Eine deutsche Perle der Musikgeschichte in Englisch

Dass die bezaubernde Saint Lu ein neues Album herausbringt, wäre fast an mir vorbeigegangen. Wäre da nicht der allgemeine Hype um den Eurovision Song Contest gewesen. Bei dem hat die stimmgewaltige Österreicherin teilnehmen wollen, verlor aber unverständlicherweise gegen Cascada. Kennt sie aber schon – schließlich kam sie beim österreichischen Pendant zu „Deutschland sucht den Superstar“ auch nicht weit. Trotzdem hat sie nun ein zweites großartiges Album herausgebracht.

saintlu

Ihre Stimme erinnert an die ganz großen Amerikanerinnen wie Janis Joplin (oder meinetwegen auch Anastacia), in seichteren Momenten auch mal eher an die Britinnen Duffy oder Amy Winehouse. Musikalisch rückt sie auf ihrem zweiten Album nun ein wenig weg von der Rockröhre hin zu ein bisschen mehr Blues, ein bisschen mehr Soul, ein bisschen mehr Pop-Opulenz.

Beginnen die ersten Tracks noch mit viel Power, kommen zum Ende des Albums hin eher Balladen und ruhigere Lieder. Das ist nicht schlecht, es stört nur ein wenig die Stimmung beim Hören. Den Einfluss aus den USA hört man allerdings wieder deutlich. Auch das ist nicht schlecht, doch sind die Texte zum Teil weniger überzeugend. Eigentlich sind die das große Manko des Albums. „Stop drowning your smiles in fake problems, and life will just do its thing. You see, life’s not that bad if you’d just stop that useless complaining. What you’re throwing away are your most precious days, and it will all be too late when you’re gone“ sang sie noch im Opener ihres Debütalbums. Auf dem neuen Album geht es nun überwiegend um verschmähte Liebe und One-Night-Stands, die Texte dazu sind oft einfacher gehalten, was ich auf den amerikanischen Einfluss schiebe. Der beste Song ist meines Erachtens übrigens das bluesige „The Letter“, auch wenn die meisten vom Eurovision-Beitrag „Craving“ mehr angetan sind. Im Herbst geht sie zudem auf Tour.

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