. mit den Augen von Karl Marx)
  • und der Einleger beschäftigt sich mit dem Amerikaner Henry David Thoreau, dessen „Walden“ heute populärer ist denn je.

Dieser sagte vor über 200 Jahren über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat:

Es ist nicht erstrebenswert, vor dem Gesetz einen Respekt hervorzurufen, wie er vor der Gerechtigkeit besteht. Die einzige Verpflichtung, die zu befolgen ich auch das Recht habe, ist jederzeit das zu tun, was ich für recht halte.

Das könnte auch vom aktuellen US-Präsidenten Donald Trump stammen. Doch die Philosophie streitet gern auf der Metaebene.

magazin

Und so bietet das aktuelle Heft immer wieder recht interessante Büchertipps. Dieses Mal beeindruckte mich das kleine Bändchen von Susan Neiman über ihr Manifest „Widerstand der Vernunft“. Seit „Empört Euch“ von Stephane Hessel erscheinen immer wieder kleine Pamphlete in den Verlagen. Auch das Buch von Neimann hat nur 80 Seiten und ist schnell konsumiert, die 80 S. jedoch haben es in sich.

Susan Neiman zeigt in ihrem intellektuellen Aufruf, dass es neue politische Ideen braucht, um Populismus und konservativen Nationalismus aufzuhalten.Wenn heute den Fakten, der Vernunft und dem politischen Mitdenken nicht der Raum gegeben wird, den es braucht, werden die Lügen der »postfaktischen« Populisten Konsequenzen haben. Susan Neiman ruft dazu auf, für Wahrheit und Moral öffentlich einzutreten, Alternativen zu denken und zu leben und den bedenklichen politischen Entwicklungen in den USA und Europa so die Stirn zu bieten.

Dieses Büchlein wollte ich auf Papier lesen, wie beinah alle philosophischen Titel. Eine Buchhandlung in einer Großstadt, die ich gerade besuchte, hatte rein zufällig nicht nur das Magazin in der Auslage, sondern auch alle Empfehlungen im Heft einmal angeschafft und daneben gelegt. Wunderbar!

Und die Lektüre hat sich gelohnt. Der Aufruf zum selbständigen Denken hat zwar schon fast etwas von „zivilem Ungehorsam“, hilft jedoch bis Ende September 2017 sehr gut, die nun kommenden gepflegten politischen Rituale gelassener zu betrachten.

ScG

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