Smarte Bücher

Können Bücher smart sein? Jedenfalls gibt seit diesem Jahr eine Reihe des Verlags Baedeker, die sich so nennt.

londonDer Baedeker SMART ist ein kompakter Reiseführer für alle, die ausführlich informiert werden wollen, aber wenig Zeit für die Reiseplanung haben.

Zielgruppe: Der “smarte” abgespeckte Baedeker richtet sich eher an kurzurlaubende Individualtouristen.

Inhalt: Nach einführenden sowie einigen reisepraktischen Informationen werden, nach ausgewählten Vierteln der Innenstadt sortiert, die beliebtesten und bekanntesten Sehenswürdigkeiten beschrieben sowie zahlreiche hilfreiche Angaben z.B. zum Einlass sowie die Anbindung an den ÖPNV genannt. Darüber hinaus gibt es Tipps zu Einkehr, Einkaufen und Ausgehen. Zwischendurch sind zusätzliche Tipps und wissenswerte Informationen farblich abgesetzt. Mit Tourenvorschlägen, um möglichst viel in kurzer Zeit entdecken zu können. Zum Teil sind auch Ausflüge zu umliegenden Städten enthalten.

Ausstattung: Neben Kartenausschnitten ist auch ein City-Atlas integriert und es liegt eine separate detaillierte Reisekarte bei.

Handhabung: Gute und recht übersichtliche Aufmachung – durch die Griffmarken und dem als Lesezeichen verwendbaren Umschlag gut in der Handhabung

Einige Titel befinden sich bereits im Bestand oder sind für den Sommerurlaub bestellt. Jedoch ist mein persönlicher Eindruck: Für Städte ist er sehr gut nutzbar, für Regionen und Inseln brauchbar, aber für Länder nur eingeschränkt zu empfehlen. Denn: Wie kann Italien auf knapp 260 S. adäquat repräsentiert werden?

Vor allem für Städte werde ich als Lektorin für Erdkunde gerne mal neben den anderen Klassikern wie dem DuMont-Reisetaschenbuch bzw. -handbuch oder denen aus dem Michael Müller-Verlag neben dem großen Bruder nun auch mal auf den “kleinen Baedeker” zurückgreifen.

Rie

Bibliotheken in Filmen

In diversen Blogbeiträgen wurden bei uns bereits architektonisch beeindruckende Bibliotheken oder bibliothekarische Aktionen hervorgehoben oder sich über die verbreiteten Klischees über Bibliothekare echauffiert und das wirkliche Leben der BibliotheksWesen gezeigt.

In einem zugespielten Linktipp geht es heute um Bibliotheksszenen.

16 an der Zahl gibt es [ hier ] zu sehen.

Manche sind zwar weniger kreativ und anscheinend aufgenommen, damit eine möglichst hohe Anzahl zusammenkommt, dafür sind andere glücklicherweise umso ansprechender.

Meine Highlights sind ja die Jedi-Bibliothek, die es an dieser Stelle bereits zu einem eigenen Blogbeitrag geschafft hat, die leicht veränderte New York Public Library im Film “The Day After Tomorrow” und mal wieder etwas aus der Kindheit: die Bibliothek von “Die Schöne und das Biest”

Ob das “The Fortress of Solitude” aus dem Film Superman wirklich als Bibliothek durchgeht??

Wobei ich Nummer 1 nicht unbedingt in meiner Bibliothek nachgestellt sehen möchte ;)

Diese Liste ist definitiv unvollständig – es können ja in der Vergangenheit nicht nur so wenige Bibliotheken in Filmen aufgetaucht sein!?!?!

Die “beliebte” Huffington Post hat sogar eine kleine Filmzusammenstellung online gestellt, d.h. es wurden etwaige bibliothekarische Filmausschnitte gesammelt, die es auf Youtube gibt.

Die Filmdatenbank imdb listet insgesamt 34 Filme auf, die aber zumeist steinalt sind. Und auch diese Liste ist unvollständig: Meg Ryan war in “Stadt der Engel” schließlich auch in der Bibliothek.

Man merkt: Diese Listen wurden nicht in Zusammenarbeit mit Bibliothekaren erstellt. Denn dann wären sie:

a) vollständig (was ja wohl am wichtigsten wäre) und

b) entweder chronologisch nach Erscheinungsjahr des Films oder nach Filmtitel sortiert ;)

Rie

Bücher zu Bäumen

Steffi Hotze hat bei Bibliothekarisch.de vor kurzem von folgender Kuriosität geschrieben:

Der argentinische Verlag “Pequeño Editor” hat ein Kinderbuch auf den Markt gebracht, das nach dem Lesen eingepflanzt werden kann und so ein neuer Baum entsteht.
Das Buch heißt Mi papá estuvo en la selva (Mein Papa war im Jungle).

In einem Buchgeschäft, wurde das Buch eingepflanzt und wird so im Schaufenster gezeigt.

 

Na mal schauen, was draus wird ;)

Liebe Bibliothekskunden, bitte kommt nicht auf die Idee dies mit einem unserer Bücher ebenfalls auszuprobieren!!!! Vielen Dank.

Rie

11 Gründe, warum Sie mit einer Frau zusammen sein sollten, die gerne liest

Die Huffington Post ist bei mir für amüsante Artikel und Zusammenstellungen bekannt – und sie enttäuscht auch diesmal nicht:

11 Gründe, warum Sie mit einer Frau zusammen sein sollten, die gerne liest

1. Du weißt, dass sie Zeit alleine verbringen kann.

2. Sie ist emphatisch.

3. Sie ist ein kritischer Kopf.

4. Sie ist leicht zu unterhalten.

5. Sie kann dir Dinge beibringen.

6. Sie ist neugierig.

7. Sie ist wahrscheinlich ein guter Zuhörer.

8. Sie ist einfach zu beschenken.

9. Sie kann sich Details wunderbar merken.

10. Sie ist in der Welt Zuhause.

11. Was ist schließlich das beste daran, einen Bücherwurm zu daten?

Wer sich für die Erklärung der Thesen interessiert, muss leider den Artikel lesen und die schrecklichen Animationen ertragen. ;)

Findet sich irgendwer wieder? Ich finde es ist wie beim Horoskop – alles über einen Kamm geschert, aber trotzdem passt es immer mal wieder.

Rie

Unsere Onleihe wird noch mobiler

Unsere eAusleihe, immerhin bieten wir diesen Service seit 2008, sorgt immer wieder für schöne Überraschungen.

Seit heute nämlich können unsere eMagazine auf mobilen Endgeräten gelesen werden.

Also die Zeitschriften, Dein Spiegel, Der Spiegel, Glamour, Merian, Brand eins, Buch aktuell, GQ, Vogue, Blickpunkt Musical, Wirtschaftswoche können wahrhaftig auf ebook-Readern gelesen werden.

Wie das funktioniert ?

Einfach beim Ausleihvorgang das Format  – PDF – für PC/Laptop und mobile Endgeräte – Adobe Digital Editions wählen.

Vorbei die Zeit, wo dies nur am stationären PC möglich war. Jetzt können sie Tablets oder Smartphones und eBook-Reader zum Lesen heranziehen.

Vom PC auf ein mobiles Endgerät ?
•Leihen Sie das gewünschte eMagazine aus und wählen Sie das Format PDF – für PC/Laptop und mobile Endgeräte – Adobe Digital Editions.
•Klicken Sie auf Download und öffnen Sie die Datei mit Adobe Digital Editions.
•Schließen Sie Ihr mobiles Endgerät an Ihren Computer an und übertragen Sie die Zeitschrift (eMagazine) über Adobe Digital Editions auf Ihr mobiles Endgerät.

Über die Onleihe-App können eMagazines noch nicht geliehen werden. Aber bald ;)

•Rufen Sie unsere eAusleihe über den Browser Ihres Mobilgeräts auf.
•Leihen Sie Ihr gewünschtes eMagazine aus, wählen Sie dazu das Format: PDF – für PC/Laptop und mobile Endgeräte – Adobe Digital Editions.
•Klicken Sie auf Download.
•Und öffnen Sie das Magazine mit einer DRM-fähigen Leseapp, wie dem Bluefire- oder Aldiko-Reader.

Bitte beachten Sie, dass nur eMagazines mobil nutzbar sind.
ePaper können aktuell noch nicht mobil genutzt werden. Tr

Was ist, wenn Dich der Himmel anruft?

Wunder ColdwaterColdwater, ein kleiner Ort in Michigan, in dem noch nie etwas Außergewöhnliches passiert ist, wird binnen einiger Wochen zum bekanntesten Ort in den USA. Denn einige Bewohner erhalten eines Tages Anrufe aus dem Himmel. Verstorbene, geliebte Menschen (Mutter, Sohn, Schwester) melden sich und versprechen: „der Tod ist nicht das Ende – sag es weiter“. Die Anrufe ereignen sich immer freitags. Nicht alle dieser Personen wollen es sofort wahrhaben, nicht für alle sind diese Anrufe eine Erlösung. Kathrine, die von ihrer über alles geliebten Schwester angerufen wird, bekennt sich als Erste zu diesen Anrufen. Auch die Presse bekommt Wind davon und wittert eine Story, die umso größer wird, als eine Fernsehreporterin zufällig Kathrins Telefonat mit ihrer Schwester mitbekommt.

So bleibt es nicht aus, dass dieses „Wunder“ in den ganzen USA bekannt wird. Plötzlich pilgern tausende Menschen nach Coldwater. Vor Kathrins Haus, und später auch vor denen der anderen, halten die Menschen Gebete und Mahnwachen ab. Sie suchen Trost und Hilfe, wie sie selber mit dem Himmel Kontakt aufnehmen können. Und jeder will an dem Wunder mitverdienen: der Handyhersteller von Kathrine bewirbt speziell ihr Handymodell, in bisher leer stehenden Geschäften siedeln sich Souvenirshops an und auch bestehende Läden, die bisher immer gerade so über die Runden gekommen sind, florieren.

Doch nicht alle glauben an dieses Wunder. Sully Harding kam zeitgleich mit dem Wunder in seiner alten Heimatstadt an. Der Leser erfährt, dass er einen kleinen Sohn hat, seine Frau vor kurzem verlor, Pilot bei der Army war und ein paar Monate im Gefängnis saß. Letzteres macht es ihm schwer eine neue Stelle zu finden, so dass er am Ende bei der hiesigen Zeitung anfangen muss, obwohl er sich geschworen hatte, nie wieder eine Zeitung anzufassen. Dieses Wunder kann er nicht glauben und vor allem macht es ihn wütend. Denn was soll er seinem Sohn antworten, wenn dieser ihn fragt, wann Mami anruft? Er beginnt der Sache auf den Grund zu gehen.

Mitch Albom erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven (Sullys, der der Angerufenen, aus der Sicht einer Reporterin und eines Geistlichen). Nach und nach erfährt man, warum Sully im Gefängnis war und was dies direkt mit dem Tod seiner Frau zu tun hatte und auch mit dem Wunder.

Schon fast erschreckend sind die beschriebenen Bilder der aufkommenden Hysterie – besser lässt es sich nicht beschreiben. Der Macht der Medien, die jedes Fitzelchen dieses Wunders für sich auskosten wollen. So weit, dass sie einen Anruf vom Himmel live im Fernsehen zeigen wollen. Es ist so erschreckend, da es einfach so gut vorstellbar ist, dass es in der Realität genauso ablaufen würde.

An genau diesen Stellen lässt das Buch einen schalen Beigeschmack zurück und mich immer mit dem Kopf schütteln. Aber am Ende steht auch die Frage: Was wäre, wenn diese Anrufe möglich wären?

Noch´n Gedicht

Nein, nun kommt nicht Heinz Ehrhardt!

Anfang des Jahres schenkte uns eine Kundin in Bad diesen literarischen Kalender:

KALENDER-Mit-deutschen-Gedichten-durch-das-Jahr-2015Wochen und Monate waren bereits ins Jahr gegangen, doch noch immer stand dieser Kalender brav unangetastet und originalverschweißt an der Info in Bad. Im April habe ich mir ein Herz gefasst, den Kalender ausgepackt und an einem lyrischen Abend mit Freunden herumgereicht. Wir mussten ja einige Monate aufholen. Und noch´n Gedicht…

Und nun ist es Zeit, sich bei der anonymen Spenderin zu bedanken (sie hatte den Kalender doppelt). Am besten in Form eines Gedichts aus den Kalenderblättern:

Astronomie

Von den Sternen will ich lernen,

Die am Winterhimmel stehn,

Die im Nahen und im fernen

Friedlich umeinander gehn;

Wie sie kommen, wie sie kreisen.

Nie gtrennt und nie vereint,

Wie ihr Weg in festen Gleisen

Ewig vorgezeichnet scheint.

Franz Dingelstedt (1814 – 1881)

An solch eine tägliche Portion Lyrik kann man sich schnell gewöhnen – auch wenn nicht jeder Vers direkt anspricht. Doch umso mehr freut es mich, wenn es erinnert oder trifft:

Wir bleiben alle Kinder

Und wird die Welt auch noch so alt,

der Mensch, er bleibt ein Kind!

Zerschlägt sein Spielzeug mit Gewalt,

wie eben Kinder sind!

Wann alles erst in klein zerstückt

und nichts mehr zu verderben,

so sucht er wieder – neu beglückt –

und spielt dann mit den Scherben!

Carl Spitzweg (1808 – 1885)

Und aller guten Dinge sind bekanntlich drei:

Der weise Schopenhauer spricht-

und gern betret´ich seine Spur:

“Ein jedes Menschangesicht

ist ein Gedanke der Natur.”

Es folgt daraus das eine nur,

wenn man dem Worte Glauben schenkt,

Dass auch die ewige Natur

mehr Dummes als Gescheites denkt.

Oskar Blumenthal (1852 – 1917)

Vielleicht sind aller guten Dinge auch vier, jedenfalls mit diesem Gedicht:

Rechthaber

Seine Meinung ist die rechte,

Wenn er spricht, müsst ihr verstummen,

Sonst erklärt er euch für Schlechte

Oder nennt euch gar die Dummen.

Leider sind dergleichen Strolche

keine seltene Erscheinung.

Wer nicht taub, der meidet solche

Ritter von der eignen Meinung.

Wilhelm Busch (1832 – 1908)

Bei so schönen Versen bleibt mir nur noch einmal der Dank – die Bibliotheksleitung wird nun jeden Morgen mit einem literarischen Kleinod im Büro an das erinnert, was alles vor der Bürotür so wichtiges steht: gute Literatur.

ScG – Gerald Schleiwies