World of Warcraft wlant den Thermomix – WOWWT

Normalerweise ist das Lektorat „Hauswirtschaft“, was u.a. das Kochen umfasst nicht mein Lektorat. In letzter Zeit verschwimmt jedoch auch hier die Sortenreinheit der Literatur und die Schnittmengen häufen sich. Erst neulich stand in der c´t ein Bericht über die WLan-Funktionalität des Thermomix (http://www.heise.de/ct/ausgabe/2016-23-Thermomix-geht-ins-Netz-3359835.html). Der Beitrag ist nicht voll verlinkt – jedoch über unseren Genios-Zugang recherchierbar. Zudem gibt es dazu ein nettes Video auf der Seite.

Der Thermomix ist sowieso ein Phänomen. Ich warte darauf, das nach Fertigstellung des Wuppertaler Hauptbahnhofs darunter steht „Stadt des Thermomix“ – denn Vorwerk ist in der Küche mit diesem Gerät so sexy wie das iPhone. Natürlich muss zwangsweise auch eine Zeitschrift erschienen. Sie heißt „Mein Thermo„. Die erste Auflage von 100.000 Stück soll übrigens ausverkauft sein. Weitere Zeitschriften sind in der Pipeline und die Online-Community kocht sowieso schon über. (Achtung: Wortspiel 🙂 )

Apropos Community: Die Gemeinde von WOW – World of Warcraft soll nun auch am eigenen Herd Schlachten schlagen. Dazu gibt es nun ein entsprechendes Kochbuch:

wow-kochbuch

So martialisch wie das Umschlagbild ist es Innen jedoch nicht immer:

wow-auszug

Nun müssen wir nur noch sehen, ob wir den Titel in den EDV-Bestand zu den Spielen oder doch lieber zur Hauswirtschaft stellen. Und ob wir ihn überhaupt kaufen. Die Stadtbibliothek hat den Titel auf PDAprint gesetzt und schafft ihn erst auf Nachfrage an. Und die Thermomix-Zeitschrift? Ich hoffe, der Hype verfliegt genauso, wie bei Superfood, Paläo & Co. Ob die WOW Gemeinde nun auch den Thermomix mit in die Schlacht einbindet ist nicht bekannt. Wäre wieder mal eine neue Zielgruppe…

ScG

Fortsetzungsromane – wieder Kult?

Wer erinnert sich noch an „Morgen mehr“? Ein Fortsetzungsroman von Tilman Rammstedt (vor kurzem auch bei uns im Blog). Rammstedt schrieb jeden Tag ein Kapitel und veröffentlicht wurd es im Internet. Jeder, der ein Abo abgeschlossen hatte, konnte so die Arbeit des Autoren verfolgen.

der-trick-9783257069556Jetzt gibt es noch einen Fortsetzungsroman. „Der Tick“ von Emanuel Bergmann, erschienen beim Diogenes Verlag. In diesem Fall erschien erst das Buch und jetzt der Fortsetzungsroman. Die Schweizer Pendlerzeitung „20 Minuten“ bringt ab dem 22. August in 37 Folgen, immer montags bis freitags auf einer Doppelseite, den Roman für seine Leserinnen und Leser heraus. Die Zeitung hat ihren Namen von der durchschnittlichen Pendlerzeit, die man benötigt, um von seiner Wohnung zur Arbeit zu kommen. Und ein ganz großer Vorteil, Pendlerzeitungen sind kostenlos 🙂 Dabei fragt man sich, sind 20 Minuten genug? Für mich als passionierte Leserin reichen 20 Minuten am Tag lesen natürlich nicht. Aber sehr viele Menschen haben gerade in dieser Pendlerzeit Muße und Lust dazu. In Zügen, Straßenbahnen, Bussen und, und, und wird, nachdem ein Sitzplatz gefunden ist, die Zeitung ausgepackt, das Buch und es wird gelesen. Und warum sich nicht überaktuelle Ereignisse informieren und dazu noch jeden Tag ein Stückchen mehr über den „Großen Zabbatini“ erfahr. In Deutschland gehen wir dabei nicht vollkommen leer aus. Auch wenn es „20 Minuten“ bei uns nicht gibt. Einfach über 20-Minuten-E-Paper die elektronische Ausgabe der Zeitung öffnen und vom Laptop, Smartphone oder Tablet aus lesen 🙂 Wer es lieber in gedruckter Variante hat, der muss dafür nur seinen eigenen Drucker anschmeißen und sich die Seiten ausdrucken.

Ich finde die Aktion richtig toll und habe mir den nächsten Montag schon rot im Kalender markiert. Zwi Doppelseiten sind zwar als Lesepensum am Tag wirklich nicht genug für mich, aber bei einem SuB (Stapel ungelesener Bücher) von weit über 10 Büchern – und die nur aus der Bibliothek – ist das für mich doch eine sehr praktische Idee, um trotzdem in Genuss des Romans kommen zu können und ihn eben nicht noch oben auf den SuB zu packen.

Daneben gibt es noch eine Kampagne für Leserinnen und Leser, dabei entstehen

Sprüche wie »Endlich wieder einmal ein Buch lesen, das ist der Trick« oder »Eine gute Geschichte sollte man nie verpassen, das ist der Trick«  (Quelle: Diognes Verlag)

Der Diogenes beweist mit dieser Aktion mir wieder einmal, warum er einer meiner Lieblingsverlage ist 🙂 Wer liest denn dann ab Montag mit mir mit?

P.S. Wem jeden Tag zwei Doppelseiten zu wenig sind, weil er/sie einfach wissen möchte, wie das Buch weiter geht, kein Problem. Das Buch steht schon zur Katalogisierung bereit, es muss sich nur gewünscht werden. 😉

Genios – viele Zeitschriften als E-Paper – schaut doch mal rein

Seit Anfang des Jahres haben wir die Zeitschriftendatenbank von Genios im Programm. Hier kann man durch hunderte von Tageszeitungen recherchieren, die sonst hinter vielen einzelnen Bezahlschranken verschwinden. Viele unser Nutzer, auch in der E-Ausleihe, sind jedoch auch an der ganzen Zeitschrift interessiert. Das bietet Genios ebenfalls, ist jedoch ein wenig versteckt.

Genios-e-paper

Die komplette Heftausgabe ist noch nicht für alle Tageszeitungen verfügbar, die Auswahl wird jedoch ständig erweitert:

  • Aachener Nachrichten
  • Aachener Zeitung
  • Berliner Kurier
  • Berliner Zeitung
  • Express
  • Hamburger Morgenpost
  • Handelsblatt
  • Handelsblatt Global-Edition
  • Kölner Stadt-Anzeiger
  • Landshuter Zeitung
  • Mitteldeutsche Zeitung
  • Münchener Abendzeitung
  • Straubinger Tageblatt
  • Wirtschaftswoche

Umfangreicher ist der Zugriff bei der Fachpresse:

  • Agrarzeitung
  • AK Stadt
  • Allgemeine BäckerZeitung
  • Allgemeine Fleischer Zeitung
  • Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung
  • Analyse & Kritik – Zeitschrift für Sozialtheorie
  • ARBEIT – Zeitschrift für Arbeitsforschung, Arbeitsgestaltung und Arbeitspolitk
  • Arbeit- und Arbeitsrecht
  • Arbeitsmarkt im Fokus
  • Archiv für Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit
  • Automobil Industrie
  • Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis
  • Bike und Business
  • blechnet.com
  • Chemical Fibers International
  • Der Eisenbahningenieur
  • Der Handel
  • Die Stiftung
  • Die Versicherungspraxis
  • eGovernment Computing
  • Elektronik Praxis
  • Elektrotechnik
  • Empirische Sonderpädagogik
  • ENTSORGA-Magazin
  • Erdöl Erdgas Kohle
  • ERP Management
  • Erwägen Wissen Ethik – Streitforum für Erwägungskultur
  • EU Infobrief
  • FeedMagazine / Kraftfutter
  • Feministische Studien – Zeitschrift für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung
  • Fleischwirtschaft
  • Fleischwirtschaft international
  • Food Service
  • Food Service Europe & Middle East
  • Forschungsjournal soziale Bewegungen
  • GDI_Impuls
  • Gebrauchtwagen Praxis
  • gv-Praxis
  • HOMO OECONOMICUS
  • HOIZONT – Zeitung für Marketing, Werbung und Medien
  • IFAM Info
  • ifo Konjukturperspektiven
  • IM + io – Das Magazin für Innovation, Organisation & Management
  • Industrie Managment
  • Industrielle Beziehungen
  • International Bankers Forum
  • International Journal of Action Research
  • is Report
  • IT-Business
  • IW-Trends
  • Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik
  • Journal für Anästhesie und Intensivbehandlung
  • Journal of Eastern European Management
  • Kfz-Betrieb
  • Konditorei & Café
  • Konstruktionspraxis
  • LaborPraxis
  • Lebensmittel Zeitung
  • Logistik heute
  • M&A Review
  • m+a Report
  • Management Revue
  • MaschinenMarkt
  • mellieand International
  • melleiand Textilberichte
  • Nationalpark
  • Ökologie & Landbau
  • Ökologisches Wirtschaften
  • ORDO – Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft
  • Orientierung zur Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik
  • Packmittel
  • PackReport
  • Planung & Analyse
  • PLEXUS – Pflegejournal für Anästhesie und Intensivbehandlung
  • politische Ökologie
  • Politische Psychologie
  • Prävention und Rehabilitation
  • Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation
  • PROCESS
  • Productivity Management
  • projekt Management aktuell
  • Psychoanalyse – Texte zur Sozialforschung
  • Psychological Test and Assessment Modelling
  • Psychologie & Gesellschaftskritik
  • pv Digest
  • Quarterly Journal of international Agriculture
  • Rausch – Wiener Zeitung zur Suchttherapie
  • Review of Economics
  • rt – retail Technology
  • Sonne Wind & Wärme
  • Soziale Systeme – Zeitschrift für soziologische Theorie
  • sozialer Sinn – Zeitschrift für hermeneutische Sozialforschung
  • Sozialwissenschaften und Berufspraxis
  • Sparkassen Zeitung
  • Sport und Gesellschaft
  • stores + Shops
  • Technische Textilien / Technical Textiles
  • TextilWirtschaft
  • tw Tagungswirtschaft – The Global Magazine for Meeting Professionals
  • Umweltpsychologie
  • Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin
  • Vierteljahreshefte zur Wirtschaftsforschung
  • Wirtschaftspsychologie
  • Wissensmanagement
  • Wochenblatt für Papierfabrikation
  • wwt – Wasserwirtschaft Wassertechnik
  • Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie
  • Zeitschrift für neues Energierecht
  • Zeitschrift zur Personalforschung
  • Zeitschrift zur Rechtssoziologie
  • Zeitschrift zur Sozialreform
  • Zeitschrift für Soziologie
  • Zeitschrift für Tourismuswissenschaft
  • Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik
  • Zeitschrift für Wirtschaftspolitik
  • ZfgG – Zeitschrift für das gesamte Genossenschaftswesen

Bei dieser Themenvielfalt sollte für jeden etwas dabei sein um es einfach mal auszuprobieren. Hier geht´s zur Recherche: https://bib-salzgitter.genios.de/dosearch

ScG

Neue Wochenzeitung im Bestand

Vielleicht haben Sie ja auch schon die neue Wochenzeitung der FAZ gesehen. Seit einigen Wochen gibt die FAZ die „Frankfurter Allgemeine Woche“ heraus. Bisher habe ich alle erschienenen Nummern gelesen und bin sehr angetan. Die Zielgruppe beschreibt die Faz selbst so:

Die F.A.Z. Woche hat also vor allem die Altersgruppe 25 bis 49 Jahre im Auge, die keine Zeitung mehr lesen. Diesen Menschen wollen wir mit der F.A.Z. Woche eine Alternative bieten – gerade weil wir eben glauben, dass der Bedarf an klassischem Journalismus ungebrochen ist.

Der abnehmende Trend bei Tageszeitungen ist seit Jahren ungebrochen. Die FAZ selbst ist schon ein ziemlich dickes Blatt, zudem nicht ganz billig, das stapeln sich ungelesene Ausgaben sehr schnell. Auch bei den Wochenzeitschriften sieht es nicht so gut aus, wie man z.B. bei DWDL ersehen kann: http://www.dwdl.de/zahlenzentrale/55616/spiegel_und_focus_starten_mit_dickem_minus_ins_jahr/

Doch es gibt auch eine Ausnahme. „Die Zeit“ hält sich wacker mit etwas Gewinn in den Auflagen und „Der Freitag“ freut sich auch über steigenden Konsum. Beinah logisch, das auch die FAZ hier einen Stück vom Kuchen abhaben möchte. Beinah auf Niveau der „Tageszeitung“ erschien mir das zweite Cover:

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Doch anders, als das Bild suggeriert war der Text sehr informativ und wenig gefärbt – die inhaltliche Auseinandersetzung ist erfreulich sachlich und in der Kürze fundiert. So schreibt das Blatt über sich selbst:

Grundsätzlich ist es aber so, dass wir eher wenig Meinung im Heft haben werden. Warum? Weil wir glauben, Meinung wird den Leuten im Moment mehr als genug angeboten – in den sozialen Netzwerken, in den Medien, von den Politikern. Wir leben doch in einer völlig meinungsgesättigten Welt.

In Lebenstedt und Bad wird diese Zeitschriften in den nächsten Wochen Einzug halten. Leider wächst der Zeitschriftenetat nicht und deswegen muss irgend etwas raus. In Lebenstedt existiert schon seit einigen Jahren kein „Focus“ mehr und das Heft wurde nicht vermisst. Der „Focus“ in Bad wird dem Lebenstedter Beispiel und dem allgemeinen Auflagentrend des Magazins nun folgen. Montag ist nun kein Focus-Tag, Freitags jedoch FAZ-Woche-Tag.

ScG – Gerald Schleiwies

 

Genios ist gestartet

Heute nur ein kleiner Sonntagsbeitrag. In den letzten Wochen und Monaten haben wir an einigen digitalen Projekten gearbeitet, die Sprachsoftware Eurotalk, die Erweiterung des Munzinger um Duden Komponenten und Genios.

„Genios“ ist eine digitale Informationslösung für öffentliche Bibliotheken, die Nutzer die Möglichkeit bietet, in einer Vielzahl von Zeitungen und Zeitschriften zu recherchieren. Im Detail sind das ca. 300 lokale, überregionale und internationale Tages- und Wochenzeitungen sowie ca. 600 Zeitschriften mit einem breiten Themenangebot.

Genios bei Youtube

Hintergrund unserer Anstrengungen ist, das die Nutzung von Sachbüchern weiter abnimmt. Die digitale Bearbeitung von Dokumenten bevorzugt die digitale Bereitsstellung von Informationen. Zudem wurde in unseren Sachbüchern über lange Zeit zuviel eingestellt und zuwenig gelöscht bzw. makuliert. Bis Jahresende 2016 werden daher als Ziel 40 – 45% weniger Sachbücher im Bestand angepeilt.

Die Informationensbeschaffung erfolgt heute auf anderen Wegen. Der Spagat vom männlichen älteren Papierzeitungsleser im Libresso zur jungen Schülerin am Notebook wird uns die nächsten Jahre beschäftigen.

Genios ist von uns so eingekauft worden, das man es auch personalisieren lassen kann. Treffer sind abspeicherbar. Der Zugang in den Bibliotheken ist per IP-Check über WLan ohne Log-In möglich. Zu Haus benötigt man  nur die Lesekartennummer und das bei uns übliche Passwort in Form des Geburtsdatums.  Am Zugang über die Katalogplätze arbeitet unsere IT noch.

Ein interer Kunde hat das Angebot schon mal positiv aufgenommen – unsere Presseabteilung der Stadt war bereits ab dem Pretest dabei.

ScG

Über digitales Altpapier – von Appdates und vollen Tablets

Als vor Jahren ein Verwandter umziehen wollte, musste es noch mit: Der Stapel mit „Spiegel“-Heften – ordentlich sortiert nach Jahrgängen, falls man noch etwas nachschlagen wollte. Irgendjemand schenkte ihm dann ein Spiegelarchiv auf CD-ROM- vielleicht hatte der Umzugshelfer ja auch Arbeitserleichterung im Sinn. Papier war über Jahrzehnte der Träger für Informationen.

Heute gibt es diverse Zeitschriften auch für Tablets und über Apps. Nie wieder Altpapier?! Alle alten Ausgaben auf dem Tablet! Wirklich? – NEIN!

Die Stadtbibliothek hat drei iPads im Bestand, die schon vor einiger Zeit eigentlich für die Leser im Zeitungsbereich aufgestellt werden sollten, um Tageszeitungen und Magazine, die es in einer Filiale nicht in Papierform gibt, wenigstens auf dem Tablet ‚ansehbar‘ zu machen. Verliehene Papierausgaben schnell mal auf dem Tablet nachlesen – so war die Idee.

Und ich habe getestet! Wenn E-Paper sich nicht durchsetzen, hat das mehrere Gründe, die sich potenzieren, je mehr Abos man dort verwaltet:

1. Speicherplatz

Wir haben als Bibliothek sicher mehr Abos als der normale Nutzer. Eine Spiegel Ausgabe liegt bei gut 70 MB, eine Ausgabe der c´t schlägt immer mit über 100 MB zu Buche. Wer nun mitrechnen möchte, dem kann ich mit diesen Screenshots etwas helfen:

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Und da fängt die Suche schon an. Manche Verlage haben eine eigene App, manche Verlage verschwinden im Zeitschriftenshop – einige Verlage existieren auch gerne in beiden Welten und irgendwann heißt es:

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Unser Gerät hat 32 GB und außer Zeitschriften, Office und nicht wirklich viel mehr Spielereien drauf. Trotzdem ist man hier doch schnell am Löschen, um dem Neuen wieder Platz zu machen.

2. App-Aktualisierungen

Doch die Verlage halten noch weitere Späße bereit, die das Archivieren erschweren. Mal verschwinden Apps in den Zeitungsshop, mal werden Einzelapps zu einer App zusammengelegt; also statt einer App pro Zeitschrift halt eine App für das gesamte Verlagsprogramm. Und dann wird mal alles völlig neu gemacht und der Nutzer sieht sich folgendem konfrontiert:

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Damit sind aber nicht nur wieder die Abounterlagen herauszukramen und neu einzugeben. Wenn man die alte App löscht, kommt man auch nicht mehr an die alten Hefte – und die hat man doch mal bezahlt, oder? Das gleiche ist bei einem Appdate, einem Update einer App, bei der Zeitschrift GEO passiert. Solang das alte Passwort dort nicht wieder eingegeben wird, bleibt nur das Alte lesbar.

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3. Aboverhalten der Verlage

Der Weka Verlag bringt zudem jährlich neue Codes per Papier in unser Büro, damit wir wieder alles ändern können. Macht man das jedoch zu spät, passiert folgendes, was man hier im Hintergrund noch einmal sehen kann:

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Die Ausgaben bis April 2015 hatte die Stadtbibliothek zwar bezahlt, aber nun stehen sie trotzdem nicht mehr zur Verfügung. Nach Einlösung des neuen Passwortes kann ich nur die neuen Ausgaben lesen. Das kann ich verstehen, möchte man doch nicht, dass die Codes irgendwann im Netz kursieren und ewig gelten. Doch meine alten bezahlten Titel hätte ich schon gerne wieder. Andere Verlage schützen sich dadurch, dass z.B. nicht mehr als 5 Lizenzen genutzt werden können, egal auf welchem iTunes-Account, andere wiederum ketten das Abo an den iTunes-Account. Das ist selbst bei Familien schon schwierig, die zwar die gleiche Zeitschrift lesen, jedoch unterschiedliche iTunes-Accounts haben. Bei jeder Neueingabe geht zudem wieder eine Lizenz drauf; z.B., wenn das Gerät ein Update erfährt, oder die App erneuert wird oder welche Gründe es noch gibt. Neben unseren Passwörtern zu den Zugängen stehen immer häufiger auch die Hotlines der Verlage, damit ein Account mal wieder zurückgestellt werden kann.

4. Archivierungsprobleme

Unsere Heimatzeitschrift ist ebenfalls ein Phänomen der Vergesslichkeit. Wir haben das App Abo, seitdem es möglich ist – also irgendwann seit 2013 (?). An alte Ausgaben kommen wir jedoch nicht mehr über die App, wie dieser Screenshot zeigt:

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Und wenn ich schon so schön am Testen bin. Die Zeitschrift Test/Finanztest hat keine App, aber mit einer Readerapp, z.B. Blufirereader bleibt alles archiviert. Am Dokumentennamen kann man jedoch so schnell am Pad nichts ändern. Das ist umso ärgerlicher, wenn die Verlage keine Stringenz bei der Abspeicherung ihrer Zeitschriftentitel haben:

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Ich habe zwar mal eine E-Mail an Stiftung Warentest gesendet, eine Reaktion bekam ich jedoch nicht. Aber immerhin scheint es nun etwas besser zu laufen; zwischen „Finanztest 2_2015“ und „Finanztest 3_2015“ fehlt halt immer noch eine Null.

Da der städtische Haushalt nun freigegeben ist, können wir endlich auch die entsprechenden Ständer zur Nutzung anschaffen. Dann kann sich der Leser selbst ein Bild machen von der schönen neuen Welt – in der Zeitschriftenecke der jeweiligen Filiale. Wenn es aber gerade mal wieder ein Problem mit einem Titel geben sollte, dann wurde gegen den Codex „Never Change a running system“ verstoßen – meist jedoch durch die andere Seite.

ScG – Gerald Schleiwies

Das Walden Magazin – wenn DMax auf GEO trifft

Immer auf der Suche nach neuen Zeitschriften stieß ich auf das neue Magazin „Walden“. In edlem matten Ökopapier daherkommend ist die Erstausgabe aus dem Hause GEO dadurch entstanden, dass unter Freunden immer wieder von Kurztrips in die Natur erzählt wurde.

Der Titel, so im Editorial zu entnehmen, ist ursprünglich von David Thoreau, dessen Buch „Walden – ein Leben in den Wäldern“ auch auf Deutsch erschienen ist. Der Klassiker der Outdoorliteratur ist jedoch schon 160 Jahre alt.

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Während die englische Ausgabe damit bereits gemeinfrei ist, kann man das deutsche ePub günstig für 0,99 € kaufen – der Übersetzer ist Schuld. Doch zurück zum Magazin. Die erste Ansprache gilt den Männern, die scheinbar die Natur auf andere Art erleben als der Rest der Menschheit. So spaltet sich der Inhalt auf in die Rubriken „Entdecken“, „Können“, „Wissen“ und „Kleinholz“ und der Inhalt erinnert mich stark an das Fernsehprogramm von DMAX – nur ohne Autosendungen.

Wie man(n) ein Kanu in 6 Stunden baut, die anständige Messerpflege und das penislose Leben der Eule sind ein skurilles Potpourri der Idee von „Mann und Natur“.

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Positiv beeinflusst hat mich jedoch die Aussage, dass man nicht stundenlang irgendwo hinfliegen muss, um Wildnis zu erleben. Gepaddelt wird auf der Müritz, man wandert eine Kurztour durchs Karwendel und widmet sich als Schwerpunkt im ersten Heft dem wilden Deutschland mit der Überschrift „Draussen vor der Tür“. Auch wenn die Beiträge auf den ersten Blick recht plakativ klingen, ist das Heft selbst wunderbar aufgemacht. Tolle Illustrationen von John Coe oder Eleanor Crow erinnern mich an Judith Schalanski und ihrem „Atlas der abgelegenen Inseln“ aus dem Mare-Verlag. Das Heft setzt eher auf hochwertige Zeichnungen als auf Fotos – das Papier unterstützt dabei. Dem Heft beigefügt ist ein kleiner Führer für Frühling & Sommer, was die Macher hoffen läßt, dass es eine zweite Ausgabe geben wird, die spätestens im Herbst erscheinen soll. Wer das Heft nicht gleich findet (Preis 7,50 €), kann es auf der Homepage zum Magazin bestellen – sehr viel mehr Möglichkeiten bietet die Seite jedoch noch nicht.

Fazit: Als Zielgruppe hat mich das Heft angesprochen, der Kauf erfolgte aus Neugier (und lektorischer Zuständigkeit für die Zeitschriften). Die edle innere Aufmachung ist modern und es macht Spaß darin zu blättern – ein Augenheft. Die inhaltliche Mischung und Ansprache dieses „Naturmännermagazins“ erscheint mir dann doch wiederum zu gewollt. Aber ich schaue DMAX auch nur beim Zappen.

ScG – Gerald Schleiwies

P.S.: Der Autor dieser Zeilen besitzt ein Ein-Personen-Zelt, einen Ultraleichtgaskocher und verschwindet regelmäßig in den Harz und anderen Naturräumen und mag Eulen.