Flohmarkt in Lebenstedt

Vom 17.04. bis 21.04. 2018 gibt es wieder einen großen Bücherflohmarkt in der Stadtbibliothek-Lebenstedt.

Für kleines Geld werden ausgeschiedene Bücher und nicht benötigte Geschenke der Nutzer angeboten. Stöbern Sie in grob vorsortierten Sach-, Kinder-, antiquarischen & belletristischen Büchern oder sichern Sie sich CDs und DVDs zum kleinen Preis.

Der Flohmarkt, veranstaltet durch die Bibliotheksgesellschaft Salzgitter e.V., läuft zu den bekannten Öffnungszeiten von Diesntag bis Freitag 10 – 19 Uhr und am Samstag von 10 – 14 Uhr. An jedem Tag wird auf der Fläche neu nachgeladen, so dass es sich lohnt öfter in der Bibliothek vorbei zu schauen.

„Die Herzen der Männer“ von Nickolas Butler

In seinem zweiten Roman beschäftigt sich Nickolas Butler mit den Männern. Das Buch erstreckt sich über drei Generationen, die alle eines verbindet: Ein Pfadfingerlager.

Herzen Männer

Das Buch beginnt 1962 in genau so einem Pfadfinderlager. Nelson ist ein sehr strebsamer Junge – er erhält bei den Pfadfindern ein Abzeichen nach dem anderen und ist auch in der Schule ein schlaues Köpfchen. Das macht ihn bei den anderen Kindern nicht sehr beliebt. Denn weder in dem Pfadfinderlager noch zu Hause hat er Freunde. In einer Szene beschreibt Nickolas Butler, wie Nelson auf seine Geburtstagsfeiergäste wartete. Er ist traurig, er weint sogar, denn niemand ist gekommen. Außer Jonathan, der viel zu spät kommt und auch nur für 20 Minuten bleibt. Doch Nelson lässt dieser Besuch Hoffnung schöpfen, dass er nun doch einen Freund gefunden hat und dann auch noch einen der beliebteren Jungen.
Doch im Pfadfinderlager merkt man schnell, dass die Freundschaft, die die beiden verbindet, nicht das ist, was man normal unter dem Begriff versteht. Nelson wird gemieden, er wird gehänselt und gequält. Jonathan greift hier und da mal mit ein paar Worten ein, doch er ist auch selbst dabei und er scheut sich nicht Nelson zu opfern, wenn es in seinen Plan passt.

Der Leser trifft Jonathan und Nelson 1996 wieder. Nelson, inzwischen ein ehemaliger Soldat, lebt nun im Pfadfinderlager. Jonathan fährt mit seinem Sohn Trevor in das Lager. In diesem Sommer ist Trevor das erste Mal richtig verliebt und Jonathan schafft es mit der Offenbarung eines Geheimnisses, seinen Sohn komplett zu enttäuschen.

2019 begleitet man Thomas in das Pfadfinderlager. Man trifft Nelson wieder und der Leser wird Zeuge, wie Thomas lernt, was wirklich im Leben zählt.

Nickolas Butler hat ein großartiges Buch über Männer geschrieben. Es wirkt, als würde er eine wahre Geschichte erzählen und doch ist alles nur erfunden. Jede Figur durchlebt in diesem Buch Hochs und Tiefs. Ohne Kitsch schreibt er über Gefühle und Verlust. Ich hatte beim Lesen ein regelrechtes Kopfkino – so realistisch beschreibt Butler die Figuren und Geschehnisse. Das Buch bekommt von mir eine unbedingte Leseempfehlung!

Literarisch & Kulinarisch – Frühjahr 2018

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„Literarisch & Kulinarisch“ hieß es diese Woche zwei Mal in der Stadtbibliothek Salzgitter. Aus den vielen Belletristik- und Sachbuchneuheiten haben Yvonne Jäschke, Gudrun Lei, Klaus Perlbach und Anne Süßkraut ihre Highlights vorgestellt. Abgerundet wurde der Abend durch den kulinarischen Teil, gesponsert von der Bibliotheksgesellschaft Salzgitter e.V.

Welche Neuheiten besprochen wurden, können Sie auf folgender Liste nachlesen: Vorgestellte Bücher Literarisch/Kulinarisch Frühjahr 2018.
Es ist nur eine kleine Auswahl, denn es sind einfach zu viele Neuerscheinungen und zu wenig Zeit. Wenn noch jemand eine absolute Leseempfehlung aus den Frühjahresprogrammen hat, der kann diese gerne als Kommentar hinterlassen 🙂

Die Auswahl war wie jedes Jahr schwer, doch jeder der Vortragenden, hat seine Highlights gefunden. Einige werden wir hier im Blog auch in nächster Zeit nochmals vorstellen, für alle, die es nicht zur Veranstaltung geschafft haben.

Hier noch ein paar Impressionen der immer gut gefüllten Veranstaltungen:

(Bilder „©2018 Hans Verstegen“)

Und wie jedes Jahr ist nach „Literarisch & Kulinarisch“ wieder vor „Literarisch & Kulinarisch“. Die Herbstveranstaltung ist schon in der groben Planung und ich freue mich schon wieder, auch dort ganz viele interessierte Zuhörer zu begrüßen 🙂

Kent Haruf – ein großer amerikanischer Schriftsteller der „kleinen Leute“

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Ich habe Haruf erst im letzten Jahr „entdeckt“: Mit dem wundervollen Buch „Unsere Seelen bei Nacht“ (Roman Liebe HAR 19) und war wahnsinnig neugierig auf das kürzlich erschienene „Lied der Weite“.

Die Story bietet ein scheinbar gewöhnliches und doch interessantes „Personal“ durch alle Altersklassen.
Vor der Kulisse des wenig idyllischen, vielmehr exemplarisch für die amerikanische Kleinstadt stehenden Örtchen Holt in Colorado entfalten sich mehr oder weniger dramatische Lebensgeschichten. Die 17-jährige Victoria ist schwanger, der Vater des Kindes, man kann es sich vielleicht denken, abgehauen. Die Mutter, mit dem eigenen Leben schon überfordert, wirft sie kurzerhand raus. Dass sie das Kind behalten will, steht für Victoria fest, wie es weitergehen soll, nicht.
Sie bittet ihre Lehrerin Maggie Jones um Hilfe und landet nach einer Zwischenstation in deren Haus auf der abgelegenen Farm der schrulligen, aber herzensguten alten Junggesellen McPheron.

Dann wären da noch der Lehrer Tom Guthrie mit zwei Söhnen und depressiver Frau, die die Familie dann auch noch ganz verlässt, während sich der Vater mit einem renitenten Schüler und dessen snobistischen Eltern herumplagt. Etwas Halt und Zerstreuung bietet ihm Maggie, die so etwas wie die Psychiaterin der verlassenen Seelen zu sein scheint.
Außerdem gibt es noch einige Jugendliche, die Guthries Jungen terrorisieren, eine einsame alte Zeitungsleserin und viel Lokalkolorit.

Die Gegenwart ist unsicher, die Zukunft für alle wenig rosig und irgendwie perspektivlos.
Als dann doch fast alles gut zu werden scheint, taucht plötzlich der Vater von Victorias Baby auf und macht seine „Ansprüche“ geltend…

Haruf erzählt dabei unaufgeregt, aber nicht ohne Spannung und durchaus mit Charme.

Auch vor der etwas unappetitlichen Beschreibung der Sektion eines Pferdes oder der manuellen Überprüfung der Lage eines Kalbs im Mutterleib schreckt der Autor nicht zurück – aber gerade diese Details machen die Schilderungen so authentisch – das Leben der „ganz normalen“ Menschen im amerikanischen „Hinterland“ so lebendig.

Am Ende der Lektüre blieb für mich nur das Fazit: „Wie schade, dass der Autor schon 2014 verstorben ist.“

Aber es bleibt noch die Vorfreude auf die anderen vier seiner nur sechs Romane, die alle in Holt spielen. Einer, „Abendrot“, soll im Januar 2019 auf Deutsch erscheinen und Diogenes wird sicherlich auch die restlichen noch veröffentlichen.

In der Zwischenzeit kann man sich ja die hochkarätig besetzten Verfilmungen von „Our Souls at Night“ (Jane Fonda, Robert Redford) und „Plainsong“ (Rachel Griffith, Aidan Quinn) anschauen oder die weiteren Bücher in englischer Sprache lesen :).

„Lied der Weite“ ist bei uns in der Bibliothek zu finden unter: Roman Allgemein HAR 19

Neu

Aberglaube und Mythen aus Irland

Hannah Kent führt in ihrem zweiten Werk „Wo drei Flüsse sich kreuzen“ die Leser und Zuhörer nach Irland ins Jahr 1825. Auch dieses Mal geht es um Sagen und Mythen aus dem Norden:

Drei Flüsse Hannah Kent

Die 14-jährige Mary soll der verwitweten Bäuerin Nora mit deren schwer behindertem Enkel Michael zur Hand gehen. Der kleine Junge, so munkelt man im Dorf, sei ein Wechselbalg, ein Feenkind, und mache die Kühe krank. Mary gibt nichts auf das Gerede, doch als Nora davon hört, reift in der einsamen, verzweifelten Frau eine ungeheuerliche Idee: Wenn es ihr gelingt, den Wechselbalg zu vertreiben, würde sie den gesunden Michael wiederbekommen und endlich wieder eine echte Familie haben. Getrieben von Angst und Aberglaube und unterstützt durch die geheimnisvolle Kräuterfrau Nance ist sie bald bereit, zu riskanten Mitteln zu greifen …
Ein mitreißendes Drama beruhend auf historischen Ereignissen – einfühlsam gelesen von Vera Teltz. (Quelle: Hörbuch Hamburg)

Ein Wechselbalg, so hat man damals geglaubt, ist ein dämonisches Wesen. Böse Dämonen oder wie im Buch Feen, tauschen das Wechselbalg gegen das eigene Kind aus. Dabei soll das Wechselbalg den Menschen schaden. Dieser Aberglaube traf sehr häufig behinderte und missgebildete Kinder. Die Geschichte, die Hannah Kent mit einer unglaublichen Sprache dem Leser rüber bringt, beruht auf einer wahren Geschichte. Wie es Noras Enkel ergeht und welche Rolle Mary dabei genau spielt, das muss man einfach selbst gelesen oder gehört haben 🙂

Wir haben das Buch und das Hörbuch im Bestand. Mir hat es besonders das Hörbuch angetan, gesprochen von Vera Teltz. Bei Hörbüchern kommt es für mich immer auf die SprecherInnen an und Vera Teltz‘ Stimme passt da wunderbar. Ich höre Hörbücher vor allem während Autofahrten – auch auf meinem 20-Minuten-Weg von und zur Arbeit kann ich so einiges schaffen. Bei dem Hörbuch „Wo drei Flüsse wohnen“ hätte ich aber zum Teil gerne noch längere Autofahrten gehabt. Denn Vera Teltz liest die Geschichte sehr einfühlsam und Hannah Kent hat einen so spannenden Plot geschrieben, dass man einfach wissen will, wie es weiter geht.

Buch und Hörbuch sind auf jeden Fall sehr zu empfehlen, z. B. für Liebhaber von Nell Leyshons Buch „Die Farbe von Milch“ und Lesern von Jodi Picoult.

Literaturkreis am 06.02.18

Töchter einer neuen Zeit

Der Literaturkreis der Stadtbibliothek Salzgitter trifft sich immer am ersten Dienstag im Monat – abwechselnd in den Zweigstellen Lebenstedt und Bad.

Der nächste Termin ist am Dienstag, den 06. Februar 2018 um 17:00 Uhr, in der Stadtbibliothek Bad. Diesmal wird u.a. über den Roman „Töchter einer neuen Zeit“ (Jahrhundert-Trilogie Band 1) von Carmen Korn gesprochen. Alle literatur-interessierten sind herzlichst eingeladen mit über das Buch zu diskutieren. Eine vorherige Anmeldung in der Bibliothek ist nicht nötig.

Weitere Termine finden Sie auf unserer Internetseite in der Rubrik Literaturkreis. Sollten Sie regelmäßig beim Literaturkreis dabei sein wollen, informieren wir Sie ca. zwei Mal im Jahr per Post oder E-Mail über die neuen Termine. Geben Sie dafür einfach bei einem der Treffen Ihre Anschrift oder E-Mail-Adresse an.

Marie Sharp in Indien

Wer Marie Sharp noch nicht kennen sollte, sollte das so schnell wie möglich nachholen. Mit „Nein! Ich geh nicht zum Seniorenyoga“ ist jetzt schon ihr viertes ‚Tagebuch‘ erschienen. Marie ist inzwischen 69 Jahre alt, geschieden und wohnt alleine – na ja, fast, da ist natürlich noch ihr Kater Pouncer. Ihrer Familie und ihren Freunden versucht sie immer mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Inhalt von Tagebuch 4:

Seniorenyoga

Marie Sharp führt ein ruhiges und sortiertes Leben. Seit einiger Zeit blüht die Beziehung zu ihrem geschiedenen Mann David wieder auf, und ihr neunjähriger Enkel Gene bringt sie stets auf den neuesten Stand der Technik. Doch im Laufe dieses Jahres erwarten Marie einige Turbulenzen. Erst wird sie Opfer eines Einbruchs (aber Marie wäre nicht Marie, wenn sie dem nicht höchstpersönlich auf die Spur gehen würde), dann wird sie von alten Bekannten eingeladen, diese im abenteuerlichen Indien zu besuchen. Und schließlich bekommt Marie auch noch einen Heiratsantrag! Aber für eine zweite Ehe ist sie ja viel zu alt. Oder? (Quelle: Goldmann-Verlag)

Virginia Ironside hat mit Marie Sharp eine schnell ans Herz wachsende Protagonistin geschaffen. Beim Erscheinen des ersten Bandes „Nein! Ich will keinen Seniorenteller“ war ich zu Anfang gar nicht von dem Titel überzeugt (bin eh skeptisch, wenn diese dann auch noch sehr schnell in den Bestseller-Listen landen). Aber man kann sich ja nur wirklich ein Bild machen, wenn man das Buch auch liest (oder in meinem Fall hört – als Hörbuch). Es kam wie es vielleicht kommen musste, ich war begeistert. Humor – gerade der wundervoll britische – kommt in diesen Büchern nicht zu kurz, auch in Band vier nicht. Ein Lesevergnügen für alle, die mal wieder lachen wollen 🙂