Medientipp: „Die Erfindung der Leistung“

Es gibt Titel, die muss man einfach bestellen, wenn man die Kurzbeschreibung liest – und so erging es mir bei folgendem Titel: „Die Erfindung der Leistung“ von Nina Verheyen

Verlagstext:

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Wie die Idee von individueller Leistung in die Welt kam – und was wir aus ihr machen sollten.

Unsere Gesellschaft ist eine Leistungsgesellschaft. Aber was meinen wir, wenn wir von „Leistung“ sprechen? Wie wurde Leistung zu einer vermeintlich objektiven, individuellen Größe und wie haben sich soziale Beziehungen und Gefühle dadurch verändert? Warum definieren sich Menschen über ihre Leistung – oder über das, was sie und andere dafür halten? Anschaulich und erhellend beschreibt Nina Verheyen, wie sich das Verständnis von Leistung gewandelt hat und erzählt die Geschichte einer Idee, die unser aller Leben prägt. Sie plädiert für eine historisch informierte und zugleich neue, sozialere Definition von Leistung, mit der sich überzeugend gegen Optimierungszwänge, Marktmechanismen und soziale Ungleichheit streiten lässt.

Auf der Verlagswebseite gibt es auch Leseproben – sowohl im PDF-Format als auch im Epub -Format.

Zu finden ist das Buch demnächst bei uns im Bestand unter Soz 403 VER.

Rie

Medientipp: „Frauen & Macht“

Es ist eigentlich schon tragisch, dass immer noch um soziale Gerechtigkeit gekämpft werden muss und es Aktionstage, wie z.B. den Equal-Pay-Day gibt.

Aus diesem Grund musste wohl auch das folgende Manifest geschrieben werden:

Verlagstext:

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Das entscheidende Buch zur großen aktuellen Debatte Feminismus, Gleichberechtigung und #MeToo: Ein leidenschaftlicher Aufruf an Frauen, sich jetzt die Macht zu nehmen. Das Buch, das weltweit Furore macht! Spiegel-Bestseller und Nr. 1-Bestseller in Großbritannien.

Mary Beard ist eine der führenden Intellektuellen weltweit. Die Historikerin hat zahlreiche Bestseller geschrieben. Immer wieder mischt sie sich leidenschaftlich, streitbar und humorvoll in aktuelle Debatten ein. Frauenfeindlichkeit und Sexismus sind Themen, die sie seit langem begleiten – auch persönlich – und die sie nicht müde wird anzuprangern.

Auf der Webseite des Verlags sind zu dem Buch auch Pressestimmen zusammengetragen, die sich allesamt überschlagen. Wahrscheinlich hat es seinen Grund, weshalb das Buch so weit oben auf so vielen Beststeller-Listen stand. Ebenso sind auf der genannten Verlagswebseite eine Leseprobe sowie eine Buchvorstellung per Video erhältlich.

Wer sich ein wenig für Feminismus und auch für die Geschichte der Unterdrückung von Frauen in der abendländischen Kultur, beginnend mit der Odyssee von Homer, interessiert, der erhält hier eine gute Zusammenstellung. Zudem ruft die Autorin Frauen dazu auf, diesen Zustand zu beenden und sich die Macht zu nehmen, die sie wollen. Das Buch ist gut verständlich geschrieben und einnehmend.

Zu finden ist der Titel demnächst unter Soz 559 BEA.

Rie

Medientipp: „Zusammen leben“

Ich gebe zu, dass ich das Buch nicht gelesen habe, aber der Titel und die Inhaltsangabe klingen einfach gut.

Bart Somers: „Zusammen leben: Meine Rezepte gegen Kriminalität und Terror“

BartSomers

Die belgische Stadt Mechelen war mal ganz unten, verwahrlost und kriminell. Ihr Image: die dreckigste Stadt Belgiens. Doch Bart Somers hat sie wieder aufgerichtet – mit einer verblüffenden Doppelstrategie: Null-Toleranz und Multikulti. Im Jahr 2016 wurde Bart Somers in London vom Weltverband der Bürgermeister zum „besten Bürgermeister der Welt“ gewählt. Somers ist in seiner Stadt Mechelen gelungen, was in den meisten Städten mit sozialen Brennpunkten nur selten gelingt: Er hat die Kriminalitätsrate dramatisch gesenkt, und trotz 128 Nationalitäten und 20 Prozent muslimischem Bevölkerungsanteil klappt in seiner Stadt die Integration. Aus der ganzen Region von Antwerpen und Brüssel bis zur Nachbarstadt Vilvoorde sind bislang mehr als 500 Jugendliche zum IS aufgebrochen. Und aus Mechelen? Niemand. Wie Somers das alles geschafft hat, davon erzählt dieses erfrischend zupackende, optimistische und gut gelaunte Buch.

[ Hier ] gibt es auch eine Leseprobe.

Da wünscht man sich wirklich mehr solcher Menschen. Wobei es ja nicht immer nur auf die Menschen ankommt, sondern auch auf die Rahmenbedingungen. Hut ab vor Mechelen und hoffentlich können möglichst viele Städte folgen.

Rie

Medientipp: „Flucht und Segen“

Im Sachgebiet SoP (Sozialpolitik) wird weitestgehend das Thema Integration abgedeckt.

Neu im Bestand ist nun das Buch „Flucht und Segen “ von Ann-Kathrin Eckardt.

Darum geht es: (Verlagstext)

Fluchtsegen

Ein Jahr nach den Willkommensszenen und dem Merkel’schen Glaubensbekenntnis „Wir schaffen das“ stellt sich die Frage, wie wir das alltägliche Zusammenleben mit den Flüchtlingen bewerkstelligen können. Wie die unterschiedlichsten Mentalitäten mit der unseren zu vereinen sind und wie die vielen Menschen nicht nur ein Leben in Frieden und Freiheit bei uns finden, sondern auch ein Obdach und Arbeit. Ann-Kathrin Eckardt, Redakteurin bei der Süddeutschen Zeitung, zieht hier ehrlich und schonungslos Bilanz. Eine wichtige, authentische Stimme in der Debatte um gelingende Integration.

Ein Zitat vom Buchrücken verdeutlicht die Situation:

„Und obwohl man als Helfer durchaus Etappensiege erreicht, wird schnell klar: Integration ist kein Sprint. Eher ein Ultra-Marathon mit dem kurzzeitigen Wunsch, einfach stehen zu bleiben.“

Das Buch wird beschrieben als ehrliche Bilanz ihrer Flüchtlingshilfe, soll Mut machen, trotzdem weiterzuhelfen – und zeigen, wie erfolgreiche Integration gelingen kann.

Erfolg ist allen Betroffenen in höchstem Maße zu wünschen.

Das Buch ist demnächst unter SoP 1955 ECK im Bestand der Stadtbibliothek zu finden.

Rie

Lesekünstlerin 2018

Die Interessengruppe (IG) des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels kürt seit 2009 regelmäßig den oder die Lesekünstler(in) des Jahres im Kinder- und Jugendbuchbereich. Aber wer ist ein Lesekünstler und wie kann man das werden? Erste Voraussetzung: Man muss ein(e) Autor(in) sein sowie im Kinder- und Jugendbuchbereich schreiben und auch dort Lesungen durchführen. Beim Vorlesen sollten nach Möglichkeit die Zuhörer nicht einschlafen 😉 Der Autor/die Autorin muss es verstehen, das Publikum zu fesseln – dabei ist der Kreativität keinen Grenzen gesetzt. Manche schaffen das schon durch ihre tolle Vortragsweise, andere durch szenische Untermalung, zeichnend usw. Auch sollte man gut auf die Fragen der jungen Zuhörer eingehen können.

Vorgeschlagen werden können die Autoren von den Buchhändlern – die Beschränkung ist eigentlich schade. Wir Bibliotheken kennen da auch so manche guten Vorleser 🙂

Trick 347

Dieses Jahr hat es die Autorin Nina Weger geschafft! Auf der Leipziger Buchmesse las sie aus ihrem Titel „Trick 347 oder Der mutigste Junge der Welt“ (Oetinger Verlag) vor und bewies dabei, dass sie den Preis mehr als verdient hatte. Auch von uns noch alles Gute zu dieser Auszeichnung und wir hoffen bald auf viele neue tolle Titel aus der Feder von Nina Weger 🙂 Denn „Trick 347“ war bei uns schon ein Julius-Club-Buch und wurde damals von Kollegen und Julianern schon sehr gerne gelesen 🙂

Mach deinen Film!

Längst eignen sich die sozialen Medien nicht nur zum Nachrichtenaustausch mit Freunden, sondern auch um Fotos und Filme mit der Welt zu teilen. Doch wie lassen sich die eigenen Ideen zu einem guten Film realisieren? Und was, wenn man nichts weiter als ein Handy zur Verfügung hat, statt teurem Profi-Equipment? Genau an dieser Stelle hakt das Buch „Mach deinen Film!“ von Matt Thrift ein.

Mach deinen Film

Auf rund 150 Seiten und in 39 kurzen, knackigen Schritten erläutert der Autor die Herangehensweise an einen Film. Von den notwendigen Vorbereitungen, über den Dreh, bis zur Nachbereitung. Darüber hinaus enthält das Buch am Ende nützliche Listen für die praktische Umsetzung eigener Ideen.

Bei der geringen Seitenzahl ist eine Vertiefung in die Film-Materie nicht möglich. Diesen Anspruch hat der Autor auch nicht. Er will Neulingen Mut machen, ein Filmprojekt zu starten. Er zeigt auf, wie man die eigenen Ideen in ein Drehbuch verwandelt, wie man mit künstlerischer Finesse das Maximum aus einfacher Technik herausholt und an welche großen und kleinen Dinge man denken muss, da sie sonst am Ende zusätzliche Zeit und Nerven rauben. Ein gut lesbarer „Roter Faden“ für all diejenigen, die schon immer mal mit Filmen in den sozialen Netzwerken punkten wollten. Im Bestand unter Signatur Tech 883 THR.

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Neue Upcycling-Ideen

Man muss nicht alles neu kaufen. Zum Einen kommen (zumindest bei Elektrogeräten) Reparaturen dem Portemonnaie und der Umwelt zu Gute. Das Wegwerfen von anderen Dingen kann vermieden werden, da die Materialien weiter verarbeitet werden können.

Müll2.0

70 Projekte werden im folgenden Titel vorgestellt:

Best of Recycling: 70 verblüffende und inspirierende Projekte. Einfache und elegante Objekte nach Schwierigkeitsgrad sortiert. Vielfältiges Material: Flaschen, Kisten, Dosen, Paletten, Kartons, Zeitschriften und Konservendosen. Mit etwas Fantasie und Einfallsreichtum kann alles, wirklich alles, zu neuem Leben erweckt werden. Wer hätte gedacht, dass aus einer Palette im Nu eine Hollywood-Schaukel wird oder mit etwas mehr Geduld eine voll ausgestattete Küche? Oder dass man für eine schicke Bar nur ein paar Weinkisten übereinanderstapeln muss? In «Müll 2.0» entsteht aus Pappkartons ein Dinosaurier, ein eleganter Sessel und sogar ein neues Büro 100 % ökologisch und garantiert einmalig! Nichts ist wertlos, alles lässt sich umgestalten. Flaschen, Kisten, Dosen, Paletten, Kartons, Zeitschriften und Konservendosen die neuen Objekte machen das, was früher Müll war, zu wertvollen Rohstoffen. Ein Buch für alle, die Freude an Kreativität und Dekoration haben und bewusster konsumieren möchten. (Verlagstext)

Am besten gefällt mir von den Projekten der auf dem Titelbild abgebildete Leuchter aus PET-Flaschen. Es sind einige leichte Projekte enthalten, aber auch welche, die es in sich haben und für Fortgeschrittene sind. Bei einigen wird die Konstruktions-Software 3D-CAD benötigt, die vermutlich in Privathaushalten nicht allzu weit verbreitet sein dürfte.

Dafür können viele der anderen Projekte aus Kartons erstellt werden, so z.B. Pinatas, Karton-Masken oder Besteckhalter (aus alten Dosen) oder aus verschiedenen Naturmaterialien ein Insektenhotel. Am ansprechendsten zum Nachbauen finde ich die Zimmerlaterne. Im Stil wie die alten Straßenlaternen (für Kenner: Schinkelleuchte) – nur eben mit Strom und alles mit Karton.

Das Buch ist unter Spo 997 BRU im Bestand der Stadtbibliothek zu finden.

Rie