Mord gegen Langweile

London in den 1880ern kann für eine junge Frau schon sehr langweilig sein. Erst recht, wenn ihr Patenonkel – ein eigentlich sehr erfolgreicher und bekannter Detektiv – sich in Lethargie ergibt und nichts mehr tut. Zum Glück interessiert das die Mörder nicht.

Haus FoskettSidney Grice ist zurück, und seine Laune ist nicht besser geworden. Die Stimmung in der Gower Street 125 ist mies. Seit Sidney Grice durch seine Ermittlungen einen unschuldigen Mann an den Galgen gebracht hat, laufen die Geschäfte schlecht. Der scharfsinnigste Detektiv des viktorianischen England liegt stundenlang apathisch in der Badewanne. Selbst zum Einsetzen seines Glasauges fehlt ihm die Kraft. March Middleton, Sidneys Patentochter, langweilt sich zu Tode … Bis zu dem Tag, an dem ein Mitglied des bizarren Clubs »Finaler Sterbefallverein« sein Leben aushaucht – mitten in Sidneys Wohnzimmer. Immerhin haben Sidney und March endlich wieder etwas zu tun. Und das nicht zu knapp, denn es bleibt nicht bei dieser einen Leiche. Die Ermittlungen führen das ungleiche Paar von London bis nach Kew in ein unheimliches Herrenhaus, dessen Eigentümerin, die enigmatische Baroness Foskett, eine alte Bekannte Sidneys ist. (Inhaltsangabe + Bild, Quelle: Hoffmann und Campe Verlag)

M.R.C. Kasasian entführt uns zum 2. Mal ins alte London und lässt seine ‚Helden‘ ihren zweiten Fall lösen. Wie schon der erste Teil, lebt auch dieses Buch von den hervorragenden Beschreibungen und vom Humor, denn ein Schmunzeln bleibt bei den Gesprächen zwischen March und Sidney definitiv nicht aus. Der Autor hat es bei mir schon nach dem ersten Buch geschafft, dass ich den zweiten Teil kaum abwarten konnte. Und auch diesen kann ich allen Krimi-Fans wärmstens ans Herz legen 🙂

Unvollendetes

Viele Autoren sterben vor ihrer Zeit. Oft bleiben Serien/Manuskripte unvollendet. Oftmals nimmt sich dann ein anderer Schriftsteller den Werken an. So geschehen bei Robert Jordans Rad der Zeit, die von Brandon Sanderson weitergeschrieben wird. Oder David Lagercrantz, der Stieg Larssons Milleniums-Reihe um Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist weiter schreibt – hier allerdings nicht mehr nach Manuskripten des Autors.

Terry Pratchett ist nun schon über zwei Jahre tot und eines ist jetzt klar: seine unvollendeten Manuskripte werden auch nie ein Ende erhalten. Genau das hat sich der Autor gewünscht.

Pratchett habe sich gewünscht, dass „alles, woran er zum Zeitpunkt seines Todes gearbeitet hat, samt seinem Computer mitten auf eine Straße gelegt und von einer Dampfwalze plattgewalzt werde“, sagte Pratchetts guter Freund, der Fantasy-Autor Neil Gaiman („American Gods“), kurz nach Pratchetts Tod im Jahr 2015 gegenüber der „Times“. (Quelle: ORF)

Und genau das wurde am 25.08.2017 auch getan. Die zerstörten Festplatten sind ab September bis Januar in einer Pratchett-Ausstellung zum Leben und Werk des Autoren im Salsbury Museum zu sehen.

Einerseits bin ich immer wieder etwas traurig zu wissen, dass es nie wieder etwas neues von Terry Pratchett geben wird. Aber andererseits: Will ich seine Manuskripte, seine Geschichten, seine Gedanken von einem anderen Autor beendet lesen? Möchte ich ein Buch in die Hand nehmen, das im Scheibenwelt- Universum spielt, die Idee und Ausführungen aber nicht von Pratchett sind, sondern komplett von einem anderen Autoren erdacht? Nein, auf keinen Fall. Lieber lese ich immer und immer wieder seine wirklich beendeten Bücher. Pratchetts Entschluss mag auch traurig sein, aber ich betrachte es als beste Entscheidung. Zum Glück gibt es keine unbeendete Serie (wie bei Robert Jordan), jeder Scheibenwelt-Roman ist seine eigene kleine Geschichte, selbst wenn die Charaktere mehrfach auftreten 🙂

Wer Pratchett noch nicht kennt, sollte ihn auf alle Fälle einmal versuchen. Ich empfehle mit meinen Lieblingsbüchern von ihm Gevatter Tod oder Wachen! Wachen! anzufangen 🙂 Meine Lieblings-Pratchett-Bücher.

Trauer um Linkin Park Sänger

Vorgestern Abend kam die Nachricht rein – Chester Bennington, der Linkin-Park-Sänger ist tot. Seit über 20 Jahren macht die Band schon Musik. Erst im Mai ist ihr neues Album erschienen „One More Light“, das auch die Single „Heavy“ beinhaltet.

Wir trauern mit der Familie, den Freunden und den Fans 😦

Gestorben wird halt immer

ab-in-die-kisteKathy Benjamin führt in ihr Buch sehr optimistisch ein: „Sie werden sterben“, so lautet der erste Satz. Ich stimme ihr zu, eine Tatsache.

Wie das Leben nach dem Tod so weitergeht, mag auf ewig ein Rätsel bleiben, aber immerhin hat Kathy Benjamin für uns die schrägsten und komischsten Rituale rund ums Sterben ausgegraben. Die über hundert unglaublichen Geschichten sind nicht nur todernst und zum Totlachen, sondern auch voller faszinierender Fakten, unterhaltsamer Informationen und tödlicher Rekorde.

Schräg, morbid und saukomisch – mit hilfreichen Tipps fürs Jenseits und kurz davor

Quelle: Blanvalet/Random House

So wie Frau Benjamin ihr Buch anfängt, macht sie auch weiter. Sie packt das eher ernste Thema Sterben auf eine humorvolle Weise an ohne pietätlos zu sein. Auf 208 Seiten berichtet sie über bizarre Fakten rund um das Thema Sterben und Begräbnis. Das Buch ist wirklich jedem zu empfehlen, der es auch gerne mal etwas skurriler mag. Man erfährt auch einige neue Sachen aus anderen Kulturen.

 

Titel, die einfach für einander bestimmt sind

Solche Bilder haben Sie bestimmt schon gesehen:

passende BuchtitelEs passte einfach so perfekt, bei mir auf dem Tisch lag „für alle Tage, die noch kommen“. Den Titel las ich spontan meiner Kollegin vor. und schon griff sie bei ihren Büchern zu „5 Tage, die uns bleiben“. Perfekt, Foto gemacht.

Erstaunlich, beide Titel passen auch inhaltlich sehr gut zusammen.

„Für alle Tage, die noch kommen“: Wie sage ich meinem Kind, dass ich sterben muss? Gar nicht, beschließt Eleanor, als sie von ihrer Brustkrebserkrankung erfährt. Ihre achtjährige Tochter Melissa soll so lange wie möglich eine unbeschwerte Kindheit haben. Stattdessen sammelt Eleanor Gedanken, Erinnerungen und gemeinsame Erlebnisse in einem Buch, das sie bei ihrem Anwalt hinterlegt. Wie fühlt es sich an, wenn die Mutter ohne Abschied geht? Auch siebzehn Jahre danach fühlt Melissa sich unvollständig. Gerade hat sie den Heiratsantrag ihres Freundes Sam abgelehnt, den sie doch innig liebt. Da bekommt sie ein kleines Buch zugestellt – ein Buch, aus dem noch einmal ihre Mutter zu ihr spricht. Es ist voller Rezepte, für die Küche und fürs Leben. Und voller Liebe. Melissa beginnt zu verstehen, was Eleanor für sie getan hat. (Verlagstext)

„Fünf Tage, die uns bleiben“: Jodi Picoult Mara, erfolgreiche Anwältin und liebevolle Ehefrau und Mutter, lebt seit einigen Jahren mit einer schrecklichen Gewissheit: Sie leidet an einer unheilbaren Krankheit. Um ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter einen qualvollen Leidensweg zu ersparen und ihnen als glücklicher Mensch in Erinnerung zu bleiben, beschließt sie, sich nach dem Auftreten bestimmter Symptome das Leben zu nehmen. Nun bleiben ihr noch fünf Tage. Fünf Tage, um sich von den Menschen zu verabschieden, die sie am meisten liebt. Fünf Tage, um letzte Spuren in ihren Herzen zu hinterlassen. Fünf Tage, um für immer loszulassen … (Verlagstext)

 Beide Titel finden Sie neu in unserem Roman- und Nahbereich. Ich empfehle Ihnen, legen Sie vor der Lektüre ein paar Taschentücher bereit.