50 Sekunden für einen Krimi

Krimis und Thriller sind im Buchhandel und auch bei uns in der Bibliothek ein Dauerbrenner. Egal, ob John Grisham oder Rita Falk, spannende Geschichten werden zu jeder Jahreszeit gelesen. Doch zu Krimis und Thrillern gibt es auch spannende Zahlen – gefunden im Börsenblatt 22.2017, S. 29:

Krimifakten

Am faszinierendsten fand ich die Zahl 50. Nur 50 Sekunden soll ein Krimi gehen? Das konnte ich gar nicht glauben, aber überzeugen Sie sich selbst:

Weitere auf YouTube.de, zu finden unter dem Stichwort ‚Kürzestkrimi‘.

Anne Frank und die geplante Softwareobsoleszenz

Bücher aus Papier haben viele Vorteile, z.B. diesen hier:

jetzt ein buch

Auch wenn die Harmonisierung zwischen Büchern und Papier und elektronsichen Derivaten auf EU-Ebene so langsam fortschreitet, bleiben weiterhin Unterschiede. Der wichtigste: Bücher, die ich in Papierform besitze, gehören mir! Solange das Regal hält.

Vieles aus der analogen Welt wurde in die digitale Welt übertragen; z.B. der Notizzettel und das Bücherregal – gerne die einfache Form á la Billy:

Apple iBooks auf dem iPad

Ein Papierbuch sondern wir nur dann aus, wenn es verschlissen ist; also die Seiten herausfallen oder so viel unterstrichen wurde, dass man den eigentlichen Text nicht mehr lesen kann. Wer einem Buch schaden will, verbrennt es. Das ist in der deutschen Geschichte unrühmlicherweise recht häufig vorgekommen. Einmal als Zensurmöglichkeit oder als ethische Richtlinie. Die Dokumenta in Kassel zeigt mit dem Partheon of banned Books ein eindrückliches künstlerisches Mahnmal. Vor zehn Jahren schaffte es eine rechte Organisation in die Schlagzeilen, indem sie u.a. das Tagebuch der Anne Frank in einem Sonnenwendfeuer verbrannte – http://www.hagalil.com/archiv/2006/07/buecherverbrennung.htm .

Und heute?

Neulich kam ein älterer Herr zu mir an die Information,  er hätte Probleme mit seinem iPad. Er könne seine Bücher nicht mehr lesen und in die E-Ausleihe käme er auch nicht mehr.

Was war passiert? Das Gerät sah 1a aus und lief wie am ersten Tag. Keine Kratzer, immer sehr gut behandelt. Sehr viel mehr als „Bücher lesen“ hätte er auf diesem Gerät nicht getan. Da damals nur noch die 64 GB-Variante erhältlich war, hat er tief in die Tasche gegriffen.

Ein Blick in die Einstellungen brachte schnell Gewissheit. Die Software irgendwo bei iOS 5.X. Da geht vieles nicht mehr. Doch ein Update ging auch nicht – es war ein iPad 1. Obwohl das Gerät noch lief, war die geplante Softwareobsoleszenz schuld. Es gab keinerlei Softwareunterstützung für das Gerät. Alle seine gekauften Bücher und nach dem letzten Update der Onleihe-App auch der geliehenen Bücher, waren für ihn nicht zugänglich. Dieser Kunde hatte keine Sicherungskopien auf weiteren Rechnern. Hier hilft nur noch neue Hardware.

Die geplante Obsoleszenz vernichtet jedoch nicht nur Hardware, sondern auch Inhalte. Wäre das Tagebuch der Anne Frank auf diesem iPad gewesen, hätte Apple das mit einem einfachen Softwareupdate vernichtet.

Das ist zwar kein Skandal, doch sollte es hier einfach mal aufgezeigt werden. In Sachen Büchervernichtung haben die Deutschen eine besondere Aufmerksamkeit. Auch bei der zukünftigen Harmonisierung von E-Books. Die sollten weiter zu nutzen sein – egal auf welcher Hardware. Kein Autor sollte unlesbar werden, nur weil es ein Softwareupdate gibt.

ScG – Gerald Schleiwies

 

 

Wer steckt hinter dem kleinen Drachen Kokosnuss?

Ich glaube, es gibt nur ziemlich wenige Menschen, die den kleinen Drachen Kokosnuss nicht kennen. Viele wissen auch, dass Ingo Siegner sich nicht nur die Geschichten ausdenkt, sondern sie auch illustriert.

Auch den Hörbüchern zuzuhören macht sehr viel Freude, wobei man dann ziemlich wenig von den Illustrationen hat 😉 Tja, selten hat man alles im Leben!

Zum 25. Abenteuer des kleinen Drachen Kokosnuss wird der „Vater“ porträtiert und interviewt. Wer also schon mal etwas mehr über ihn wissen wollte, ist hier nun goldrichtig. Viel Freude damit!

 

Rie

Dreharbeiten in der Stadtbibliothek

Die Regale mit den Romanen in der Schul- und Stadtteilbibliothek Fredenberg wurden von Scheinwerfern in grünem Licht angestrahlt. Sie dienten als Kulisse für ein paar Szenen, für den Dreh eines Kurzfilmes der beiden Schüler Tim Bruschke und Maximilian Giller.

Maximilian Giller ist bereits bekannt durch die Verfilmung des gleichnamigen Buches „Schatzsuche in Salzgitter“ von Ursula Wolter, im Rahmen eines Schülerprojektes.


 

Die beiden, die den Kurzfilm komplett allein drehen, produzieren und zugleich auch Darsteller sind, möchten damit an dem Wettbewerb ZDF-Talents teilnehmen. https://www.zdf.de/filme/zdi-talents

Dieses Mal geht es in den Beiträgen darum, wie man sich das Leben in der Zukunft vorstellt.

Für die Bibliothek ist sehr positiv zu vermerken, dass in dieser Vorstellung Bücher auch immer noch eine Rolle spielen.

Wir drücken den beiden Jungfilmern für den Wettbewerb die Daumen!

La

 

 

 

 

 

 

 

Buchskulpturen

Wir hatten ja schon so einige Blogbeiträge, die sich um die etwas andere Verwendung von Büchern drehten. Sehr beliebt immer noch „Buch verfalten„. Doch die Künstlerin Su Blackwell macht noch viel mehr aus Büchern. Darauf gestoßen bin ich bei Twitter, beim Account von Karla Paul (Buchkolumne). Die Künstlerin verwandelt Bücher und Buchseiten in wahre Kunstwerke! Dabei arbeitet sie sehr filigran und das Ergebnis sieht einfach wunderschön aus. Wer möchte kann sich auf ihrer Homepage durch ihr Portfolio klicken und ich verspreche es ist für jeden etwas dabei. Ich selbst kann mich nur schwer entscheiden, welche Skulptur mir am Besten gefällt. Beeindruckt war und bin ich von ihrem Schaufensterdesign und von ihren Landschaften, die sie aus Büchern zaubert.

Vor ein paar Jahren hat Su Blackwell auch ein Märchenbuch mit ihren Figuren aus Buchseiten „illustriert“: „Mein Märchenwald : Sieben zauberhafte Klassiker“ von Wendy Jones. Damals erschienen im Knesebeck Verlag, leider nur noch gebraucht erhältlich.

Gab es eine Skulptur, die euch besonders gefallen hat?

Der Beruf des Comiczeichners

Comiczeichner haben es wirklich nicht leicht. Nur die wenigsten – egal, ob in Deutschland oder im Ausland – können ausschließlich von ihren Comics leben.

Auf der Seite des Goethe Institutes Kanada berichten verschiedene Comiczeichner – beim Toronto Comic Arts Festival -, wie sie sich ihren Lebensunterhalt verdienen. Darunter auch Flixx – ein deutscher Comic-Künstler und zugegeben auch einer meiner Lieblinge 🙂 Ein wirklich interessanter Artikel, vor allem, wenn man sich ein wenig für Comics begeistern kann. Mich hat dabei überrascht, dass selbst Zeichner, die schon Preise in der Comic- und Buch-Welt gewonnen haben, leider gezwungen sind noch ein 2. Standbein zu haben.

Man muss wohl doch ein Stan Lee sein (Marvel-Comics) und noch die entsprechenden Rechte an die Filmindustrie verkaufen, um als Comiczeichner wirklich gut leben zu können. Aber zum Glück geben sie nicht auf und noch schöner ist es, dass auch Comics und Graphic Novels so nach und nach immer mehr Beachtung finden!

Wenn es nach Stall riecht…

…wird es für Bibliothekare erst richtig interessant. Dann ist klar, dass man es mit Pergamenten aus dem frühen Mittelalter zu tun hat. Quelle: Spiegel vom 13.05.2017 Seite 104 / Wissenschaft

Das wusste ich bisher auch noch nicht! Aber so geschehen in Österreich. Da die Pergamente aus dieser Zeit aus Tierhäuten bestehen, geben sie diesen charakteristischen Geruch ab. Aber warum erzähle ich das: Weil im österreichischen Admont (Nähe Linz) ein Bibliothekar seiner Nase gefolgt ist, fand er zwei handtellergroße Pergamentstücke, beschriftet in lateinisch und deutscher Sprache. Das war 2012. Heute ist klar, dass es sich um….

[…] ein Werk [handelt], das mutmaßlich etwa ab dem Jahr 770 erstellt wurde und als das älteste Buch in deutscher Sprache gilt. 

Quelle: Spiegel vom 13.05.2017, Seite 104 / Wissenschaft

Es handelt sich dabei wohl um die vierte Version des sogenannten Abrogans – ein Synonymwörterbuch, in dem lateinische Begriffe ins Althochdeutsche übertragen wurden. Ein toller Sensationsfund, der allerdings eine Frage noch offen lässt – was ist mit dem Rest geschehen? Denn zwei Pergamentstücke machen noch kein Buch. In Admont wurde es nicht hergestellt, doch ist auch nicht klar wie es dahin kam. Möglich ist, dass es recycelt wurde und einzelne Teile z.B. für Buchdeckel herhalten mussten.

Den ganzen Artikel können Sie online über unser Genios-Portal lesen. Wählen Sie auf der Seite der digitalen Dienste Genios aus, melden Sie sich mit Ihrer Benutzernummer der Stadtbibliothek Salzgitter und dem Kennwort (Geburtsdatum ohne Punkte) an. Auf der Startseite finden Sie den Spiegel – anklicken und dann im Suchfeld Admont eingeben. Dann wird Ihnen der Artikel vom 13.05.2017 angezeigt. Wirklich ein interessanter Bericht, lesenswert!

Und über eines bin ich wirklich sehr glücklich, dass Bücher nicht mehr aus Pergament von Tierhäuten bestehen. Denn den ganzen Tag möchte ich dann doch nicht von Stallgeruch umgeben sein – weder zu Hause noch auf Arbeit 😉