Ab auf´s Buch

Heute gibt es mal wieder ein Fundstück. Und zwar gab es im Rahmen des Suhrkamp-Sommerfestes einen Automaten, mit es möglich war, sich auf einem Buchcover zu verewigen. Leider konnte man das Resultat dann nur ausdrucken und die Bilder sind nicht auf richtige Bücher gelangt.

Schade eigentlich. Denn selbst in den großen Drogeriemärkten kann man per Bestellung über das Internet bspw. Seifenspender, Duschbäder mit Bild und Schrift personalisieren.

Müssten wir Bibliotheken also wieder selbst ran mit einer Veranstaltung. Vielleicht mit einer Veranstaltung  „design your book“. Kameras, Computer & Drucker haben wir ja. Bücher auch ein paar.

Hmmm, na mal schauen, was sich 2018 so alles ergibt 🙂

Rie

Der neue Ken Follett ist da!

Lang haben die Fans darauf gewartet: Nach “ Die Säulen der Erde“ und „Die Tore der Welt“ veröffentlicht Ken Follett mit „Das Fundament der Ewigkeit“ den nächsten Kingsbridge-Roman.

Fundament ewigkeit1558. Noch immer wacht die altehrwürdige Kathedrale von Kingsbridge über die Stadt. Doch die ist im Widerstreit zwischen Katholiken und Protestanten zutiefst gespalten. Freundschaft, Loyalität, Liebe … nichts scheint mehr von Bedeutung zu sein. Die wahren Feinde sind dabei nicht die rivalisierenden Konfessionen. Der eigentliche Kampf wird zwischen denen ausgefochten, die an Toleranz und Verständigung glauben, und den Tyrannen, die ihre Ideen den anderen aufzwingen wollen – koste es, was es wolle.

Ned Willard wünscht sich nichts sehnlicher, als Margery Fitzgerald zu heiraten. Doch der Konflikt entzweit auch sie, und Ned verlässt Kingsbridge, um für die protestantische Prinzessin Elizabeth Tudor zu arbeiten. Als diese wenig später Königin wird, wendet sich ganz Europa gegen England. Um in dieser heiklen Situation früh vor Mordkomplotten, Aufständen und Angriffen der konkurrierenden Mächte gewarnt zu sein, baut die scharfsinnige Monarchin mit Neds Hilfe den ersten Geheimdienst des Landes auf. Die kleine Gruppe geschickter Spione und mutiger Geheimagenten ermöglicht es Elizabeth I. in den nächsten fünfzig Jahren, an ihrem Thron und ihren Prinzipien festzuhalten. Die Liebe zwischen Ned und Margery scheint verloren zu sein, denn von Edinburgh bis Genf steht ganz Europa in Flammen … (Quelle Text und Bild: Lübbe Verl.)

Das Buch ist ab dieser Woche im Bestand der Bibliothek – das Hörbuch folgt demnächst.

Ich frage mich gerade, ob ein verregneter Herbst bei dem Titel fast wünschenswert wäre. Denn dann kann man es sich ja immer besonders bequem auf dem Sofa mit Decke und Tee/Kaffee/Schokolade und diesem tollen Buch machen. Denn immerhin hat Ken Folletts neustes Werk 1162 Seiten! Egal wie und wo Sie das Buch lesen – ich wünsche viel Freude 🙂

 

 

Ein Hoch auf die Kochbücher

Heute geht es mal um eine sehr beliebte Rubrik in der Bibliothek: Koch- und Backbücher:

Ehrlich gesagt, habe ich grad mal eine Handvoll von ihnen zu Hause. Sie sehen zwar toll aus, aber leider treffen immer nur einige Rezepte meinen Geschmack.

Aus diesem Grund nutze ich oft Rezeptsammlungen im Internet. Einfach als Suchbegriff eingeben, wonach einem der Sinn steht oder was man grade zu Hause hat und schwupps hat man 893 Treffer und die Suche beginnt. Ich bin ein großer Fan des nachträglichen Filterns, weil ich keine Lust habe Lebenszeit mit Trefferlisten durchsehen zu verschwenden.

Für diesen Blogbeitrag (und auch nur für den) ist dieses Vorgehen schade, da ich nicht auf etwaige Kuriositäten stoße. Diese sammelt der Blog „the worst of Chefkoch„.

Ich habe die Seite mal überflogen und ich muss zugeben, dass die Menschheit zwar kreativ, aber nicht immer erfolgreich ist. Mein persönliches Highlight ist der Kartoffel-Hotdog.

Wer dem Link folgen sollte, kann ja vielleicht in den Kommentaren schreiben, was für ihn / sie das Highlight des Blogs ist. Der Unterhaltungswert ist garantiert, vor allem, weil um das Gericht herum Geschichten geschrieben worden sind, z.B. mit Vermutungen zur Entstehung des Gerichts.

Vielen Dank an Frau M. in R. für den Tipp!

Rie

Filmfestspiele in Venedig

Die Filmfestspiele in Venedig sind seit letzter Woche vorbei. 5 Tage – von Montag bis Freitag – konkurrierten die unterschiedlichsten Filme um den Hauptpreis, den Goldenen Löwen. Darunter auch ein Dokumentar Film: EX LIBRIS: Dokumentation über die New York Public Library. Der Film von Frederick Wiseman wurde am 4. September uraufgeführt, den Goldenen Löwen hat er nicht erhalten, aber er bekam den FIPRESCI-Preis sowie den Fair Play Cinema Award.

Der Dokumentarfilm zeigt in über drei (!) Stunden die Arbeit der New York Public Library und ihren sage und schreibe 92 Zweigstellen ( „[…] ihre Gründer wollten, dass sie für jeden New Yorker zu Fuß erreichbar ist. Quelle: Website infobib: Ex Libris, gesehen am 11.09.2017).

Einen kleinen Einblick in den Film bietet der Trailer auf Youtube:

Ich bin gespannt, ob es der Film auch mal auf DVD nach Deutschland schafft.

Lesen verlängert das Leben

Forscher der Yale University haben herausgefunden, dass Lesen das Leben verlängert und zwar um bis zu 2 Jahre, wenn man jeden Tag ca. 30 Minuten liest. Gefunden habe ich dies in der Zeit-Online.

3635 Probanden haben an der Studie teilgenommen, 12 Jahre sind jetzt um:

Wer lebt noch, wer ist tot? Und wie verteilen sich die Lebenden und die Gestorbenen auf die drei Gruppen, die das Forscherteam anfangs gebildet hatte: erstens Menschen, die keine Bücher lesen; zweitens Leser, die sich bis zu dreieinhalb Stunden pro Woche in ihre Bücher vertiefen; und drittens Vielleser, die noch mehr schmökern? […]  Im vergangenen Jahr stand das Ergebnis endgültig fest: Die Bücherliebhaber lebten länger als die Nichtleser.

(Quelle: Zeit-Online, vom 16. März 2017, Zugriff 08.09.2017)

Mich macht es schon ein wenig stolz in einem so gesundheitsfördernden Beruf zu arbeiten 😉 Ich empfehle Ihnen auch, diese halbe Stunde jeden Tag einzuhalten. Da noch nicht geklärt ist, ob Romane oder Sachbücher besser sind, empfehle ich wöchentlich einen gesunden Mix. Sehr gerne natürlich auch mehr als die halbe Stunde. Der große Vorteil, es gibt keine bisher erkannten Risiken. Nebenwirkungen sind nur ein höherer Bedarf an Büchern. Aber dafür haben wir als Bibliothek die Lösung: Einfach in Ihrer nächsten Öffentlichen Bibliothek anmelden. Dort haben Sie garantiert immer genügend Lesestoff vor Ort 🙂

Und damit wünsche ich einen wunderschönen Schmöker-Sonntag. Ich vertiefe mich jetzt noch schnell in den neuen Moers.

P.S. Der Artikel bietet noch ein spannendes Video: Documenta – Lesen ist Luxus. Denn auch heute, im 21. Jahrhundert, werden noch viele Bücher zensiert.

Lesen für ein selbstbestimmtes Leben

Die Stiftung Lesen und die Deutsche Bahn Stiftung haben ein neues Projekt ins Leben gerufen: „Es fängt mit Lesen an“. Die Kampagne ist Anfang August gestartet und ich bin gespannt, wie sie aufgenommen wird und wann und wo mir die Kampagnen-Motive ‚über den Weg laufen‘.

Eigentlich ist es schade, dass solche Initiativen auch heute noch nötig sind, aber leider haben immer noch sehr viele Jugendliche Probleme mit dem Lesen. Es gibt mehr als 7 Millionen Erwachsene, die funktionale Analphabeten sind (siehe Pressemitteilung Stiftung Lesen, Aussage von Herrn Dr. Jörg F. Maas). Aus dem Grund bin ich froh, dass es weiterhin solche Kampagnen gibt. Mit dem Projekt „Es fängt mit Lesen an“, will man ehrenamtliche Vorlesepaten und Lesemacher gewinnen. Die Kampagne wird von Verlagen, Vermarktern und Lesezirkeln unterstützt. Dazu gibt es verschiedene Motive, die Kinder und Jugendliche vertieft in Bücher zeigen 🙂 Weitere Informationen gibt es direkt bei stiftunglesen.de (zuletzt aufgerufen am 05.09.17).

Auch unseren Vorlesepaten bin ich immer wieder dankbar, dass sie sich in den Kitas und Grundschulen von Salzgitter so engagieren 🙂

 

 

Udolpho’s Geheimnisse

Verehrte Leserschaft,

da ich gern Urlaub in St. Peter Ording mache, darf dort ein traditioneller Besuch in der Buchhandlung natürlich nicht fehlen.

Meist weiß ich genau, was ich kaufen möchte. Gelegentlich stoße ich auch spontan auf ein Buch, das nicht auf meiner Liste steht. Dieses Mal habe ich gleich zwei Bücher mitgenommen. Eine Ortschronik und ein Buch, das man mir extra bestellen musste. „Udolpho’s Geheimnisse“ von Ann Radcliffe. Das wollte ich schon seit längerer Zeit lesen, kam jedoch nicht dazu. Darauf aufmerksam geworden bin ich durch den Roman „Northanger Abbey“ von Jane Austen, in dem die Hauptprotagonistin dieses Buch liest.

udolphos gehemnisInhalt: Emilie St. Aubert ist das einzige Kind einer adeligen Familie, die zurückgezogen auf ihren kleinen Ländereien lebt. Nachdem sie mehrere Schicksalsschläge erlitten hat, sieht sich die feinsinnige junge Frau gezwungen, zu einer Tante zu ziehen, mit der sie nur wenig verbindet. Als sie sich weigert, nur um des Geldes willen eine Ehe mit einem Grafen einzugehen, wird sie auf das abgelegene Schloss Udolpho verschleppt. Mysteriöse Vorfälle drohen sie in den Wahnsinn zu treiben, und nur der Gedanke an ihren Geliebten Valancourt hält sie bei Verstand. Doch auch dieser hütet ein finsteres Geheimnis − Emilies Schicksal scheint unter einem dunklen Stern zu stehen…

Quelle: Golkonda-Verlag

Bei bestem Wetter und nach einem weiten Spaziergang am Strand machte ich mich also daran, gemütlich im Strandkorb mit meiner neuen Lektüre anzufangen. Die mir vorliegende Ausgabe entsprach zeichengetreu der deutschen Erstübersetzung von 1795, was ich sogleich an der Rechtschreibung feststellen konnte. Nachdem ich mich, einige Sätze mehrmals lesend, auf Seite 19 wiederfand, kam ich an eine Textstelle, die mir immer noch im Gedächtnis blieb und seitdem keine Ruhe lässt. Es handelt sich um folgende Zeilen:

„Ein wohl angebauter Geist, sagte er oft, ist die beste Sicherheit gegen die Pest der Thorheit und des Lasters. Die leere Seele hascht immer nach Zeitvertreib, und stürzt sich lieber in Verwirrungen, um nur der Langeweile zu entgehen. Man bereichere sie mit Ideen, man lehre sie das Vergnügen, des Denkens kosten, und gewiß wird die Befriedigung, die sie in ihrer innern Welt findet, die Versuchungen der äussern aufwiegen. Eine geübte Denkkraft, ausgebildete Seelenkräfte sind gleich nothwendig zum Glück eines ländlichen und städtischen Lebens; beim erstern verhindern sie die unangenehme Empfindung der Unthätigkeit und gewähren ein veredeltes Vergnügen durch den Geschmack, den sie am Großen und Schönen erzeugen; beim leztern machen sie Zerstreuung weniger zu einem Gegenstande des Bedürfnisses und folglich des Bestrebens für uns.“

– Zitat aus „Udolpho’s Geheimnisse“ Band 1, von Ann Radcliffe, Seite 19, Zeile 21-34.

Diesem Zitat konnte ich voll und ganz zustimmen. Es beschreibt auch meine Denkweise. Wer ständig auf der Suche nach neuem Input und Zerstreuung ist, der erträgt kaum Untätigkeit und würde diese mit Sicherheit als Langeweile bezeichnen. Wer hingegen gelernt hat, seinen Geist zu nutzen, Ruhe zu ertragen, dem wird nie langweilig sein. Das Phänomen der Langeweile in ruhigen Zeiten kann man in unserer schnelllebigen Zeit sehr häufig beobachten. Wir sind nicht mehr gewohnt, gedanklich in die Ferne zu schweifen, in uns selbst zu ruhen. Bei meinen Überlegungen, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich von diesem Phänomen zum Glück noch nicht betroffen bin. Ich kann mich privat mit einer dampfenden Tasse Tee aufs Sofa lümmeln, vor mich hinstarren und dabei denken, planen, Welten erschaffen oder einfach den Augenblick genießen. Ich kenne keine Langeweile, da mein Geist nie ruht.

Aber wie bezieht sich die Autorin nun auf den Roman? Wenn wir uns diese Textstelle genau anschauen, müssen wir uns klar werden, in welcher Zeit der Roman spielt. Das Buch ist im Original von 1794. Es spielt ebenfalls zu dieser Zeit. Auf dem Lande gab es nicht viel Zerstreuung. Kulturelle Anlässe wie Bälle, Konzerte und andere gesellschaftliche Zusammenkünfte waren meist in den großen Städten anzutreffen. Wenn ein Adeliger eine Abendgesellschaft auf dem Land gab, waren diese nur den Adeligen und Mitgliedern der gehobenen Klasse vorbehalten.

Die geübte Denkkraft von der wir sprechen, ist bei zwei Arten von Leben notwendig. Erstens auf dem Lande und zweitens beim Leben in der Stadt.

  1. Land: Wenn man die, meiner Meinung nach, paradiesischen Zustände der Ruhe auf dem Land und die Schönheit der umgebenden Natur nicht zu schätzen weiß, kommt sehr schnell Langeweile auf und man ist rastlos und genervt. Da hilft es dann auch nicht, Zugriff auf die eigene Privatbibliothek zu haben. Dies alles wird als öde und langweilig empfunden.
  2. Stadt: Zerstreuung durch das kulturelle Angebot wird nicht unbedingt benötigt, sondern eher als eine nette Abwechslung, bzw. als Bonus angesehen, man kommt jedoch auch ohne das alles aus.

Auf der Seite des Golkonda-Verlages kann man alle 4 Bände als PDF herunterladen und für private und wissenschaftliche Zwecke nutzen: Udolpho’s Geheimnisse Band 1

Ich hoffe, dass Ihnen das Lesen dieses Zitats ebenso viel Vergnügen bereitet hat wie mir. Und wenn Ihnen zuhause in einer ruhigen Minute langweilig wird, genießen Sie einfach einmal diesen Moment und greifen Sie nicht zum Smartphone oder Tablet um Ihren Facebook-Status oder die neuesten WhatsApp-Nachrichten zu checken. Lehnen Sie sich entspannt zurück, schließen Sie die Augen und kommen Sie zur Ruhe. Wenn Sie möchten, greifen Sie auch zu einem Buch aus der Stadtbibliothek Salzgitter. Wir freuen uns über Ihren Besuch.

GL