Worüber spricht man im Herbst? Über Bücher!

Laut Spiegel-Online-Reporter Felix Bayer sind es genau 25 Bücher, über die man diesen Herbst spricht. Welche Bücher das alles genau sind, das lesen Sie auf Spiegel-Online. Viele der Titel befinden sich auch im Bestand der Stadtbibliothek (oder werden es bald sein).

Es sind wirklich 25 gute Bücher mit dabei. Robert Manesse mit „Die Hauptstadt“ hat es auch auf diese Liste geschafft wie „Qualityland“ von Marc-Uwe Kling. Letzteres ist momentan mein Favorit auf dieser Liste, einer Kollegin hat es dafür sehr „Und es schmilzt“ von Lize Spit angetan.

Wenn Sie sich durch die Auswahl klicken, fehlt Ihnen dann ein Titel? Für mich hätte es hier uns da vielleicht noch ein Fantasy-Roman sein können. Wie der neue Walter Moers „Prinzessin Insomnia & und der alptraumfarbene Nachtmahr“ – bleibt der Titel hinter Walter Moers sonstigen Zamoien-Werken zurück?

Das stand da doch vorher noch nicht – eine Herkulesaufgabe in der Belletristik

Wenn man sich die schiere Größe der Aufgabe ansieht, könnte man denken: „Haben DIE denn sonst nichts zu tun?“

Also, wir haben immer etwas zu tun, doch diese Aufgabe drückte halt immer mehr. Seit Jahrzehnten werden die Romane nach den Verfassern von A-Z aufgestellt. Ebenfalls vor sehr langer Zeit wollte man jedoch dem Nutzerwunsch nachkommen und einige Titel nach Interessenkreis aufstellen. Der „Nahbereich“ wurde ins Leben gerufen. Taschenbücher aus dem Bereich „Krimi“ oder „Liebe“ sollten schnell gefunden werden.

Mit der Zeit wuchs der Bestand des Nahbereiches. Die Romane standen immer noch von A-Z. Irgendwann fiel die Entscheidung, Taschenbücher in den Nahbereich zu stellen und gebundene Titel weiter schlicht nach den Verfassern von A-Z zu sortieren.

Dann erschienen Reihen, mit gebundenen Werken und Taschenbüchern. Von einem Autor. Oder Autoren schrieben eben für beide Genres bzw. die Taschenbuchausgabe erschien später.

Besser zeigt sich das Problem anhand eines Beispiels:

Der Romanbereich von A – Z u.a. mit einem eigenen Regal für Mankell

Und nun schauen wir doch mal im Nahbereich Krimi bei M

Auch da steht Herr Mankell mit vielen seiner Büchern. Leider auch doppelt, doch eben nicht beieinander. Unsere Nutzer verwirrte das zunehmends und es war so auch nicht mehr darstell- oder erklärbar.

Bei den Romanen finden sich ca. 10.000 Bände. Der mal als kleiner Nahbereich geplante Bestand mit Aufstellung nach Interessenskreis ist mittlerweile ebenfalls 10.000 Bände groß geworden. Sogar die Ausleihzahlen sind identisch.

Die Herkulesaufgabe besteht nun darin, diese Bestände zu vereinheitlichen. Das große Hauptziel ist die Aufstellung nach groben Interessenkreisen und dann sortiert nach den Verfassern von A bis Z. Dafür müssen nun 20.000 Bände in drei Bibliotheken in die Hand genommen werden.

Das ist nicht in kurzer Zeit zu schaffen. Das dauert Monate und Jahre. Ein Anfang ist gemacht. Die Belletristik wird in nächster Zeit immer mal wieder etwas geschoben, damit es nachher für alle leichter auffindbar wird.

ScG – Gerald Schleiwies

Unser Bücherfrühling

Wie jedes Jahr im Frühjahr stellen wir auch dieses Mal bei

Literarisch & Kulinarisch

verschiedene Buchtipps vor. Heraus gegriffen aus allen Neuerscheinungen des Buchmarktes seit der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2016.

Die Veranstaltung findet in der Stadtbibliothek in Lebenstedt am Dienstag, dem 04.04.2017 ab 19:30 Uhr statt.

In Salzgitter Bad können Sie sich am Donnerstag, den 06.04.2017, ebenfalls ab 19:30 Uhr, über unsere Empfehlungen aus dem Neuerscheinungsberg informieren. Eine Voranmeldung ist jeweils nicht von Nöten. Der Abend wird ca. bis 22 Uhr gehen.

Vortragende sind dieses Mal Yvonne Jäschke, Gerald Schleiwies und Anne Süßkraut – alle Mitarbeiter der Stadtbibliothek Salzgitter.

Wie immer gibt es in der Pause ein paar kulinarische Köstlichkeiten – gesponsert von der Bibliotheksgesellschaft Salzgitter e.V.

Wer möchte kann sich unseren Handzettel für Literarisch & Kulinarisch herunterladen und sich den Termin so auch bequem an den Kalender, die Pinnwand hängen oder den Zetteln direkt in den Kalender packen 🙂

Wir freuen uns sehr auf eine rege Teilnahme an der Veranstaltung!

Auf den Arsch gekommen

Arschloch selten allein.jpgVerlage suchen für ihre Bücher einprägsame Titel, gerne auch mal mit prägnanten Wörtern, damit der Titel dann auch im Kopf hängen bleibt. Ein Beispiel wäre für mich in jedem Fall das Buch „Darm mit Charme“. Doch meiner Kollegin ist letztens ein ganz anderes Buch aufgefallen, als sie die Neuerscheinungen im Bereich Psychologie durchgegangen ist: „Ein Arschloch kommt selten allein“ von Claudia Hochbrunn, erschienen im Rowohlt-Verlag. Inhaltlich ist es auf alle Fälle ein Titel für den Bestand und er wird demnächst auch bei uns in der Bibliothek zu finden sein. Doch über den Titel hat sie sich dann doch etwas amüsiert.

Aber es ist ja noch längst nicht so, dass dieses Buch der einzige ‚Arsch-Titel‘ in unserem Bestand wäre. Wir hätten da noch zu bieten:

  • Der Arsch auf dem Sessel: Böse-Chef-Geschichten (Taschenbuchständer)
  • Am schönsten Arsch der Welt: Bekenntnisse eines Neuseelandreisenden (Erdkunde)
  • Keine Zeit für Arschlöcher! … hör auf dein Herz (Hauswirtschaft)
  • Am Arsch vorbei geht auch ein Weg: Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dich endlich locker machst (Psychologie)
  • Der Arschloch-Faktor: vom geschickten Umgang mit Aufschneidern, Intriganten und Despoten im Unternehmen (BWL)
  • König Arsch: mein Leben als Kunde – der ganz normale Wahnsinn (Wirtschaft)

Wie man sieht, zieht sich der ‚Arsch‘ durch alle Themengebiete und auch wenn man selber nicht auf den ‚Arsch‘ gekommen ist, lohnt es sich auf alle Fälle einen Blick in diese Bücher zu werfen.

Alessandro Baricco – seine neusten Werke

Alessandro Baricco ist bei weitem kein Vielschreiber. Zumindest wenn man nach seinen Veröffentlichungen geht. Noch zu meinen Schulzeiten hat mir eine Freundin „Seide“ ans Herz gelegt. Am Anfang war ich noch etwas skeptisch, denn diese Art von Erzählung war bisher nicht wirklich meines. Doch das Buch hat mich überzeugt, trotzdem habe ich danach kein weiteres Buch von Baricco gelesen. einen genauen Grund gibt es dafür nicht – einfach zu viel Auswahl. Mit „Mr Gwyn“ erschien dieses Jahr Alessandro Bariccos neustes Werk.

gwyn-bariccoJasper Gwyn, ein berühmter englischer Schriftsteller Anfang vierzig, fasst eines Tages einen weitreichenden Entschluss. In einem Zeitungsartikel listet er 52 Dinge auf, die er fortan nicht mehr zu tun gedenkt, darunter auch: Bücher schreiben. Stattdessen beschließt er, in seinem neuen Leben als „Kopist“ zu arbeiten und Porträts anzufertigen – dies allerdings nicht mit Pinsel und Palette, sondern in geschriebener Form. Er mietet ein Atelier an, wo ihm fortan Menschen Modell sitzen, die sich später in seinen Porträts gänzlich wiederfinden werden. Bis eine junge Frau auftaucht, die sich den strengen Regeln des Kopisten entzieht.(Quelle: Hoffmann und Campe Verl.)

Der Roman ist ganz anders als „Seide“, oft merkt man, dass Baricco auch kreatives Schreiben unterrichtet, das beweist er mehr als einmal in diesem Buch. Baricco schreibt feinfühlig, detailliert und manche Sätze kommen zum Teil auch sehr lakonisch daher. Wenn man einmal drin ist, lässt sich dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen. Am Ende mag es „Seide“ nicht übertreffen, aber Lesen lohnt sich auf alle Fälle.

Wer noch ein Geschenk für Weihnachten sucht. Vor kurzem ist auch sein Buch „Smith  Wesson“ auf Deutsch als Geschenkband – schön eingebunden in Leinen – erschienen.smith-and-wesson

Die Niagarafälle – spektakuläres Naturereignis, irdisches Paradies und mythischer Ort. Sie haben die Phantasie vieler Schriftsteller beflügelt, auch wenn Charles Dickens sagte, dass »jedes Wort über diesen wundervollen Ort nur reiner Unsinn sein könnte«. Als Tom, Jerry und Rachel sich begegnen, hat jeder seinen eigenen Vorteil im Sinn. Um Schlagzeilen zu schreiben, bedarf es einer tollkühnen Tat – und vertrauenswürdiger Helfer. Rachel will sich in einem Holzfass die Wasserfälle hinunterzustürzen und diesen Sturz als erster Mensch überleben. Doch ihr Plan geht nicht auf. (Quelle: Hoffmann und Campe Verl.)

Eine tolle Geschichte  – mit wirklich drei besonderen Charakteren. Das Bändchen liest sich sehr schnell (schon durch die gerade mal knapp 100 Seiten) und ich verspreche, Tom, Jerry und Rachel geben dem Leser nicht nur Rätsel auf, sondern lassen ihn auch immer wieder schmunzeln. Ebenfalls eine eindeutige Leseempfehlung von mir – erst recht wenn man Baricco noch nicht versucht hat.

Natürlich finden sich auch beide Bücher in der Stadtbibliothek 😉