Lesen im Kino

Letztens bin ich mal wieder im Kino gewesen. Man sollte meinen, dass dieser Vorgang eigentlich nicht ungewöhnlich ist. Eigentlich nicht, jedoch war der Kinosaal – sagen wir – etwas unüblich ausgestattet:

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An der anderen Seite gab es ebenfalls eine Bücherwand. Und ja, die Bücher waren echt und keine Attrappen….

Nun ist die Frage des WARUM?

Als Zeitvertreib, wenn der Film schlecht ist? Oder als Pausenfüller? Leselampen wurden jedenfalls nicht gereicht. Es war aber auch kein Schild ersichtlich, ob die Bücher zum Bookcrossing gehören oder die Bücherwände eine Art Bücherschrank sind.

Ich bin zwar immer noch leicht irritiert, aber sehe es jetzt einfach mal so: Auf diese Weise kommen die Bücher auch zu denjenigen, die sich sonst nicht allzu sehr mit Büchern beschäftigen.

Wenn die Bücher tatsächlich zum Mitnehmen gedacht sind, wäre es ja umso besser.

Rie

Die wichtigste Bahn-Ansage überhaupt

Bibliothekare und Bibliothekarinnen sind gefragt – deswegen hab ich mich ja für diesen Beruf entscheiden, ganz klar – auch in unserer Freizeit stehen wir unseren Nutzern mit Rat und Tat gerne zur Seite. Auf jeden Fall hoffte darauf mal ein Lokführer:

Jetzt ist die Frage, was wollte der Lokführer so schnell von einer Mitarbeiterin/einem Mitarbeiter der Bibliothek seines Vertrauens? Fehlte das letzte Kapitel im Buch, in dem der Mörder entlarvt wurde? Hatte er Fragen zur Onleihe? Gab es Gebührenunstimmigkeiten? Oder war einfach ein literarisches Problem aufgetaucht? Ganz nach dem Motto: Ich hab da mal ein rotes Buch gesehen, komme aber nicht mehr auf den Titel… 😉 Weitere schöne Ideen können gerne in den Kommentaren hinterlassen werden 😀

Mal sehen, ob das Rätsel je gelöst wird. Ich hoffe aber für den Lokführer, dass ein Bibliothekar/eine Bibliothekarin im Zug anwesend war!

Buch-Parkbänke

Vor kurzem hatten wir die Häuser, deren Fassaden wie Buchrücken aussahen. Doch man kann auch auf einer Prakbank – sogar ohne ein Buch in der Hand zu haben, einfach nur während man auf ihr sitzt – in die Buchwelt abtauchen:

Ich gestehe, an einem schönen Frühlings- und Sommertag würde ich es mir gerne auf so einer Bank in einem Park mit einem guten Buch gemütlich machen. 🙂

Ist das Kunst?

Vor ein paar Tagen wurde ich mit den Worten begrüßt: „Was hast du denn bei den Romanen gemacht?“. Ich war erstmal ziemlich ratlos, denn ich konnte mich an nichts erinnern. Dann zeigte mir der Kollege das Kunstregal

Roman _Kunst

Wir wissen nicht wie genau und warum, aber plötzlich steht ein ganzes Regalbrett bei der Kunst mit Romanen voll.

Roman _Kunst 3

Ob es einen künstlerischen Hintergrund hat oder sich jemand Bücher sichern wollte – wir werden es wohl nie erfahren. Aber im Nachhinein muss ich sagen – wenn, dann passt diese Aktion tatsächlich nur zur Kunst 🙂

P.S. Die Romane stehen inzwischen schon wieder an ihrem angestammten Platz 😉

Bibliotheken im Sand – ein Buchtipp

Bei der letzten Bestellung von 2017 war auch dieses Buch enthalten: „Die acht Lektionen der Wüste: Mit den Nomaden Nordafrikas nach Timbuktu“. Darin enthalten ist auch das Kapitel „Bibliotheken im Sand“, woraus ich an dieser Stelle ein paar Informationen vorstellen möchte.

In dem Kapitel erfährt man u.a. dass Chinguetti (Ort mit über 4000 Einwohnern im Staat Mauretanien), die Perle von Adrar genannt wird sowie die siebtheiligste Stadt des Islams und die alte Bibliotheksstadt der Mauren ist. Auch in dem Wikipedia-Artikel über die Stadt wird die Bedeutung der Bibliotheken hervorgehoben. Im Buch wird erklärt, dass über Jahrhunderte hinweg der Karawanenhandel die Bücher „gebracht“ hat. Chinguetti war lange Zeit der größte Ort auf der Karawanenroute in dem Teil der Wüste und gehört seit jeher zu den heiligsten Stätten des Islams, was viele Menschen angezogen hat.

Beschrieben wird hier nicht eine einzige besondere Bibliothek, sondern es wird Bezug genommen auf viele Privatbibliotheken mit wissenschaftlichen Abhandlungen und Korantexten – viele sogar aus dem Spätmittelalter. Jedoch sind nicht mehr alle Bestände vollständig, weil Termiten bereits viele Bände zerfressen haben. Trotz des vorherrschenden trockenen Wüstenklimas sind auch die vom Ungeziefer verschont gebliebenen Bücher in schlechtem Zustand, da Seitenränder eingerissen und Klebebindungen bröselig sind sowie das Papier zum Teil so „brüchig wie Zwiebelschalen“ (S.176) ist.

Ein weiteres Zitat aus dem Buch: „Die Bücher teilen das Los der Stadt: arg von der Zeit mitgenommen, und in Gefahr, im Sand zu versinken.“ (S. 176)

Diese „Bibliotheken“ sind der Beweis, dass es seit jeher nicht nur in den Städten intellektuelles Leben gab. Erstaunt hat mich folgender Satz des Autoren: „Es [Der Besuch der Bibliotheken] war wie eine Zeitreise, die mich in Epochen entführte, in denen man ein Wörterbuch gegen zwei Pferde eintauschte und das gewöhnlichste Buch teurer als ein Sklave war.“ (S. 176)

Im folgenden Verlagstext erfahren Sie, worum es sonst noch in dem Buch geht:

8lektionen

Bereits als Kind tauchte der Brite Nicholas Jubber ein in den Lebensraum der Nomaden Nordafrikas – auf dem Schoß seines Vaters beim gemeinsamen Star-Wars-Schauen. Seitdem faszinieren ihn die Sahara und die Rituale ihrer legendären Bewohner. Inzwischen ist er länger mit den Nomaden Nordafrikas unterwegs gewesen als jeder andere Europäer unserer Zeit. In »Die acht Lektionen der Wüste« nimmt er uns mit auf eine Entdeckungsreise an der Seite der legendären Bewohner der Wüste. Er lässt uns teilhaben am jahrtausendealten Wissen der Berber, Tuareg und Fulbe, lernt in einer Salzkarawane, was wahrer Reichtum ist und öffnet uns die Augen für den Nomaden in jedem von uns.

Zu finden ist das Buch bei uns in der Stadtbibliothek bei Erd 796 JUB.

Rie

Bibliothekshumor

Dass Bibliothekarinnen nicht nur „Psst“ sagen können, sondern auch eine große Portion Humor besitzen – genau das beweisen die Bilder aus dem Tweet der Büchereien Wien:

So finde ich den Trend der umgedrehten Bücher noch ganz witzig und wenn ich ehrlich bin, an einen Tisch, der dekoriert ist mit Büchern einer Farbe, hatte ich auch schon mal gedacht 😉

Trend: umgekehrte Bücher im Regal

Dieser neue Trend nennt sich „Backwards Books“ und gilt in den USA als Einrichtungstrend. Ich habe davon vor ein paar Tagen bei ZeitOnline gelesen: Die „umgekehrten“ Bibliotheken (von Peter Kümmel). Ich würde mich schon als aufgeschlossenen Menschen bezeichnen. Ich schaue mir neue Trends gerne an und probiere auch hier und da etwas aus. Aber bei diesem Trend passe ich und ich hoffe auch sehr, dass er nicht über den „großen Teich“ kommt.

Bei den „Backwards Books“ geht es darum, dass man seine Bücher mit dem Buchrücken zur Wand ins Regal stellt. Man sieht also nur die Buchschnitte. Das soll wohl entspannender sein, als wenn man immer die Titel und Autoren liest. Oder Bücher werden so nur noch als Gebrauchsgegenstand betrachtet: Gelesen, dann umgedreht ins Regal, eben nur, weil es vielleicht wie eine schöne Weinflasche zu schade ist zum Wegwerfen.

Ich persönlich fände das ganz fürchterlich. Es stimmt, wenn mich die Buchrücken ansehen, dann hab ich ab und an schon ein schlechtes Gewissen, weil ich es noch nicht alle meine Bücher im Regal gelesen habe. Aber wenn ich nur den Buchschnitt sehe, wird das nicht besser. Dann muss ich am Ende immer nachschauen, welches Exemplar mich böse anschaut und ich finde die Vorstellung auch einfach ungemütlich. In so einem Raum würde ich nicht mehr gerne Zeit verbringen.

Bei uns in der Bibliothek wird das garantiert nie ein Trend. Man will doch wissen, was man liest. Wenn wir die Bücher anonymisiert verleihen, dann nur als „Blind-Date“ schöne eingepackt 🙂

Kann sich einer unserer Leser/Leserinnen sich diesen Trend in seiner/ihrer Bibliothek vorstellen?