Worüber spricht man im Herbst? Über Bücher!

Laut Spiegel-Online-Reporter Felix Bayer sind es genau 25 Bücher, über die man diesen Herbst spricht. Welche Bücher das alles genau sind, das lesen Sie auf Spiegel-Online. Viele der Titel befinden sich auch im Bestand der Stadtbibliothek (oder werden es bald sein).

Es sind wirklich 25 gute Bücher mit dabei. Robert Manesse mit „Die Hauptstadt“ hat es auch auf diese Liste geschafft wie „Qualityland“ von Marc-Uwe Kling. Letzteres ist momentan mein Favorit auf dieser Liste, einer Kollegin hat es dafür sehr „Und es schmilzt“ von Lize Spit angetan.

Wenn Sie sich durch die Auswahl klicken, fehlt Ihnen dann ein Titel? Für mich hätte es hier uns da vielleicht noch ein Fantasy-Roman sein können. Wie der neue Walter Moers „Prinzessin Insomnia & und der alptraumfarbene Nachtmahr“ – bleibt der Titel hinter Walter Moers sonstigen Zamoien-Werken zurück?

Der Literaturnobelpreis geht an…

Kazuo Ishiguro!

Natürlich werden es schon einige mitbekommen haben, dass mal wieder der Literaturnobelpreisträger 2017 bekannt gegeben wurde. Wobei es in diesem Jahr weitaus weniger Rummel darum gab, als im vergangenen Jahr als der Musiker Bob Dylan mit dem Preis ausgezeichnet worden ist.

Kazuo Ishiguro wurde in Japan geboren, lebt jedoch seit seiner Kindheit in Großbritannien. Er wurde nun für „seine Romane von starker emotionaler Kraft“ ausgezeichnet, wie die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm bekanntgab. Darin lege er den Abgrund unserer vermeintlichen Verbundenheit mit der Welt bloß, hieß es weiter. Eins seiner bekanntesten Werke ist „Was vom Tage übrig blieb“, das sogar verfilmt und für acht Oscars nominiert war.

Jede fantastisch ausgestattete Bibliothek 😉 hat natürlich seine Werke im Bestand.

Bei uns im Bestand sind bei Roman ISH 2:

  • „Alles, was wir geben mussten“
  • „Als wir Waisen waren“
  • „Der begrabene Riese“
  • „Was vom Tage übbrigblieb“

Jedoch braucht sich derzeit niemand auf den Weg in die Bibliothek zu machen. Alle Titel sind ausgeliehen und haben bereits Vormerkungen. Weitere Vormerkungen sind natürlich möglich.

Bald gibt es schon wieder einen literarischen Preisträger, da der deutsche Buchpreis demnächst verliehen wird. Es sollten noch viel mehr Preise verliehen werden, denn sie kurbeln gehörig die Ausleihstatistik an und das freut natürlich die hiesige Statistiktante (also mich) und die Belletristik-Lektorin ungemein.

Rie

Der neue Ken Follett ist da!

Lang haben die Fans darauf gewartet: Nach „Die Säulen der Erde“ und „Die Tore der Welt“ veröffentlicht Ken Follett mit „Das Fundament der Ewigkeit“ den nächsten Kingsbridge-Roman.

Fundament ewigkeit1558. Noch immer wacht die altehrwürdige Kathedrale von Kingsbridge über die Stadt. Doch die ist im Widerstreit zwischen Katholiken und Protestanten zutiefst gespalten. Freundschaft, Loyalität, Liebe … nichts scheint mehr von Bedeutung zu sein. Die wahren Feinde sind dabei nicht die rivalisierenden Konfessionen. Der eigentliche Kampf wird zwischen denen ausgefochten, die an Toleranz und Verständigung glauben, und den Tyrannen, die ihre Ideen den anderen aufzwingen wollen – koste es, was es wolle.

Ned Willard wünscht sich nichts sehnlicher, als Margery Fitzgerald zu heiraten. Doch der Konflikt entzweit auch sie, und Ned verlässt Kingsbridge, um für die protestantische Prinzessin Elizabeth Tudor zu arbeiten. Als diese wenig später Königin wird, wendet sich ganz Europa gegen England. Um in dieser heiklen Situation früh vor Mordkomplotten, Aufständen und Angriffen der konkurrierenden Mächte gewarnt zu sein, baut die scharfsinnige Monarchin mit Neds Hilfe den ersten Geheimdienst des Landes auf. Die kleine Gruppe geschickter Spione und mutiger Geheimagenten ermöglicht es Elizabeth I. in den nächsten fünfzig Jahren, an ihrem Thron und ihren Prinzipien festzuhalten. Die Liebe zwischen Ned und Margery scheint verloren zu sein, denn von Edinburgh bis Genf steht ganz Europa in Flammen … (Quelle Text und Bild: Lübbe Verl.)

Das Buch ist ab dieser Woche im Bestand der Bibliothek – das Hörbuch folgt demnächst.

Ich frage mich gerade, ob ein verregneter Herbst bei dem Titel fast wünschenswert wäre. Denn dann kann man es sich ja immer besonders bequem auf dem Sofa mit Decke und Tee/Kaffee/Schokolade und diesem tollen Buch machen. Denn immerhin hat Ken Folletts neustes Werk 1162 Seiten! Egal, wie und wo Sie das Buch lesen – ich wünsche viel Freude 🙂

 

 

Mit Philosophie in den Wahlkampf

Der Wahlkampf ist eröffnet. Nicht nur der, für den Bundestag, sondern scheinbar auch der für den nächsten niedersächsischen Landtag.

Spätestens jetzt gibt es kein Halten mehr. Um die Wählergunst wird gebuhlt, dass einem ganz schwindelig werden kann. Um Abstand zu gewinnen, kann die Philosophie helfen, denn diese ist auch aktuell für den Alltag anwendbar. Das neue Philosophie Magazin beschäftigt sich mit:

  • den Köpfen hinter der AfD
  • Emmanuel Macron (u.a. mit den Augen von Karl Marx)
  • und der Einleger beschäftigt sich mit dem Amerikaner Henry David Thoreau, dessen „Walden“ heute populärer ist denn je.

Dieser sagte vor über 200 Jahren über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat:

Es ist nicht erstrebenswert, vor dem Gesetz einen Respekt hervorzurufen, wie er vor der Gerechtigkeit besteht. Die einzige Verpflichtung, die zu befolgen ich auch das Recht habe, ist jederzeit das zu tun, was ich für recht halte.

Das könnte auch vom aktuellen US-Präsidenten Donald Trump stammen. Doch die Philosophie streitet gern auf der Metaebene.

magazin

Und so bietet das aktuelle Heft immer wieder recht interessante Büchertipps. Dieses Mal beeindruckte mich das kleine Bändchen von Susan Neiman über ihr Manifest „Widerstand der Vernunft“. Seit „Empört Euch“ von Stephane Hessel erscheinen immer wieder kleine Pamphlete in den Verlagen. Auch das Buch von Neimann hat nur 80 Seiten und ist schnell konsumiert, die 80 S. jedoch haben es in sich.

Susan Neiman zeigt in ihrem intellektuellen Aufruf, dass es neue politische Ideen braucht, um Populismus und konservativen Nationalismus aufzuhalten.Wenn heute den Fakten, der Vernunft und dem politischen Mitdenken nicht der Raum gegeben wird, den es braucht, werden die Lügen der »postfaktischen« Populisten Konsequenzen haben. Susan Neiman ruft dazu auf, für Wahrheit und Moral öffentlich einzutreten, Alternativen zu denken und zu leben und den bedenklichen politischen Entwicklungen in den USA und Europa so die Stirn zu bieten.

Dieses Büchlein wollte ich auf Papier lesen, wie beinah alle philosophischen Titel. Eine Buchhandlung in einer Großstadt, die ich gerade besuchte, hatte rein zufällig nicht nur das Magazin in der Auslage, sondern auch alle Empfehlungen im Heft einmal angeschafft und daneben gelegt. Wunderbar!

Und die Lektüre hat sich gelohnt. Der Aufruf zum selbständigen Denken hat zwar schon fast etwas von „zivilem Ungehorsam“, hilft jedoch bis Ende September 2017 sehr gut, die nun kommenden gepflegten politischen Rituale gelassener zu betrachten.

ScG

Dienstbekleidung – jetzt mal ganz wissenschaftlich

Vor über fünf Jahren äußerte sich dieser Blog mal über Dienstbekleidung des BibliotheksWesens:

https://stadtbibliotheksalzgitter.wordpress.com/2012/07/27/dienstkleidung-in-der-bibliothek/

Von der „Aktionsware“ im Rahmen von Veranstaltungen über Fan-Shirts bis zu nackten Besuchern der amerikanischen Nudistenbibliothek war der Eintrag nicht ganz ernst gemeint. Bei der HTW Chur wurde das Thema Bibliotheksbekleidung nun im Rahmen einer Masterthesis verarbeitet:

Churer Schriften zur Informationswissenschaft – Schrift 90

Marcella Haab-Grothof

„Kleider machen BibliothekarInnen“: Der Einfluss von Kleidung des Bibliothekspersonals auf die Kontaktaufnahme von Benutzenden

Chur, Juli 2017

Die Arbeit steht hier zur Verfügung: http://www.htwchur.ch/uploads/media/CSI_90_Haab.pdf

Die Ergebnisse lesen sich recht unterhaltsam. Und zufällig schreibe ich gerade in Blau gekleidet den Beitrag – also schon mal vorbildlich und vertrauenserweckend 🙂 Über einen „DressCode“ in unserer Stadtverwaltung nur sehr wenig. Eine Bekleidungsverordnung aus dem Jahre 1979 betrifft eher Bereiche der Dienstbekleidung bzw. Uniformen.

In dieser Arbeit sind andere Beispiele aufgeführt, z.B. aus der GGG Basel:

  • Das bedeutet Verzicht auf Freizeit- und Ferientenüs. Das Tragen von Hausschuhen ist in der Öffentlichkeit nicht erlaubt. (z.B. Finken, Birkenstock, etc.).
  • Herren tragen lange Hosen (auch im Sommer), Hemd oder Poloshirt (keine Freizeit-T-Shirts mit Aufdruck). Darüber können Pullover, Jacke oder Kittel getragen werden. Falls offene Schuhe getragen werden (weniger erwünscht), bitte nur mit Socken.
  • Damen achten auf gepflegte Kleidung, keine Freizeit-T-Shirts mit Aufdruck, keine bauchfreie Kleidung, keine Shorts und Miniröcke. Bei offenen Schuhen sind gepflegte Füsse wichtig.

Birkenstocks sind Hausschuhe? Über das aktuelle Topmodell Gizeh mögen sich zwar die Geschmäcker streiten, aber im Sommer läuft dann gefühlt ein großer Teil der Bevölkerung mit Hausschuhen durch den Alltag.

Doch das sind Spitzfindigkeiten. Man wird mich weiterhin mit Hemd und (langer) Hose und geschlossenen Schuhen im Betrieb vorfinden. Und gerne auch mal mit grünem Hemd – die Auswirkung der Farbe wird in der Studie leider nicht erwähnt. Als Mann, der das Buch „Angezogen“ von Barbara Vinken noch im Kopf hat, eine leicht begründbare Entscheidung. Doch so manches Mal denke ich mir bei einigen Kleidungsstilen der Damen im Sommer – „Winter hat auch sein Gutes!“

ScG

Ein Meer aus Tinte und Gold

Der JULIUS CLUB ist in vollem Gange und hier kommt noch ein Lesetipp für ein Buch, das derzeit nur exklusiv von den Mitgliedern ausgeliehen werden kann. Allerdings gibt es auch die Möglichkeit den Titel über die Onleihe auf den E-Book-Reader zu laden.

Ein einfacher Satz fällt einem sofort zu dem Titel von der Autorin Traci Chee ein, wenn man ihn gelesen hat: „Dies ist ein Buch.“ Er ist kurz, prägnant und sagt doch so viel aus, besonders da die Geschichte von einer Welt erzählt, in der die Bevölkerung nicht lesen und schreiben kann. Dort sind auch keine Bücher bekannt und alles Wissen wird nur mündlich weiter gegeben.

Die junge Sefia schlägt sich zusammen mit ihrer Tante durch, immer auf der Flucht vor den Mördern ihres Vaters. Sie hat einen merkwürdigen Gegenstand ganz unten in ihrem Rucksack, den schon ihr Vater versteckt hatte und wegen dem ihre Eltern verfolgt wurden. Sie wird durch die weiteren Ereignisse gezwungen, sich näher damit auseinander zu setzen. Zuerst widerwillig, bis sie bemerkt, dass diesem eine starke Magie inne wohnt und sie bei jedem Berühren des Umschlags und der Seiten immer mehr versteht, dass es sich um ein Buch handelt und dass es sie lehrt es zu lesen.

Nicht nur die Geschichte zieht einen in ihren Bann auch von der ganzen Gestaltung wird mit dem Medium Buch gespielt. Allein schon der glänzend goldene Einband fällt einem sofort ins Auge und Innen ziehen sich über den unteren Rand der Seiten Geheimbotschaften, um Beispiele zu nennen.

„Ein Meer aus Tinte und Gold“ ist der erste Jugendroman der Autorin und der Auftaktband zu einer Reihe. Man darf gespannt sein, wie sie fortgesetzt wird.

La

 

 

 

 

Erfolgreiches Blind Date

Bis vor wenigen Tagen lief unsere Aktion „Blind Date mit einem Buch“, die wir zum Welttag des Buches gestartet hatten, in allen drei Zweigstellen. Darüber haben wir ja auch schon an dieser Stelle berichtet. Als Resümee lässt sich sagen, dass wir sehr viele mutige Leser haben, die sich darauf eingelassen haben! Natürlich wissen wir nicht, ob alle Treffen für beide Seiten erfolgreich waren, ob wirklich alle mitgenommenen Bücher gelesen wurden, aber es war in jedem Fall eine gelungene Aktion.

Wir haben in der Zeit auch immer wieder fleißig neue Kandidaten ins Rennen geschickt, damit das Regal genug Auswahl für jeden Geschmack bietet. Wie es aber immer so ist, konnten ein paar Bücher niemanden für sich gewinnen. Vielleicht lag es daran, dass unsere Beschriftung keine Neugier wecken konnte oder aber der richtige Lesepartner war einfach nicht vor Ort.

Jetzt sind all die bunten Pakete wieder ausgepackt und die Bücher zurück an ihrem Platz im Regal. Und vielleicht konnten wir ja den ein oder anderen Leser mit der Entdeckung eines neuen Autors begeistern!

La