Neu entdeckt und lieb gewonnen

„Als die Uhr dreizehn schlug“ von Philippa Pearce ist inzwischen schon ein Kinderbuchklassiker. Doch bis zu dieser Woche kannte ich es noch nicht. Das Buch fiel mir diese Woche in die Hand und wegen seines Covers und Titels musste ich einfach die Inhaltsangabe lesen und auch direkt reinlesen.

Inhalt:Uhr dreizehn

Tom hat sich riesig auf die Ferien gefreut. Endlich kann er mit seinem Bruder das Baumhaus bauen, was sie schon so lange vorhatten. Doch dann kommt alles anders: Tom muss über die Ferien ausziehen, denn sein Bruder hat Masern. Alle Ferienpläne sind zunichte. Dann muss er auch zu Onkel Alan und Tante Gwen! Da hätte er doch lieber auch die Masern bekommen… Außerdem wohnen sie nur in einer Mietwohnung, kein Garten weit und breit. Kurz gesagt, Tom ist mehr als nur totunglücklich. Das einzig Ungewöhnliche ist die Standuhr unten im Hausflur – sie schlägt falsch und das wirklich immer! Auch nach Mitternacht, denn da schlägt sie ganze 13 mal. Doch das hat seinen Grund, denn diese Stunde nach Mitternacht ist der Hinterhof kein Hinterhof, sondern ein magischer Garten, in dem Tom unglaubliche Abenteuer erlebt und er lernt auch neue Freunde kennen.
Mich hat das Buch sofort gefesselt – auch wenn es ein Kinderbuch ist. Ich kann nur empfehlen selber mal rein zu lesen.

Das Lied der Krähen von Leigh Bardugo

In ihrem Roman „Lied der Krähen“ nimmt Leigh Bardugo einen in die düsteren Straßen der von ihr entworfenen Metropole Ketterdam mit. Man ist schnell in den schmutzigen Gassen, mitten im Milieu der Straßenbanden gefangen, wo nur Stärke und Skrupellosigkeit das Überleben sichern. Das haben sich auch die jungen Handlungsträger zu eigen gemacht, jeder auf seine ganz spezielle Weise.

Die Kapitel sind jeweils aus der Sicht eines der sechs Hauptprotagonisten geschrieben und ihre Motivationen und die Verwicklungen untereinander werden erst im Laufe des Buches durch Rückblenden deutlich. Alle haben die Gemeinsamkeit, dass sie noch sehr jung sind, aber bereits durch schwere Zeiten gegangen sind, die sie geprägt haben.

Sechs unberechenbare Außenseiter – eine unmögliche Mission. Der Nr.-1-Bestseller aus den USA – Leigh Bardugos temporeiche Saga über den tollkühnsten Coup der Fantasy-Geschichte

Ketterdam – pulsierende Hafenstadt, Handelsmetropole, Tummelplatz zwielichtiger Gestalten: Hier hat sich Kaz Brekker zur gerissenen und skrupellosen rechten Hand eines Bandenchefs hochgearbeitet. Als er eines Tages ein Jobangebot erhält, das ihm unermesslichen Reichtum bescheren würde, weiß Kaz zwei Dinge: Erstens wird dieses Geld den Tod seines Bruders rächen. Zweitens kann er den Job unmöglich allein erledigen …
Mit fünf Gefährten, die höchst unterschiedliche Motive antreiben, macht Kaz sich auf in den Norden, um einen gefährlichen Magier aus dem bestgesicherten Gefängnis der Welt zu befreien. Die sechs Krähen sind professionell, clever, und Kaz fühlt sich jeder Herausforderung gewachsen – außer in Gegenwart der schönen Inej …

(Quelle: Droemer/Knaur-Verlag)

In dem Buch vermischen sich einfache Technik und Magie, deren komplexe Art und Weise zu wirken, von der Autorin erdacht wurde. Dank der Erläuterungen dazu kommt man aber nach kurzer Zeit gut hinein und kann sich von der fantastischen Welt überraschen lassen.

Es handelt sich um den ersten Teil einer zweibändigen Reihe, wobei der zweite Teil leider noch nicht auf deutsch erschienen ist. Da man als Leser mit einem offenen Ende zurückgelassen wird, kann man es kaum erwarten, die Fortsetzung in den Händen zu halten!

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Wie man Magie schreibt

Schon im letzten Jahr konnten unsere Julianer mit Archie Greene in die Welt der Magie eintauchen. Damals war der erste Teil „Archie Greene und die Bibliothek der Magie“ im Julius Club mit vertreten. Umso schöner, dass es dieses Jahr auch Teil zwei in die Lese-Liste geschafft hat.

Archie greene 2In „Archie Greene und der Fluch der Zaubertinte“ bekommt er mit vier weiteren Zauber-Lehrlingen ein neues Feuermal – dieses bewirkt, dass das man Magie schreiben kann. Dieses Feuermal erschien zum letzten Mal kurz vor dem großen Brand von London. Auch damals waren es fünf junge Lehrlinge, darunter John Dee. Die Gruppe war damals für den Brand verantwortlich und verschuldete dadurch, dass sich heute die Magie verstecken muss.

Doch neu geschriebene Magie wird dringend benötigt, denn die Schutzzauber um die Bibliothek verlieren ihre Wirkung und darauf warten die Feinde schon eine ganze Weile. Archie und seine Freunde müssen sich entscheiden: gehen sie den langsamen Weg der Professoren oder nehmen sie das Schicksal in ihre Hand versuchen die Bibliothek zu retten. Vor allem Archies Schicksal muss sich dabei entscheiden.

Ein wirklich spannender zweiter Teil und für alle Leser ab 11 Jahren hervorragend geeignet. Und keine Sorge, auch Band eines ist mit in der Lese-Liste für den Julius Club. Wer den Teil noch nicht kennt, kann also direkt beide für sein Julius-Diplom lesen 🙂

Eine Widmung für mich

Na gut, nicht direkt an mich. Mehr an uns. Also an uns BibliotheksWesen… und wenn ein Buch schon mit einer solchen Widmung beginnt, dann hat der Autor mich für sich gewonnen.

Galgen

Diese Widmung ist in Der Galgen von Tyburn von Ben Aaronovitch zu finden. Es handelt sich dabei um den (von mir) lang und heiß ersehnten 6. Teil der Serie um Peter Grand, einen jungen Polizisten, der in eine Abteilung versetzt wird, die sich um die skurrilen und magischen Fälle kümmern, die in London passieren. Ein bisschen wie Harry Potter in Erwachsen 😉

Auf dem Bild ist noch mein persönliches Exemplar zu sehen, da ich es nicht abwarten konnte, bis das Buch in unserer Bibliothek entleihbar ist oder mir dann wohlmöglich noch jemand zuvor kommt. Wer die Serie noch nicht kennt, der sollte mit Die Flüsse von London beginnen. Die vorherigen Teile sind alle in unserer Bibliothek entleihbar. Sehr lustig, spannend und gut geschrieben ist diese Serie eine absolute Empfehlung von mir.

Fortsetzungsromane – wieder Kult?

Wer erinnert sich noch an „Morgen mehr“? Ein Fortsetzungsroman von Tilman Rammstedt (vor kurzem auch bei uns im Blog). Rammstedt schrieb jeden Tag ein Kapitel und veröffentlicht wurd es im Internet. Jeder, der ein Abo abgeschlossen hatte, konnte so die Arbeit des Autoren verfolgen.

der-trick-9783257069556Jetzt gibt es noch einen Fortsetzungsroman. „Der Tick“ von Emanuel Bergmann, erschienen beim Diogenes Verlag. In diesem Fall erschien erst das Buch und jetzt der Fortsetzungsroman. Die Schweizer Pendlerzeitung „20 Minuten“ bringt ab dem 22. August in 37 Folgen, immer montags bis freitags auf einer Doppelseite, den Roman für seine Leserinnen und Leser heraus. Die Zeitung hat ihren Namen von der durchschnittlichen Pendlerzeit, die man benötigt, um von seiner Wohnung zur Arbeit zu kommen. Und ein ganz großer Vorteil, Pendlerzeitungen sind kostenlos 🙂 Dabei fragt man sich, sind 20 Minuten genug? Für mich als passionierte Leserin reichen 20 Minuten am Tag lesen natürlich nicht. Aber sehr viele Menschen haben gerade in dieser Pendlerzeit Muße und Lust dazu. In Zügen, Straßenbahnen, Bussen und, und, und wird, nachdem ein Sitzplatz gefunden ist, die Zeitung ausgepackt, das Buch und es wird gelesen. Und warum sich nicht überaktuelle Ereignisse informieren und dazu noch jeden Tag ein Stückchen mehr über den „Großen Zabbatini“ erfahr. In Deutschland gehen wir dabei nicht vollkommen leer aus. Auch wenn es „20 Minuten“ bei uns nicht gibt. Einfach über 20-Minuten-E-Paper die elektronische Ausgabe der Zeitung öffnen und vom Laptop, Smartphone oder Tablet aus lesen 🙂 Wer es lieber in gedruckter Variante hat, der muss dafür nur seinen eigenen Drucker anschmeißen und sich die Seiten ausdrucken.

Ich finde die Aktion richtig toll und habe mir den nächsten Montag schon rot im Kalender markiert. Zwi Doppelseiten sind zwar als Lesepensum am Tag wirklich nicht genug für mich, aber bei einem SuB (Stapel ungelesener Bücher) von weit über 10 Büchern – und die nur aus der Bibliothek – ist das für mich doch eine sehr praktische Idee, um trotzdem in Genuss des Romans kommen zu können und ihn eben nicht noch oben auf den SuB zu packen.

Daneben gibt es noch eine Kampagne für Leserinnen und Leser, dabei entstehen

Sprüche wie »Endlich wieder einmal ein Buch lesen, das ist der Trick« oder »Eine gute Geschichte sollte man nie verpassen, das ist der Trick«  (Quelle: Diognes Verlag)

Der Diogenes beweist mit dieser Aktion mir wieder einmal, warum er einer meiner Lieblingsverlage ist 🙂 Wer liest denn dann ab Montag mit mir mit?

P.S. Wem jeden Tag zwei Doppelseiten zu wenig sind, weil er/sie einfach wissen möchte, wie das Buch weiter geht, kein Problem. Das Buch steht schon zur Katalogisierung bereit, es muss sich nur gewünscht werden. 😉