Musikvideo der Woche – Carrie Underwood: Two Black Cadillacs

Sieht man sich das Musikvideo zu Carrie Underwoods Song “Two Black Cadillacs” an, wird man unweigerlich an Stephen Kings Buch, und an dessen Verfilmung, “Christine” erinnert. Darin entwickelt ein 1958er Plymouth Fury nach und nach ein Eigenleben und bringt mehrere Menschen um. In dem Video sind es zwei schwarze Cadillacs bzw. zwei schwarze Witwen, die Jagd auf einen untreuen Ehemann machen. Carrie Underwoods Ehemann hat in dem Film eine Beziehung mit einer anderen Frau, die nicht weiß, dass ihr Geliebter verheiratet ist. Als den Frauen klar wird, dass sie vom gleichen Mann betrogen werden, beschließen sie, ihn zu töten. In einer engen Sackgasse wird er von einem der beiden Cadillacs, mit der Ehefrau am Steuer, überfahren. Der dabei beschädigte schwarze Cadillac repariert sich anschließend, genauso wie Christine, selbst. Die beiden in Trauerflor gekleideten Frauen treffen bei der Beerdigung am Sarg des Ehemannes/des Geliebten erstmals aufeinander, wobei  der gemeinsam geplante Mord ihr Geheimnis bleibt.

Carrie Underwood hat an dem Song mitgeschrieben, der auf ihrem vierten Studioalbum “Blown Away” 2012 erschien.

Hier ist die Geschichte zu sehen und zu hören, aus der eine mehrteilige TV-Serie entstehen soll.

R.I.B.

“Wo stehen hier die E-Books?”

Na, wo stehen Sie? Im 1. OG hinten links? ;)

Kundenkontakt macht (zumeist) Spaß. Wir haben hier viele nette Kunden. Heiter wird es jedoch, wenn es um Titelverdreher geht oder von dem blauen Buch einer amerikanischen Autorin gefragt wird. Nun sind die diensthabenden Bibliothekare nicht nur in ihrem jeweiligen Gebäude aktiv, sondern natürlich auch in den unendlichen Weiten des Internets. Manche Einrichtungen  besitzen sogar einen Auftritt bei Facebook. So u.a. auch die Büchereien Wien mit über 38 Tsd. “gefällt mir”-Klicks, was für eine Bibliothek eine beachtliche Zahl ist.

Kurzweilig und heiter sind viele der dortigen Posts, die es nun aufs Papier geschafft haben – in eben jenes im Titel genannte Buch.

Aus dem Verlagstext:

Reitprecht-EBooks-neu.inddVon einer, die auszog, uns das Lachen zu lehren. 250 Facebook-Postings aus den Büchereien Wien, dem erfolgreichsten Auftritt der deutschsprachigen Bibliothekswelt. Wo es dermaßen menschelt, ist der Lesespaß garantiert.

Das Bild von Bibliotheken im Allgemeinen und Bibliothekarinnen und Bibliothekaren im Besonderen scheint sich seit dem Mittelalter wenig geändert zu haben. Hartnäckig hält sich die Vorstellung von endlosen Regalreihen, gefüllt mit verstaubten Wälzern, dazwischen huschen verschrobene, strenge Mitarbeiter herum, die ihre Klientel permanent zur Einhaltung absoluter Ruhe ermahnen. Eine junge Bibliothekarin und zugleich eine der witzigsten Frauen Wiens ist angetreten, uns vom Gegenteil zu überzeugen. Seit 2009 gestaltet Monika Reitprecht die Facebookseite der Büchereien Wien, und diese ist so lebendig und unterhaltsam, dass sie der erfolgreichste Auftritt in der deutschsprachigen Bibliothekswelt wurde. 32 000 Fans irren nicht denn wie Reitprecht den Bibliotheksalltag samt Kundenverkehr schildert, ist ganz großes Kino. Um dabei zu sein, müssen Sie nicht einmal Ihre Facebook-Abstinenz überdenken, denn jetzt gibt es das Buch.

Noch wird es in unserem Bibliothekskatalog nicht angezeigt, aber ich habe vergangene Woche mal meine Kollegin angestupst und sie hat es sogar bestellt :)

Rie

Computerbibliothekar?!

Die Süddeutsche stellt einen Test zur Verfügung. Keine Sorge, es ist kein Psychotest und es werden auch nicht Ihre grammatikalischen und räschtschraibereschen Kenntnisse abgefragt.

Vielmehr geht es um Ihren Beruf.

Auf dieser Seite gibt es neben dem Test auch folgende Informationen:

Fast die Hälfte der Arbeitsplätze ist in den kommenden 20 Jahren bedroht. Das sagt zumindest eine Oxford-Studie, die für den US-Arbeitsmarkt die Zukunftsaussichten von 700 Berufsgruppen angesichts der Konkurrenz durch Roboter und Computer berechnet hat. Eine Studie der London School of Economics kommt für Deutschland zu ähnlichen Ergebnissen. Die Oxford-Studie hat allerdings den amerikanischen Arbeitsmarkt untersucht. Nicht jeder Beruf hat eine deutsche Entsprechung, deshalb sind nicht alle 700 Jobs erfasst. Zudem lässt sich nicht jede, oft sehr spezielle US-amerikanische Berufsbezeichnung eins zu eins auf deutsche Berufe übertragen, deshalb sind die Werte lediglich Annäherungen. Klar wird aber: Insbesondere Jobs, in denen soziale und kreative Kompetenzen wichtig sind, lassen sich nur schwerlich durch eine Maschine ersetzen. (von Axinja Weyrauch)

So, und welches Ergebnis gibt es für den Berufsstand der Bibliothekare?

wahrscheinlichkeit

grün = wenig gefährdet — gelb = durchschnittlich gefährdet
orange = gefährdet —rot = stark gefährdet

Das Bibliothekswesen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten bereits merklich verändert – mal schauen, was die kommenden 20 Jahre bringen werden.

Wir hätten es jedoch auch schlimmer treffen können, z.B. wie bei den Bäckern mit 89%iger Wahrscheinlichkeit oder den Archivaren mit 76%iger Wahrscheinlichkeit einer Automatisierung.

Ich habe gerade festgestellt, dass ich den falschen Beruf habe. Das hier scheint einer der Berufe der Zukunft zu sein:

wahrscheinlichkeit2Vielleicht doch noch schnell umschulen?

Rie

Ups…

Es gibt Dinge, auf die kann man wirklich wirklich wirklich verzichten.

Dazu gehört auch, was die McDermott-Bibliothek in Dallas erlebt hat!

Das mal ein Buch ausprobiert, ob die Schwerkraft funktioniert, hat jede/r schon mal erlebt, aber das Bild schlägt alles.

Rie

Lesekünstler 2015

Mich hat ehrlicherweise nicht erstaunt, wer den Preis Lesekünstler 2015 bekommen hat, sondern vielmehr, dass es ziemlich viele Preise auf dieser Welt gibt. Da wundert es ja kaum, dass nicht Lieschen Müller bereits für die grünste Topfpflanze ausgezeichnet worden ist.

Zurück zum Lesekünstler!!! Was hat es damit auf sich? Das Börsenblatt hat dazu bekanntgeben, dass der Preis in diesem Jahr bereits zum 7. Mal vergeben worden ist. Prämiert wird mit dieser Auszeichnung der beste Vorleser unter den Kinder- und Jugendbuch-Autoren.

Begründet wurde dort die Wahl wie folgt:

“Lesungen mit Oliver Scherz sind ein Erlebnis. Als ausgebildeter Schauspieler setzt er seine Geschichten gekonnt in Szene. Er schlüpft in die Rolle von Elefanten, Schildkröten und anderen Tieren, imitiert Laute und Stimmen, singt und spielt auf seiner Gitarre. Ob afrikanische Savanne oder die heimische Badewanne: Oliver Scherz lässt bei seinen Zuhörern lebendige Bilder entstehen und nimmt sie mit an verschiedene Orte. Die Kinder können sich oft nicht lange auf ihren Plätzen halten und verfolgen die Aufführung gebannt. Mit seinem Einfallsreichtum, seiner Vielseitigkeit und seiner Bühnenpräsenz hat er nicht nur viele Mädchen  und Jungen überzeugt, sondern auch die Buchhändlerinnen und Buchhändler in Deutschland. Oliver Scherz ist ein wahrer Lesekünstler, und daher hat er die Auszeichnung mehr als verdient“

Ich habe gerade mal in unserem Bestand geschaut und leider haben wir kein von ihm gesprochenes Hörbuch im Sortiment. Was nicht ist, kann ja noch werden. :)

Spannend wäre ja mal eine Übersicht über alle Preise, die es in den unendlichen Weiten der literarischen Welt so gibt…

Rie

Alle Jahre wieder….

… winkt für fast jeden von uns die allseits beliebte Steuererklärung!

Damit Sie nicht im Regen stehen und Sie sich über die aktuellen Gesetze, Vorgaben und absetzbare Möglichkeiten informieren können, haben wir wie jedes Jahr wieder aktuelle Literatur und Software rund um die Steuererklärung im Bestand.

So zum Beispiel:

Konz 2015 – 100 ganz legale Steuertricks

“Der Konz” ist quasi der Klassiker.

Konkurrenzlos günstig, konkurrenzlos gut. Die von Grund auf aktualisierte Fassung des bewährten, unentbehrlichen Steuerratgebers mit zahlreichen neuen Tipps und Tricks für die Steuererklärung 2014. Für alle, die bei der Lohn- und Einkommensteuer keinen Euro verschenken wollen. So finden selbst Berufseinsteiger sicher durch den Steuerdschungel.

Konz – das Arbeitsbuch zur Steuererklärung 2014/2015

Der verlässliche Wegweiser durch die Steuerformulare für das Jahr 2014 mit vielen Steuersparmodellen. Hier erfährt der Leser die besten Tricks, wie er aus seiner Steuererklärung das Meiste herausholen kann. Der leicht verständliche Steuerratgeber mit Bestnoten der Leser.

Steuererklärung 2014/2015 – Arbeitnehmer, Beamte

Für die Steuererklärung 2014: Das Buch informiert mit gut lesbaren und knappen Texten sowie vielen Beispielen und führt Arbeitnehmer sicher und lösungsorientiert durch die Steuererklärung. Ein alltagstauglicher Ratgeber für Singles, Paare oder Familien, mit den Neuregelungen zur doppelten Haushaltsführung und Informationen zum steuerlich grundlegend geänderten Reisekostenrecht.

Das Buch ist herausgegeben von der Stiftung Warentest.

Steuer-Sparbuch 2015

Machen Sie das Beste aus Ihrer Einkommensteuer-Erklärung: Mit WISO Steuersoftware holen Sie sich vom Finanzamt zurück, was Ihnen zusteht. Genial: Das WISO SteuerSparbuch führt Sie durch die Steuererklärung und gibt Ihnen praktische Tipps, wo Sie Steuern sparen können. Und komplizierte Sachverhalte werden ganz einfach per Video erklärt.
Das WISO SteuerSparbuch ist immer aktuell, denn rechtliche Änderungen für das jeweilige Steuerjahr werden automatisch per Update in die Software eingespielt.
NEU: Erledigen Sie die Steuererklärung auf Wunsch nicht nur am Computer, sondern auch auf dem iPad, mit einem Android-Tablet oder im Browser. Alles inklusive.

Die Formulare zur Steuererklärung erhalten Sie natürlich in den BürgerCentern, aber auch in der Stadtbibliothek in Lebenstedt. Ansonsten können Sie sie auch auf der Webseite des Bundesministeriums für Finanzen herunterladen. Oder wenn Sie keine Lust auf Papierkram haben, dann natürlich über Elster.

Das ist doch hier das Rund­um-sorg­los-Pa­ket – nur fertig machen müssen Sie das gute Stück noch alleine :)

Rie

Thekenbibliothek? – Gibt es da was zu trinken?

Dieser Artikel ist eindeutig für die Jüngeren unter 50, denn die kennen das gar nicht mehr.

Neulich stolperte ich im Buch “Öffentliches Büchereiwesen in Niedersachsen – Grundlagen, Leistungen, Aufgaben” aus dem Jahr 1961 über einen Artikel mit “Aha”-Effekt. Bibliotheksdirektor Dr. Rolf Kluth aus Hannover beschäftigte sich dort mit den Bibliotheken der kreisfreien Städte in Niedersachsen. Als vorbildlich bezüglich der Personalausstattung beschrieb er Wolfsburg, die pro 10.000 Einwohner einen hauptberuflichen Bibliothekar beschäftigten. Auch die Ausleihzahl war, mit Berücksichtigung einiger Schleswig-Holsteinischer Kleinstädte, als “höchster Leistungsstand” bezichnet worden. Wolfsburg hatte zu dieser Zeit sechs Bibliothekare und konnte sechs Filialen aufweisen – bei zu diesem Zeitpunkt 59.828 Einwohner.

Salzgitter war definitiv größer: es wurden 108.349 Einwohner angegeben. Drei Bibliothekskräfte kümmerten sich in drei Filialen um die Lesehungrigen. 25.500 Bücher für 2.063 Leser erzielten 64.256 Entleihungen. Der Blick auf die im Buch angefügte Tabelle zeigt, dass die Ausleihen schon in kleineren Städten viel größer war.

Doch ein Satz erklärt auch warum:

Für die Wirkungsmöglichkeit einer Bücherei ist aber nicht der Bestand an sich, sondern auch die Art und Bereitsstellung der Bücher, also die Ausleihform maßgebend. Die moderne Form der Freihandausleihe ist in vollem Umfange bisher in Celle, Cuxhaven, Göttingen, Hildesheim, Oldenburg, Osnabrück, Wilhelmshaven und Wolfsburg eingeführt. In Hannover arbeitet nur noch die Erwachsenenabteilung einer Stadtteilbücherei mit der Thekenausleihe, während die 12 anderen Büchereien auf die Freihandausleihe umgestellt sind. In Braunschweig hat die Hauptbücherei noch Thekenbetrieb, während die Zweigstellen nach dem Freihandsystem ausleihen. Das gleiche gilt für Hameln. In Goslar, Lüneburg und Delmenhorst werden die Bücher für Erwachsene noch über die Theke, die Jugendbücher im Freihandsystem ausgeliehen. Reiner Thekenbetrieb herrscht zur Zeit nur noch in Emden und Salzgitter, jedoch besteht auch hier die Aussicht auf Umstellung.

Wow, 1961 hatte Salzgitter noch reinen Thekenbetrieb. Das bereits erwähnte Schleswig-Holstein stellte bereits in den 50er komplett um. Wie sehr das die Vorgänger beschäftigt hat, konnte ich in der Zeitschrift BUB finden, die seit 1949 gebunden bei uns die Regale verziert. Entsprechende Artikel zu diesem Thema in dieser Zeit sind unterstrichen und haben handschriftliche Anmerkungen!

Doch damit wird auch ein etwas älterer Blogeintrag klarer: https://stadtbibliotheksalzgitter.wordpress.com/2013/07/22/als-bibliothekarinnen-noch-in-kleinen-kastchen-wohnten/

Das Bild ist zwar wirklich aus dem Jahre 1962 – doch die Freihandbibliothek gab es in Salzgitter noch nicht! Das war die Thekenausleihe!

Stadtbibliothek S.-Bad 001 001[1]

Beim Aufräumen eines Büros bin ich übrigens über das städtische Telefonbuch der Stadt von 1970 “gestolpert”. Darin lagen uns noch unbekannte Fotos. Die Dame im Bild haben wir nun auch in Farbe – den Namen kennen wir jedoch noch immer nicht.

Doch zurück zur Thekenbibliothek. Die öffentlichen Bibliotheken hatten zu Beginn ein heeres Ziel der Lesesozialisation. Da konnte der Bibliothekar, der das pädagogisch einschätzen sollte, natürlich nicht jeden an jedes Buch lassen. Der Wirt lässt den Kunden ja auch nicht an den Zapfhahn. Bei Walter Hofmann findet sich dazu eine sehr klare Zeichnung:

Ausleihvorgang

Alles klar?

Quelle: Marwinski, Felicitas : Die Freie öffentliche Bibliothek Dresden-Plauen und Walter Hofmann – ein Beitrag zur Geschichte des Volksbüchereiwesens zu Beginn des 20. Jahrhunderts) Beiheft 6 zur Zeitschrift “der Bibliothekar”. Zentralinstitut für Bibliothekswesen, Berlin (Hrsg.), 1983

Heute gilt auch in den Stadtbibliotheken das WYSIWYG – Prinzip („What You See Is What You Get“ ), also  „Was du siehst, ist [das,] was du bekommst.“ Wer das schon eingerichtet hatte, konnte mit steigenden Ausleihzahlen rechnen. Die Lesesozialisation ist heute freier und automatisiert – z.B. mit dem Antolinprogramm.

ScG – Gerald Schleiwies