Bücherbus-Party

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Was ist eigentlich genau ein Bücherbus? Warum gibt es sie? Und was können diese alles im Angebot haben? Das waren meine Gedanken, bevor ich die Bücherbus-Party besucht habe…

Was da genau stattfand, fragen Sie sich?

Bücherbusse aus verschiedenen Ländern europaweit haben sich am 7. September 2019 in Hannover getroffen. Zum einen wurden Erfahrungen ausgetauscht aber auch interessierten Bürgern näher gebracht, wie unterschiedlich man das Thema Fahrende Bibliothek umsetzen kann. Ob das Augenmerk auf Schulen und Kindergärten lag oder auf alle Altersgruppen gerichtet war, merkte man schnell, wenn man so einen Bücherbus betrat. IMG_20190907_144128

Gut ausgestattet sind sie jedoch alle – ob mit DVDs, CDs oder Zeitschriften und natürlich dem klassischen Medium Buch! In einigen Bussen kann man sogar Tonies ausprobieren oder mit der Spielekonsole Nintendo Switch spielen sowie kostenfreies WLAN nutzen.IMG_20190907_142531

Besonders aufgefallen sind mir die Kollegen aus den Niederlanden. Diese haben das Wort Medium in ein neues und modernes Licht gerückt. In ihrem Bus gibt es gar keine Bücher mehr, was für mich schon sehr befremdlich war… eine Bibliothek ohne Bücher? Sie stellen ihren Nutzern Tablets und kostenfreies WLAN zur Internetrecherche zur Verfügung.

Aber warum gibt es die fahrenden Bibliotheken nun überhaupt?

Sie dienen unter anderem dazu, Menschen in Orte zu erreichen, die durch schlechte Anbindungen wie Bus & Bahn oder aus anderen Gründen nicht einfach die Bibliothek besuchen können. Kindergärten und Schulen werden ebenfalls durch die Bücherbusse unterstützt. Durch das Wegfallen der Lauf- und Fahrwege bleibt mehr Zeit für das Wesentliche. Das LESEN!

Alles in allem war die Bücherbus-Party ein sehr interessantes Erlebnis.

Hk

„z’Licht“ gehen in Böblingen

Im baden-württembergischen Böblingen wird eine schöne Tradition gepflegt: Das „z’Licht“ gehen. Bevor es elektrisches Licht gab und die Winter folglich lang und dunkel waren, versammelten sich die Menschen bei Kerzenschein, um einander Geschichten vorzulesen.

Genau das bietet die Stadtteilbibliothek Diezenhalde, zwar nicht bei Kerzenschein, aber dafür bei Sonnenuntergang. Knapp 20 Menschen lauschen einander. Die vorgelesenen Texte sind unterschiedlicher Art: Selbstgeschriebene Gedichte, ein Witz, Krimis, Kolumnen – jeder liest vor, was er für richtig hält.

Eine schöne Idee. Den vollständigen Artikel der Stuttgarter Zeitung können Sie hier nachlesen: „z’Licht“ gehen (zuletzt aufgerufen am 01.08.2019)

Fr

„Flybrary“

Das Börsenblatt berichtet über die „Flybrary“ (Kunstwort aus „fly“ = fliegen und „library“ = Bibliothek) der Fluglinie easyJet.

In 300 Flugzeugen bietet das Bordpersonal für die Dauer der Flugzeit Bücher an. Insgesamt fliegen 60.000 Bücher in sieben europäischen Sprachen mit. Die Genre umfassen vom Kinderbuch bis zum Erwachsenen-Bestseller so ziemlich alles.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel: 60.000 Bücher in 300 Flugzeugen (zuletzt aufgerufen am 29.07.2019)

Fr

Bibliothekswert-Rechner

Die reguläre Jahres-Mitgliedschaft kostet bei uns 20,- EUR. Eigentlich ein Spottpreis, denn wer sich zwei Taschenbücher kauft, bezahlt auch rund 20,- EUR. Aber bei uns erhält man für 20,- EUR Zugang zu 160.000 Medien und zur Onleihe sowie unseren Service rund ums Lesen und Lernen.

Eine sehr schöne Idee hat die StaBi Cuxhaven entwickelt, um ihren Nutzerinnen und Nutzern vorzurechnen, wie viel ein Bibliotheksausweis tatsächlich wert ist. Berechnen Sie doch einmal Ihre jährliche Benutzung – Sie werden verblüfft sein:
Bibliothekswert-Rechner
(zuletzt aufgerufen am 12.07.2019)

Neu / Fr

Bibliothek des Jahres 2019

Die Zentral- und Landesbibliothek  Berlin (ZlB) wurde zur „Bibliothek des Jahres 2019“ gekürt. Den mit 20.000 EUR dotierten nationalen Bibliothekspreis wird der ZlB am 24.10.2019 vom Dt. Bibliotheksverband e. V. und der Dt. Telekom Stiftung verliehen.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel: Pressemitteilung der ZlB.
(zuletzt aufgerufen am 09.07.2019)

Fr

Silent Reading Party

Unsere Kollegen in Osnabrück haben ein ganz besonderes Veranstaltungsformat im Repertoire: Silent Reading Party.

Was genau das ist, wie das aussieht und wie es angenommen wird, kann in einem entsprechenden Artikel von Antenne Niedersachsen nachgelesen werden. Dabei geht es im Endeffekt nur darum, dass man nicht zu Hause sitzt und alleine liest, sondern in der Gemeinschaft. Dabei geht es nicht darum, Bücher vorgestellt zu bekommen, sondern schlichtweg darum nicht allein zu sein und eine „spezielle Atmosphäre“ zu haben.

Die Bibliothek in Kiel hat dieses Format laut dem verlinkten Artikel auch bereits im Veranstaltungsprogramm. Mal schauen, wer noch folgen wird – bei wenig Personal- und Geldaufwand sowie guter Resonanz der beiden Einrichtungen vielleicht mal etwas, was auch andere öffentliche Bibliotheken ausprobieren können.

Rie

extrem verspätete Rückgabe

Natürlich kommt es immer wieder vor, dass man vergisst, die ausgeliehenen Medien zu verlängern oder abzugeben. In der Regel handelt es sich dabei jedoch nur um Tage oder Wochen. Nur wenige „schaffen“ mehrere Monate…

Aber Ausnahmen gibt es immer wieder!

Dies zeigt der Beitrag „Leicht verspätete Bücherrückgaben … Welche Bibliothek hält den Rekord?“ des VÖB-Blogs.

Von 50- oder 70-jähriger Überziehung hat man vielleicht schon mal gehört, aber der Rekord liegt tatsächlich „etwas“ höher….

Wir können leider keinen Rekord definieren… Haben die mitlesenden Kolleginnen und Kollegen aus ihren Bibliotheken vielleicht eine Zahl zur „längsten Nutzung“? 🙂

Rie

 

 

Kreative Bibliotheken

Ich bin ja immer wieder begeistert von Listen! Aus diesem Grund verlinke ich mit Freude auf folgende Auflistung:

These 50 Libraries Will Surprise You With Their Creativity And Sense Of Humor

Es ist nicht alles neu: Wir bieten von der Liste auch bereits einiges an:

So z.B.

Nr. 1 den Leselernhund

Nr. 4 Blind Date mit einem Buch

Nr. 28 Verleih von Gesellschaftsspielen

Nr. 48 Vor kurzem zurückgegeben (Was andere für lesenswert halten, kann doch sooo schlecht nicht sein, oder?)

Was ich sehr gerne hier hätte:

Nr. 2, Nr. 17, Nr. 22 bibliophiles Design und Ausstattung

Nr. 13 Telefonzelle

Nr. 15 gemeinschaftliches Puzzeln

Allzu niedlich ist aber auch Nr.30: gestrickte Handschuhe zum Mitnehmen!

Toll, aber hygienisch einwandfrei? Nr. 9 Verleih von Backformen

Bestimmt dauerbelegt: Nr. 42 Schlafkojen

Bestimmt dauerfrei (wenn es nach mir geht 🙂 ): Nr. 41 Arbeitsplatz mit Laufband

Was gefällt der Leserschaft? Was sollten Bibliotheken anbieten?

Rie

Radelnd lesen oder belesen radeln

Janet Wagner ist Mitarbeiterin der Bibliothek der Freien Universität Berlin und schreibt derzeit ihre Abschlussarbeit im Studiengang Bibliotheksmanagement zum Thema „Bewegung fördert Lernen“. Im diesem Rahmen initiierte sie die Aufstellung eines Fahrradergometers in der Bibliothek, auf dem während des Lesens geradelt werden kann. Frau Wagner weist auf Studien hin, die den positiven Einfluss von leichter Bewegung auf Konzentration und Aufmerksamkeit belegen. Den vollständigen Artikel können Sie hier nachlesen: Bibliothek lässt Leser radeln (gesehen am 18.01.2019)

Fr

Die Zauberbuchbibliothek

Was klingt wie der Titel eines neuen Kinderromans, ist in wirklich ein Artikel über Peter Rawert. Der Notar sammelt Bücher über Magie und Zauberkunst. Seine Privatbibliothek umfasst 5000 Bände von 1520 bis in die Gegenwart.

Lesen Sie den Artikel dazu hier: „Die Zauberbuchbibliothek“ (gesehen am 11.01.2019)

Fr

Die „segelnde“ Bibliothek

Ein Bibliothek kennt jeder: Das ist ein Haus mit Büchern. Und einen Bücherbus kennen auch noch Viele von uns: Das ist ein umgebauter Bus voller Bücher. Aber ein Bücher-Segelboot!?

Das setzen derzeit Enthusiasten in Ückeritz auf der Insel Usedom um. Im diesem Jahr soll das noch namenlose Schiff zur Bibliothek umgebaut und in einem Festakt feierlich getauft werden. Dafür werden noch Buchspenden gesucht. Hintergrund der Aktion ist, die Menschen zusammen zu bringen. Und wo geht das bekanntlich besser als in Gegenwart von Büchern.

Hier finden Sie den Artikel: Altes Segelboot wird zur Bibliothek. (gesehen am 08.01.2019)

Fr

Bibliotheksrundgang in 6 Minuten

Die Kollegen der Bibliothek in Augsburg haben anhand eines Videos einen tollen Einblick inkl. Rundgang ihrer Einrichtung schaffen können.

Dort erhält man während der Kamerafahrt durch die Bibliothek Erklärungen zur Ausleihe und Rückgabe, zur Regalordnung und zum Bestand sowie zu allen Serviceleistungen, die dort angeboten werden. Es werden außerdem die Arbeitsplätze, der Informationsschalter und das Buch-Magazin gezeigt.

So haben die Augsburger Kollegen einen schnellen, jedoch sehr informativen Rundgang erschaffen, der evtl. die anfängliche Unsicherheit vor dem erstmaligen Betreten der  Bibliothek beiseite räumen kann.

Sie sind gerne eingeladen, sich den Rundgang auf  Bibliothekarisch.de anzusehen.

Schi

Wie Bibliotheken zur Nachhaltigkeit beitragen

Weltweit bieten Bibliotheken heutzutage weit mehr als nur Bücher und leisten damit ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Gesellschaft. Eine Grafik der IFLA verdeutlicht diesen Anspruch:

Bibliotheken

Wer sich dafür interessiert, wie Bibliotheken sich für die Agenda 2030 der Vereinten Nationen einsetzt, sei dieses PDF ans Herz gelegt:
Das Recht auf Zugang zu Informationen und Chancen für Alle

Fr

Die zehn ältesten Bibliotheken

Der Blog bibliothekarisch.de hat sich die Mühe gemacht und einen Video-Beitrag über die ältesten Bibliotheken der Welt verfasst. In diesem sehen Sie nicht nur die Namen der Bibliotheken, sondern auch Bilder mit kleinen englischsprachigen Informationstexten.

Hier sehen Sie die Top 10:

  • St. Catherine´s Monastery Library (565 n. Chr.)
  • Al-Qarawiyyin Library (859)
  • Sorbonne Interuniversity Library (1289)
  • National Library of France (1368)
  • Well Cathedra´s Library (zwischen 1430-1508)
  • Malatestina Library (1452)
  • Vatican Apostolic Library (1475)
  • Michaelangelo´s Laurentian Library (1571)
  • University of Oxford´s Bodleian Libries (1602)
  • Hereford Cathedral´s Chained Library (1611)

Schi

Die 10 legendärsten Bibliotheken der Vergangenheit

Es gibt auf der ganzen Welt wunderschöne, alte, neue, imposante oder sogar legendäre Bibliotheken zu sehen.

Die Top 10 der Legendärsten Bibliotheken der Vergangenheit sind vom Blog bibliothekarisch.de zusammen getragen worden.

Neben folgenden Namen der Bibliotheken zeigt der Video-Beitrag imposante Bilder, sowie eine englischsprachige Erklärung durch einen Moderator.

  1. The Library of Ashurbanipal
  2. The Library of Alexandria
  3. The Imperial Library of Constantinople
  4. The Lirary of Aristotle
  5. The Theological Library of Caesarea Maritima
  6. Nalanda University
  7. The Library of Pergamum
  8. Villa of the Papyri
  9. The Twin Libraries at Trajan´s
  10. House of Wisdom

Schi

Ratten vernichten Stuttgarter Bibliotheksbestand

Ratten haben 7800 Bücher der Universitätsbibliothek Stuttgart zerstört. Die Tiere gelangten über ein Abwasserrohr in das Magazin der Bibliothek, wo sie rund 200 Regalmeter Bücher verdreckten. Ein Großteil der Bücher war nicht mehr zu retten und musste entsorgt werden. Es entstand ein Schaden von 200.000 EUR, wie u. a. die FAZ berichtet:

Ratten zerstören wissenschaftlichen Buchbestand (FAZ, gesehen am 04.10.2018)

Fr

Männerballett

Sie fragen sich jetzt sicher, was Männerballett mit einer Bibliothek zu tun hat. Das kann ich Ihnen sagen: „Gar nichts!“

Jedoch können Sie unter folgendem Link von Bibliothekarisch.de sehen, was Bibliotheksmitarbeiter so alles anstellen, wenn ihre Kunden die Bibliotheksarbeit schätzen und das zum Beispiel durch Likes in den sozialen Netzwerken zeigen.

Auch von unserer Seite geht ein großer Dank an unsere zahlreichen Stammkunden raus! In diesem Sinne viel Spaß beim Männerballett

Schi

Die New York Public Library kommt nach Deutschland

Vor etwas mehr als einem Jahr berichteten wir hier im Blog, dass der Film „Ex Libris – Dokumentation über die New York Public Library“ bei den Filmfestspielen von Venedig an den Start ging. Jetzt kommt er endlich auch in die deutschen Kinos! Pünktlich zum Tag der Bibliotheken am 24 Oktober startet der Film unter dem Titel „Ex Libris – Die Public Library von New York“. Wo genau er überall zu sehen sein wird, das bleibt noch abzuwarten. Vermutlich eher in den kleineren Programmkinos. Mal sehen, ob er auch in Salzgitter oder in der Nähe laufen wird.

Hier gibt es auf alle Fälle schon einen Trailer:

https://www.youtube-nocookie.com/embed/wtPpHocZ1r8

Die Fernleihe und wie sie funktioniert

Bei den Kollegen der Stadtbücherei Erkrath habe ich gestern ein tolles Video entdeckt: „Was ist eigentlich die Fernleihe?“. Das Video wurde vom MedienHaus Mülheim an der Ruhr erstellt.

Die Fernleihe ist wirklich eine tolle Erfindung, denn alle Bücher kann eine Bibliothek alleine gar nicht vorrätig haben (wenn sie nicht gerade Deutsche Nationalbibliothek heißt ;-)).

Wir sind angeschlossen an die Verbundzentrale des GBV  – Gemeinsamer Bibliotheksverbund. Dazu gehören wissenschaftliche und viele öffentliche Bibliotheken in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und auch die Bibliotheken der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Wir können also aus einem ziemlich großen Fundus schöpfen.

Recherchiert wird über die Datenbank des GBV. Das kann schon zu Hause von den Nutzern gemacht werden oder wir schauen gemeinsam vor Ort an der Auskunft, ob es den gewünschten Titel in einer der vielen angeschlossenen Bibliotheken gibt. Die Kosten für eine Fernleihbestellung beträgt bei uns 3,00€. Dank der Fernleihe können wir auch Nutzerwünsche erfüllen, die für uns als Stadtbibliothek sonst einfach zu speziell wären. 🙂

Bank der Erinnerungen

Diese Bank gibt es im Internet tatsächlich. Sie nennt sich MEMORO. Hier werden als Video und Audio-Stream verschiedene Erinnerungen von Menschen gesammelt. Damit sollen Erinnerungen und Erfahrungen für die Nachwelt bewahrt werden.

Unter anderem gibt es dort auch zwei Videos von Lothar Thalmann, er ist 1928 geboren und war Bibliothekar. In seinen kurzen Filmen erzählt er vom Bücherschrank seines Vaters und von der Thekenbibliothek in seiner Kindheit in Chemnitz – genauso wie davon, was sich alles in seinem Bibliothekarsalltag durch die EDV verändert hat.

Die Filme gibt es hier zu sehen und was er zu erzählen hat, ist auch nicht nur für Bibliothekare interessant 🙂 Wer geschichtlich interessiert ist, sollte auf jeden Fall einen Blick mehr in die Videos von MEMORO werfen.

Nachts in der Stadtbibliothek!?

Gerade die Bibliothek in Lebenstedt hat eigentlich schon ziemlich gute Öffnungszeiten. Dienstag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr und am Samstag von 10 bis 14 Uhr kann jede/r in die Bibliothek.

Nur ist da der einzige Nachteil: Man ist nie allein! Es ist nicht möglich, die Bücher in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Das wird sich demnächst ändern. Für Schulen sind Lesenächte schon seit vielen Jahren, aber bisher nicht für Erwachsene.

Bald wird die Stadtbibliothek der Idee der Bibliothek in Gladstone folgen und ebenfalls Übernachtungen anbieten. Die Pläne für die Einrichtung sind bereits in vollem Gange! Die Einnahmen kommen natürlich der Bibliothek zugute.

Wir sind sehr gespannt, wie dieses Angebot angenommen werden wird!

Rie

Die Bibliothèque Schœlcher auf Martinique

Bei einem Karibikurlaub erwartet man wunderschöne Inseln und traumhafte Strände zu sehen, aber nicht unbedingt eine architektonisch interessante öffentliche Bibliothek, wie die Bibliothèque Schœlcher. Sie steht in Fort-de-France, der Hauptstadt der Insel Martinique, die zur Überseeregion Frankreichs gehört.

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde nach den Plänen des französischen Architekten Pierre-Henri Picq 1886/87 erbaut. Es ist nach dem Politiker Victor Schœlcher benannt, der Abgeordneter der Nationalversammlung für Martinique war und Initiator des Dekretes zur Abschaffung der Sklaverei vom 27. April 1848. Dadurch wurde die vollständige Abschaffung der Sklaverei in Frankreich und den französischen Kolonien gesetzlich vorgeschrieben. Aus diesem Grund ist er auf Martinique ein Volksheld.

Da Victor Schœlcher unverheiratet und kinderlos war, übergab er seine umfangreiche Büchersammlung dem Conseil Général von Martinique.

Um der Sammlung einen angemessenen Rahmen bieten zu können, wurde das Bibliotheksgebäude errichtet; allerdings ursprünglich in Paris. Dort konnte es auch kurze Zeit besichtigt werden, bevor es komplett in seine Einzelteile zerlegt und in Fort-de-France wieder neu aufgebaut wurde. Das war möglich, weil das Gebäude ein in Fertigbauweise errichteter Metallskelettbau ist.

Leider wurden durch diverse Widrigkeiten ein Großteil der Bücher der Sammlung bereits vor der richtigen Eröffnung der Bibliothek im Jahre 1893 zerstört.

Es lohnt sich auf jeden Fall, ein Blick in die opulent gestalteten Innenräume der Bibliothek zu werfen. Sie ist nicht nur von Außen betrachtet sehenswert!

Hier noch der Link zur Homepage der Bibliothèque Schœlcher http://mediatheques.collectivitedemartinique.mq/bs/horaires-et-acces.aspx?_lg=fr-FR . Leider nur in französisch, der Amtssprache auf Martinique.

La

Die mutigsten Bibliotheken

Artikel und Beiträge über schöne Bibliotheken findet man inzwischen fast wöchentlich irgendwo in der Presse oder in den einem der sozialen Medien. Von Bibliotheken, die trotz diverser Umweltwidrigkeiten oder sogar Morddrohungen, weiterhin ihre Türen geöffnet halten, von denen liest man nur selten. Am 1. März veröffentlichte ‚The Guardian“ online einen Artikel, in dem es genau um solche Bibliotheken geht (gefunden auf Twitter):

Genannt sind folgende fünf Bibliotheken:

  • The Vanished Library in Kairo (Ägypten): Diese Bibliothek ist in einem Clubhaus untergebracht. Gerade in einer Zeit, in der es in Ägypten immer wieder zu Einschnitten in der Meinungsfreiheit kam. Auch Bibliotheken und Verlage sind davor nicht gefeit.
  • Die Öffentliche Bibliothek in Kabul: Die Bibliothek existiert seit 1966 und hat schon u.a. Bürgerkriege und die Herrschaft der Taliban überstanden. Momentan hat sie zu kämpfen, dass die Menschen in die Bibliothek kommen. Denn viele fühlen sich nicht sicher und gehen nur ungern vor die Tür. Daneben braucht die Bibliothek selber neue Medien und müsste technisch moderner aufgestellt werden.
  • Die namenlose Bibliothek in Mogadishu (Somalia): Die Menschen im Land leiden Hunger und immer wieder kommt es zu Übergriffen von islamistischen Gruppen. Trotzdem hoffen die Beteiligten auf den Bau der Bibliothek, dass diese zu einer Kultur des Lesens beitragen wird.
  • Die Roseau Public Library (Dominica): Die Bibliothek existiert schon seit 1843 und hatte eine große Sammlung schwarzer Geschichte und karibischer Literatur. Doch Hurrikan Maria zerstörte das Dach der Bibliothek und 25.000 Bücher. Doch das Personal versucht weiterhin Dienst zu machen, denn die Bibliothek ist für viele oftmals der letzte Ort mit Internet und ein wichtiger Lernort für die Studenten. Doch durch den Klimawandel wird sich die Bibliothek in Zukunft öfter auf Umweltschäden einstellen müssen.
  • Die irakische Nationalbibliothek und -Archiv in Bagdad (Irak): 1920 gegründet wurde die Bibliothek 2003 niedergebrannt und geplündert. Doch die Bibliothek blieb trotz des Chaos der folgenden Jahre geöffnet. Bagdad ist nach wie vor ein gefährliches Pflaster – trotzdem kann man an fünf Tagen in der Woche die Bibliothek besuchen.

Ich weiß nicht, ob ich so viel Mut und Kraft aufbringen könnte, aber ich bewundere alle Mitarbeiter dieser fünf und von allen anderen Bibliotheken, die mit ähnlichen Schicksalen zu kämpfen haben.

Angebote einer guten Bibliothek

Welches Angebot sollte eine gut bestückte Bibliothek umfassen?

Romane. Sachbücher. CDs. Graphic Novels. DVDs. Blu-Rays. Zeitschriften. Hörbücher. eBook-Reader. Honig?

Honig! Ja, richtig gelesen. Gibt´s nicht. Gibt´s doch!

Hier ist der Beweis!

Rie

Lesestoff per Boda-boda

Ein Hoch auf die sozialen Medien. Ich wäre sonst bestimmt nicht auf den Artikel „Mobile Kinderbücherei in Uganda: Lesestoff per Boda-boda“ aus der Online-Ausgabe der taz gestoßen.

Darin erfährt man, wie unglaublich teuer ein buntes Kinderbuch ist und aus welchen Gründen Rosey Sembatya ihre „Kinderbücherei“ gegründet hat, wie die Resonanz darauf ist und wie sie an „neue“ Bücher gelangt. Und natürlich, was ein Boda-boda ist (bloggen bildet, bis zur Lektüre kannte ich das ehrlich nicht).

Ich finde die Artikel, die sich mit der Literaturversorgung in anderen Ländern beschäftigen, immer sehr spannend. Vor allem, welche z.T. unkonventionellen Wege manchmal eingeschlagen werden und dass es nicht selbstverständlich ist ohne weiteres mit Büchern aufwachsen zu können.

Rie