Buchtipp: Computerspiele für Senioren

Unter EDV 940 HAT befindet sich ein neues Schmankerl in unserer Bibliothek: „Computerspiele für Senioren“ von Rainer Hattenhauer.

Computerspiele

Das Buch richtet sich auf angenehme Weise sehr konsequent älteren Menschen. Die Schrift ist größer als für EDV-Bücher typisch, die durchgehend farbigen Bilder sind auf ihre wesentliche Aussage reduziert und technische Begriffe werden in einfachen Worten erläutert. Dazu gliedert sich das Buch in 17 Kapitel. Die ersten beiden Kapitel geben ein Einblick, warum PC-Spiele auch für Senioren sinnvoll sind und welche Technik benötigt wird. Ab Kapitel 3 stellt jedes Kapitel eine Spielart vor und gibt konkrete Spiel-Vorschläge.

Von Klassikern wie Gehirntraining und Kartenspielen, über bildungs- und musikfördernde Spiele bis zu rasanten Rennen, Rollen-, Strategie- und Simulationsspielen. Dieses Buch gibt einen hervorragenden Einblick, welche Spiele es auf den Markt gibt und sich für Senioren eignen. Ebenfalls sehr angenehm, dass bei den konkreten Spielvorschlägen der Einstieg ins Spiel mit einfachen Worten erläutert wird. So macht der Start in die Welt der Computerspiele richtig Freude. Bei umfangreichen Spielen wie z. Bsp. „Catan – das Spiel“ geht das Buch noch über den Einstieg hinaus und eignet sich schon fast als kleine Nachschlaglektüre.

Einziger Minuspunkt: Es werden viele kostenpflichtige Spiele vorgestellt, es sind aber auch Kostenfreie dabei.

Dieses Buch ist nicht nur für Senioren etwas, sondern für Jeden, der im Dschungel der Computerspiele einen verlässlichen und erprobten Führer sucht.

Fr

Drei alte Damen in einer WG

Whisky drei Damen LindgrenDas hatten sich die Witwen Siiri, Irma und Anna-Liisa alles anders vorgestellt. Die ersten Abenteuer in der schönen Seniorenresidenz „Abenhain“ in Helsinki sind überstanden und nun wollten sie es sich einfach nur noch gut gehen lassen auf ihre alten Tage. Doch diese Pläne wurden durchkreuzt, denn die Residenz wird saniert – von einer zwielichtigen estnischen Firma – und damit beginnt der Albtraum. Das bedeutet jede Menge Krach, nur kaltes Essen, kein Wasser und keine Rücksicht auf Privatsphäre und Privateigentum. Schnell wird den drei Damen klar, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und so versuchen sie dem Ganzen auf den Grund zu gehen.

Allerdings wird Siiri, Irma und Anna-Liisa schnell klar, in der Residenz können sie nicht bleiben, solange die Sanierungen laufen. Doch die drei Damen wissen sich zu helfen: Sie gründen eine WG. Zum Glück Besitzt der Botschafter – ein ehemaliger Diplomat und Anna-Liisas Ehemann – Onni eine ziemlich luxuriöse Wohnung. Doch jeder, der schon einmal in einer WG gewohnt hat, weiß, dass das Zusammenleben nicht immer so einfach ist. Da können so manche Marotten der Mitbewohner echte Nervenkrisen auslösen. Und dann ist da noch die Wohnung an sich: merkwürdige Männer schleichen mit einem Mal herum, eine hohe Summe Geld taucht auf und nach und nach lüftet sich das Geheimnis, wofür die Wohnung einmal genutzt wurde…

„Whisky für drei alte Damen“ ist Minna Lindgrens zweiter Roman. Nach „Rotwein für drei alte Damen“ ist dies die Fortsetzung um Siiri, Irma und Anna-Liisa und ihrem Leben in der Seniorenresidenz. Mit sehr viel Witz und Charme schreibt Lindgren über das Älterwerden und die Zustände im finnischen Pflegesystem. Dabei aber nicht mit erhobenen Zeigefinger, sondern immer mit einem Lächeln. Und auch wenn es einige Geheimnisse zu lüften gilt, verstricken sich die drei alten Damen in keinen Krimi, sondern in ein heiteres Abenteuer. Ganz nebenbei lernt man auch Helsinki etwas besser kennen. Denn dank Siiris unglaublicher Kenntnisse über das Straßenbahnnetz von Helsinki und der darauf diversen Touren durch die Stadt, hat man bald selber das Gefühl, Helsinki schon ein wenig zu kennen.

Der zweite Teil Um Siiri, Irma und Anna-Liisa lässt sich eigenständig lesen, mehr Spaß verspricht natürlich die Lektüre beider Teile.

„Abgeschoben oder Aufgehoben: Erfahrungen aus dem Seniorenheim“

Heute geht es in dem Medientipp um ein ernstes und wichtiges Thema: Seniorenheim, Pflege- oder Betreuungseinrichtung (oder wie immer man diese Einrichtungen gerade nennen will / muss). Wenn die älteren Menschen Verwandtschaft in der Nähe haben, kann man Glück haben, dass man von ihnen (mit)betreut wird. Aber was ist, wenn man keine entsprechende Verwandtschaft hat oder diese die Betreuung im benötigten Umfang einfach nicht leisten können oder wollen?

Der nächste Schritt heißt, sofern eine Betreuung über Sozialstationen etc. nicht ausreicht, dass man von zu Hause wegmuss. Aber wohin? Man hört in den Medien mehr Schlechtes als Gutes – aber entspricht dieses Bild der Wahrheit oder ist es mal wieder ein verzerrtes?

In dem Buch „Abgeschoben oder Aufgehoben: Erfahrungen aus dem Seniorenheim“ von Sylvia Rosenkranz-Hirschhäuser geht es um:

Verlagstext:

RosenkranzOft plagen sich Verwandte mit einem schlechten Gewissen, wenn ein Angehöriger ins Pflegeheim zieht. Doch wie geht es Pflegebedürftigen dort eigentlich? Wie erleben sie selbst die Situation, in einem Heim zu leben? Was gefällt ihnen dort und was sollte verändert werden? Wie gehen ihre Verwandten mit der Lebenssituation um? Sind Bewohner eines Heimes abgeschoben oder dort aufgehoben?

Als ihre Mutter in eine Wohnung „Betreutes Wohnen“ zieht, beginnt Sylvia Rosenkranz-Hirschhäuser, über die Lebenssituationen von Heimbewohner/innen in Seniorenheimen zu recherchieren. Neben ihren eigenen Erlebnissen schildert sie in diesem Buch Gespräche, die sie in verschiedenen Einrichtungen mit Bewohnern, Heimleiterinnen und Verwandten von Pflegebedürftigen geführt hat. Es entsteht so ein vielschichtiges, lebendiges und authentisches Bild vom Leben in einem Heim, mit seinen Vorteilen, aber auch Schwierigkeiten. Einfühlend und verständnisvoll nimmt dieses Buch die Angst vor diesem Schritt, bietet Orientierung bei der Suche nach einem Heim und hilft Angehörigen, durch direkte Einblicke ins Heimleben Probleme zu erkennen und damit umzugehen.

Ein Ratgeber für alle, die gerade vor dieser schwierigen Entscheidung stehen.

Rie