Anne Frank und die geplante Softwareobsoleszenz

Bücher aus Papier haben viele Vorteile, z.B. diesen hier:

jetzt ein buch

Auch wenn die Harmonisierung zwischen Büchern und Papier und elektronsichen Derivaten auf EU-Ebene so langsam fortschreitet, bleiben weiterhin Unterschiede. Der wichtigste: Bücher, die ich in Papierform besitze, gehören mir! Solange das Regal hält.

Vieles aus der analogen Welt wurde in die digitale Welt übertragen; z.B. der Notizzettel und das Bücherregal – gerne die einfache Form á la Billy:

Apple iBooks auf dem iPad

Ein Papierbuch sondern wir nur dann aus, wenn es verschlissen ist; also die Seiten herausfallen oder so viel unterstrichen wurde, dass man den eigentlichen Text nicht mehr lesen kann. Wer einem Buch schaden will, verbrennt es. Das ist in der deutschen Geschichte unrühmlicherweise recht häufig vorgekommen. Einmal als Zensurmöglichkeit oder als ethische Richtlinie. Die Dokumenta in Kassel zeigt mit dem Partheon of banned Books ein eindrückliches künstlerisches Mahnmal. Vor zehn Jahren schaffte es eine rechte Organisation in die Schlagzeilen, indem sie u.a. das Tagebuch der Anne Frank in einem Sonnenwendfeuer verbrannte – http://www.hagalil.com/archiv/2006/07/buecherverbrennung.htm .

Und heute?

Neulich kam ein älterer Herr zu mir an die Information,  er hätte Probleme mit seinem iPad. Er könne seine Bücher nicht mehr lesen und in die E-Ausleihe käme er auch nicht mehr.

Was war passiert? Das Gerät sah 1a aus und lief wie am ersten Tag. Keine Kratzer, immer sehr gut behandelt. Sehr viel mehr als „Bücher lesen“ hätte er auf diesem Gerät nicht getan. Da damals nur noch die 64 GB-Variante erhältlich war, hat er tief in die Tasche gegriffen.

Ein Blick in die Einstellungen brachte schnell Gewissheit. Die Software irgendwo bei iOS 5.X. Da geht vieles nicht mehr. Doch ein Update ging auch nicht – es war ein iPad 1. Obwohl das Gerät noch lief, war die geplante Softwareobsoleszenz schuld. Es gab keinerlei Softwareunterstützung für das Gerät. Alle seine gekauften Bücher und nach dem letzten Update der Onleihe-App auch der geliehenen Bücher, waren für ihn nicht zugänglich. Dieser Kunde hatte keine Sicherungskopien auf weiteren Rechnern. Hier hilft nur noch neue Hardware.

Die geplante Obsoleszenz vernichtet jedoch nicht nur Hardware, sondern auch Inhalte. Wäre das Tagebuch der Anne Frank auf diesem iPad gewesen, hätte Apple das mit einem einfachen Softwareupdate vernichtet.

Das ist zwar kein Skandal, doch sollte es hier einfach mal aufgezeigt werden. In Sachen Büchervernichtung haben die Deutschen eine besondere Aufmerksamkeit. Auch bei der zukünftigen Harmonisierung von E-Books. Die sollten weiter zu nutzen sein – egal auf welcher Hardware. Kein Autor sollte unlesbar werden, nur weil es ein Softwareupdate gibt.

ScG – Gerald Schleiwies

 

 

Neue Zeitschrift für Apple Nutzer

Bisher gab es in Lebenstedt die MacLife in unserem Bestand. Doch nichts ist so unbeständig wie das Zeitschriftenwesen. So gab es bei der MacLife gefühlt in kurzer Zeit mehrere Relaunches, die sich auch redaktionell niederschlugen. Zudem funktionierte das Login auf unseren  iPads nie so wie gewünscht. Nicht zuletzt gibt es auf dem sich stetig ändernden Markt aber neue gute Alternativen. Aus dem Heise Verlag in Hannover kommt nicht nur die c´t, sondern seit einiger Zeit auch ein genauso qualitativ gutes Heft für die Obstanwender: Mac & i

Und so kann man nun in Lebenstedt auf die Mac & i in Papierform zugreifen. Und in Bad & in Lebenstedt demnächst bei Bedarf die iPad- Ausgabe auf dem Tablet lesen.

1

ScG – Gerald Schleiwies