Mit Philosophie in den Wahlkampf

Der Wahlkampf ist eröffnet. Nicht nur der, für den Bundestag, sondern scheinbar auch der für den nächsten niedersächsischen Landtag.

Spätestens jetzt gibt es kein Halten mehr. Um die Wählergunst wird gebuhlt, dass einem ganz schwindelig werden kann. Um Abstand zu gewinnen, kann die Philosophie helfen, denn diese ist auch aktuell für den Alltag anwendbar. Das neue Philosophie Magazin beschäftigt sich mit:

  • den Köpfen hinter der AfD
  • Emmanuel Macron (u.a. mit den Augen von Karl Marx)
  • und der Einleger beschäftigt sich mit dem Amerikaner Henry David Thoreau, dessen „Walden“ heute populärer ist denn je.

Dieser sagte vor über 200 Jahren über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat:

Es ist nicht erstrebenswert, vor dem Gesetz einen Respekt hervorzurufen, wie er vor der Gerechtigkeit besteht. Die einzige Verpflichtung, die zu befolgen ich auch das Recht habe, ist jederzeit das zu tun, was ich für recht halte.

Das könnte auch vom aktuellen US-Präsidenten Donald Trump stammen. Doch die Philosophie streitet gern auf der Metaebene.

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Und so bietet das aktuelle Heft immer wieder recht interessante Büchertipps. Dieses Mal beeindruckte mich das kleine Bändchen von Susan Neiman über ihr Manifest „Widerstand der Vernunft“. Seit „Empört Euch“ von Stephane Hessel erscheinen immer wieder kleine Pamphlete in den Verlagen. Auch das Buch von Neimann hat nur 80 Seiten und ist schnell konsumiert, die 80 S. jedoch haben es in sich.

Susan Neiman zeigt in ihrem intellektuellen Aufruf, dass es neue politische Ideen braucht, um Populismus und konservativen Nationalismus aufzuhalten.Wenn heute den Fakten, der Vernunft und dem politischen Mitdenken nicht der Raum gegeben wird, den es braucht, werden die Lügen der »postfaktischen« Populisten Konsequenzen haben. Susan Neiman ruft dazu auf, für Wahrheit und Moral öffentlich einzutreten, Alternativen zu denken und zu leben und den bedenklichen politischen Entwicklungen in den USA und Europa so die Stirn zu bieten.

Dieses Büchlein wollte ich auf Papier lesen, wie beinah alle philosophischen Titel. Eine Buchhandlung in einer Großstadt, die ich gerade besuchte, hatte rein zufällig nicht nur das Magazin in der Auslage, sondern auch alle Empfehlungen im Heft einmal angeschafft und daneben gelegt. Wunderbar!

Und die Lektüre hat sich gelohnt. Der Aufruf zum selbständigen Denken hat zwar schon fast etwas von „zivilem Ungehorsam“, hilft jedoch bis Ende September 2017 sehr gut, die nun kommenden gepflegten politischen Rituale gelassener zu betrachten.

ScG

Neue Zeitschriften bei der Genios eBib Solution

Unser Zeitschriftenportal bei Genios ist für mich im Informationsdienst immer wieder ein Quell der Freude.

Ein paar Beispiele:

  1. Ein Nutzer hätte doch so gern die Zeitschrift Computer Bild. Diesen Wunsch kann ich ihm erfüllen. Die Artikel sind bei Genios recherchierbar.
  2. Eine Nutzer suchte ein sehr spezielles Thema im Bereich Touristik. Bei unserem Geniosangebot ist die Zeitschrift für Tourismus recherchierbar.
  3. Ein Nutzer fragte telefonisch nach einem Artikel der Wirtschaftswoche. Nach der Erklärung, was die Genios eBib Solution ist und wo er das Gesuchte findet, kam nach fünf Minuten ein Anruf, dass er weitere für ihn wichtige Zeitschriften dort gefunden hatte.

Es zeigt, dass dieses Angebot starker Vermittlung bedarf. Und es ändert sich auch immer mal wieder etwas. Aktuell gibt es z.B. diese Zeitschriften neu im digitalen Bestand von Genios:

Leider behalte ich mir nicht alle Titel der Fachpresse und Tageszeitungen, doch ich bin selbst immer wieder über die Treffermenge überrascht. Also liebe Nutzer der Stadtbibliothek: „Probiert es mal aus!“ Der direkte Link befindet sich hier im Blog oben links.

ScG

AMS ist nun DIY und FadG wird ersetzt durch kt

Häh!

Jaaaa, Dipl.-Bibl. u. FaMi sind Abkürzungswesen (Abkw.). Jedenfalls die, die noch mit Karteikarten groß geworden sind. Dank der Größe einer solch genormten Karte gab es auch RAK, das Regelwerk zur alphabetischen Katalogisierung. Natürlich nicht nur ein RAK, sondern ein RAK-Musik, ein RAK-ÖB (öffentliche Bibliotheken) und so weiter.

Und ganz selten, wenn wir unter uns bleiben wollen, sprechen wir in Abkürzungen miteinander. Das hört sich dann fast so wichtig an wie beim Zahnarzt, wenn er die Zahnreihen beschreibt – bleibt jedoch auf jeden Fall geheimnisvoll.

So ergab sich in einem bibliothekarischen Forum vor kurzem die Frage, welche DIY Zeitschrift wir denn jeweils im Bestand hätten.

DIY?

Es hat ein wenig gedauert, bis ich auf „Do it yourself“ gekommen bin. Selber etwas erstellen ist ja bereits seit längerem wieder im Trend. Hobbyköche, Hobbygärtner und Hobbybastler haben wichtigen Einfluß auf den Medienmarkt.

Und was ist nun AMS?

In der Diskussion um Bibliothek als dritten Ort und Makerspaces brauchte es nun wohl ein Wort der Abgrenzung. Zwischenzeitlich wurde das Wort analoges Makerspace gebraucht, wenn es um das meist nichttechnische Selbermachen ging. Kulinarisches & Literarisches ist daraus entstanden.  Und in Skandinavien wird ebenfalls nicht nur gekocht und gerätselt (Malmö Bok & Kok), sondern auch gestrickt, gehäkelt und andere Fäden zusammen gesponnen; z.B. wie selbst in Kiruna oder Tromsø gesehen.

Also das analoge Markerspace ist nun Do ist yourself – alles klar?

Das wirkt sich auch auf unsere Zeitschriften aus. Denn wenn irgendwo etwas zum Nachmachen in den Heften ist, laufen diese in unseren Bibliotheken ganz hervorragend. Leider gilt das nicht immer auch auf dem freien Markt. Die Zeitschrift „Frisch aus dem Garten“ ist solch ein Fall . Die wenigen bisher erschienenen Hefte waren sehr gut nachgefragt. Leider hat das Magazin sein Erscheinen eingestellt bzw. firmiert nun demnächst unter „Frisch auf den Tisch“, weil Essen selber machen wohl noch mehr die Zielgruppe anspricht als „Selber anbauen“ und es dann selber essen.

Also ist Platz für eine DIY Zeitschrift.

Beim Stöbern in der Bahnhofsbuchhandlung bin ich auf die neue Zeitschrift Kreativtrends aus dem OZ Verlag gestoßen:

Die Kolleginnen waren sehr angetan von der Aufmachung, dem Inhalt und den zumeist einfachen Mitteln, um es auch wirklich nachzumachen. So wird das Heft in Kürze in allen drei Bibliotheken zur Verfügung stehen. „Frisch aus dem Garten“ (FadG) wird nun ersetzt durch „kreativtrends“ (kt), das Magazin zum Selbermachen.

Oder um es bibliothekslektorisch korrekt auszudrücken: „AMS = DIY,  FadG ist eing., Ers. durch kt“ 🙂

ScG – Gerald Schleiwies

Kinderzeitschriften – Entscheidungsprobleme in der Genderfalle

Regelmäßig kontrollieren wir unsere Zeitschriften auf Ausleihnutzung. Das gilt auch für die Kinderzeitschriften. Das Angebot ist da zur Zeit etwas dünn und zudem einseitig. Neben Geolino mit Nebentiteln und National Geographic Kids ist nicht mehr viel Bestand da. „Zeit Leo“ wurde nicht angenommen, „Dein Spiegel“ tut sich schwer und gerne stellen Kinderzeitschriften auch einfach mal ihr Erscheinen ein, wie z.B. „Willi wills wissen“.

Also mal schauen, was es dann so gibt. Es eignen sich dafür die größeren Bahnhofsbuchhandlungen mit umfassendem Sortiment. Das BibliotheksWesen stürmt in die Plastikabteilung. Beinahe jedes Heft ist komplett verschweißt, damit das Gimmick nicht verloren geht, ohne dass ein solches Heft quasi unverkäuflich ist. Hinter die Kulissen der „Gimmifizierung“ hat mal der Kioskforscher geblickt.

Damit ergibt sich das erste Problem. Das so prominente Gimmick ist in Bibliotheken nicht verleihbar und auch nicht wirklich häufig nutzbar. Zudem kann der Inhalt erst nach Kauf überprüft werden. Auch nur daran zu denken, mitten in der Bahnhofsbuchhandlung mal eben die Blisterfolie neben sich zu häufen, um die Magazine bibliothekarisch zu begutachten, bringt zwar dem Kopfkino Spaß – doch ist in der Realität nicht ratsam.

Für das zweite Problem muß ich etwas ausholen. Die städtische Gleichstellungsbeauftragte fragt regelmäßig ab, ob unser Bestand den Genderrichtlinien entspricht und die Medien entsprechend einkaufen. Die in der Auslageware hinter Plastik verschweißten Begehrlichkeiten schreien mich jedoch an: „Ich bin Rosa und nur für Mädchen“ – „Ich bin blau (und schwarz) und für Jungen. Selten ist mir der redaktionelle Vorschlaghammer der frühkindlichen Stereotypenförderung doller um die Ohren gehauen worden als zwischen den Kinderzeitschriftenregalen von Bahnhofsbuchhandlungen. Tut mir leid, als Kind der 1970er Jahre kann ich das nicht gutheißen.

Es zeigt sich, dass wenn ich die 90% Klischee nicht beachte, nur noch oben genannter Bestand von Geolino& Co übrig bleibt. Und die Micky Maus – wer hätte das gedacht! Die seltsame Entwicklung von Geschlechterrollen selbst für Gurken im Glas wird mir nun klarer. Es gibt im Netz einige Seiten, die sich darüber entsprechend aufregen; z.B. http://ich-mach-mir-die-welt.de/tag/gendermarketing/ , wo die Prinzessinnensuppe neben der Feuerwehrmannsuppe steht, beide mit gleichem Inhalt, und das nicht mal der größte Quatsch ist. Die Satire Sendung Extra 3 hat das am 23.03.2017 neulich entsprechend behandelt:

Mir ist das Lachen leider im Hals steckengeblieben – ich ärgere mich über diese Auswüchse. Müssen deutsche Kinderbibliotheken bald in blaue und rosa Bereiche unterteilt werden, um weiterhin fit für die Zukunft zu sein?

Zurück zu den Zeitschriften, denn es gibt noch ein drittes Problem. Das Gimmick ist nicht zu groß, die Genderfalle schnappt nicht zu und auf den ersten Blick sieht das Heft von „Der kleine Rabe Socke“ sehr gut aus.

Die Kollegin mit Kindern im entsprechenden Alter verweist auf die vielen Malmöglichkeiten, den Bastelbogen zum Ausschneiden und andere Features, die nach Bearbeitung eher an den Titel „Mach dieses Buch fertig“ erinnern. Und wer kopiert wirklich vorher die Seiten, damit eine weitere Ausleihe möglich ist?

Die Auswahl in den Regalreihen schmilzt weiter. Das Heft „Tiere“ besteht nur noch aus bunten Bildern, die Pferdemagazine kennen beinah naturgemäß nur eine Zielgruppe und die Hefte, die auf TV-Serien basieren interessieren nur so lange, wie es die Serie im TV gibt. Das würde unsere Aboabteilung überfordern.  Wie stark die Auflagen schwankten, zeigt ein Screenshot von DWDL.de

Fazit: Die Entscheidung für Kinderzeitschriften ist nicht einfach. Es gibt viele Kriterien zu beachten. „Prinzessin Lillifee“ neben „Bob, den Baumeister“ zu stellen, um ausgleichende Gerechtigkeit herbeizuführen, ist keine Lösung. Ob dem „Playmobil Magazin“ noch ein „Playmobil Pink“ fehlte? Wenn die Kinder in Zukunft eine neue Zeitschrift in unseren Regalen entdecken, dann ist der Entscheidungsprozess bis dahin kein einfacher gewesen.

Und ein wenig sehne ich mich dann in die nordischen Länder, wo Geschäfte für Kinderbekleidung, wie „Polarn o. Pyret“ nicht nur zwei Bekleidungsfarben kennen und die Spielzeugkataloge schon seit Jahren geschlechterneutral daherkommen. Übrigens auch die Großen wie „Toys R Us“ können das dort. Achtet doch mal beim nächsten Fest, Ostern steht vor der Tür, auf die zusätzlichen Werbebeilagen der Spielzeughändler. Bibliotheken sollten mit ihrem Angebot allen Kindern einen Weg weisen, damit ihnen später alle Türen offenstehen. Ein wichtiges Mittel ist da der entsprechende Bestandsaufbau mit passenden Kinderzeitschriften.

ScG – Gerald Schleiwies

 

 

Über Wahrheit, Klarheit, Fake – und 1984

Es läßt sich nicht mehr übersehen. Das aktuelle Weltgeschehen und sein medialer Einfluss auf jeden Einzelnen ändert sich spürbar.

Insbesondere das Internet mit seiner nun tiefen Durchdringung auch in der allgemeinen Bevölkerung bringt die klassischen Medien und ihre Nutzungsgewohnheiten gehörig durcheinander. Jeder ist nun nicht mehr nur Empfänger, sondern auch Sender. Die sozialen Netzwerke sprudeln nur vor Dynamik und Kreativität. Letztere mag bei Kunst und Katzenvideos ja noch harmlos sein – doch gerne werden auch Nachrichten abgesetzt. Die Überprüfung auf einen sachlich wahren Kern beschäftigt beruflich Journalisten. Da nun jedoch jeder diese Nachricht lesen kann, bräuchte auch ein Jeder zumindest ansatzweise journalistische Kompetenz.

Das ist natürlich nicht der Fall.

Die vielgeschätzten Kolleginnen aus Erlangen (die Unibibliothek wie die Stadtbibliothek) haben Anfang Januar dazu eine Pressemitteilung veröffentlicht: „Mit Wahrheiten gegen Fake-News“ .

Im Text finden sich Zitate:

Die sozialen Netzwerke seien oft „asozial“, eine Wissensgesellschaft brauche aber „Wissen und Gesellschaft“, um auf geprüfte Datenbanken zugreifen zu können, erklärte Anne Reimann. 

Und es gibt redaktionelle Statements:

Gerade in schnelllebigen Zeiten und der massenhaften Verbreitung von Fake-News, „alternativen Fakten“ und „gefühlten Wahrheiten“ sind sich die Bibliotheken einig, dass sie Zugang zu den Fakten bieten müssen. Weil inzwischen die Welt digital geworden ist, sind die Fakten in Datenbanken gepackt.

Es wäre schön, wenn es so einfach wäre. Die Bibliotheken haben die objektive Wahrheit! Doch es ist leider viel komplexer.

Auch die Stadtbibliotheken Salzgitter haben die Datenbanken von Munzinger und Genios. Hier versammelt sich der Duden genauso wie hunderte von Fachzeitschriften und auch die Tagespresse ist recherchierbar.

Wenn hier alles für bare Münze zu nehmen ist, wäre folgendes nicht passiert:

Am 26.01.2016 erschien in unserer Regionalzeitung ein Artikel über die Stadtbibliothek. Der Artikel „Immer weniger Schulen kooperieren mit der Stadtbibliothek“ wird hinter einer Paywall versteckt, nur die Kommentare sind frei zugänglich.

In diesem Artikel werde ich mit einer wörtlichen Rede zitiert. Das steht nun so in einer Zeitung und ist für viele Zeiten lang auch in Zeitschriftendatenbanken zu finden, die die Bibliothek auch selber vorhält bzw. ihren Nutzern auch Zugriff darauf gewährt. Nur, ein Gespräch zwischen dem Redakteur und mir hat gar nicht stattgefunden! Dieses Zitat ist ein Fake! Ich habe mich zu diesem Sachverhalt gegenüber der Zeitung gar nicht geäußert. Es wird aus diesem Grund hier auch nicht zitiert.

Die weiterhin frei einsehbaren Kommentare werfen dann mit Namen meiner Kolleginnen um sich, die dort vielleicht 1. gar nicht genannt werden wollen und 2. dort als nicht mehr beschäftigt stehen. Leider weiß ich es besser. Die Wahrheit ist eine andere! Leider ist das, im Gegensatz zum Artikel,  jedoch weiterhin frei einsehbar.

Das, was hier im Lokalen passiert ist, passiert jedoch auch global. Dann wird gerne George Orwell aus dem Zitierregal hervorgeholt. Bei Amazon in den USA war das Buch kurzfristig Ende Januar 2017 sogar Platz 1 der Bestsellerliste.

Das Buch kenne und liebe ich . Es ist ein Meilenstein der Science-Fiction Literatur, jedenfalls wenn, wie für mich, die philosophischen und ethischen Menschheitsfragen der tragende Teil der Science-Fiction ist; dazu siehe auch diesen Beitrag.

Wer erst einmal eine kurze Einführung benötigt: https://www.inhaltsangabe.de/orwell/1984/

Bereits die vielen Cover zu diesem Buch verraten viel über den jeweiligen Zeitgeist, auf den sich jeweils auf das Werk bezogen wird: http://www.letterology.com/2013/06/orwellian-recovers.html

Allein dieser Sachverhalt eignet sich für eine Promotion. Aktuell sieht es in Deutschland so aus:

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Man darf also gerne George Orwell heranziehen, um zu vergleichen. Aber ich bitte darum, dann dieses wegweisende Buch auch mal gelesen zu haben. Es findet sich, natürlich, im Bestand der Stadtbibliothek.

Im Gegensatz zu Orwells 1984 kommen die „Wahrheiten“ nämlich nicht von einer Obrigkeit, sondern von uns selbst. Im Rahmen der „Fake-News“-Debatte gab es diverse Umfragen und Artikel:

Etwas älter ist dieses EU-Papier (pdf):

Nun kann man gerne bereits an der Seriösität der Quelle Bitkom oder EU zweifeln, und je mehr Untersuchungen man liest, desto unschärfer werden die Ergebnisse.

Das liegt unter anderem daran, dass viel Gefühl im Spiel ist. Gefühle sind alles andere als objektiv. Die Befragung von „Meinungsstimmungen“ sind nichts anderes als eine statistische Aufbereitung von Gefühlslagen. Diese ändern sich. Aktuell sogar recht schnell. Nur durch einen neuen Kanzlerkandidaten gewinnt eine Partei in den Umfragen, je nach Umfrageinstitut, zwischen 3% und 10%. Und das liegt nicht an einer neuen sachlichen Auslegung des Parteiprogramms, sondern am Gefühl.

Sehr gut zu lesen ist dazu Yvonne Hofstetters „Das Ende der Demokratie“, das ich bereits kurz vorstellte.

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Mehr zum Thema „Socials Bots : Invasion der Meinungs-Roboter“ findet man in dieser Studie: Hegelich, Simon; Konrad-Adenauer-Stiftung (Hrsg.): „Social Bots: Invasion der Meinungs-Roboter“; in: Analysen & Argumente, Ausgabe 221, September 2016, online verfügbar unter http://www.kas.de/wf/de/33.46486/

Gerade die Jugend ist medienaffin und internetaffin und damit besonders empfänglich. In Deutschland wird das in der Jim-Studie untersucht. Für die USA bescheinigte eine Studie der Stanford University (https://sheg.stanford.edu/upload/V3LessonPlans/Executive%20Summary%2011.21.16.pdf) bei Teenagern eine kaum vorhandene Informationskompetenz.

Mit Gefühl macht man Meinung und Stimmung. Hört sich an wie eine Binsenweisheit.Das ist das Geschäft von Tageszeitungen und Zeitschriften. Und eben auch der sozialen Netzwerke. Wenn Bibliotheken nun dazu eine Datenbank vorhalten, besteht diese nicht unbedingt nur aus Fakten. Und genau das müssen wir auch erklären. Den Jugendlichen bei den Klassenführungen, den Erwachsenen bei jeder Gelegenheit. Das läßt sich leider nicht, wie man an diesem Beitrag gerade merkt, in aller Kürze Twittern. 🙂

Und damit verkrümele ich mich in mein Lektorat „Philosophie“, wo das Thema „Wahrheit“ gut recherchierbar ist. Und glauben Sie mir, da sind viele Facetten von Wahrheiten zu entdecken.

ScG – Gerald Schleiwies

Alles so ordentlich hier – Zeitschriften in Lebenstedt

Das Team der Stadtbibliothek Lebenstedt hat die Umbautage genutzt, um die Zeitschriftenschränke neu zu ordnen. Die Zeitschriftenblöcke sind nun ganz oben und ganz unten frei. Alle Zeitschriften befinden sich nun in Augenhöhe. „Bückware“ gibt es rückenschonenderweise nicht mehr.

Zudem wurde alles gewischt, neu beschriftet und die alten Jahrgänge sind aussortiert. Das muß man gesehen haben:

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Die ganz Genauen werden nun gleich erkennen: „Da oben ist aber noch eine Zeitschrift!“ – Denen gebe ich Recht. Der eine „Ausreißer“ ist der Filmdienst, der sein Erscheinen in Kürze leider von selbst einstellt. Da wir nicht gleich wieder rücken wollten, haben wir noch mal eine Ausnahme gemacht. Denn es passt genau so hin. Folgende 94 Titel können in Lebenstedt vor Ort und in Papier gelesen und für 14 Tage ausgeliehen werden:

  • Adesso
  • Amnesty International
  • Anna
  • Architektur & Wohnen
  • ARD Buffett
  • Art
  • Audio
  • APuZ (Aus Poltik und Zeitgeschichte)
  • Auto, Motor & Sport
  • Bergsteiger
  • Bike
  • Bild der Wissenschaft
  • Bio
  • Brigitte
  • Brigitte Woman
  • Bücher
  • Burde Style
  • Capital
  • Cavallo
  • Cjip
  • Chip Foto/Video
  • Cinema
  • Clever Reisen
  • ColorFoto
  • Connect
  • c´t
  • Deutsch Perfekt
  • Ecos
  • Écoute
  • Eisenbahn Magazin
  • Elektor
  • Elf Freunde
  • Eltern
  • Eltern for Family
  • Emotion
  • Essen und Trinken
  • Fairkehr
  • Filmdienst (läuft aus)
  • Fit for Fun
  • Finanztest
  • Frisch aus dem GArten
  • Freundin
  • Gamestar
  • Garten Flora
  • Gehirn & Geist
  • Geo
  • Geo Saison
  • Good Times
  • Gute Fahrt
  • Das Haus
  • Kraut & Rüben
  • Landidee
  • LandLust
  • LinuxUser
  • mac & i
  • Mare
  • Mein schöner Garten
  • Modell Werft
  • Monumente
  • national Geographic
  • Ökotest
  • Outdoor
  • PC-Magazin
  • Philosophie
  • Photon
  • P.M. Fragen & Antworten
  • P.M. History
  • Psychologie heute
  • Radfahren
  • Regjo
  • Rodentia
  • Rolling Stone
  • Runners
  • Sammler Journal
  • Schöner Wohnen
  • Schule
  • Screen
  • Selber machen
  • Selbst ist der Mann
  • Shape
  • Spektrum der Wissenschaft
  • Spotlight
  • Der Spiegel
  • Der Spiegel – Wissen
  • Sterne & Weltraum
  • Stern
  • Stern – gesund leben
  • Tauchen
  • Test
  • Welt der Wunder
  • Wohnen und Garten
  • Wohnidee
  • Zeit Campus
  • Zeit Wissen

Zu den 94 Titeln kommen bei den Kindern noch:

  • Dein Spiegel
  • Geolino
  • Geolino Extra
  • National Geographic Kids
  • Willi Wills Wissen

und die nicht ausleihbaren Tages- und Wochenzeitungen:

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)
  • FAZ-Woche
  • Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ)
  • Hürriyet
  • Salzgitter Zeitung (SZ)
  • Süddeutsche Zeitung (SZ)
  • die Tageszeitung (taz)
  • Die Zeit

Viel Spaß beim Lesen und Stöbern. Wem das nicht reicht, der sei auf das digitale Angebot von Genios und E-Ausleihe verwiesen.

ScG

 

World of Warcraft wlant den Thermomix – WOWWT

Normalerweise ist das Lektorat „Hauswirtschaft“, was u.a. das Kochen umfasst nicht mein Lektorat. In letzter Zeit verschwimmt jedoch auch hier die Sortenreinheit der Literatur und die Schnittmengen häufen sich. Erst neulich stand in der c´t ein Bericht über die WLan-Funktionalität des Thermomix (http://www.heise.de/ct/ausgabe/2016-23-Thermomix-geht-ins-Netz-3359835.html). Der Beitrag ist nicht voll verlinkt – jedoch über unseren Genios-Zugang recherchierbar. Zudem gibt es dazu ein nettes Video auf der Seite.

Der Thermomix ist sowieso ein Phänomen. Ich warte darauf, das nach Fertigstellung des Wuppertaler Hauptbahnhofs darunter steht „Stadt des Thermomix“ – denn Vorwerk ist in der Küche mit diesem Gerät so sexy wie das iPhone. Natürlich muss zwangsweise auch eine Zeitschrift erschienen. Sie heißt „Mein Thermo„. Die erste Auflage von 100.000 Stück soll übrigens ausverkauft sein. Weitere Zeitschriften sind in der Pipeline und die Online-Community kocht sowieso schon über. (Achtung: Wortspiel 🙂 )

Apropos Community: Die Gemeinde von WOW – World of Warcraft soll nun auch am eigenen Herd Schlachten schlagen. Dazu gibt es nun ein entsprechendes Kochbuch:

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So martialisch wie das Umschlagbild ist es Innen jedoch nicht immer:

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Nun müssen wir nur noch sehen, ob wir den Titel in den EDV-Bestand zu den Spielen oder doch lieber zur Hauswirtschaft stellen. Und ob wir ihn überhaupt kaufen. Die Stadtbibliothek hat den Titel auf PDAprint gesetzt und schafft ihn erst auf Nachfrage an. Und die Thermomix-Zeitschrift? Ich hoffe, der Hype verfliegt genauso, wie bei Superfood, Paläo & Co. Ob die WOW Gemeinde nun auch den Thermomix mit in die Schlacht einbindet ist nicht bekannt. Wäre wieder mal eine neue Zielgruppe…

ScG