„Mode ist vergänglich – Stil niemals“

Das sagte einst Coco Chanel. Darauf baut sich das Buch „Stilgeheimnisse : die unschlagbaren Tricks und Kniffe für erfolgreiches Auftreten“ von Katharina Starleay auf (Signatur: BWL 120 STAR):

stilgeheimnisse

Das Buch verleiht die lang vermisste Sicherheit im entspannten Umgang mit Stil. Denn wer möchte schon gern mit dunkelgrauem Outfit, flachen Schuhen und maskuliner Aktentasche in der Masse untergehen oder in sexy High Heels und kurzem Dress lediglich auf sein Äußeres reduziert werden? Die begehrten Antworten liefert die Stilexpertin Katharina Starlay: Gekonnt kombiniert sie Stil- und Modeberatung mit dem Geschäftsleben und lässt dabei von der Kleiderwahl über Wellnessartikel und Düfte bis hin zur absoluten Stil-Apokalypse des täglichen Miteinanders im Büro keine Fragen offen.

Endlich ein Buch, welches nicht vorschreibt, wie ein Kleidungsstück auzusehen hat, um als konform angesehen zu werden. Frau Starley erlaubt nahezu jedes Kleidungsstück – sofern man es richtig kombiniert. Dieses Buch ist ein wahrer Fundus an Ideen, wie man z. Bsp. den geliebten Minirock bürotauglich kombiniert, warum Dekolleté und Bein gezeigt werden dürfen (nur nicht beides zusammen) oder wie Mann von Welt im grauen Nadelstreifenanzug aus der breiten Masse heraussticht, ohne negativ aufzufallen.  So kann jeder den Stil finden, der ihm steht, abseits von kurzfristig aufploppenden Modeerscheinungen. Lesenswert, nicht nur fürs Berufsleben!

Fr

Warum dauert das (immer) so lange!?

Das kennen Sie bestimmt: Sie werden auf ein Buch aufmerksam und wissen sofort: „Das muss ich lesen. Jetzt! Sofort!“ Weil gerade Monatsende und folglich der Geldbeutel schmal ist, beschließen Sie, das Buch nicht zu kaufen, sondern es in Ihrer Stadtbibliothek zu bestellen. Dort wird Ihr Wunsch gerne aufgenommen und Sie sind schon voller Vorfreude auf die neue Lektüre. „Heute ist Dienstag, na, das wird bestimmt ein schönes Lese-Wochenende“, denken Sie sich, „Kann ja schließlich nicht so lange dauern, das Buch zu beschaffen, in Zeiten des Versandhandels.“

Derweilen wandert Ihr Anschaffungswunsch von der Auskunft (wo Ihr Wunsch entgegengenommen wurde) zum zuständigen Lektor. Der entscheidet, ob Ihr Wunsch angeschafft wird. Ihr vorgeschlagenes Buch passt gut in unseren Bestand, der Lektor leitet also Ihren Wunsch an den Buchhändler weiter. Der Buchhändler hat das Buch leider nicht mehr vorrätig, er informiert den Großhändler. Dieser liefert in der Regel binnen 24 h das Buch an den Buchhändler, der wiederum alle 2-3 Tage uns beliefert. Uff, jetzt ist schon Freitag. Und Sie werden langsam zappelig, weil Sie das Buch doch so gerne am Wochenende lesen wollten.

Doch anstatt Ihnen das Buch aushändigen zu können, läuft es erstmal durch unseren Geschäftsgang: Es wird katalogisiert, damit Sie es in unserem Katalog finden können. Dann wird es technisch bearbeitet: Es erhält eine Signatur, einen Barcode (damit es in unserem System verbucht werden kann) und wird ggf. noch foliert, damit es langlebiger ist. Und weil wir nicht nur Ihr Buch so bearbeiten, sondern alle Medien, die in unseren Bestand neu aufgenommen werden, dauert der Geschäftsgang seine Zeit.

Das Wochenende ist vorrüber und Sie sind verärgert, weil wir Ihnen das Buch nicht aushändigen und Sie es folglich nicht lesen konnten. „Hätte ich mal doch beim Versandriesen bestellt, dann hätte ich das Buch am Mittwoch bekommen und in Ruhe am Wochenende lesen können“, denken Sie sich. Und lassen dabei völlig außer Acht, dass es gute Gründe gibt, warum wir (und viele weitere Bibliotheken) eben nicht beim Versandhandel bestellen: Der örtliche Buchhändler hat räumlich und finanziell ein enges Budget. Er macht sich penibel Gedanken um sein Sortiment und die Präsentation dessen. Der Versandhändler unterhält stattdesen riesige Warenlager. Quasi über Nacht liefert dieser Millionen von Buchtiteln und anderer Artikel aus. Und das gibt Ihnen als Verbraucher das Gefühl, jeden Buchtitel jetzt sofort haben zu können und haben zu müssen. Totaler Blödsinn, wenn Sie mich fragen. Vorfreude auf eine neue Lektüre ist doch genauso schön, wie das Lesen des neuen Schmökers.

Noch ein Gedankenstoß zum Versandriesen:  Die Arbeitsbedingungen bei diesem sind sehr fragwürdig, wenn man die etablierte Presse aufmerksam verfolgt. Ein Grund mehr für uns, beim örtlichen Buchhändler zu bestellen. Denn dieser entlohnt seine Mitarbeiter anständig, schickt sie zu Fortbildungen und setzt auf persönliche Beratung. Kein Algorithmus, der Ihnen vorgibt, was Sie interessiert, sondern ein fachlich kompetenter Mensch, der Ihnen Bücher nicht nur vorschlägt, sondern Sie die Bücher auch entdecken lässt.

Übrigens: Der örtliche Buchhändler kann genauso wie der Versandhändler Ihr Wunschbuch über Nacht ordern. Sie müssen nur am nächsten Tag zur Buchhandlung gehen und es selbst abholen (statt wie der Versandriese, der es Ihnen unpersönlich in den Briefkasten steckt).

Fr

Tina Turner: My Love Story – die Autobiografie

Heute gibt es mal keinen expliziten Hör-Tipp, sondern vielmehr einen Lesetipp und zwar die Biographie von Tina Turner:

Klappentext

„Liebe hat mein Leben gerettet. Davon will ich erzählen“ Tina Turner, die legendäre Königin des Rock `n` Roll, blickt unter dem Eindruck einer gefährlichen Erkrankung, die sie aufgrund einer wunderbaren Wendung bezwingen konnte, auf ihr wechselvolles Leben zurück. Erstmals schildert sie ihre „ganze Geschichte“, wie sie sagt, eine Geschichte die sie in ihrer ersten Autobiografie, „Ich, Tina“, nicht erzählen konnte und wollte.

„Nutbush City Limits“, „Private Dancer“, „The Best“, „Proud Mary“ – jeder, der Tina Turners Musik hört, spürt ihren Lebenswillen, die sie aus der Enge der Kundhein in Tennessee auf die Bühnen der Welt brachten, sie aus der schrecklichen Ehe mit Ike Turner befreiten und zu ihrer großen Liebe Erwin Bach und nach Europa führten. „My Love Story“ ist eine Lieberserklärung an das Leben und die zutiefst bewegende und inspirierende Überlebensgeschichte einer Frau, die alle Hindernisse, die ihr in den Weg gelegt wurden, hinter sich ließ.

Natürlich haben wir von dieser Musik-Ikone auch mehrere CDs im Bestand…. Am besten also lesen und hören 🙂

Wf

Welche neuen Bücher gibt es in der Stadtbibliothek?

Haben Sie sich das auch schon einmal gefragt? Dann werfen Sie einen Blick in unsere Neuerwerbungsliste. Diese finden Sie auf der Seite unseres Webkatalogs im linken Menü! Sie können sich unsere Neuerwerbungen nach Gruppen sortiert anzeigen lassen. So sind Sie stets darüber informiert, was wir in Ihrem Interessensgebiet Neues anbieten.

Gerade keine Lust zu lesen? Die Neuerwerbungsliste listet auch Filme, Hörbücher, Gesellschafts- und Konsolenspiele!

neuerwerb

Fr

Armageddon von Wolfgang Hohlbein

Verehrte Leserschaft,

wir haben nun Armageddon von Wolfgang Hohlbein im Regal stehen. Es fiel mir, wie so viele andere Bücher auch, beim Katalogisieren in die Hände. Dass Herr Hohlbein wieder ein neues Buch geschrieben hat, wusste ich schon, da ich es bereits sowohl auf seiner Webseite, als auch im Buchhandel gesehen habe, aber nun halte ich es direkt in den Händen.

ArmageddonInhalt: Auf dem Flug nach Tel Aviv begegnet Beka dem gleichermaßen faszinierenden wie undurchschaubaren Luke. Doch bevor sie sein Geheimnis ergründen kann, zerreißt eine gewaltige Druckwelle das Flugzeug. Das Undenkbare ist geschehen: Eine Atombombenexplosion vernichtet weite Teile Israels. Aber Beka und Luke überleben. Sie finden sich in einem unterirdischen, verlassenen Tempel wieder, der von geheimnisvollen Symbolen übersät ist. Und alles deutet darauf hin, dass Armageddon begonnen hat – die letzte Schlacht …

Quelle Inhaltsangabe und Cover:Piper-Verlag

Wolfgang Hohlbein war vor Jahren mein Lieblingsautor. Zu meinen Lieblingsromanen zählen „Märchenmond“, „Dreizehn“, „Unterland“ und „Die Prophezeiung“. Alle zusammen sind mit seiner Frau Heike Hohlbein verfasst. Die beiden haben mir als Kind beinahe den Verstand gesprengt.

Mit der Zeit wurden mir seine Geschichten leider zu flach. Zu viel Geschwafel, wenig Inhalt. Oder seitenweise Kampfszenen. Seelenlos irgendwie. Keine großen Beschreibungen von Gefühlen. Das wurde mir zu öde. Manche Autoren werden mit den Jahren besser. Stephen King ist so ein Kandidat. Aber vielleicht bin ich selbst anspruchsvoller geworden und Fantasy ist einfach nicht mehr mein Genre. Schon vor Jahren habe ich Zwergen und Elfen Adieu gesagt. Jeder entwickelt sich weiter. Ich scheinbar auch.

Natürlich habe ich wieder Rezensionen gelesen. Armageddon schneidet bisher nicht so gut ab und dadurch vergeht mir schon die Lust, mich überhaupt durch die 599 Seiten durchzukämpfen. Denn nichts anderes bedeutete Hohlbein seit einigen Jahren für mich persönlich. Durchkämpfen. Aber es liegt hier vor mir und es lockt mich irgendwie. Man streicht mit der Hand über den Buchdeckel und irgendwo tief im Hirn flüstert eine Stimme „nimm mich mit“.

Na gut, dann gebe ich Hohlbein noch eine Chance. Auch wenn es sich um den Auftakt zu einem Mehrteiler handelt. Aber den Helden seiner Kindheit und Jugend lässt man nicht im Regen stehen. Hohlbein ist Teil meines Lebens. Immer noch. Er half mir mit seinen Geschichten durch schlimme Jahre. Ich wünsche mir so sehr, wieder die Aufregung und das Flattern im Magen beim Lesen zu fühlen. Alles wie früher zu erleben, als Hohlbein es schaffte, mich den ganzen Tag an ein Buch zu fesseln.

Für alle Unentschlossenen geht es hier zur Leseprobe.

Wenn auch Sie hoffen, dass der Zauber noch nicht erloschen ist, dann kommen Sie in die Stadtbibliothek Salzgitter und entleihen Armageddon. Sie finden das Buch im Romanbereich unter „Roman Fantastisches HOH 5“.

GL

 

„Todesreigen“ von Andreas Gruber kommt

Verehrte Leserschaft,

ich freue mich sehr, Ihnen heute mitteilen zu können, dass wir den neuen Roman von Andreas Gruber bestellt haben. Den österreichischen Autor habe ich Ihnen in diesem Blogbeitrag vom November 2016 bereits vorgestellt: andreas-gruber-kurz-vorgestellt

actionDer vierte und hoffentlich nicht letzte Teil (ich kenne das Ende noch nicht) um den niederländischen Fallanalytiker Maarten S. Sneijder und seine Kollegin Sabine Nemez heißt „Todesreigen“ und verspricht wieder spannendes Lesevergnügen.

Nachdem eine Reihe von Kollegen auf brutale Art Selbstmord begangen haben, wird Sabine Nemez – Kommissarin und Ausbilderin beim BKA – misstrauisch. Vieles weist auf eine jahrzehntealte Verschwörung und deren von Rache getriebenes Opfer hin. Sabine bittet ihren ehemaligen Kollegen, den vom Dienst suspendierten Profiler Maarten S. Sneijder, um Hilfe. Doch der verweigert die Zusammenarbeit, mit der dringenden Warnung, die Finger von dem Fall zu lassen. Dann verschwindet Sabine spurlos, und Sneijder greift selbst ein. Womit er nicht nur einem hasserfüllten Mörder in die Quere kommt, sondern auch seinen einstigen Freunden und Kollegen, die alles tun würden, um die Sünden ihrer Vergangenheit endgültig auszulöschen …

Quelle Inhaltsangabe: Random House

Auf der Internetseite des Autors habe ich ein nicht ganz ernstes „Interview“ mit der fiktiven Person Maarten S. Sneijder über seinen Schöpfer Andreas Gruber gefunden, welches ich Ihnen natürlich nicht vorenthalten möchte. Es ist einfach herrlich:

Romanfigur Maarten S. Sneijder im Interview

»Grundsätzlich kann ich nichts an Andreas Gruber leiden«

Maarten S. Sneijder ist polizeiliche Fallanalytiker, Entführungsspezialist und forensischer Kripopsychologe beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden. Er ist 47 Jahre alt und kommt ursprünglich aus Rotterdam in den Niederlanden. Wenn er nicht gerade im Auslandseinsatz ist, nimmt er an der Akademie für hoch begabten Nachwuchs junge Kolleginnen und Kollegen unter seine Fittiche. Er hat einen speziellen Ansatz, mit dem er seine Fälle löst: Da ist einerseits seine arrogante Art, mit der er seine Gesprächspartner vernichtet, andererseits sein Hang zu Drogen, der ihn in die kranke Psyche von Serientätern hinabsteigen lässt. Er leidet unter Cluster-Kopfschmerzen, akupunktiert sich selbst, hasst große Menschenmengen und gibt vor, keinen Führerschein zu besitzen, damit er von den Kollegen zu den Tatorten gefahren wird, während er auf dem Rücksitz mit seinem Smartphone spielt. Er trägt ausschließlich schwarze Designeranzüge, ist über einen Meter achtzig groß und hat enorm lange Arme. Bisher hat er in dem Thriller „Todesfrist“ ermittelt. Die Fortsetzung „Todesurteil“ ist für Ende 2014 geplant.

Die Luft ist stickig in dem kleinen Raum. Die einsame Arbeitsleuchte auf dem glatten Tisch strahlt direkt in sein Gesicht.

  • Lieber Maarten Sneijder, was können Sie uns zu …? Entschuldigen Sie, dass ich Sie unterbreche. Es heißt Maarten S. Sneijder!
  •  Danke, was können Sie uns zu …? Entschuldigen Sie, dass ich Sie gleich noch einmal unterbreche. Meine Zeit ist knapp, und ich möchte vermeiden, dass Sie sie vergeuden. Sehen Sie diese drei Finger? Also stellen Sie ihre Fragen in drei knappen, präzisen Sätzen! Schaffen Sie das?
  • Ich werde es versuchen. Was können Sie uns zu Andreas Gruber sagen – was müssen wir wissen? Sie müssen gar nichts über ihn wissen! Die Akte, die das Bundeskriminalamt in Wiesbaden über ihn hat, ist streng geheim. Das werden sogar Sie verstehen. Aber auf Grund diverser Abhöraktionen und Einvernahmen von Leuten, die ihn kennen, haben wir ein brisantes Detail über ihn herausgefunden, das ich verraten kann: Bisher hat dieser Schmuddlschreiber mit seiner kranken Fantasie vier Kurzgeschichtenbände und sieben Romane zu Papier gebracht. Er arbeitet jetzt nur noch 15 Stunden pro Woche im Büro eines Pharmakonzerns – den wir natürlich observieren – und er wird sich Ende 2014 als freier Autor selbständig machen. Aber keine Sorge, wir behalten ihn und seine Aktivitäten weiterhin im Auge.
  • Beneiden Sie Andreas Gruber um etwas? Oder schlimmer, gibt es etwas, was Sie an ihm gar nicht leiden können? Beneiden? Ihn? Ich beneide bloß die Menschen, die das Glück haben, mit mir zusammenarbeiten zu dürfen. Grundsätzlich kann ich nichts an Andreas Gruber leiden. Er verschwendet seine Zeit, indem er Geschichten erfindet, meist über abartige Serienkiller und unsympathische Profilersteller. Und nur weil er im Juni 2013 eine Recherchereise nach Deutschland unternommen hat und beim Polizeipräsidium Westhessen und beim Bundeskriminalamt Wiesbaden zu Besuch war und sich dort alles zeigen ließ, steigt er in meiner Achtung um keinen Millimeter. Er bleibt ein armseliger Schriftsteller, der keine Ahnung von unserem täglichen Job hat.
  • Das hört sich so an, als würde Andreas nicht ununterbrochen schreiben – was macht er denn sonst in seiner Freizeit? Er liest viel – wahrscheinlich klaut er dort seine Ideen. Er geht oft ins Kino – vermutlich um auch dort Ideen zu klauen. Er hört gern Hörspiele – Sie können sich bestimmt denken, warum. Er singt in Karaoke-Bars – da er vermutlich kein anderes Publikum für seine „Gesangskünste“ findet. Er hört Heavy Metal – schon allein das sagt ja alles über seine gestörte Psyche.
  • Ein Trittbrettfahrer? Welchem Vorbild eifert er nach? Ist das nur schriftstellerisch so, oder auch im »normalen« Leben? Die Kollegen von der Kriminaltechnik, der forensischen Psychologie und dem graphologischen Institut haben herausgefunden, dass er sich am Stil von Dennis Lehane orientiert. Er dürfte auch die frühen Werke von David Morrell und Nelson DeMille gelesen haben. Und was den Horror-Aspekt in seinen Thrillern betrifft, den dürfte er von Stephen King, Richard Laymon und Shaun Hutson geklaut haben. Soviel zu seiner Eigenständigkeit! Vorbilder im normalen Leben? Er behauptet zwar, dass er kritische Menschen mit Zivilcourage bewundert wie beispielsweise diesen Edward Snowden, aber mal ehrlich … Snowden ist ein Verräter und gehört zum linken Gesindel, genauso wie Andreas Gruber.
  • Gibt es Rituale, die Andreas beim Schreiben anwendet? Hängt er bestimmter ritualistischer Musik an, oder gibt es irgendwelche berauschende Nahrungsmittel, die stets griffbereit liegen müssen? Ich selbst rauche Marihuana. Das ist in meinem Job absolut notwendig, wenn ich mich in die Psyche eines Killers hinein versetze. Und ich habe, nebenbei bemerkt, die höchste Aufklärungsrate verglichen mit der meiner Kollegen. Sehen Sie, durch das Marihuana kristallisiert sich manchmal ein winziges Detail mit all seinen Facetten übergroß heraus, das man sonst übersehen hätte.
  • Aber wir sprechen jetzt nicht über Sie, sondern über Andreas Gruber! Bedauerlich! Aber keine Ahnung, was der nimmt. Vermutlich nascht er während des Schreibens Schokolade – sehen Sie sich mal seine Schwabbelfigur genau an!
  • Wie kam Andreas auf Ihre Spur? Ich glaube, er war es einfach leid immer nur Romane über langweilige Kripoermittler zu schreiben. Er hat eine kontroverse Figur mit Ecken und Kanten gesucht. Jemand mit langjähriger Erfahrung, der seinen eigenen kompromisslosen Weg geht und sich weder von Vorgesetzten noch von Kollegen in die Suppe spucken lässt. Und mal ehrlich, welcher Kotzbrocken wäre da besser geeignet als ich?
  • Wissen Sie, ob er sich seine Opfer immer auf dieselbe Weise aussucht? Wie entstehen seine Geschichten? Unser Verhör mit ihm hat ergeben, dass er sich in seinen Romanen Schwerpunkte setzt und über Themen schreibt, die ihn angeblich faszinieren. In „Schwarze Dame“ schreibt er über zwei Serienkiller, in „Die Engelsmühle“ über zwei erwachsene weibliche eineiige Zwillinge, in „Rachesommer“ über Kindesmissbrauch, in „Todesfrist“ über eine missglückte Psychotherapie und in „Herzgrab“ über ein großes mysteriöses Ölgemälde. Seine Romane spielen in Prag, Wien, Leipzig, Dresden, München, Hamburg, an der Nordsee oder in der Toskana, und seine Figuren sind mal ein Privatdetektiv, eine junge Anwältin, eine Psychotherapeutin oder ein pensionierter asthmakranker Kripoermittler.
  • Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Gespräch mit Ihnen, was macht Sie so besonders für Andreas Gruber? Frech? Sie meinen allen Ernstes diese Frage sei frech? Ich sage Ihnen was: Frech wäre, diese Frage nicht gestellt zu haben! Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen – aber man kann das nicht oft genug betonen – ich bin im Bundeskriminalamt Wiesbaden ein Unikat. Ich leite an der BKA-Akademie für hoch begabten Nachwuchs das Modul Profilerstellung und forensische Psychologie. Dort nehme ich die jungen Dreikäsehoch unter meine Fittiche. Und da gibt es ein besonderes Talent: nämlich die Münchnerin Sabine Nemez. Sie ist die Hoffnung der jungen, modernen Verbrechensbekämpfung … und ich hoffe, noch viele weitere Fälle mit ihr lösen zu können. Aber sagen Sie ihr das bloß nicht!
  • Schauen wir uns doch einmal die Beweise an: Was wird Andreas wohl als Nächstes tun? Woran arbeitet er gerade? Wann werden wir neue Hinweise erhalten? Wäre mal schlau von Ihnen gewesen, wenn Sie das selbst herausgefunden hätten, ohne mich fragen zu müssen. Aber ich will mal nicht so sein. Andreas Gruber hat zwar eine Webseite, die er wöchentlich updatet, aber er ist weder bei Facebook noch bei Twitter. Deswegen haben wir sein Haus verwanzt und hören sein Telefon ab, um an Informationen ranzukommen. Außerdem haben wir uns mit einem Bundestrojaner in seinen PC gehackt und können täglich mitlesen, was er schreibt. Also: In seinem nächsten Roman, in dem ich wieder gemeinsam mit Sabine Nemez ermitteln werde, entführt er seine bemitleidenswerten Leser nach Wiesbaden, Nürnberg und Wien. Das Buch erscheint Ende 2014 und trägt den Titel „Todesurteil“. Aber wenn ich Ihnen jetzt schon verrate, worum es geht, müsste ich Sie anschließend für einige Monate in U-Haft nehmen.

Knipst die Lampe aus und lehnt sich zurück…

  • Ein herzliches Dankeschön an Maarten Sneijder für die … Maarten S. Sneijder!
  • Ein herzliches Dankeschön an Maarten S. Sneijder für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich dem Autor selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Maarten S. Sneijder gesagt wurde. Godverdomme, Sie haben das Interview mit mir geführt, nicht mit Gruber. Was sollte der schon richtigstellen? Vermutlich würde er behaupten, dass ich ohne meine Kollegin Sabine Nemez nur halb so genial wäre, wie ich glaubte. Aber da irrt er sich.

Interview: Annika Dick.

Quelle Interview: Andreas Gruber Homepage

Weitere spannende Interviews finden Sie auf der Homepage des Autors. Hier möchte ich Ihnen noch ein interessantes Video zeigen:

Quelle Video: http://www.agruber.com/

Wer bisher noch nichts über das geniale Ermittlerduo Sneijder & Nemez gelesen hat, sollte schnellstmöglich die Stadtbibliothek Salzgitter aufsuchen und sich die ersten drei Bände ausleihen. Ich verspreche Ihnen, dass Sie nicht eher ruhen werden, bis Sie das Ende jedes einzelnen Bandes erfahren haben. Ich wünsche Ihnen spannendes Lesevergnügen bei Tee oder Kaffee mit Andreas Gruber.

GL