Eine Widmung für mich

Na gut, nicht direkt an mich. Mehr an uns. Also an uns BibliotheksWesen… und wenn ein Buch schon mit einer solchen Widmung beginnt, dann hat der Autor mich für sich gewonnen.

Galgen

Diese Widmung ist in Der Galgen von Tyburn von Ben Aaronovitch zu finden. Es handelt sich dabei um den (von mir) lang und heiß ersehnten 6. Teil der Serie um Peter Grand, einen jungen Polizisten, der in eine Abteilung versetzt wird, die sich um die skurrilen und magischen Fälle kümmern, die in London passieren. Ein bisschen wie Harry Potter in Erwachsen 😉

Auf dem Bild ist noch mein persönliches Exemplar zu sehen, da ich es nicht abwarten konnte, bis das Buch in unserer Bibliothek entleihbar ist oder mir dann wohlmöglich noch jemand zuvor kommt. Wer die Serie noch nicht kennt, der sollte mit Die Flüsse von London beginnen. Die vorherigen Teile sind alle in unserer Bibliothek entleihbar. Sehr lustig, spannend und gut geschrieben ist diese Serie eine absolute Empfehlung von mir.

Eine Elster namens Penguin

Der Fotograf Cameron Bloom hat in Zusammenarbeit mit dem Autor Bradley Trevor Greive einen Bildband mit dem Titel „Penguin Bloom“ veröffentlicht, in dem er die Geschichte des kleinen Vogels erzählt, der die Lebensfreude zurück in seine Familie gebracht hat.

Untermalt mit zum Teil ungewöhnlichen, zauberhaften Fotos, die bereits im Internet für Aufmerksamkeit gesorgt haben, erzählt er wie Penguin in die Familie kam. Zu einer Zeit, die für alle Mitglieder extrem schwierig war. Kurz zuvor hatte die Mutter einen schweren Unfall und ist seitdem querschnittsgelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Das ist in jedem Fall ein schlimmes Schicksal, aber Sam Bloom, die ihr Leben lang extrem sportlich und unternehmenslustig war, drohte daran zu zerbrechen. Genau zu diesem Zeitpunkt fanden sie und die Kinder einen Jungvogel, der aus dem Nest gefallen war und sich dabei den Flügel gebrochen hatte. Sie nahmen die australische Elster mit und die Kinder gaben ihr aufgrund ihres schwarz weißen Federkleides den Namen Penguin.

Sie hatten wenig Hoffnung, das kleine Wesen durchzubekommen, aber sie haben es geschafft. Besonders zwischen Sam und Penguin entwickelte sich ein inniges Verhältnis, wenn sie auch mit anderen Menschen kaum über ihre Situation sprechen konnte, ihr konnte sie alles anvertrauen und der Vogel schien ihr auch immer aufmerksam zuzuhören. Und das brachte ihr den Lebensmut zurück.

Die Texte mögen vielleicht an manchen Stellen etwas kitschig ausgefallen sein, aber die Bilder machen das allemal wieder wett.

La

In der „Ecosphere 2“

Terranauten

Quelle: amazon.de

In einem geschlossenen Ökosystem unternehmen Wissenschaftler in den neunziger Jahren in den USA den Versuch, das Leben nachzubilden. Zwei Jahre lang darf keiner der acht Bewohner die Glaskuppel von „Ecosphere 2“ verlassen. Egal, was passiert. Touristen drängen sich um das Megaterrarium, Fernsehteams filmen, als sei es eine Reality-Show. Eitelkeit, Missgunst, Rivalität – auch in der schönen neuen Welt bleibt der Mensch schließlich doch, was er ist. Und es kommt, wie es kommen muss: Der smarte Ramsay verliebt sich in die hübsche Dawn – und sie wird schwanger. Kann sie das Kind austragen? . (Klappentext)

Ich finde bei solchen Versuchsanordnungen oder „historischen“ Romanen immer interessant, ob es diese Ereignisse wirklich gab oder ob sie frei erfunden sind. Also habe ich eine kleine Recherche gestartet und bin fündig geworden. Die Glaskuppel, unter der die acht Teilnehmer des Experimentes im Roman leben, gab es als NASA-Projekt „Biosphere“ in den Neunzigern tatsächlich. Nachzulesen unter anderem bei Wikipedia.

Gebannt habe ich die Intrigen und Dramen verfolgt. Der Verlauf des Experiments wird von drei Personen erzählt. Von einer Frau und einem Mann unter dem Glasdach und von einer Frau, die es nicht geschafft hat, Teil der Crew zu werden und jetzt darauf hofft, beim nächsten Einschluss dabei zu sein. So hat der Leser den Blick von innen und von außen.

Wer sich für den wissenschaftlichen Verlauf oder Ausgang des Projektes interessiert, der wird nach der Lektüre enttäuscht sein. Boyle widmet sich mehr dem menschlichen Miteinander. Teilweise erinnerte es mich an Big Brother oder das Dschungelcamp. Es war mein erstes Buch von Boyle, aber ich habe mir sagen lassen, dass Boyle sich auf „Menschen in Extremsituationen“ spezialisiert hat. Ich denke, das beschreibt auch den Umstand dieser acht Wissenschaftler recht gut.

Habe ich Ihr Interesse geweckt? Sie finden den Roman natürlich in unserem Bestand.

Darf es etwas mehr sein?

Ja bitte! Hätte mich zum Ende des Buches von Karolina Ramquists „Die weiße Stadt“ jemand gefragt, meine Antwort wäre ja gewesen.

weissestadt

Quelle: Google.books.de

 

„Das große Haus steht einsam und kalt an einem See, umgeben von Schnee und Frost. Die kugelsicheren Fenster sind voller Eisblumen. Drinnen sitzt Karin auf einem verdreckten Sofa. Das Telefon ist abgestellt. Die Heizung funktioniert nicht mehr. Karin hat sich verändert. Früher war sie die Gangsterkönigin und Johns höchste Errungenschaft. Alle haben sie bewundert, alle wollten sein wie sie. Jetzt ist John tot, und sie hat eine Tochter, der sie sich mal nah und mal fern fühlt, die sie buchstäblich aussaugt und völlig auf sie angewiesen ist. Karin ist einsam und taub vor Trauer. Alles, was sie weiß, ist, dass sie ihr Kind beschützen muss. Und so beschließt sie, sich zu nehmen, was ihr zusteht. Mit Johns alten Waffen, seinem Auto und ihrer Freundin Therese macht sie sich auf den Weg, die Kontrolle über ihr Leben zurückzuerobern.“ (Klappentext)

„Die weiße Stadt“ ist das erste von Ramquists acht Büchern, das ins Deutsche übersetzt wurde. Dabei wird sie als eine der wichtigsten feministischen Autorinnen Schwedens gehandelt. In ihren Büchern beschäftigt sie sich mit Themen wie Einsamkeit, Konsum und Rollenmodellen. Um die aufkommende Frage gleich zu beantworten – ja, alle Themen sind in „Die weiße Stadt“ zu finden.

Es ist ein Roman über das Scheitern und die Trauer einer Frau, die sich in fast allen Dingen komplett auf ihren Partner verlassen hat. Sie hinterfragte den Luxus und den Komfort, den er ihr bieten konnte nicht. Als ihre große Liebe stirbt, ist alles was ihr geblieben ist, ein Baby das er sich gewünscht hat und sie eigentlich nicht wollte.

Es ist mit 180 Seiten ein kurzweiliges sprachliches Vergnügen, das viel Stoff zwischen den Zeilen bietet. Für mich hätte es mehr Handlung geben und noch etwas tiefer gehen können. Ich hätte gern weiter gelesen…

Natürlich ist dieses kleine feministische Literaturhäppchen auch in unserer Bibliothek bei den Romanen zu finden. Wer schon mal reinlesen möchte, eine umfangreiche Leseprobe gibt es bei Google.books.

Das Leben Martin Luthers als Graphic Novel

Zu den vielen Veröffentlichungen aus Anlass der 500 Jahrfeier der Reformation gehört auch die Graphic Novel „Martin Luther“, die von dem Illustrator Andrea Grosso Ciponte künstlerisch gestaltet und von Dacia Palmerino und anderen herausgegeben wurde.

Erzählt wird die Lebensgeschichte Luthers von der Kindheit an bis zu seinem Tod, mit allen wichtigen Ereignissen, die jeweils besonders und bildgewaltig hervorgehoben werden. Gleichzeitig wird auch ein zeitgeschichtlicher Einblick gewährt, der einem auch die damaligen Probleme der einfachen Bevölkerung sowie die Stellung der Kirche in Erinnerung ruft.

Es ist nicht der erste Versuch das Leben und Wirken des Reformators in Form eines Comic oder einer Graphic Novel umzusetzen, aber meiner Meinung nach, ein recht gelungener, mit sehr ausdrucksstarken Bildern.

500 JAHRE REFORMATION

Das Leben des Reformators Martin Luther im Comic-Format

Als das ZDF in einem der vielen Rankings nach dem »beliebtesten Deutschen« fragte, entschied sich die Mehrheit für Konrad Adenauer. Martin Luther landete auf Platz zwei – zur Überraschung vieler, die eine solche Popularität nicht mehr vermutet hätten. Sie bekommt gewiss noch einen Schub, wenn 2016/2017 unter dem Schlagwort 500 Jahre Reformation an einen der großen Wendepunkte in der Geschichte des Abendlandes erinnert wird.

Luther, ein Mann von Gewicht, wird bis heute geliebt und gehasst, er ist und bleibt im besten Sinne – umstritten. Heinrich Heine beschrieb die Bedeutung des Reformators so: »Indem Luther den Satz aussprach, dass man seine Lehre nur durch die Bibel selber, oder durch vernünftige Gründe, widerlegen müsse, war der menschlichen Vernunft das Recht eingeräumt, die Bibel zu erklären, und sie, die Vernunft, war als oberste Richterin in allen religiösen Streitfragen anerkannt. Dadurch entstand in Deutschland die sogenannte Geistesfreiheit, oder, wie man sie ebenfalls nennt, die Denkfreiheit.«

Eine fesselnde Geschichte bedarf eines starken Protagonisten, großer Konflikte und Themen, die für viele Menschen Bedeutung haben. Das bewegte Leben des streitbaren Reformators Martin Luther lässt sich daher hervorragend erzählen – und am besten in der Form der Graphic Novel. Von der Kindheit über die Universitätsjahre, das »Blitzschlag-Erlebnis«/Mönchsjahre, das »Turmerlebnis«/Aufbegehren gegen die kirchlichen Missstände, dem Thesenanschlag, die Flucht auf die Wartburg, die Heirat mit Katharina von Bora und die Bibelübersetzung bis hin zu seinem Streit mit Erasmus von Rotterdam und seinen Schriften gegen Bauern und Juden sind alle Kapitel seines Lebens bildgewaltig und im historischen Kontext bereits dramaturgisch aufgeladen.

(Quelle: http://editionfaust.de/produkt/martin-luther/ )

Wer jetzt gern selbst einen Blick in die Graphic Novel werfen möchte, kann sie sich in der Stadtbibliothek Salzgitter ausleihen.

La

Das Leben ist kein Roman

„Agatha Christie – Das Leben ist kein Roman“ : so lautet der Titel einer Graphic Novel, in der das Leben der Schriftstellerin thematisiert wird. Das Buch entstand in Zusammenarbeit von Anne Martinetti, die unter anderem Expertin für Agatha Christie ist, mit dem Autor Guillaume Lebeau und dem Zeichner Alexandre Franc.

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Die Erzählung beginnt im Jahr 1926, mit dem Verschwinden von Agatha Christie. In der Zeit war sie für 11 Tage einfach wie vom Erdboden verschluckt und hat auch später der Öffentlichkeit nie erzählt, wo sie sich aufgehalten hat. Das Jahr war für Christie emotional sehr schwierig, im April war ihre Mutter verstorben und dann erfuhr sie auch noch, dass ihr Mann Archibald eine Geliebte hatte. Trotz einer großangelegten polizeilichen Suchaktionen mit vielen Freiwilligen, blieb diese zunächst erfolglos.

In der Graphic Novel reflektiert die Schriftstellerin, in diesen Tagen ihr bisheriges Leben, in fiktiven Gesprächen mit dem von ihr erfundenen Ermittler Hercule Poirot. Ein durchaus unbequemer Gesprächspartner für sie.

Sie wurde dann schließlich unversehrt in einem Hotel in Harrogate gefunden, in dem sie sich unter dem Namen der Geliebten ihres Mannes eingemietet hatte.

agatha-christie-2Im Laufe der Erzählung tauchen immer wieder die von der Schriftstellerin erdachten Figuren auf, alle mit ihren Eigenheiten und begleiten sie durch die Stationen ihres Lebens. Ein sehr erfolgreiches, freies und emanzipiertes Leben, in dem vieles nicht so gradlinig verlief, wie in ihren eigenen Romanen.

Wer jetzt an der Graphic Novel Interesse gefunden hat, kann sie in der Stadtbibliothek Salzgitter ausleihen.

La

Marlene Dietrich in neuem Bond zu sehen

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Bildquelle:amazon

Was braucht der erfolgreichste Bond-Film aller Zeiten? Man braucht nicht noch mehr Geld für den Dreh und die schnittigsten Autos. Man braucht Sean Connery in der Hauptrolle, Klaus Kinski als Bösewicht und  Marlene Dietrich als Bondgirl.

Geht nicht? Doch, zumindest in dem Science-Fiction Roman „Unsterblich“ von Jens Lubbadeh.Der Journalist hat in seinem Roman  ein gleichermaßen beängstigendes wie auch faszinierendes Szenario entwickelt, welches im Jahr 2044 spielt.

Der Traum der Menschheit vom ewigen Leben ist Wirklichkeit geworden: Dank Virtual-Reality-Implantaten können die Menschen als perfekte Kopien für immer weiterleben. Auch Marlene Dietrich ist als Star wiederauferstanden und wird weltweit gefeiert – bis sie eines Tages spurlos verschwindet. Eigentlich unmöglich! Für den Versicherungsagenten Benjamin Kari wird aus der Suche nach ihrem digitalen Klon ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel. (Klappentext)