Die Fernleihe und wie sie funktioniert

Bei den Kollegen der Stadtbücherei Erkrath habe ich gestern ein tolles Video entdeckt: „Was ist eigentlich die Fernleihe?“. Das Video wurde vom MedienHaus Mülheim an der Ruhr erstellt.

Die Fernleihe ist wirklich eine tolle Erfindung, denn alle Bücher kann eine Bibliothek alleine gar nicht vorrätig haben (wenn sie nicht gerade Deutsche Nationalbibliothek heißt ;-)).

Wir sind angeschlossen an die Verbundzentrale des GBV  – Gemeinsamer Bibliotheksverbund. Dazu gehören wissenschaftliche und viele öffentliche Bibliotheken in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und auch die Bibliotheken der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Wir können also aus einem ziemlich großen Fundus schöpfen.

Recherchiert wird über die Datenbank des GBV. Das kann schon zu Hause von den Nutzern gemacht werden oder wir schauen gemeinsam vor Ort an der Auskunft, ob es den gewünschten Titel in einer der vielen angeschlossenen Bibliotheken gibt. Die Kosten für eine Fernleihbestellung beträgt bei uns 3,00€. Dank der Fernleihe können wir auch Nutzerwünsche erfüllen, die für uns als Stadtbibliothek sonst einfach zu speziell wären. 🙂

Bank der Erinnerungen

Diese Bank gibt es im Internet tatsächlich. Sie nennt sich MEMORO. Hier werden als Video und Audio-Stream verschiedene Erinnerungen von Menschen gesammelt. Damit sollen Erinnerungen und Erfahrungen für die Nachwelt bewahrt werden.

Unter anderem gibt es dort auch zwei Videos von Lothar Thalmann, er ist 1928 geboren und war Bibliothekar. In seinen kurzen Filmen erzählt er vom Bücherschrank seines Vaters und von der Thekenbibliothek in seiner Kindheit in Chemnitz – genauso wie davon, was sich alles in seinem Bibliothekarsalltag durch die EDV verändert hat.

Die Filme gibt es hier zu sehen und was er zu erzählen hat, ist auch nicht nur für Bibliothekare interessant 🙂 Wer geschichtlich interessiert ist, sollte auf jeden Fall einen Blick mehr in die Videos von MEMORO werfen.

Nachts in der Stadtbibliothek!?

Gerade die Bibliothek in Lebenstedt hat eigentlich schon ziemlich gute Öffnungszeiten. Dienstag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr und am Samstag von 10 bis 14 Uhr kann jede/r in die Bibliothek.

Nur ist da der einzige Nachteil: Man ist nie allein! Es ist nicht möglich, die Bücher in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Das wird sich demnächst ändern. Für Schulen sind Lesenächte schon seit vielen Jahren, aber bisher nicht für Erwachsene.

Bald wird die Stadtbibliothek der Idee der Bibliothek in Gladstone folgen und ebenfalls Übernachtungen anbieten. Die Pläne für die Einrichtung sind bereits in vollem Gange! Die Einnahmen kommen natürlich der Bibliothek zugute. Bilder haben wir natürlich noch nicht zum Zeigen, aber es gibt ein Video aus der Gladstone’s Library:

Wir sind sehr gespannt, wie dieses Angebot angenommen werden wird!

Rie

Die Bibliothèque Schœlcher auf Martinique

Bei einem Karibikurlaub erwartet man wunderschöne Inseln und traumhafte Strände zu sehen, aber nicht unbedingt eine architektonisch interessante öffentliche Bibliothek, wie die Bibliothèque Schœlcher. Sie steht in Fort-de-France, der Hauptstadt der Insel Martinique, die zur Überseeregion Frankreichs gehört.

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde nach den Plänen des französischen Architekten Pierre-Henri Picq 1886/87 erbaut. Es ist nach dem Politiker Victor Schœlcher benannt, der Abgeordneter der Nationalversammlung für Martinique war und Initiator des Dekretes zur Abschaffung der Sklaverei vom 27. April 1848. Dadurch wurde die vollständige Abschaffung der Sklaverei in Frankreich und den französischen Kolonien gesetzlich vorgeschrieben. Aus diesem Grund ist er auf Martinique ein Volksheld.

Da Victor Schœlcher unverheiratet und kinderlos war, übergab er seine umfangreiche Büchersammlung dem Conseil Général von Martinique.

Um der Sammlung einen angemessenen Rahmen bieten zu können, wurde das Bibliotheksgebäude errichtet; allerdings ursprünglich in Paris. Dort konnte es auch kurze Zeit besichtigt werden, bevor es komplett in seine Einzelteile zerlegt und in Fort-de-France wieder neu aufgebaut wurde. Das war möglich, weil das Gebäude ein in Fertigbauweise errichteter Metallskelettbau ist.

Leider wurden durch diverse Widrigkeiten ein Großteil der Bücher der Sammlung bereits vor der richtigen Eröffnung der Bibliothek im Jahre 1893 zerstört.

Es lohnt sich auf jeden Fall, ein Blick in die opulent gestalteten Innenräume der Bibliothek zu werfen. Sie ist nicht nur von Außen betrachtet sehenswert!

Hier noch der Link zur Homepage der Bibliothèque Schœlcher http://mediatheques.collectivitedemartinique.mq/bs/horaires-et-acces.aspx?_lg=fr-FR . Leider nur in französisch, der Amtssprache auf Martinique.

La

Die mutigsten Bibliotheken

Artikel und Beiträge über schöne Bibliotheken findet man inzwischen fast wöchentlich irgendwo in der Presse oder in den einem der sozialen Medien. Von Bibliotheken, die trotz diverser Umweltwidrigkeiten oder sogar Morddrohungen, weiterhin ihre Türen geöffnet halten, von denen liest man nur selten. Am 1. März veröffentlichte ‚The Guardian“ online einen Artikel, in dem es genau um solche Bibliotheken geht (gefunden auf Twitter):

Genannt sind folgende fünf Bibliotheken:

  • The Vanished Library in Kairo (Ägypten): Diese Bibliothek ist in einem Clubhaus untergebracht. Gerade in einer Zeit, in der es in Ägypten immer wieder zu Einschnitten in der Meinungsfreiheit kam. Auch Bibliotheken und Verlage sind davor nicht gefeit.
  • Die Öffentliche Bibliothek in Kabul: Die Bibliothek existiert seit 1966 und hat schon u.a. Bürgerkriege und die Herrschaft der Taliban überstanden. Momentan hat sie zu kämpfen, dass die Menschen in die Bibliothek kommen. Denn viele fühlen sich nicht sicher und gehen nur ungern vor die Tür. Daneben braucht die Bibliothek selber neue Medien und müsste technisch moderner aufgestellt werden.
  • Die namenlose Bibliothek in Mogadishu (Somalia): Die Menschen im Land leiden Hunger und immer wieder kommt es zu Übergriffen von islamistischen Gruppen. Trotzdem hoffen die Beteiligten auf den Bau der Bibliothek, dass diese zu einer Kultur des Lesens beitragen wird.
  • Die Roseau Public Library (Dominica): Die Bibliothek existiert schon seit 1843 und hatte eine große Sammlung schwarzer Geschichte und karibischer Literatur. Doch Hurrikan Maria zerstörte das Dach der Bibliothek und 25.000 Bücher. Doch das Personal versucht weiterhin Dienst zu machen, denn die Bibliothek ist für viele oftmals der letzte Ort mit Internet und ein wichtiger Lernort für die Studenten. Doch durch den Klimawandel wird sich die Bibliothek in Zukunft öfter auf Umweltschäden einstellen müssen.
  • Die irakische Nationalbibliothek und -Archiv in Bagdad (Irak): 1920 gegründet wurde die Bibliothek 2003 niedergebrannt und geplündert. Doch die Bibliothek blieb trotz des Chaos der folgenden Jahre geöffnet. Bagdad ist nach wie vor ein gefährliches Pflaster – trotzdem kann man an fünf Tagen in der Woche die Bibliothek besuchen.

Ich weiß nicht, ob ich so viel Mut und Kraft aufbringen könnte, aber ich bewundere alle Mitarbeiter dieser fünf und von allen anderen Bibliotheken, die mit ähnlichen Schicksalen zu kämpfen haben.

Angebote einer guten Bibliothek

Welches Angebot sollte eine gut bestückte Bibliothek umfassen?

Romane. Sachbücher. CDs. Graphic Novels. DVDs. Blu-Rays. Zeitschriften. Hörbücher. eBook-Reader. Honig?

Honig! Ja, richtig gelesen. Gibt´s nicht. Gibt´s doch!

Hier ist der Beweis!

Rie

Lesestoff per Boda-boda

Ein Hoch auf die sozialen Medien. Ich wäre sonst bestimmt nicht auf den Artikel „Mobile Kinderbücherei in Uganda: Lesestoff per Boda-boda“ aus der Online-Ausgabe der taz gestoßen.

Darin erfährt man, wie unglaublich teuer ein buntes Kinderbuch ist und aus welchen Gründen Rosey Sembatya ihre „Kinderbücherei“ gegründet hat, wie die Resonanz darauf ist und wie sie an „neue“ Bücher gelangt. Und natürlich, was ein Boda-boda ist (bloggen bildet, bis zur Lektüre kannte ich das ehrlich nicht).

Ich finde die Artikel, die sich mit der Literaturversorgung in anderen Ländern beschäftigen, immer sehr spannend. Vor allem, welche z.T. unkonventionellen Wege manchmal eingeschlagen werden und dass es nicht selbstverständlich ist ohne weiteres mit Büchern aufwachsen zu können.

Rie