Die Gewinner des Deutschen Hörbuchpreises 2012 stehen fest.
Der Hörbuchpreis wird in sieben Kategorien verliehen. Unter anderem wurden folgende Hörbücher in diesem Jahr ausgezeichnet:
Bester Interpret: Sven Regener: Meine Jahre mit Hamburg-Heiner
Aus der Jurybegründung: “Sven Regener bringt seinen eigenen Text in so großartiger Weise zum Leben, dass er weit über das Geschriebene hinausgeht. Wie ein Musiker, der er ja ebenfalls ist, verleiht er der Sammlung von kleinsten Textelementen einen großen Atem und gibt einer neuen literarischen Gattung stimmliche Kraft. Als Autorenlesung besticht die Produktion durch eine kaum zu steigernde Authentizität.”
Kurzbeschreibung: Sven Regener, Musiker und Literat, Sänger von “Element of Crime” und Verfasser der “Herr-Lehmann”-Trilogie, hat über einen Zeitraum von fünf Jahren für die verschiedensten Internet-Plattformen die dialogreichsten und witzigsten Logbücher verfasst, die je bei Fahrten durch die stürmischen Meere und stehende Gewässer des Lebens entstanden sind. Denn was einmal in die Regenersche Durchdenkmaschine hineingeraten ist, kommt nicht ungeschoren wieder heraus, und so sind wir dabei, wenn Regener auf der Suche nach einer “Arno-Schmidt-Gesellschaft” über die Frankfurter Buchmesse stolpert, in Nashville, Tennessee, das Batman Building von der falschen Seite fotografiert und Österreich und Deutschland miteinander versöhnt. Und dann ist da auch noch Hamburg-Heiner, Freund, Feind, Kritiker und Einpeitscher zugleich, der fast täglich anruft, um Regener gedanklich auf Kurs zu halten, etwa mit einem Streit über die korrekte Notation von “O Tannenbaum” oder einer Diskussion über die Bedeutung österreichischer Herrschaft über Hamburg-Altona in den Jahren 1864 – 1866.
Beste Interpretin: Zsuzsa Bánk: Die hellen Tage
Aus der Jurybegründung: “Getragen von hohem Einfühlungsvermögen vergoldet Doris Wolters’ charismatische Stimme den Text vom ersten Moment an. Wohltuend ruhig und vollkommen frei von einer Routine, die nur auf Wirkung spekuliert, findet sie darin stets den verborgenen Ton. Dem warmherzigen Text entspricht die Intensität und Eindringlichkeit ihres Vortrags.”
Zum Inhalt: Therese, Aja und Karl verbringen ihre Kindheit in einem kleinen Ort in Süddeutschland: Verbunden durch eine innige Freundschaft erleben sie magische Kindertage und wachsen gemeinsam auf. Dabei müssen sie – jeder für sich – mit dem Fehlen geliebter Menschen zurechtkommen. Und irgendwann wird auch ihre Freundschaft auf die Probe gestellt.
Bestes Kinderhörbuch: Marjaleena Lembcke: Die Füchse von Andorra
Aus der Jurybegründung: “Das Hörspiel versteht es, ein schwieriges Thema behutsam für Kinder und Jugendliche aufzubereiten. Von Anfang an nimmt die ebenso glaubwürdig wie undidaktisch erzählte Geschichte junge und auch erwachsene Zuhörer gefangen. Trotz aller Düsternis schafft sie es in bewundernswerter Weise, Zuversicht zu verströmen und Mut zu machen.”
Zum Inhalt: Sophie ist ein Vierling. Trotzdem ist sie einsam. Sie wünscht sich nichts mehr als eine Freundschaft mit Alice, die sie aber nicht zu beachten scheint. Als Sophies Mutter immer öfter traurig ist und in eine Klinik eingewiesen wird, ist das Unglück perfekt. Doch auch Alices Vater wird dort behandelt und die beiden Mädchen stellen fest, dass sie viel gemeinsam haben. Bald verbindet die beiden eine tiefe Freundschaft. Das berührende, Mut machende WDR-Hörspiel widmet sich einem ernsten Thema und erzählt von starken Familienbanden und inniger Freundschaft.
Das besondere Hörbuch: Charles Baudelaire: Die künstlichen Paradiese
Aus der Jurybegründung: “Thema und Variation, Einheit in der Verschiedenheit – in beeindruckender Weise ist der Versuch geglückt, einen akustischen Zugang zu einem ungewöhnlichen Text zu eröffnen. Die Interpretation des Prosatextes ist durch verhaltene Intensität geprägt und findet ihre Steigerung in der sinnlichen Komponente der musikalischen Beiträge. Inhaltlich, ästhetisch und künstlerisch sind die Kriterien eines „besonderen Wagemuts“ erfüllt.”
Zum Inhalt: Die Werke des französischen Dichters Charles Baudelaire (1821-1867) inspirieren bis heute Künstler auf der ganzen Welt. Sein Essay Die künstlichen Paradiese von 1860 ist ein leidenschaftliches Plädoyer für den Rausch, die Fähigkeit und Bereitschaft zum Ausnahmezustand des Geistes und der Sinne.
150 Jahre später hat Hörspielregisseur Kai Grehn diesen Text bearbeitet und für den Schauspieler Alexander Fehling neu eingerichtet. Jeanne Moreau hat das Baudelaire Gedicht Berauschet Euch im französischen Original eingesprochen und international bekannte Musiker interpretieren das Gedicht musikalisch. Entstanden ist ein einzigartiges Hör- und Klangerlebnis, ein Berauschen an seiner Poesie!
Weitere Informationen zum Hörbuchpreis finden Sie unter www.deutscher-hoerbuchpreis.de.
Hg
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