Medientipp: „Gerade gestern“

In diesem Buch von Martin Meyer geht es um das allmähliche Verschwinden des Gewohnten.

Auf der Verlagswebseite gibt es neben einer Leseprobe auch ein ‚Special‘ mit fünf Fragen an den Autoren, die er natürlich auch entsprechend beantwortet. Zudem gibt es dort eine Kurzbeschreibung des Buches:

geradegestern

Wann sind die Dauerwelle, Karl May und das HB-Männchen aus unserem Alltag verschwunden? Martin Meyers kleine Geschichte des Alltäglichen

Plötzlich ist da etwas verschwunden: Ein Automodell, das über viele Jahre das Bild der Städte bestimmte. Eine Frisur, die Frauen begehrenswert machte. Die Kleinanzeige, die dem einsamen Mann helfen sollte, gerade diese Frau zu finden. Auch Filme, Redewendungen, Umgangsformen, die noch vor wenigen Jahrzehnten zum Alltag gehörten: verschwunden. Und niemand kann sagen, wann. In wunderbaren Prosastücken erinnert Martin Meyer daran, was den Alltag vor zehn, zwanzig oder dreißig Jahren ausmachte. Und er regt dazu an, die eigenen Erinnerungen zu überprüfen: Wie hat sich die Welt verändert, wie hat man sich selbst verändert? Eine kleine Kulturgeschichte des Verschwindens.

Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis kann man über die Deutsche Nationalbibliothek werfen. Ich habe es getan und ich wundere mich u.a. über „Sonntage“ und „007“, denn gerade die beiden kommen doch eigentlich immer wieder. 🙂

Hilft wohl nur das Buch lesen, um herauszufinden, was es damit auf sich hat. Der Titel wurde im Übrigen auch schon vielerorts im Internet vorgestellt und besprochen und das gar nicht mal schlecht.

Bei uns ist der Titel demnächst unter Soz 915 MEY im Bestand zu finden.

Rie

Medientipp: „Organisieren Sie noch oder leben Sie schon?“

… und der Zusatz zum Titel lautet: „Zeitmanagement für kreative Chaoten“.

Da ich immer mal kreativ und chaotisch bin und organisieren und leben ja auch zum Alltag gehören, sprach mich schon allein der Titel an.

Auf der Verlagswebseite kann man einen Blick ins Inhaltsverzeichnis werfen und erhält auch eine Leseprobe. Der Verlag beschreibt das Buch wie folgt:

nussbaumcordulaFrüher waren kreative Chaoten noch spleenige Außenseiter, heute sind sie in der Arbeitswelt gefragter denn je. Wohin man auch blickt, arbeiten Unternehmen daran, schneller, innovativer oder agiler zu werden. Und genau darin liegt ihr Potenzial! In der Neuauflage dieses Zeitmanagementklassikers stärkt Cordula Nussbaum mit frischen Tipps und Übungen den kreativen Chaoten den Rücken und gibt auch Ordnungsfans Instrumente an die Hand, um sich in modernen Arbeitsumgebungen zurechtzufinden. Wie schnöder „Orgakram“ trotzdem Spaß machen kann, lesen Sie hier!

Enthalten ist u.a. auch ein „Selbst-Check: Wie chaotisch sind sie wirklich?“

Mein Ergebnis ist, dass ich ein Mischtyp bin, was aber wohl auch nicht tragisch und gar nicht so unüblich ist. Ich bin gespannt, welche Ratschläge mir daraufhin zu meinem Typ gegeben werden können 🙂

Rie

Medientipp: „Die Erfindung der Leistung“

Es gibt Titel, die muss man einfach bestellen, wenn man die Kurzbeschreibung liest – und so erging es mir bei folgendem Titel: „Die Erfindung der Leistung“ von Nina Verheyen

Verlagstext:

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Wie die Idee von individueller Leistung in die Welt kam – und was wir aus ihr machen sollten.

Unsere Gesellschaft ist eine Leistungsgesellschaft. Aber was meinen wir, wenn wir von „Leistung“ sprechen? Wie wurde Leistung zu einer vermeintlich objektiven, individuellen Größe und wie haben sich soziale Beziehungen und Gefühle dadurch verändert? Warum definieren sich Menschen über ihre Leistung – oder über das, was sie und andere dafür halten? Anschaulich und erhellend beschreibt Nina Verheyen, wie sich das Verständnis von Leistung gewandelt hat und erzählt die Geschichte einer Idee, die unser aller Leben prägt. Sie plädiert für eine historisch informierte und zugleich neue, sozialere Definition von Leistung, mit der sich überzeugend gegen Optimierungszwänge, Marktmechanismen und soziale Ungleichheit streiten lässt.

Auf der Verlagswebseite gibt es auch Leseproben – sowohl im PDF-Format als auch im Epub -Format.

Zu finden ist das Buch demnächst bei uns im Bestand unter Soz 403 VER.

Rie

Medientipp: „Frauen & Macht“

Es ist eigentlich schon tragisch, dass immer noch um soziale Gerechtigkeit gekämpft werden muss und es Aktionstage, wie z.B. den Equal-Pay-Day gibt.

Aus diesem Grund musste wohl auch das folgende Manifest geschrieben werden:

Verlagstext:

beard

Das entscheidende Buch zur großen aktuellen Debatte Feminismus, Gleichberechtigung und #MeToo: Ein leidenschaftlicher Aufruf an Frauen, sich jetzt die Macht zu nehmen. Das Buch, das weltweit Furore macht! Spiegel-Bestseller und Nr. 1-Bestseller in Großbritannien.

Mary Beard ist eine der führenden Intellektuellen weltweit. Die Historikerin hat zahlreiche Bestseller geschrieben. Immer wieder mischt sie sich leidenschaftlich, streitbar und humorvoll in aktuelle Debatten ein. Frauenfeindlichkeit und Sexismus sind Themen, die sie seit langem begleiten – auch persönlich – und die sie nicht müde wird anzuprangern.

Auf der Webseite des Verlags sind zu dem Buch auch Pressestimmen zusammengetragen, die sich allesamt überschlagen. Wahrscheinlich hat es seinen Grund, weshalb das Buch so weit oben auf so vielen Beststeller-Listen stand. Ebenso sind auf der genannten Verlagswebseite eine Leseprobe sowie eine Buchvorstellung per Video erhältlich.

Wer sich ein wenig für Feminismus und auch für die Geschichte der Unterdrückung von Frauen in der abendländischen Kultur, beginnend mit der Odyssee von Homer, interessiert, der erhält hier eine gute Zusammenstellung. Zudem ruft die Autorin Frauen dazu auf, diesen Zustand zu beenden und sich die Macht zu nehmen, die sie wollen. Das Buch ist gut verständlich geschrieben und einnehmend.

Zu finden ist der Titel demnächst unter Soz 559 BEA.

Rie

Medientipp: „Zusammen leben“

Ich gebe zu, dass ich das Buch nicht gelesen habe, aber der Titel und die Inhaltsangabe klingen einfach gut.

Bart Somers: „Zusammen leben: Meine Rezepte gegen Kriminalität und Terror“

BartSomers

Die belgische Stadt Mechelen war mal ganz unten, verwahrlost und kriminell. Ihr Image: die dreckigste Stadt Belgiens. Doch Bart Somers hat sie wieder aufgerichtet – mit einer verblüffenden Doppelstrategie: Null-Toleranz und Multikulti. Im Jahr 2016 wurde Bart Somers in London vom Weltverband der Bürgermeister zum „besten Bürgermeister der Welt“ gewählt. Somers ist in seiner Stadt Mechelen gelungen, was in den meisten Städten mit sozialen Brennpunkten nur selten gelingt: Er hat die Kriminalitätsrate dramatisch gesenkt, und trotz 128 Nationalitäten und 20 Prozent muslimischem Bevölkerungsanteil klappt in seiner Stadt die Integration. Aus der ganzen Region von Antwerpen und Brüssel bis zur Nachbarstadt Vilvoorde sind bislang mehr als 500 Jugendliche zum IS aufgebrochen. Und aus Mechelen? Niemand. Wie Somers das alles geschafft hat, davon erzählt dieses erfrischend zupackende, optimistische und gut gelaunte Buch.

[ Hier ] gibt es auch eine Leseprobe.

Da wünscht man sich wirklich mehr solcher Menschen. Wobei es ja nicht immer nur auf die Menschen ankommt, sondern auch auf die Rahmenbedingungen. Hut ab vor Mechelen und hoffentlich können möglichst viele Städte folgen.

Rie

Alles kann, Liebe muss

„Alles kann, Liebe muss“ von Katrin Bauerfeind ist keine Liebesschmonzette, sondern viel mehr eine Sammlung von Geschichten aus ihrem Leben. Das Buch trägt den Untertitel „Geschichten aus der Herzregion“ und ist locker, leicht und vor allem mit viel Humor geschrieben. In einem ihrer vorherigen Bücher schrieb sie schon: Man kann sich leichter am Hintern kratzen als am Herzen. Und dieses Zitat passt wunderbar zu diesem Buch.

Katrin Bauerfeind sagt in ihrem Vorwort, dass es viel einfacher ist zu hassen als zu lieben. Aber in einer Welt, in der es immer mehr Hass gibt, ist es umso wichtiger mehr Liebe zu verbreiten. Wir müssen damit aber bei uns anfangen. Wenn jeder von uns bei jedem fünfen Blödmann, der uns das Leben schwer macht, nicht zurück meckern, sondern mit Verständnis reagieren und eine nette Antwort geben, können wir schon etwas in dieser Welt bewirken. Vielleicht versuchen wir einfach mal öfter fremde Menschen einfach mal anzulächeln? Katrin Bauerfeind ist davon überzeugt, dass es hilft die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Bei vielen Geschichten in diesem Buch habe ich mich oder meine Handlungsweisen wiederentdeckt. Bei einigen musste ich wirklich laut und aus vollem Herzen lachen, einige brachten mich zum Nachdenken und andere haben mir das Herz zugeschnürt. Aber auf jeder Seite fühlte ich mich unterhalten und nach jeder Geschichte wollte ich eine weitere lesen.

FAZIT: Wir müssen bei uns beginnen, wenn wir die Welt besser machen wollen. Aber wer ein esoterisches Buch erwartet, wird enttäuscht sein. In „Alles kann, Liebe muss“ ist „nur“ gute Unterhaltung rund um das Thema Liebe drin.

Medientipp: „Flucht und Segen“

Im Sachgebiet SoP (Sozialpolitik) wird weitestgehend das Thema Integration abgedeckt.

Neu im Bestand ist nun das Buch „Flucht und Segen “ von Ann-Kathrin Eckardt.

Darum geht es: (Verlagstext)

Fluchtsegen

Ein Jahr nach den Willkommensszenen und dem Merkel’schen Glaubensbekenntnis „Wir schaffen das“ stellt sich die Frage, wie wir das alltägliche Zusammenleben mit den Flüchtlingen bewerkstelligen können. Wie die unterschiedlichsten Mentalitäten mit der unseren zu vereinen sind und wie die vielen Menschen nicht nur ein Leben in Frieden und Freiheit bei uns finden, sondern auch ein Obdach und Arbeit. Ann-Kathrin Eckardt, Redakteurin bei der Süddeutschen Zeitung, zieht hier ehrlich und schonungslos Bilanz. Eine wichtige, authentische Stimme in der Debatte um gelingende Integration.

Ein Zitat vom Buchrücken verdeutlicht die Situation:

„Und obwohl man als Helfer durchaus Etappensiege erreicht, wird schnell klar: Integration ist kein Sprint. Eher ein Ultra-Marathon mit dem kurzzeitigen Wunsch, einfach stehen zu bleiben.“

Das Buch wird beschrieben als ehrliche Bilanz ihrer Flüchtlingshilfe, soll Mut machen, trotzdem weiterzuhelfen – und zeigen, wie erfolgreiche Integration gelingen kann.

Erfolg ist allen Betroffenen in höchstem Maße zu wünschen.

Das Buch ist demnächst unter SoP 1955 ECK im Bestand der Stadtbibliothek zu finden.

Rie