1919 – Das Jahr der Frauen

1919 erhalten Frauen in Deutschland erstmals das Wahlrecht und machen sich auf allen Gebieten daran, ihr Leben selbst zu gestalten: Mit Käthe Kollwitz wird erstmals eine Frau in die Akademie der Künste berufen, Maria Juchacz hält als erste eine Rede im Parlament. Während in Berlin Rosa Luxemburg ihren Einsatz für die politische Neuordnung mit dem Leben bezahlt, widmet man sich in Paris der Wissenschaft und Kultur: Marie Curies Radiuminstitut öffnet seine Pforten, Sylvia Beach gründet Shakespeare & Company und Coco Chanel kreiert das unsterbliche Chanel No. 5.

Unda Hörner verwebt die Lebenswege und historischen Ereignisse zu einer atmosphärisch dichten Erzählung – eine faszinierende Zeitreise ins Jahr 1919, in dem auf einmal alles möglich schien für die Frauen.

»1919 war das Jahr der Frauen: Sie haben in der Kunst, in der Kultur und vor allem in der Politik viel bewegt. Davon profitieren wir bis heute. Endlich erinnert ein Buch an die damaligen Heldinnen.« Deutschlandfunk Kultur

Spannend wie ein Roman, faktenreich und bildhaft geschrieben (wenn auch Abbildungen fehlen – leider). Das Buch ist nach Monaten unterteilt und diese wiederum in Kapitel, deren Überschriften an Pressemeldungen angelehnt sind z. B. „Coco Chanel findet sensationelle Duftformel“ oder „Anita Augspurg warnt vor Hitler“. Daher auch auszugsweise ganz wunderbar zu lesen.

Neu im Bestand unter Signatur R 569 HOE.

Neu

Buchempfehlung: Und sie fliegt doch

Verehrte Leserschaft,

ich möchte Ihnen ein tolles Buch empfehlen. „Und sie fliegt doch – eine kurze Geschichte der Hummel“. Ich habe mir dieses Buch vor längerer Zeit gewünscht, da ich großes Interesse an Hummeln habe und ich bin mir sicher, dass auch Sie Gefallen daran finden werden. Das Sachbuch ist amüsant, es geht nicht nur um Hummeln, auch andere Insekten werden portträtiert. Ein spannendes Werk für jeden Insektenfreund.

9783548612812_coverInhaltsangabe: Sie ist irgendwie pelzig und unter den schwarz-gelben Insekten ein ganz dicker Brummer: Die Hummel, ein wahres Wunder der Natur. Denn immer wenn sie ihren dicken Körper in die Luft wuchtet, überlistet sie mal ganz nebenbei die Schwerkraft. Sie hat einen fast doppelt so hohen Energieumsatz wie ein Kolibri und ist ein wichtiges Nutztier: Jährlich bestäubt sie Millionen Tomaten, Äpfel und Johannisbeeren. Doch die Hummel ist vom Aussterben bedroht. Und ihr Verschwinden hätte dramatische Folgen für die Menschheit. Ein kurioses wie charmantes Buch, voller Humor und zeitgleich eine leidenschaftliche Liebeserklärung an die wahre Königin der Lüfte.

Quelle Inhaltsangabe und Buchcover: Ullstein Buchverlag

Der Autor geht zu Beginn auf seine Anfänge als Naturforscher ein. Hier sind sehr interessante Anekdoten zu finden. Etwa, wie er versehentlich als Kind die Fische in seinem Aquarium durch einen Stromschlag tötet, oder versucht, seinen Wachteln Prothesen aus Streichhölzern und Plastilin anzufertigen. Oder der Versuch, nasse Hummeln mithilfe eines Küchenherds zu trocknen. Was leider in einem Desaster endet und vorläufig das Ende seiner frühen Karriere als Hummelschützer einläutet.

Diese kleinen, teilweise sehr lustigen Anekdoten versetzen mich wieder in meine Kindheit und ich erinnerte mich, wie ich als Kind eine dicke haarige Raupe mit nach Hause brachte, die ich in einen durchsichtigen Becher mit Gras und einem kleinen Stöckchen setzte. Ich wollte herausfinden, ob daraus ein Schmetterling schlüpfen würde. Leider habe ich nicht bedacht, dass die Sonne im Frühling am Südfenster sehr stark brennt und fand die Raupe ein paar Stunden später geröstete vor. Danach durfte ich keine Raupen mehr ins Haus holen.

Faszinierend ist auch die Besiedlung Neuseelands mit Hummeln. Sie stammen aus England. Dave Goulson beschreibt sehr anschaulich, wie die Tiere mit dem Schiff ans andere Ende der Welt gebracht wurden. Dabei gab es natürlich auch Fehlschläge. Im weiteren Verlauf des Buches schlägt der Autor auch ernstere Töne an. Er geht auf das Insektensterben ein und auf die Folgen, die sich daraus zwangsläufig für unsere Welt ergeben.

Gerade in den Anfängen und auch was die Neugier des Autors betrifft, finde ich große Parallelen zu mir und meiner Kindheit und ich komme nicht umhin, mich zu fragen, ob mich eine Karriere als Insektenforscherin ebenso interessiert hätte, wie mein jetziger Beruf. Die Antwort darauf ist ganz klar ja. Denn Insekten haben auf mich tatsächlich immer noch eine große Anziehungskraft. Besonders Hummeln sind unglaublich faszinierend und da ich mich sehr für diese flauschigen, dicken, fliegenden Kugeln interessiere, habe ich hier ein paar schöne Fotoschnappschüsse, die im Laufe der Jahre in meinem Garten entstanden sind. Leider sind Hummeln schwer zu fotografieren, da sie sehr schnell sind.


Bildquelle: Stefanie Görlich


Falls Sie sich ebenfalls für das Buch interessieren, finden Sie es in unserem Sachbuchbestand unter „Bio 810 GOU“. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen.

GL

Wissenschaft leicht erklärt

Randall Munroe erklärt in seinem „Dinge-Erklärer“ komplizierte Sachen so, dass wirklich jeder es versteht. Die Themen sind sehr vielfältig: Waschmaschine und Trockner oder auch „Box, die Kleidung gut riechen lässt“, der Himmel bei Nacht oder Handcomputer. Diesen und vielen weiteren Themen widmet er sich.

Dingeerklärer

Randall Munroe ist der „Dinge-Erklärer“: In Großformat und Farbe veranschaulicht er komplizierte Sachen in genialen Schaubildern. Sternbilder, Ökosysteme, Raketenantrieb, Auto- oder Flugzeugmotoren und vieles mehr. Durch Munroes coole Strichzeichnungen und seine witzigen Erklärungen (nur die 1000 häufigsten Wörter werden verwendet) macht Wissen wirklich Spaß. Erstklassig gestaltet und ausgestattet, mit Ausklappseiten und Poster. Originelle Mischung aus Wimmelbuch, „Was ist was?“ und Infographik. Das perfekte Geschenk für neugierige Leser. (Quelle: Randomhouse/Knaus-Verlag, gesehen 17.08.2018)

Randall Munroe hat schon mit seinem Buch „What if“ einen Bestseller hingelegt. Alle, die dieses Buch gerne gelesen haben, werden auch an seinem „Dinge-Erklärer“ ihren Spaß haben. Mir selber hat besonders gut das Kapitel rund um unser Sonnensystem gefallen. Astronomie aus Schulzeiten ist doch schon eine ganze Weile her und das Kapitel war toll zur Auffrischung des Wissens. Jetzt kann ich bei den Sternbildern wieder ein wenig Besserwisser spielen, wenn wir uns die Sterne anschauen 😉

Naturschützer Harald Helander zu Besuch in SZ-Bad.

Am 07.03.2018 begrüßte die Stadtbibliothek in Bad den NABU-Salzgitter, vertreten durch Frau Gräwe, sowie Herrn Helander. Dieser hatte zur Vorstellung seiner Biografie „Das Blockhaus am großen Flussbogen“ geladen.

Herr Helander (Jahrgang 1934) erzählte kurzweilig und spannend aus seinem sehr bewegenden Leben als Bauingenieur und Naturschützer. Er erzählt von seiner Kindheit in Finnland und seiner Jugendzeit in Deutschland. Es folgte der Wehrdienst in Finnland und das Studium zum Bauingenieur abermals in Deutschland. Als Bauleiter bereiste Herr Helander die gesamte Welt, leitete Großbaustellen in Europa, Asien und Afrika. Dabei lag ihm der Naturschutz stets sehr am Herzen – was ihm sowohl Freunde, aber auch Feinde einbrachte. Dennoch ließ sich Herr Helander nicht beirren und folgte seinem Leitspruch „Wage es, dich einzusetzen“.

Eine unglaublich faszinierende Lebensgeschichte, hervorragend vorgetragen von Herrn Helander. Wenn Sie, liebe Leserin / lieber Leser, nun auf den Geschmack gekommen sind: Wir haben das Buch im Bestand unter Signatur SoP 2186 HEL.

Klappentext:

Harald Helander, Jg. 1934, Bauleiter auf Großbaustellen von Libyen, über Ägypten, Irak, Saudi-Arabien bis Indonesien von 1968 bis 1987. Weiß über Gaddafi und Anwer el Sadat zu berichten. Mit Dynamit von General Rommels aus dem II. Weltkrieg sprengt er eine Brücke. Um eine einzelne Wüstenpalme zu retten, versetzt er gleich eine ganze Fabrik. In Indonesienverdächtigt man ihn der Weißen Magie. Einen Angriff buschmesserschwingender Holzfäller, die den Regenwald Sumatras abholzten, überlebt er durch Kopfsprung in einen reißenden Fluss. Er trifft Abi Nachran, den Märtyrer des Regenwaldes. Auf Alleinwanderungen bis über 1.000 km durch Finnland und Lappland in den 50er und 70er Jahren geht er an seine Leistungsgrenze. Er durchschwimmt den 4 km breiten, eisigen Mageroysund. Überquert zu Fuß das Norwegische Gebirge. Auf Tagestouren bis 80 km erlebt er die ursprüngliche Schönheit der Wildnis im hohen Norden. Die Erschließung der Urwälder Lapplands für die papierhungrige Industrie zwang ihn, für den Schutz der borealen Wälder mit ihren Tieren zu kämpfen. Für seine Gegner wird er zum „Harald der Schreckliche“. Petra Kelly, eine Umweltaktivistin der 80er Jahre, unterstützt ihn. Selbst das streng bewachte russische Nationalkombinat Montsegorsk hielt ihn nicht auf. Er hatte wesentlichen Anteil am Schutz der finnischen Urwälder und des Inarisees. Mit seiner spannenden Biographie möchte Harald Menschen Mut zu sprechen: „Wagt es, Euch einzusetzen!“

Schl

Unbekannte Welten

unter der erde

Dieses Sachbuch erklärt nicht nur Kindern viele spannende und interessante Sachen zur Erde und zur Tiefsee. Auch so mancher Erwachsener kann beim Lesen noch eine Menge lernen 🙂 Oder wussten Sie wie die ersten Taucheranzüge aussahen? Im Jahr 1715 war so ein Unterwassergang sicher noch kein so schöner Spaziergang, aber immerhin schaffte auch die „Tauchtonne“ schon ihre 20 Meter.

Was verbirgt sich unter der Erde? Was auf dem Grund der Ozeane? Dieses »Wendebuch« führt souverän durch unbekannte Welten.
Aleksandra und Daniel Mizielińscy gelingt erneut ein Husarenstück: Sie führen uns in Gefilde, in die fast nie jemand vordringt: Unter die Erde und Tief ins Wasser!
Es ist spektakulär, was sie uns dort zeigen: Goldminen in Südafrika, die Unterwasserwelt unter Bohrinseln, Vulkanausbrüche, Riesenasseln, Gespensterfische und drei Meter lange Regenwürmer. Sie führen uns zu Ausgrabungen und in Abwasserkanäle und wissen, dass in Nordkorea die tiefste U-Bahn der Welt fährt. (Quelle: Moritz-Verlag)

Ein wirklich schönes und lehrreiches Buch, welches aber trotzdem jede Menge Spaß bringt. Und wer bei der nächsten Grillfeier mal über etwas anderes, als da Wetter reden will, auch dem bietet das Buch ein paar Themen – ich werde es mal mit den Tauchanzügen versuchen 😉

Wf/Sü

Im All, da tanzt der Bär

…und der Teufel ist los. Zumindest laut dem Bestseller von Professor Ulrich Walter. Das Weltall wirft viele Fragen auf, vor allem wenn man nicht gerade bei der NASA arbeitet… In der Schule habe ich zwar schon so einiges gelernt, aber das ist dann doch ein paar (viele *hüstel*) Jahre her. Manches hab ich vergessen, viele neue Fragen sind mit der Zeit entstanden. Das neue Buch von Herrn Ulrich Walter soll nun die wichtigsten Fragen auch für Laien verständlich erklären.

schwarzen-lochWie warm ist es im Weltraum?
Sind Schwarze Löcher wirklich schwarz?
Warum altern Raumfahrer weniger schnell?
Und wie würde eine Alien-Invasion tatsächlich ablaufen?

Ulrich Walter ist Physiker, Professor an der TU München, Astronaut und einer von elf Deutschen, die im All gewesen sind. Während seiner Mission hat er viel erlebt und natürlich jetzt eine sehr eigene Sicht auf die Dinge. In seinem Buch erklärt er wissenschaftlich korrekt, verständlich und sehr unterhaltsam alles Wissenswerte über die Welt von unten und von oben. Außerdem gibt er eine Einführung in die Relativitätstheorien und lüftet das Geheimnis, ob seine US-Raumfahrer-Kollegen wirklich auf dem Mond waren.

Ulrich Walter, Physiker und Professor für Raumfahrttechnik an der TU München, brach zusammen mit sechs anderen Astronauten Ende April 1993 an Bord des Orbiters Columbia in Richtung Erdumlaufbahn auf. Seit März 2003 leitet er den Lehrstuhl für Raumfahrttechnik an der Technischen Elite-Universität München und lehrt und forscht im Bereich Raumfahrttechnologie und Systemtechnik. (Quelle: Komplett-Media-Verl.)

Das Buch ist wirklich gut geschrieben. Man muss kein Professor sein, um die Fakten zu verstehen und das Lesen macht auch wirklich Spaß

Mit dem Buch lernen Sie Humboldt richtig kennen

Alexander von Humboldt fasziniert seit Jahren – nicht nur seine Entdeckungen sondern auch er als Person. Andrea Wulf hat im Oktober letzten Jahres eine aufwendig recherchierte Biographie Bei Random House veröffentlicht:

alexander-von-humboldtWas hat Alexander von Humboldt, der vor mehr als 150 Jahren starb, mit Klimawandel und Nachhaltigkeit zu tun? Der Naturforscher und Universalgelehrte, nach dem nicht nur unzählige Straßen, Pflanzen und sogar ein »Mare« auf dem Mond benannt sind, hat wie kein anderer Wissenschaftler unser Verständnis von Natur als lebendigem Ganzen, als Kosmos, in dem vom Winzigsten bis zum Größten alles miteinander verbunden ist und dessen untrennbarer Teil wir sind, geprägt. Die Historikerin Andrea Wulf stellt in ihrem vielfach preisgekrönten – so auch mit dem Bayerischen Buchpreis 2016 – Buch Humboldts Erfindung der Natur, die er radikal neu dachte, ins Zentrum ihrer Erkundungsreise durch sein Leben und Werk. Sie folgt den Spuren des begnadeten Netzwerkers und zeigt, dass unser heutiges Wissen um die Verwundbarkeit der Erde in Humboldts Überzeugungen verwurzelt ist. Ihm heute wieder zu begegnen, mahnt uns, seine Erkenntnisse endlich zum Maßstab unseres Handelns zu machen – um unser aller Überleben willen.(Quelle: Random House)

Das Buch wird von der Presse (u.a. von Denis Scheck) und Lesern gelobt. Bei uns in der Familie wurde auch direkt zu Weihnachten verschenkt und drin geschmökert 😉

Eine Buchempfehlung für jeden Natur- und Geschichts-Interessierten.