Buchtipp: Der Bücherdrache

Walter Moers ist der große Unbekannte in der Literaturwelt. Kaum etwas ist über den Autor bekannt. Und doch kennt (fast) jeder zumindest eine Figur aus der zamonischen Welt Moers‘. Und wenn es „nur“ der Käptn Blaubär ist.

2010 las ich „Die Stadt der träumenden Bücher“. Der Anfang fiel mir ordentlich schwer, musste ich mich auf die Gedankenwelt des Autors erstmal richtig einlassen. Ab da war ich dem Buch verfallen. Durch den zweiten Band, „Das Labyrinth der träumenden Bücher“, quälte ich mich ein paar Jahre später. Und seit gefühlt 10 Jahren warte ich auf den 3. und letzten Band „Das Schloss der träumenden Bücher“. Der aber einfach nicht erschienen will (derzeit angekündigt für das Jahr 2024).

Um es kurz zu machen: Es war für mich Zeit, mal wieder einen Moers zu lesen. Passenderweise erschien vor kurzem „Der Bücherdrache“. Drache

In den Katakomben von Buchhaim erzählt man sich eine alte Geschichte vom sprachmächtigen Drachen Nathaviel. Angeblich besteht er aus lauter Büchern, die von der mysteriösen Kraft des Orms durchströmt sind. Die Legende besagt, der Bücherdrache habe auf jede Frage die richtige Antwort.

Der Buchling Hildegunst Zwei, benannt nach dem zamonischen Großschriftsteller Hildegunst von Mythenmetz, macht sich eines Tages auf den Weg in den Ormsumpf, wo Nathaviel hausen soll. Dabei wagt er sich in Bereiche der Katakomben, in denen es von Gefahren wie den heimtückischen Bücherjägern nur so wimmelt. Und er ahnt nicht, dass die größte Gefahr, die ihm droht, vom Bücherdrachen selber ausgeht.

Das Buch beginnt genau so, wie ein guter Moers beginnen muss: Erzählt wird die Geschichte eines Traums, die in einem Traum spielt, die wiederum auch nur Teil eines Traums ist. Und Moers wirft einem auch gleich zu Beginn die ersten Anagrammen vor die Füße: Estrakos, Arkaneon, Eliastrotes, Eideprius, Steraphasion und Klosophes. Ich gebe es zu: Ich rätsele gerne mit, um wen es sich bei den Anagrammen handelt. Für alle Anderen sei hier Google wärmstens ans Herz gelegt.

Das Buch hatte ich schnell durch, da die Geschichte vom Bücherdrachen sich flüssig liest und ich neugierig war, was denn nun als Nächstes passiert. Moers schafft es, den Spannungsbogen kontinuierlich steigen zu lassen. Ein etwas abruptes Ende (vom 2. Band der Träumenden Bücher bin ich jedoch katastrophaleres gewöhnt) sorgt für einen Hauch Enttäuschung bei mir, aber so ein Moers war doch mal wieder ein Lesevergnügen der Extraklasse.

Fr

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s