Wandel von Bibliotheksausweisen

Bibliotheksausweise haben sich, seit es Bibliotheken gibt, sehr stark verändert. Angefangen habe ich mal mit einer Papierkarte, an die hinten immer ein neuer Zettel geheftet wurde, auf dem das aktuelle Abgabedatum gestempelt wurde. Und heute? Heute ist sie irgendwo zwischen den ganzen Kundenkarten und EC-Karten zu finden. Sie ist klein, handlich, passt in jedes Portemonnaie und benötigt wird sie nur noch beim Ausleihen, da bei der Abgabe ja kein Datum mehr abgehakt werden muss.

Einen tollen Überblick, über diverse Bibliotheksausweise aus Öffentlichen und Wissenschaftlichen Bibliotheken bietet die Seite Bibliotheksausweis.npage.de. Die Seite ist auf alle Fälle einen Besuch wert! Dort finden sich auch sehr viele historische Benutzerausweise. Unsere sind bis jetzt nicht dort enthalten, doch auch unsere Ausweise haben so einige Veränderung erfahren. Eine Kollegin hatte sogar noch zwei Ausweise aus Papier:

Doch auch die Plastikkarte ist schon eine ganze Weile bei uns völlig normal:

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Mal sehen, wie sich die Karten noch weiter entwickeln. Einige Nutzer kommen schon nur noch mit dem Handy und dem darauf hinterlegten Strichcode zu ihrer Benutzernummer. Das könnte ein Stand sein, auf den viele Nutzer bald – neben der Plastikkarte – zurückgreifen. An Chips unter der Haut, will ich in den nächsten 50 Jahren einfach nicht glauben und will es selber auch nicht haben. Aber wer weiß, was sonst noch so erfunden wird 🙂

 

 

Eine neue Leidenschaft

Seit März bin ich eine begeisterte Anhängerin des Bullet Journal(ing). Es ist eine neue Form seine Aufgaben und Termine zu organisieren. „Erfunden“ hat das ganze Ryder Carroll aus Brooklyn (New York). Es ist ein Schritt von der digitalen Welt  zurück in die analoge Welt. Ryder Carroll sagt, alles was man braucht um zu starten ist ein Notizbuch und ein Stift. „Keep it as simple as you can“ ist dabei sein Motto.

Hier ein YouTube Video von Ryder Carroll, in dem er das System erklärt. Es gibt aber auch eine Homepage von ihm.

Jetzt fragt sich der eine oder andere Leser vielleicht, ja, das ist ja alles schön und gut. Aber was hat das mit der Bibliothek zu tun?

Es gibt da nämlich auch noch eine andere Möglichkeit sein Bullet Journal zu führen und zwar „mach es bunt und tob dich aus“. Zu denen gehöre ich auch. In schönster Schrift und mit Bannern für die Überschriften mache ich mein Notizbuch zu dem Kalender, den ich schon ein Leben lang suche. Da ich sowohl die Kalenderseiten als auch die Sammlungen selber gestalte sind sie komplett auf meine Bedürfnisse abgestimmt. Meine Sammlungen kann ich auch hier eintragen, denn es ist auch immer noch ein Notizbuch.

Anregungen dazu kann ich mir aus den schönen neuen Büchern zu Handschriften und Schmuckelementen holen. Wie aus diesem: „Handlettering – Das große Buch der Schmuckelemente“ Handlettering

Hier mal ein kleiner Einblick in mein Bullet Journal:BuJo

Die bunte Seite, die den Anfang des Monats August schmückt ist aus einem Malbuch für Erwachsene entnommen. Ich glaube es heißt „Atlantis“. Und oben ist eine Woche in meinem Kalendarium wie es sich jetzt im Laufe der Monate entwickelt hat. Ich habe es von Monat zu Monat mehr meinen Bedürfnissen angepasst.

Es geht also so oder so. Und wer es lieber so wie ich mag, der findet Anregung unter anderem in dem Buch von Frau Annika. Es ist bei uns übrigens bei Spo 995 SON zu finden.

Leseliste 2017 – Zwischenstand

Jetzt ist ja sogar schon ein wenig mehr als ein halbes Jahr vorüber und deshalb wollten wir mal unsere Zwischenstände der Lesechallenge bekannt geben – passend zum ‚Tag der Buchliebhaber‘ 🙂 Für alle, die nicht wissen worum es geht, finden hier nochmal den Aufruf und die Liste für dieses Jahr, die es gilt mit gelesenen Buchtiteln zu füllen.

Da ich seit letztem Jahr nicht mehr mit Bahn oder Bus, sondern mit dem Auto nach Berlin fahre, habe ich viele Hörbücher gehört. Denn mir wurde gesagt, dass ich nicht lesen darf, wenn ich am Steuer sitze 😉
Ich habe die Hörbücher, wo es passt auch mit in die Liste eingetragen, aber wenn es ein passendes Buch in Papier oder elektronischer Form gibt, das ich gelesen habe, dann ersetze ich das Hörbuch.

Hier also meine Zahlen bisher (Jä):
Hörbücher: 14 / Bücher: 10 / eBooks: 8
Davon sind in der Liste gelandet:
Hörbücher: 7 / Bücher: 10 / eBooks: 8
Komplett unbelegt sind 12 Kategorien. Das ist zu schaffen. Noch ist kein Buch für zwei Kategorien eingetragen. Vor allem, weil ich versucht habe zunächst die „schwierigeren“ Kategorien zu füllen. Deshalb sind so „einfache“ Kategorien wie ein eBook, ein geliehenes Buch (kommt man als Bibliothekarin nur schwer dran) oder eines von einer/einem verstorbenen Autor/in, bestimmt auch kein Problem.

Hier die Zahlen der Kollegin (Sü):
Hörbücher: 0 / Bücher: 13 / eBooks: 2
Davon in der Liste:
Hörbücher: 0 / Bücher: 8 / eBooks: 2
Tja und demnach sind bei mir noch ganze 26 Kategorieren unbelegt und musste eben schon schwer schlucken, als ich sah was da noch auf mich wartet. Ein Buch mit einer Pflanze im Titel, oder Kurzgeschichten, ein Buch in einer anderen Sprache. Dieses Jahr läuft es mit dem Lesen nicht ganz so, wie ich mir das wünsche. Wobei ich auch einige Comics/Graphic Novels gelesen habe, die sich leider nicht in die Liste einordnen lassen. Bei meinen vielen Autofahrten höre ich gerade auch eher Musik als ein Hörbuch. Das sollte ich wohl schnellstens ändern, sonst hole ich die Kollegin wohl nie ein bzw. schaffe die Liste nicht. Aber etwas Gutes gibt es zu berichten: ich habe noch 2 Urlaube vor mir. Ich hoffe sehr, dass ich in der Zeit ein paar Bücher mehr schaffe. Ein Buch mit einer Leiche, wird sich auf alle Fälle leicht zu finden lassen 😉

Und wie steht es bei euch? Wir sind auf euren Zwischenstand gespannt oder war die Challenge schon wieder in Vergessenheit geraten? Dann mal nix wie ran an die Liste…

Jä/Sü

Mit dem Julius-Club zum Imker

Ein ganz besonderes Julius-Club-Treffen der Stadtbibliothek Salzgitter fand in der letzten Woche bei einem Stadtimker statt. Die Honigmanufaktur Albrecht in Salzgitter-Bad, geführt von Lorenz Albrecht, ließ unsere Julianer, Eltern und zwei unserer Kollegen mal hinter die Kulissen schauen. Es gab viele, viele Fragen und Herr Albrecht beantwortete sie alle.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

KillerbienenPassend zu den Bienen haben wir aus dem Julius-Club-Buch „Angriff der Killerbienen“ von Tim Pratt und Andy Deemer vorgelesen. Doch die Kinder haben sehr schnell gemerkt, Killerbienen hat Herr Albrecht nicht – dafür aber leckeren Honig 🙂

Kle/Sü

 

Bestleiher im 1. Halbjahr 2017

Das erste Halbjahr ist eigentlich noch nicht vorbei. Doch bereits jetzt stehen die am meisten verliehenen Medien fest. Bisher tauchen sie jedoch noch in keiner Medienstatistik auf. Das wollen wir ändern. Dank der neuen Katalogisierung mit RDA ist heute ja alles in unseren Katalog zu bekommen. Während Bücher ein Handicap von vier Wochen Leihfrist haben, können Filme mit einer Woche Leihfrist schon mal mehr Ausleihen erzielen.

Doch dieses Medium ist bei uns ungeschlagen. Bis zu 5 Leihen an einem gewöhnlichen Nachmittag sind nicht unüblich. Und hier ist der Ausleihstar der Stadtbibliothek Salzgitter:

Wir sollten alles, was an der Infotheke so verliehen wird, mit einem Barcode versehen und mitzählen. Die Top 5 der verliehenen Entitäten wären Kleber, Schere, Tesafilm, Edding und Kugelschreiber. Im ersten Praxistest zeigten sich jedoch bei einigen Bestleihern Abnutzungserscheinungen bei der Ausleihe:

Vielleicht werden klein gewordene Radiergummis  nach intensiver 2/3 Nutzung dann ohne Verbuchung an die Nutzer abgegeben. Oder wir folgen dem Beispiel der Hamburger öffentlichen Bücherhallen und installieren einen Automaten, damit vergessenes „Werkzeug“ gleich vor Ort gekauft werden kann.

Sicher ist dieser kleine Artikel mit einem leicht satirischem Einschlag geschrieben worden. Es würde mich jedoch nicht wundern, wenn irgendwann diese Entitätennutzung in der Bibliotheksstatistik auftauchen und gezählt werden würde, um die Nutzung des „dritten Ortes“ Bibliothek nachzuweisen.

ScG

Phasen eines Lesers

Im Leben eines Lesers gibt es verschiedene Phasen:

  • Der Anfang: Langsam wird man als Kind an Bücher herangeführt.
  • Die Mitte: Da beginnt der Leser immer mehr auch ein Buchliebhaber zu werden. Sprich Bücher werden überall mit hingenommen und zu Hause reichen die Bücherregale nicht mehr aus.
  • Der Höhepunkt: Irgendwie findet man nichts richtiges zum Lesen mehr und stürzt dann in ein Loch bis man dann
  • Danach: die Liebe zu den Büchern wieder entdeckt und diese auch bis zum Ende weiter gibt 🙂

Sehr schön dargestellt wird das in folgender Infographik – gefunden im Blog bibliothekarisch.de

 

 

Diese Phasen kenne ich auch – die ersten vier habe ich sogar genauso erlebt. Die 5. Phase ist bei mir nicht ganz so schlimm, aber ich würde sagen, dass ich mich jetzt irgendwo zwischen fünf und sieben befinde. Manchmal finde ich einfach nichts richtiges zum Lesen und lasse dann an einigen Tagen doch eher Netflix und Co. laufen – irgendwann muss ja auch mal gehäkelt werden ;). Doch jetzt, wo die Sonne wieder raus kommt, werde ich meine Zeit wieder öfter auf dem Balkon mit einem guten Buch verbringen. In Phase acht befinde ich mich eigentlich auch schon immer… Die hat nie wirklich aufgehört, selbst wenn ich mich bei diversen Umzügen auch von so manchen Büchern getrennt habe.

In welcher Phase seid ihr denn? Wer war denn so richtig in Phase 5 und wollte dann unbedingt ein Buch schreiben und hat es vielleicht (und wenn auch nur für sich) getan? Gibt es noch eine Phase, die hier vergessen wurde?

Wie man (k)eine Vorlesepaten gewinnt – Buchtipp

Neulich beim Stöbern durch eine große Buchhandlung bin ich auf diverse gedruckte „Leseproben“ gestoßen. Unter anderem nahm ich dieses Heft hier mit:

Es ist der dritte Band von Ingeborg Steltmann. Mit spitzer Feder beschreibt sie ein Eheleben im Unruhestand. Die Protagonistin, Gabi König, ist dabei nicht nur ehemalige Buchhändlerin, sondern in diesem Textauszug auch Bibliotheksnutzerin ihrer örtlichen Stadtbibliothek. Sie wird bei der Rückgabe ihrer Medien von der freundlichen Bibliothekarin angesprochen, ob sie sich nicht vorstellen kann Vorlesepatin für die Stadtbibliothek in einem der Kindergärten zu werden.

Auf diesen 19 Seiten der Leseprobe schildert Gabi König nun ihr Erlebnis im Kindergarten. Das ist, gelinde gesagt, umwerfend komisch! Ich vermute sehr stark, dass die Autorin, ihrerseits Museumspädagogin und mit jahrelanger Erfahrung in universitärer Lehre und Forschung ausgestattet, das Aufgeschriebene vielleicht sogar mal selbst ausprobiert haben könnte.

Das geschilderte Erlebnis der Vorleserin ist jedenfalls stark an der Wahrheit angelehnt. Und ab wann diese Geschichte ins Abstruse dreht, ist nicht feststellbar. Eher werden Lesepaten den einen oder anderen Teil des Erlebten bestätigen – aber nicht alles auf einmal.

Leider gibt es dieses Kapitel nicht als elektronische Leseprobe – ich hätte gerne verlinkt. Ich empfehle dieses Kapitel aber jedem BibliotheksWesen, der sich mit Lesepaten beschäftigt. Quasi als Vorwarnung 🙂 . Am besten den neuen Lesepaten vorlesen. Online ist „nur“ diese Leseprobe verfügbar: https://www.rowohlt.de/taschenbuch/ingeborg-seltmann-mit-horst-im-glueck.html

Aber vielleicht liegt ja noch die oben abgebildete Leseprobe beim örtlichen Buchhandel aus. Das Buch ist am 22.4.2017 erschienen. Oder gleich das ganze Buch ausleihen. Aber aufpassen, wenn man dann bei der Ausleihe gefragt wird, ob man sich vorstellen kann als Lesepatin für die Stadtbibliothek tätig zu werden…

ScG