Was es nicht alles gibt: Ein Buch über Bierdeckelbilder

Es ist immer wieder eine Freude Neuerscheinungslisten durchzusehen. Da gibt es immer wieder Titel, die einen überraschen. So erging es mir bei folgendem Buch:

„Bierdeckelbilder: Kleine Kunst im Quadrat“ von Brigitte Pohle

Der Klappentext stellt den Titel wie folgt vor:

BierdecklbilderDie kleinen Formate von Bierdeckeln beflügeln die Kreativität. Das mag zunächst überraschend klingen, probiert man aber die hier von der Künstlerin Brigitte Pohle vorgestellte Technik aus, wird man feststellen, dass die überschaubare Größe von Bierdeckeln wesentlich zur Entspannung beim Malen beiträgt. Man muss sich keine Gedanken um das gewünschte Bildformat machen, auch ein kleines Zeitfenster genügt für eine künstlerische Pause im Alltag und der Materialbedarf ist überschaubar.
Als kreatives Gerüst unterteilen grafische Muster und Formlinien die Flächen in kleine Bereiche, die man unterschiedlich farbig und mit Mustern ausgestalten kann.
Dabei sind den Gestaltungsmöglichkeiten kaum Grenzen gesetzt. Durch die Kombination von mehreren ‚Bierdeckelbildern‘ können wunderschöne, spannende größere Werke entstehen, die man beständig erweitern oder verändern kann. Genauso können aus den Bierdeckeln mehrerer Menschen auch ganz besondere Gemeinschafts-Kunstwerke zusammengestellt werden.
Auf diese Weise kann jeder mit Filzstiften und Acrylfarben kleine, aber feine Kunstwerke erschaffen und beliebig in Collagen erweitern.

Enthalten sind eine Vielzahl ansprechender Ideen – vor allem die Zusammenstellung als Collage macht den besonderen Reiz aus.

Für künstlerisch angehauchte Personen, die gerne mal etwas anderes ausprobieren wollen, ist dieser Titel zu empfehlen.

Rie

Frauen in der Literatur

Heute möchte ich gerne Werbung in eigener Sache machen – also nicht für mich persönlich, sondern für mein zweites kleines, aber feines Lektorat: Literatur. Dort geht es grob zusammengefasst um Literatur-Genres und Epochen, Schriftsteller/innen, deren Werke und wie man sie interpretiert.

Vor kurzem sind gleich drei schöne neue Bücher angekommen, die ich unbedingt kurz vorstellen möchte.

Agatha Christie: Die Autobiographie

Agatha Christie AutobiographieAgatha Christies Krimis sind in der ganzen Welt bekannt, jeder kennt Miss Marple oder Hercule Poirot. Doch ihr Privatleben hat die Autorin Zeit ihres Lebens privat gehalten. Sehr sympathisch wie ich finde, denn zu erzählen hatte sie genug.

[Was sie auch ein Jahr nach ihrem Tod bewies, denn dann wurde doch ihre Autobiographie veröffentlicht,] „in der sie von ihrer Kindheit, von zwei Ehen und zwei Weltkriegen erzählte, von ihrem Leben als Autorin und von den archäologischen Expeditionen ihres zweiten Ehemannes Max Mallowan. Ihre Autobiographie, die ebenso auch eine Chronik Englands und des 20. Jahrhunderts ist, zeigt eine Frau voller Lebenslust und Charme und verrät, welche Genialität ihrem Erfolg zugrunde liegt. Eine Autobiographie, die ebenso spannend und lebendig erzählt ist wie ihre Romane.“(Quelle: Atlantik-Verlag)

Das Buch wurde vom Atlantik-Verlag diesen April neu aufgelegt. Es beinhaltet auch private Fotos von Agatha Christie und ist hervorragend zu lesen.

Um Frauen in der Literatur geht es auch bei den nächsten beiden Titeln:

Schriftstellerinnen

Beide Bücher haben es mir sehr angetan. Der erste Titel „Schriftstellerinnen“ von Katharina Mahrenholtz und Dawn Parisi enthält kurze Biographien und Einblicke in das Leben von Schriftstellerinnen weltweit und das seit der Antike. Wussten Sie z.B., dass Enid Blyton über 600 Bücher veröffentlicht hat? Ich habe ihre Bücher gerne gelesen, aber dass es so viele sind, hätte ich niemals erwartet. Das Buch nimmt die Autorinnen in chronologischer Reihenfolge genauer unter die Lupe, immer wieder aufgelockert durch verschiedene Themenseiten.

Der Titel „Berühmte Kinderbuchautorinnen und ihre Heldinnen und Helden“ von Luise Berg-Ehlers war ein Wunschtitel von mir. Die bekanntesten Kinderbuchautorinnen werden kurz mit ihren Hauptwerken vorgestellt.  Durch die liebevolle Gestaltung und tolle Bildauswahl besticht das Buch nicht nur durch Inhalt sondern auch durch die Aufmachung.

Alle drei Titel sind demnächst bei uns in der Bibliothek im Literatur-Bestand zu finden. Die Bücher sind nicht nur gut, um ein paar Informationen für ein Referat zu sammeln, sondern auch für jeden (ehemaligen) Fan der Autoren hervorragend geeignet. Ich kann sie alle vorbehaltlos empfehlen 🙂

Träsch-Ti-Wi

Wer jetzt denkt: Was zum Henker ist denn Trash-TV (sprich Träsch-ti-wi) oder wie ich, ein heimlicher Fan, der hat jetzt die Möglichkeit sich zu diesem Thema zu bilden 😉

Jeder hat doch so ein peinliches Hobby oder eine Leidenschaft, über die er/sie nur mit Gleichgesinnten im Flüsterton spricht. Ja, ich gebe es zu, ich habe auch so eine Leidenschaft. Ich oute mich als Trash-TV Konsumentin. Wobei ich auch nicht alles sehe. Ich bin da doch schon wählerisch. Aber ich kenne fast alles und habe fast überall wenigstens mal reingeschaut.

Besonders angetan hat es mir Germany’s next Topmodel, Die Auswanderer, oder The biggest Loser. Aber es gibt noch gefühlte 5000 andere Formate. Einige (auch ich) sprechen zum Teil von „fremdschämen“ beim Zusehen, aber auch von Voyeurismus. Teilweise habe ich das Gefühl, dass bei einigen Sendeformaten beim Casting ein besonderer Wert auf niedrige IQs oder komische Ticks gelegt wird.

trash-tv

Bildquelle: amazon.de

Gewisse TV-Formate suchen Ihresgleichen. Zum Beispiel Live-Übertragungen aus dem australischen Dschungel oder aus Wohncontainern mit Z-Promi-Protagonisten scharenweise. Oder die Akquise von Topmodels und Superstars, die gar nicht erst aus der Versenkung auftauchen, in der sie bald wieder verschwinden. Hier zählt nicht das Ergebnis, sondern der Weg. Er ist das Ziel. Über Staffeln hinweg gesuchte Schwiegertöchter, getauschte Frauen, Bauernbräute und Mega-Junggesellen (neudeutsch »Bachelor«) beglücken den geneigten Zuschauer mit einer Mischung aus Überlegenheitsgefühl und Fremdschämen. Gesehen haben will all das keiner, Bescheid weiß jeder. Besonders Anja Rützel, die einen kritisch-amüsanten Blick hinter die Fassaden wirft, hinter die solcher Fernsehformate und hinter die ihrer Betrachter. (Klappentext)

Als weiterer Teil aus der Serie Reclam 100 Seiten ist das Heft Trash-TV dazu gekommen und auch bei uns in der Bibliothek bei Allgemeines (Allg 1315 RUE) zu finden. Wer wissen will, welche Teile wir noch haben, der kann sich gerne nochmal den Beitrag „100 Seiten, die alles sagen“ anschauen.

 

„Abgeschoben oder Aufgehoben: Erfahrungen aus dem Seniorenheim“

Heute geht es in dem Medientipp um ein ernstes und wichtiges Thema: Seniorenheim, Pflege- oder Betreuungseinrichtung (oder wie immer man diese Einrichtungen gerade nennen will / muss). Wenn die älteren Menschen Verwandtschaft in der Nähe haben, kann man Glück haben, dass man von ihnen (mit)betreut wird. Aber was ist, wenn man keine entsprechende Verwandtschaft hat oder diese die Betreuung im benötigten Umfang einfach nicht leisten können oder wollen?

Der nächste Schritt heißt, sofern eine Betreuung über Sozialstationen etc. nicht ausreicht, dass man von zu Hause wegmuss. Aber wohin? Man hört in den Medien mehr Schlechtes als Gutes – aber entspricht dieses Bild der Wahrheit oder ist es mal wieder ein verzerrtes?

In dem Buch „Abgeschoben oder Aufgehoben: Erfahrungen aus dem Seniorenheim“ von Sylvia Rosenkranz-Hirschhäuser geht es um:

Verlagstext:

RosenkranzOft plagen sich Verwandte mit einem schlechten Gewissen, wenn ein Angehöriger ins Pflegeheim zieht. Doch wie geht es Pflegebedürftigen dort eigentlich? Wie erleben sie selbst die Situation, in einem Heim zu leben? Was gefällt ihnen dort und was sollte verändert werden? Wie gehen ihre Verwandten mit der Lebenssituation um? Sind Bewohner eines Heimes abgeschoben oder dort aufgehoben?

Als ihre Mutter in eine Wohnung „Betreutes Wohnen“ zieht, beginnt Sylvia Rosenkranz-Hirschhäuser, über die Lebenssituationen von Heimbewohner/innen in Seniorenheimen zu recherchieren. Neben ihren eigenen Erlebnissen schildert sie in diesem Buch Gespräche, die sie in verschiedenen Einrichtungen mit Bewohnern, Heimleiterinnen und Verwandten von Pflegebedürftigen geführt hat. Es entsteht so ein vielschichtiges, lebendiges und authentisches Bild vom Leben in einem Heim, mit seinen Vorteilen, aber auch Schwierigkeiten. Einfühlend und verständnisvoll nimmt dieses Buch die Angst vor diesem Schritt, bietet Orientierung bei der Suche nach einem Heim und hilft Angehörigen, durch direkte Einblicke ins Heimleben Probleme zu erkennen und damit umzugehen.

Ein Ratgeber für alle, die gerade vor dieser schwierigen Entscheidung stehen.

Rie

„Atlas der unentdeckten Länder“

Ich betreue hier in der Stadtbibliothek den Bereich Erdkunde. Zu gefühlten 98 % wandern Reiseführer in die Regale. Hin und wieder gibt es dann glücklicherweise aber auch mal die „anderen“ Bücher.

So, wie den „Atlas der unentdeckten Länder“ von Dennis Gastmann.

Den Verlagstext finde ich sehr ansprechend:

Nach Marco Polo, Kolumbus und Vasco da Gama geht der nächste große Entdecker auf Reisen. Dennis Gastmann erkundet die letzten unentdeckten Länder dieser Welt: Akhzivland, Karakalpakstan, R’as al-Chaima – magische Orte, fern, unbekannt oder vergessen. So steuert Gastmann an Bord eines Seelenverkäufers auf Pitcairn zu, einen Felsen in der Südsee, auf dem die Nachfahren der Meuterer von der Bounty leben. Sie bitten ihn, für immer zu bleiben – es fehlt an jungen Leuten. Er wandert durch die tausendjährige Mönchsrepublik auf dem Berg Athos, in der Touristen unerwünscht sind, Frauen ein Skandal – die bärtigen heiligen Männer wollen unter sich bleiben. Gastmann taucht mit einem Rudel Haie in Palau, der weltweit ersten Haischutzzone, und sucht nach Liebe in Transnistrien, einem Mafiastaat, der Besuchern rät: «Fahren Sie lieber nach Spanien!» Er gerät in Wüstenstürme, strandet tagelang in einem Flughafenterminal und wird zum letzten Kaiser von Ladonien gekrönt …
Dennis Gastmann begibt sich auf eine Reise zu den Ausläufern unserer Zivilisation. Wie sieht es dort aus? Wie lebt man dort? Und was sagt das über den Rest unserer durchorganisierten Erde? Eine aufregende Mischung aus Douglas Adams und Herodot – und ein einzigartiges Reiseabenteuer.

Leider habe ich keinen blassen Schimmer, ob das Buch nun gut oder schlecht ist. Und leider gibt es den Titel nicht als Hörbuch zu kaufen, denn lesen tue ich nicht. Manchmal fühle ich mich zwar hier ein wenig als Außenseiterin, aber es ist ja selbstgewähltes Schicksal 🙂

Die Rezensionen sagen, dass das Buch „gut“ sein soll. Hat es von der Leserschaft schon jemand gelesen und kann dazu was schreiben?

Rie

Unser Bücherfrühling

Wie jedes Jahr im Frühjahr stellen wir auch dieses Mal bei

Literarisch & Kulinarisch

verschiedene Buchtipps vor. Heraus gegriffen aus allen Neuerscheinungen des Buchmarktes seit der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2016.

Die Veranstaltung findet in der Stadtbibliothek in Lebenstedt am Dienstag, dem 04.04.2017 ab 19:30 Uhr statt.

In Salzgitter Bad können Sie sich am Donnerstag, den 06.04.2017, ebenfalls ab 19:30 Uhr, über unsere Empfehlungen aus dem Neuerscheinungsberg informieren. Eine Voranmeldung ist jeweils nicht von Nöten. Der Abend wird ca. bis 22 Uhr gehen.

Vortragende sind dieses Mal Yvonne Jäschke, Gerald Schleiwies und Anne Süßkraut – alle Mitarbeiter der Stadtbibliothek Salzgitter.

Wie immer gibt es in der Pause ein paar kulinarische Köstlichkeiten – gesponsert von der Bibliotheksgesellschaft Salzgitter e.V.

Wer möchte kann sich unseren Handzettel für Literarisch & Kulinarisch herunterladen und sich den Termin so auch bequem an den Kalender, die Pinnwand hängen oder den Zetteln direkt in den Kalender packen 🙂

Wir freuen uns sehr auf eine rege Teilnahme an der Veranstaltung!

Auf den Arsch gekommen

Arschloch selten allein.jpgVerlage suchen für ihre Bücher einprägsame Titel, gerne auch mal mit prägnanten Wörtern, damit der Titel dann auch im Kopf hängen bleibt. Ein Beispiel wäre für mich in jedem Fall das Buch „Darm mit Charme“. Doch meiner Kollegin ist letztens ein ganz anderes Buch aufgefallen, als sie die Neuerscheinungen im Bereich Psychologie durchgegangen ist: „Ein Arschloch kommt selten allein“ von Claudia Hochbrunn, erschienen im Rowohlt-Verlag. Inhaltlich ist es auf alle Fälle ein Titel für den Bestand und er wird demnächst auch bei uns in der Bibliothek zu finden sein. Doch über den Titel hat sie sich dann doch etwas amüsiert.

Aber es ist ja noch längst nicht so, dass dieses Buch der einzige ‚Arsch-Titel‘ in unserem Bestand wäre. Wir hätten da noch zu bieten:

  • Der Arsch auf dem Sessel: Böse-Chef-Geschichten (Taschenbuchständer)
  • Am schönsten Arsch der Welt: Bekenntnisse eines Neuseelandreisenden (Erdkunde)
  • Keine Zeit für Arschlöcher! … hör auf dein Herz (Hauswirtschaft)
  • Am Arsch vorbei geht auch ein Weg: Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dich endlich locker machst (Psychologie)
  • Der Arschloch-Faktor: vom geschickten Umgang mit Aufschneidern, Intriganten und Despoten im Unternehmen (BWL)
  • König Arsch: mein Leben als Kunde – der ganz normale Wahnsinn (Wirtschaft)

Wie man sieht, zieht sich der ‚Arsch‘ durch alle Themengebiete und auch wenn man selber nicht auf den ‚Arsch‘ gekommen ist, lohnt es sich auf alle Fälle einen Blick in diese Bücher zu werfen.