Drei alte Damen in einer WG

Whisky drei Damen LindgrenDas hatten sich die Witwen Siiri, Irma und Anna-Liisa alles anders vorgestellt. Die ersten Abenteuer in der schönen Seniorenresidenz „Abenhain“ in Helsinki sind überstanden und nun wollten sie es sich einfach nur noch gut gehen lassen auf ihre alten Tage. Doch diese Pläne wurden durchkreuzt, denn die Residenz wird saniert – von einer zwielichtigen estnischen Firma – und damit beginnt der Albtraum. Das bedeutet jede Menge Krach, nur kaltes Essen, kein Wasser und keine Rücksicht auf Privatsphäre und Privateigentum. Schnell wird den drei Damen klar, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und so versuchen sie dem Ganzen auf den Grund zu gehen.

Allerdings wird Siiri, Irma und Anna-Liisa schnell klar, in der Residenz können sie nicht bleiben, solange die Sanierungen laufen. Doch die drei Damen wissen sich zu helfen: Sie gründen eine WG. Zum Glück Besitzt der Botschafter – ein ehemaliger Diplomat und Anna-Liisas Ehemann – Onni eine ziemlich luxuriöse Wohnung. Doch jeder, der schon einmal in einer WG gewohnt hat, weiß, dass das Zusammenleben nicht immer so einfach ist. Da können so manche Marotten der Mitbewohner echte Nervenkrisen auslösen. Und dann ist da noch die Wohnung an sich: merkwürdige Männer schleichen mit einem Mal herum, eine hohe Summe Geld taucht auf und nach und nach lüftet sich das Geheimnis, wofür die Wohnung einmal genutzt wurde…

„Whisky für drei alte Damen“ ist Minna Lindgrens zweiter Roman. Nach „Rotwein für drei alte Damen“ ist dies die Fortsetzung um Siiri, Irma und Anna-Liisa und ihrem Leben in der Seniorenresidenz. Mit sehr viel Witz und Charme schreibt Lindgren über das Älterwerden und die Zustände im finnischen Pflegesystem. Dabei aber nicht mit erhobenen Zeigefinger, sondern immer mit einem Lächeln. Und auch wenn es einige Geheimnisse zu lüften gilt, verstricken sich die drei alten Damen in keinen Krimi, sondern in ein heiteres Abenteuer. Ganz nebenbei lernt man auch Helsinki etwas besser kennen. Denn dank Siiris unglaublicher Kenntnisse über das Straßenbahnnetz von Helsinki und der darauf diversen Touren durch die Stadt, hat man bald selber das Gefühl, Helsinki schon ein wenig zu kennen.

Der zweite Teil Um Siiri, Irma und Anna-Liisa lässt sich eigenständig lesen, mehr Spaß verspricht natürlich die Lektüre beider Teile.

Ein Stinktier für Zora

Was macht man, wenn man plötzlich ein Stinktier zu Hause hat? Genau dieser Frage muss sich Rüdiger Bertrams Heldin Zora auch stellen:

Stinktier 1An ihrem zehnten Geburtstag schlägt Zora die Augen auf und da sitzt es: Dieter, das Stinktier. Ihr Totemtier, das sie von nun an überallhin begleiten wird.

Zora ist entsetzt, denn Dieter ist vorlaut, verfressen und eingebildet. Außerdem haben andere in ihrer Klasse richtig coole Tiere. Bis auf zwei. Leon und Anna, die mit Ratte Jasper und Faultier Paula zu den Außenseitern zählen.

Höchste Zeit, das zu ändern, beschließt Dieter, der zwar frech, aber auch ziemlich verschmust und zudem äußerst einfallsreich sein kann, wenn es darum geht, Zora zu beschützen. Und so gründen die Freunde den »Club der doofen Tiere« und das bedeutet tierischen Spaß, bis es den anderen gewaltig stinkt. (Quelle: cbt-Verlag)

Und in Band 2 „Stunk in der Geisterbahn“ geht die Attacke auf Nase und Lachmuskeln weiter:

Jessicas Einhorn ist verschwunden! Und auch wenn Zora und ihre Freunde stunk geisterbahnJessica nicht sehr mögen (und noch weniger ihr rosa Einhorn), so betrifft es sie doch auch.

Denn jeder, der ein magisches Tier hat, weiß, dass es sich nicht weiter als 5 Meter von seinem Menschen entfernen kann. Sind nun alle Tiere in Gefahr? Gemeinsam begeben sich die Freunde auf die Suche und machen eine unheimliche Entdeckung: Jemand scheint das Einhorn und auch andere magische Tiere in einem alten, verlassenen Vergnügungspark gefangen zu halten.

Klar, dass die Kinder jetzt alles dafür tun, um dem Entführer das Handwerk zu legen, allen voran Dieter, die kleine Stinktierbombe! (Quelle: cbt-Verlag)

Eine wirklich lustige Reihe, allen Kindern ab 8 Jahren wärmstens empfohlen.

Wf

Sherlock, übernehmen Sie

In diesem Beitrag geht es um einen etwas anderen Sherlock Holmes. Die Autoren Pierre Veys und Nicolas Barral haben sich an Sherlock-Holmes-Comics gewagt. Und das haben Sie mehr als gut gemacht! Allerdings sollte man einen Satz auf dem Titelblatt genau beachten:

Sehr frei inspiriert durch Figuren von Sir Arthur Conan Doyle

Sherlock comicDenn hier trifft man auf doch sehr andere Holmes und Watson Figuren. Ich hab mit Band zwei angefangen: „Sherlock Holmes und der Club der tödlichen Sportarten“. Gleich zu Anfang des Bandes erscheint Lestrade bei Holmes und Watson. Er hat einen Hinweis auf den berüchtigten „Schänder“ – welcher Portraits der Königin beschmiert – erhalten und beide sollen mit ihm zu den Docks kommen. Schon auf diesen ersten Seiten sind Mimik und Gestik, die Veys und Barral, Sherlock und Watson verliehen haben, einfach unglaublich lustig! Natürlich ist der Hinweis ein Hinterhalt und im Laufe der Geschichte muss Holmes verschiedene Fälle lösen, die am Ende alle zum ‚Club der tödlichen Sportarten führen‘. Dabei muss der große Sherlock Holmes auch fast eingestehen, dass die Lösung doch nicht ganz so einfach zu finden ist, auch nicht für den größten Detektiv der Welt.

Die Kriminalfälle sind sehr gut durchdacht und fügen sich sehr schön ineinander. Doch mein eigentliches Highlight an diesem Comic, und sicher auch der ganzen Reihe, ist der Spaß am Lesen. In dem Band ist sich auch ein Sherlock Holmes nicht zu schade Witz und Humor an den Tag zu legen. Ohne dass dabei alles in Klamauk endet. Ich habe wirklich mehr als einmal gelacht und freue mich jetzt schon sehr auf Band drei und vier 🙂

Sherlock Holmes Band 3und4

Könnt ihr euch den einen ‚lustigen‘ Sherlock vorstellen? Jedem, der es kann, lege ich diese Bände wärmstens ans Herz 🙂 Auf der Seite des Piredda Verlages kann man sich auch Leseproben zu den einzelnen Bänden anschauen.

Ab in den Garten

Genau das wollte die Autorin des Buches „Mein wundervoller Garten“ Gabriele Frydrych nie. Gabriele Frydrych, Lehrerin, zieht mit ihrem Mann in eine Einfamilienhaussiedlung in Berlin. Sie wollten raus aus der Großstadt. Doch was Gabriele so gar nicht wollte: sich um den Garten kümmern!

Dementsprechend beginnt auch schon das Buch mit dem ersten Kapitel „Unkraut jäten? Ohne mich!“. Doch die Nachbarn haben da ganz andere Vorstellungen.

Griele Frydrych„Endlich kümmert sich mal jemand um den Garten!“

Ein Herr im seidenen Morgenrock [der Ästhet von nebenan] steht am Zaun und sieht mir wohlwollend zu, wie ich Umzugskartons, Wäscheständer und Stehlampe schleppe. Um den Garten kümmern? Was meint er damit? Die Wildnis hinter unserem Hexenhaus? Die vielen Kiefern, Hecken und Misthaufen? Ich lächle mild und stelle mich als neue Nachbarin vor. Dezent flechte ich ein, dass ich beruflich völlig ausgelastet bin, genauso wie mein Mann. Auch am Wochenende verwachsen wir mit unserem Schreibtisch und korrigieren Klausuren, Tests, Aufsätze, Erörterungen, Diktate und Essays, bis wir, entnervt von all den inhaltlich-stilistischen Ungeheuerlichkeiten, vom Rotstift zum Rotwein wechseln und kaputt ins Bett fallen. Vom Gärtnern habe ich übrigens keine Ahnung. Ich habe auch nicht vor das zu ändern. S. 7

Doch der Ästhet lässt nicht locker. Er bietet sogar an, mit den neuen Nachbarn ins Gartencenter zu fahren und sie dort zu beraten. Dabei hat er gut reden. Er leistet sich einen Gärtner, den er rumkommandieren kann. Neben ihm gibt es auch die obligatorische neugierige Nachbarin, die rein zufällig immer irgendetwas auf ihrem Dachboden macht, wenn Gabriele und ihr Mann im Garten sind.

Von ihrer ‚Ökofreundin‘ Sabine bekommt sie eine Zwiebelmischung geschenkt. Pflichtbewusst bringt Gabriele diese irgendwie in den Boden – Tipps der Nachbarn bleiben dabei nicht aus, auch nicht von den Kleinsten unter ihnen:

„Ich versenke die Blumenzwiebeln zwischen Wurzeln, urzeitlichen Gestein und merkwürdigen Ballen. ‚Willst du Blumen, die nach unten wachsen? Du hast die Zwiebeln falsch rum eingegraben!‘ Wer spricht da? Mein schlechtes Gewissen? Ich schaue hoch. Nebenan sind ein paar Bretter zu einer Art Riesennisthöhle zusammengefügt. Darin sitzt etwas Buntes mit einem Fernglas und beobachtet mich. ‚Wer bist du denn?‘, frage ich. Vom Baum steigt ein bunt gekleidetes Kind nach unten. Es ist höchstens sechs Jahre alt.“ S. 13/14

Und wie groß ist die Freude, als dann tatsächlich etwas Buntes aus dem Boden sprießt!! Es kommt, wie es kommen musste: Gabrieles Ehrgeiz ist geweckt. Sie fängt an Unkraut zu jäten und auch von den Kiefern müssen Äste weichen. Außerdem entdeckt sie ihre Liebe für die Vögel.

„Die Artenvielfalt zwei Häuser weiter macht mich neidisch. Nach langem Insistieren habe ich Erfolg. Der Nachbar leiht den Katalog seines Naturversandhauses. Zwanzig Seiten allein über individuell gefertigte Nistkästen!“ S. 19/20

Und damit geht es für Gabriele los. In jedem Baum hängt mehr als ein Nistkasten, Futter wird extra bestellt – all das wird auch belohnt durch ein zahmes Rotkehlchen namens Fritz.

Ein Buch genau passend zur Jahreszeit. Gabriele Frydrych lockt mit ihren Erzählungen raus ins Grüne – auch ich hab mir beim Lesen mehr als einmal einen kleinen grünen Garten mit mindestens einem Nistkasten gewünscht.

Meine absolute Leseempfehlung und das nicht nur, wenn die Sonne lacht! Ein paar Tipps zum Kauf von Vogelfutter kann man sich dabei auch gleich noch holen.

Auf den Arsch gekommen

Arschloch selten allein.jpgVerlage suchen für ihre Bücher einprägsame Titel, gerne auch mal mit prägnanten Wörtern, damit der Titel dann auch im Kopf hängen bleibt. Ein Beispiel wäre für mich in jedem Fall das Buch „Darm mit Charme“. Doch meiner Kollegin ist letztens ein ganz anderes Buch aufgefallen, als sie die Neuerscheinungen im Bereich Psychologie durchgegangen ist: „Ein Arschloch kommt selten allein“ von Claudia Hochbrunn, erschienen im Rowohlt-Verlag. Inhaltlich ist es auf alle Fälle ein Titel für den Bestand und er wird demnächst auch bei uns in der Bibliothek zu finden sein. Doch über den Titel hat sie sich dann doch etwas amüsiert.

Aber es ist ja noch längst nicht so, dass dieses Buch der einzige ‚Arsch-Titel‘ in unserem Bestand wäre. Wir hätten da noch zu bieten:

  • Der Arsch auf dem Sessel: Böse-Chef-Geschichten (Taschenbuchständer)
  • Am schönsten Arsch der Welt: Bekenntnisse eines Neuseelandreisenden (Erdkunde)
  • Keine Zeit für Arschlöcher! … hör auf dein Herz (Hauswirtschaft)
  • Am Arsch vorbei geht auch ein Weg: Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dich endlich locker machst (Psychologie)
  • Der Arschloch-Faktor: vom geschickten Umgang mit Aufschneidern, Intriganten und Despoten im Unternehmen (BWL)
  • König Arsch: mein Leben als Kunde – der ganz normale Wahnsinn (Wirtschaft)

Wie man sieht, zieht sich der ‚Arsch‘ durch alle Themengebiete und auch wenn man selber nicht auf den ‚Arsch‘ gekommen ist, lohnt es sich auf alle Fälle einen Blick in diese Bücher zu werfen.

Perlen des Lokaljournalismus #2

Journalisten haben es nicht einfach. Sie müssen kurze und gut einprägsame Überschriften für ihre Texte finden. Ab und an lassen diese dann den Leser aber doch herzhaft lachen. Ralf Heimann und Jörg Homering-Elsner haben jetzt in einem 2. Buch die „Perlen des Lokaljournalismus“ zusammen getragen:

perlen-lokajounalismusIm Lokalteil der Zeitung stehen oft die unglaublichsten Geschichten: Ein Optiker ist nach Einbruch fassungslos, beim Schießabend kann man nette Leute treffen, es gibt einen Schnuppertag in der Biogasanlage, und Vollpfosten sichern eine Unfallstelle. In diesem durchgängig vierfarbig illustrierten Buch werden die komischsten Ausrutscher und verunglücktesten Schlagzeilen versammelt – ein Buch zum pausenlosen Kopfschütteln und Lachen, das nicht nur Zeitungsleser Streifenplakat amüsiert! (Quelle: Heyne/Random House)

Ein Buch für die momentan doch noch sehr grauen Tage, denn Lachen ist hier auf jeden Fall garantiert und hilft gegen eventuell anhaltende Winterdepression. Bei uns finden Sie das Buch – wo sollte es anders sein –  im Nahbereich Heiteres 🙂

Der schnellste Weg zum Krimischriftsteller

Die Schweden und ihre Krimis – es klappt einfach immer wieder, dass diese Titel weit oben in den Bestseller-Listen landen. Wem es von diesen Titeln in den Fingern kribbelte, es auch mal zu versuchen, wir haben jetzt die passende Anleitung dafür:

Schwedenkrimi schreiben.jpg

Ein herrlich schräges Buch mit vielen wertvollen Tipps, wie der erste eigene Schwedenkrimi ein absoluter Erfolg werden könnte.

Henrik Lange enthüllt mit Augenzwinkern und charmanten Zeichnungen, was der Erfolgsautor für eine Krimi-Bestsellerstory ganz unbedingt braucht: Der ermittelnde Kommissar im Mittelpunkt beispielsweise muss [..] den komplizierten Fall natürlich lässig lösen, zugleich schlägt er sich mit Exfrau, Kindern, Alkoholproblemen und schlechtem Sex herum. Niemals fehlen dürfen beim Personal der peinliche Vorgesetzte, die nervige Journalistin, der Dorftrottel und die alte Dame. Merke außerdem: Die Kaffeemaschine ist immer kaputt! Eine hinreißende Persiflage auf das geniale und verblüffend schlichte Bauprinzip des beliebten Erfolgsgenres. (Quelle: Goldmann)

Dieses Buch macht sich übrigens auch gut als Weihnachtsgeschenk – vielleicht direkt mit einem Notizbuch und einem schwedischen Krimi als Anregung 😉