Das Lied der Krähen von Leigh Bardugo

In ihrem Roman „Lied der Krähen“ nimmt Leigh Bardugo einen in die düsteren Straßen der von ihr entworfenen Metropole Ketterdam mit. Man ist schnell in den schmutzigen Gassen, mitten im Milieu der Straßenbanden gefangen, wo nur Stärke und Skrupellosigkeit das Überleben sichern. Das haben sich auch die jungen Handlungsträger zu eigen gemacht, jeder auf seine ganz spezielle Weise.

Die Kapitel sind jeweils aus der Sicht eines der sechs Hauptprotagonisten geschrieben und ihre Motivationen und die Verwicklungen untereinander werden erst im Laufe des Buches durch Rückblenden deutlich. Alle haben die Gemeinsamkeit, dass sie noch sehr jung sind, aber bereits durch schwere Zeiten gegangen sind, die sie geprägt haben.

Sechs unberechenbare Außenseiter – eine unmögliche Mission. Der Nr.-1-Bestseller aus den USA – Leigh Bardugos temporeiche Saga über den tollkühnsten Coup der Fantasy-Geschichte

Ketterdam – pulsierende Hafenstadt, Handelsmetropole, Tummelplatz zwielichtiger Gestalten: Hier hat sich Kaz Brekker zur gerissenen und skrupellosen rechten Hand eines Bandenchefs hochgearbeitet. Als er eines Tages ein Jobangebot erhält, das ihm unermesslichen Reichtum bescheren würde, weiß Kaz zwei Dinge: Erstens wird dieses Geld den Tod seines Bruders rächen. Zweitens kann er den Job unmöglich allein erledigen …
Mit fünf Gefährten, die höchst unterschiedliche Motive antreiben, macht Kaz sich auf in den Norden, um einen gefährlichen Magier aus dem bestgesicherten Gefängnis der Welt zu befreien. Die sechs Krähen sind professionell, clever, und Kaz fühlt sich jeder Herausforderung gewachsen – außer in Gegenwart der schönen Inej …

(Quelle: Droemer/Knaur-Verlag)

In dem Buch vermischen sich einfache Technik und Magie, deren komplexe Art und Weise zu wirken, von der Autorin erdacht wurde. Dank der Erläuterungen dazu kommt man aber nach kurzer Zeit gut hinein und kann sich von der fantastischen Welt überraschen lassen.

Es handelt sich um den ersten Teil einer zweibändigen Reihe, wobei der zweite Teil leider noch nicht auf deutsch erschienen ist. Da man als Leser mit einem offenen Ende zurückgelassen wird, kann man es kaum erwarten, die Fortsetzung in den Händen zu halten!

La

Ein neuer Käfer

Wenn neue Arten entdeckt werden, ist es immer das Gleiche: wie soll man sie nur nennen. Bei einem kürzlich neu entdeckten Käfer schien die Frage bald geklärt. Dieser wurde nach dem Autor Neil Gaiman benannt:

Terry Pratchetts Schildkröste trägt übrigens folgenden wohlklingelnden Namen: Psephophorus terrypratchetti – es handelt sich dabei um eine fossile Schildkröte.

Wikipedia bietet einen ganzen Artikel zu skurilen wissenschaftlichen Namen. So wurden auch vielen Figuren aus J.R.R. Tolkiens Welt ein „Denkmal“ gesetzt. Mein Favorit: Die Schalenamöbe, die geformt ist wie der Hut von Gandalf und deswegen seinen Namen trägt. 😀

 

 

Wie man (k)eine Vorlesepaten gewinnt – Buchtipp

Neulich beim Stöbern durch eine große Buchhandlung bin ich auf diverse gedruckte „Leseproben“ gestoßen. Unter anderem nahm ich dieses Heft hier mit:

Es ist der dritte Band von Ingeborg Steltmann. Mit spitzer Feder beschreibt sie ein Eheleben im Unruhestand. Die Protagonistin, Gabi König, ist dabei nicht nur ehemalige Buchhändlerin, sondern in diesem Textauszug auch Bibliotheksnutzerin ihrer örtlichen Stadtbibliothek. Sie wird bei der Rückgabe ihrer Medien von der freundlichen Bibliothekarin angesprochen, ob sie sich nicht vorstellen kann Vorlesepatin für die Stadtbibliothek in einem der Kindergärten zu werden.

Auf diesen 19 Seiten der Leseprobe schildert Gabi König nun ihr Erlebnis im Kindergarten. Das ist, gelinde gesagt, umwerfend komisch! Ich vermute sehr stark, dass die Autorin, ihrerseits Museumspädagogin und mit jahrelanger Erfahrung in universitärer Lehre und Forschung ausgestattet, das Aufgeschriebene vielleicht sogar mal selbst ausprobiert haben könnte.

Das geschilderte Erlebnis der Vorleserin ist jedenfalls stark an der Wahrheit angelehnt. Und ab wann diese Geschichte ins Abstruse dreht, ist nicht feststellbar. Eher werden Lesepaten den einen oder anderen Teil des Erlebten bestätigen – aber nicht alles auf einmal.

Leider gibt es dieses Kapitel nicht als elektronische Leseprobe – ich hätte gerne verlinkt. Ich empfehle dieses Kapitel aber jedem BibliotheksWesen, der sich mit Lesepaten beschäftigt. Quasi als Vorwarnung 🙂 . Am besten den neuen Lesepaten vorlesen. Online ist „nur“ diese Leseprobe verfügbar: https://www.rowohlt.de/taschenbuch/ingeborg-seltmann-mit-horst-im-glueck.html

Aber vielleicht liegt ja noch die oben abgebildete Leseprobe beim örtlichen Buchhandel aus. Das Buch ist am 22.4.2017 erschienen. Oder gleich das ganze Buch ausleihen. Aber aufpassen, wenn man dann bei der Ausleihe gefragt wird, ob man sich vorstellen kann als Lesepatin für die Stadtbibliothek tätig zu werden…

ScG

Das Leben ist kein Roman

„Agatha Christie – Das Leben ist kein Roman“ : so lautet der Titel einer Graphic Novel, in der das Leben der Schriftstellerin thematisiert wird. Das Buch entstand in Zusammenarbeit von Anne Martinetti, die unter anderem Expertin für Agatha Christie ist, mit dem Autor Guillaume Lebeau und dem Zeichner Alexandre Franc.

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Die Erzählung beginnt im Jahr 1926, mit dem Verschwinden von Agatha Christie. In der Zeit war sie für 11 Tage einfach wie vom Erdboden verschluckt und hat auch später der Öffentlichkeit nie erzählt, wo sie sich aufgehalten hat. Das Jahr war für Christie emotional sehr schwierig, im April war ihre Mutter verstorben und dann erfuhr sie auch noch, dass ihr Mann Archibald eine Geliebte hatte. Trotz einer großangelegten polizeilichen Suchaktionen mit vielen Freiwilligen, blieb diese zunächst erfolglos.

In der Graphic Novel reflektiert die Schriftstellerin, in diesen Tagen ihr bisheriges Leben, in fiktiven Gesprächen mit dem von ihr erfundenen Ermittler Hercule Poirot. Ein durchaus unbequemer Gesprächspartner für sie.

Sie wurde dann schließlich unversehrt in einem Hotel in Harrogate gefunden, in dem sie sich unter dem Namen der Geliebten ihres Mannes eingemietet hatte.

agatha-christie-2Im Laufe der Erzählung tauchen immer wieder die von der Schriftstellerin erdachten Figuren auf, alle mit ihren Eigenheiten und begleiten sie durch die Stationen ihres Lebens. Ein sehr erfolgreiches, freies und emanzipiertes Leben, in dem vieles nicht so gradlinig verlief, wie in ihren eigenen Romanen.

Wer jetzt an der Graphic Novel Interesse gefunden hat, kann sie in der Stadtbibliothek Salzgitter ausleihen.

La

Die Weltreise einer Fleeceweste

Im Rahmen der Umweltwoche Fredenberg fand in der Schul- und Stadtteilbibliothek Fredenberg eine Lesung mit dem Hannoveraner Autor und Journalisten Wolfgang Korn statt. Er hat vor Schülern aus seinem Buch „Die Weltreise einer Fleeceweste“ vorgelesen. Die Umweltwoche stand unter dem Motto „Sauber & Fair!“ und wurde vom Fredenberg Forum e.V. – Begegnungsstätte BRÜCKE initiiert. In verschiedenen Einrichtungen, Kindergärten und Schulen des Stadtteils wurde sich, mit unterschiedlichen Aktionen den Fragen gewidmet: Wo kommen eigentlich unsere Textilien her? Wie kann ein nachhaltiger Umgang mit ihnen aussehen?

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Bei seiner Lesung erzählte Wolfgang Korn, dass er das Thema zu seinem Buch durch einen Auftrag seines Verlages bekam, er sollte Kindern und Jugendlichen die Globalisierung verständlich näher bringen. Er überlegte sich, das anhand der Entstehung eines Gegenstandes zu versuchen, angefangen von der Förderung der Rohstoffe, über die Herstellung, bis hin zum Verkauf und der Entsorgung. Der Zufall kam ihm bei der Entscheidung, um welchen es sich handeln sollte, zu Hilfe. Im Fernsehen wurde über eine Gruppe afrikanischer Flüchtlinge berichtet, die wie viele andere auch, in einem kleinen Boot den Atlantik überquert hatten und völlig entkräftet am Strand der Kanaren zusammenbrachen. Einer von ihnen trug eine knallrote Fleeceweste und genauso eine hatte der Autor erst kürzlich in einen Altkleidercontainer geworfen. Er stellte sich die Frage: Was, wenn das nun genau meine Weste wäre? Immerhin werden die Altkleider aus Deutschland ja zum Teil nach Afrika verkauft. Damit war der Hauptdarsteller für sein Buch gefunden.

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Anhand der einzelnen Stationen, angefangen mit der Förderung der Rohöls in Dubai, wird anschaulich alles erklärt, z.B. auch die Entstehung des Erdöls selbst. Immer wieder wird auch ein kurzer Einblick in das Leben der Menschen gegeben, die bei der Entstehung und der Reise der Fleeceweste entweder direkt eine Rolle spielen oder zumindest im Umfeld leben. Da wären unter anderem der 13-jährige Mohammed, Sohn aus einem reichen einheimischen Clan in Dubai oder die junge Taslima, Näherin in einer großen Textilfabrik in Bangladesch.

„Die Weltreise einer Fleeceweste“ wurde von Schülerinnen des König-Wilhelm-Gymnasiums in Höxter filmisch umgesetzt und ist bei Youtube zu sehen:

La

Schülerin des GaF veröffentlicht ihren ersten Roman

Die 17-jährige Alicia Witowski, Schülerin des Gymnasiums am Fredenberg, hat ihren ersten Roman mit dem Titel „Die andere Freundin“ veröffentlicht. Das eBook kann man seit gut einem Jahr auf https://www.neobooks.com/home kaufen, in gedruckter Form liegt es aber erst seit kurzem vor. Dank der Autorin verfügt die Stadtbibliothek Salzgitter jetzt auch über zwei Exemplare!

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Eine verhängnisvolle Nacht. Eine Entscheidung, die alles verändern wird…

Sophie Roberts wagt mit ihren besten Freundinnen April, Carmen und Jessica nach dem abgeschlossenen Studium einen Neustart in einer fremden Stadt. Doch dazu soll es gar nicht erst kommen: Nach der – wie es vorerst schien – gelungenen Einweihungsparty, wird Jessica am nächsten Morgen tot aufgefunden. Sofort steht für Sophie und die anderen fest: Hierbei handelt es sich keinesfalls um einen natürlichen Tod. Mit Trauer im Herzen beschließen sie, den Täter ausfindig zu machen.

Doch das ist nicht so einfach wie gedacht. Wem können sie vertrauen? Wer waren all die Fremden auf der Party? Sind Sophies Kollegen wirklich so unschuldig, wie sie tun? Vor allem der attraktive Alex lässt Sophies Gefühle verrückt spielen und bringt ihre Welt noch mehr durcheinander.

Auf der Suche nach dem Mörder stellt sich das Schicksal immer wieder in Sophies Weg und das Ziel scheint unerreichbar…

(Quelle: Rückentext „Die andere Freundin“ von Alicia Witowski)

La

Das Phänomen Harry Potter

Über das Erscheinen des achten Bandes der Reihe haben wir ja schon einen Blogbeitrag veröffentlicht und nun folgt noch ein weiterer, da J. K. Rowling etwas außergewöhnliches geschafft hat: Ihr neues Buch steht schon seit mehreren Wochen auf Nr. 1 der Spiegelbestsellerlisten für Belletristik im Hardcover! Das besondere daran ist, dass es sich um die Originalausgabe in englischer Sprache handelt und es zusätzlich im eigentlichen Sinne kein Roman ist, sondern ein Script. Selbst den Verlag Little, Brown scheint die enorme Nachfrage zu überraschen, da er derzeit Probleme mit der Nachlieferung hat.

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Der Band ist auch für jemanden, der nicht regelmäßig in englischer Sprache liest, leicht verständlich, man muss sich nur erst mal mit der ungewöhnliche Form anfreunden. Und es gibt einiges, da hätte man sich durchaus gewünscht, noch etwas tiefer in die Geschichte eintauchen zu können, z.B. wäre es interessant gewesen etwas mehr über die einzelnen Jahre von Albus und Scorpius in Hogwarts zu lesen.

Laut diverser Fachzeitschriften wird es in den nächsten Jahren eine größere Nachfrage nach Titeln in Originalsprache geben, da es aufgrund der Globalisierung immer wichtiger wird, mehrsprachig zu sein und Bücher eine gute Ressource sind um zu üben. Gerade, wenn man das Erlernte nicht regelmäßig anwenden kann, hilft das Lesen die Sprachfähigkeit zu erhalten und auch zu erweitern. Vielleicht gibt es in Zukunft ja noch weitere Veröffentlichungen in anderen Sprachen, die es an die Spitze der deutschen Bestsellerlisten schaffen!

La