Salzgitter. Eine Stadt wie ein Schlag in die Magengrube

Mit diesem Satz beginnt Axel Klingenberg sein Kapitel über Salzgitter in seinem Buch „Die Wahrheit über Niedersachsen“. Nicht wirklich charmant… Doch ganz so schlimm geht es nicht weiter. Man erfährt kurz etwas zur Gründung Salzgitters und was sich hier auf alle Fälle lohnt. Bei der Grubenfahrt im Schacht-Konrad bin ich auf jeden Fall einer Meinung, ebenso wie bei der Empfehlung eines Besuches der Burg Lichtenberg und der Wanderungen des Salzgitter-Höhenzuges.

Aber Axel Klingenberg hat für seine Leser noch wesentlich mehr spannende Informationen zu Niedersachsen:

In diesem Buch erfahren Sie, warum es Niedersachsen eigentlich gar nicht gibt beziehungsweise warum man vor einigen Jahrzehnten auf die Idee kam, Ostfriesland, Oldenburg, Schaumburg-Lippe, Hannover und Braunschweig in einem Bundesland zusammenzufassen – und was das Ganze mit der Schlacht im Teutoburger Wald und einem Massenmord in Verden zu tun hat. Axel Klingenberg besucht in Varel die kleinste Kneipe der Welt, singt das Matjeslied in Sande, erklimmt den Baumwipfelpfad in Bad Harzburg, verirrt sich in der Lüneburger Heide, begibt sich auf ein Himmelfahrtskommando in Nordenham, nimmt an einem konspirativen Treffen zwischen Fans von Hannover 96 und Eintracht Braunschweig teil und erkundet schließlich die blutigen Spuren Fritz Haarmanns. Am Ende wagt er sogar einen riskanten Selbstversuch und testet die niedersächsische Küche. (Quelle: Reiffer-Verlag)

Ein wirklich informatives Büchlein und auch sehr schnell gelesen, also auch mal etwas für eine etwas längere Busfahrt – wie bei mir gestern zu Buchmesse in Leipzig. Für mich als nicht gebürtige Niedersächsin waren einige interessante neue Informationen dabei 🙂 In unserem Bestand finden Sie das Buch bei der Erdkunde 359 KLI und ich könnte mir vorstellen, auch die Niedersachsen unter den Lesern, werden ein paar neue Sachen entdecken.

Auf den Arsch gekommen

Arschloch selten allein.jpgVerlage suchen für ihre Bücher einprägsame Titel, gerne auch mal mit prägnanten Wörtern, damit der Titel dann auch im Kopf hängen bleibt. Ein Beispiel wäre für mich in jedem Fall das Buch „Darm mit Charme“. Doch meiner Kollegin ist letztens ein ganz anderes Buch aufgefallen, als sie die Neuerscheinungen im Bereich Psychologie durchgegangen ist: „Ein Arschloch kommt selten allein“ von Claudia Hochbrunn, erschienen im Rowohlt-Verlag. Inhaltlich ist es auf alle Fälle ein Titel für den Bestand und er wird demnächst auch bei uns in der Bibliothek zu finden sein. Doch über den Titel hat sie sich dann doch etwas amüsiert.

Aber es ist ja noch längst nicht so, dass dieses Buch der einzige ‚Arsch-Titel‘ in unserem Bestand wäre. Wir hätten da noch zu bieten:

  • Der Arsch auf dem Sessel: Böse-Chef-Geschichten (Taschenbuchständer)
  • Am schönsten Arsch der Welt: Bekenntnisse eines Neuseelandreisenden (Erdkunde)
  • Keine Zeit für Arschlöcher! … hör auf dein Herz (Hauswirtschaft)
  • Am Arsch vorbei geht auch ein Weg: Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dich endlich locker machst (Psychologie)
  • Der Arschloch-Faktor: vom geschickten Umgang mit Aufschneidern, Intriganten und Despoten im Unternehmen (BWL)
  • König Arsch: mein Leben als Kunde – der ganz normale Wahnsinn (Wirtschaft)

Wie man sieht, zieht sich der ‚Arsch‘ durch alle Themengebiete und auch wenn man selber nicht auf den ‚Arsch‘ gekommen ist, lohnt es sich auf alle Fälle einen Blick in diese Bücher zu werfen.

Don José, libros!

Libros – Bücher – danach ist José Alberto Gutiérrez schon seit 1997 auf der Suche, als er in Bogitá, Kolumbien, bei der Mullabfuhr angefangen hat. Damals fand er „Anna Karenina“ von Tolstoi im Müll.

„Da habe ich erstaunt festgestellt, dass einige Menschen Bücher wegwerfen. Das hat mich traurig gemacht. Als Kind hat mir meine Mutter viel vorgelesen. Ihr habe ich zu verdanken, dass für mich heute ein Buch der beste Freund ist.“ (Quelle: Deutschlandfunk, „Der Herr der Bücher“ von Tobias Wenzel)

Sein Haus ist im Laufe der Jahre zu einer richtigen Bibliothek angewachsen. an die 30.000 Bücher stehen bei ihm. José wohnt in einer der ärmsten Gegend von Bogotá, deswegen ist sein Haus auch nicht besonders groß und die Bücher nehmen enorm viel Platz weg. Trotzdem hält dies José nicht davon ab, jeden Tag weiter zu sammeln. Den Kindern in der Nachbarschaft steht seine kleine Bibliothek immer offen. Außerdem hat er inzwischen schon 20.000 Bücher an die Menschen verschenkt, die sich sonst keine Bücher leisten könnten und hat mit dafür gesorgt, dass mehr als 100 Bibliotheken entstanden sind. Gerade in den Gegenden, wo gerade für so eine Einrichtung einfach kein Geld zur Verfügung war.

Seine Lieblingsroute bei seiner Arbeit führt ihn durch den reichen Norden, denn dort werden die wirklich guten Bücher wegeschmissen. Und ab und an kommt es dann auch vor, dass seine Kollegen ihm zurufen „Don José, libros!“, dann gibt es endlich wieder Nachschub für ihn.

Weitere Informationen dazu gibt es auch in folgendem kurzen Video von den Tagesthemen.

Ich ziehe auf jeden Fall meinen imaginären Hut vor José und hoffe, dass er noch lange weiter sammeln kann 🙂

Umgang mit zu vielen SuB Titeln

Wie viele ungelesene Bücher habt ihr denn in euren Regalen stehen? Ich habe jede Menge bei mir stehen. Im Laufe der Jahre hat sich da so einiges angesammelt. Und ich gebe auch zu, ich bin ein sehr schlechter SuB-Abbauer. Es erscheinen einfach zu viele tolle Bücher, die ich mir dann ausleihen oder auch gleich kaufen muss. Dadurch wird natürlich der SuB (Stapel ungelesener Bücher) nicht kleiner. Manche sind ja wirklich so diszipliniert – erst zwei alte lesen und dann ein neues. Das Jahr 2017 ist noch nicht so alt und ich möchte meinem alten SuB jetzt auch an den Kragen. Bis vor kurzem fehlte mir da noch irgendwie das richtige System. Jetzt hab ich Dank dem Blog von Influenza Bookosa die passende Idee: Ein SuB-Glas. Das ist auch relativ schnell gemacht – man besorgt sich ein passendes Glas (bei mir musste es gleich ein großes sein – und dieses füllt man mit kleinen Zetteln, auf denen die SuB Bücher einzeln notiert werden. Dabei kann man natürlich auch kreativ sein: bunte Zettel nehmen für die Optik, eine Farbe einem bestimmten Genre zuteilen, einfache Zettel und das Glas an belieben bekleben. Eine schöne Idee, die ich alsbald umsetzen möchte. Ein Vorteil, ich muss nochmal durch meinen ganzen SuB durch und kann gleich noch Bücher aussortieren, die ich doch niemals lesen werde. Wenn alles fertig ist, wird dann immer erst ein SuB Buch gelesen, bevor es an einen neuen Titel geht. Die Qual der Wahl habe ich dann auch nicht mehr, denn dank verstecktem ziehen, werde ich dann lesen, was auf dem Zettel steht.

Eine Kollegin ist mir schon einen Schritt voraus, ihr Glas ist schon fertig:

Die hat ihr Glas mit dem Spruch geschmückt: Abibliophobia – Die Angst, das einem der Lesestoff ausgeht. Wie man sieht ist auch ihr Glas noch gut gefüllt, meines ist größer und wird sicher auch genügend Zettel als Futter bekommen.

Wie geht ihr denn mit eurem SuB um? Wäre das auch eine Idee für euch?

Gotham geht in Runde 2

Gotham Staffel 2

Für alle, die wie ich, die 2. Staffel im TV verpasst haben oder die Folgen einfach nochmal sehen wollen: Gotham Staffel 2 gibt es endlich auch bei uns in der Stadtbibliothek. Wer die Serie noch nicht kennt, absolut empfehlenswert! In der Serie steht Jim Gordon im Mittelpunkt – Staffel 1 beginnt mit seinem Einstieg bei der Polizei in Gotham und dem Tod von Bruce Waynes Eltern. Schon damals ist Gotham voll von Verbrechern, doch in der Serie können wir miterleben, wie und warum die größten Feinde von Batman zu solchen Schurken wurden.

In der zweiten Staffel gehen die Detectives Jim Gordon und Harvey Bullock gegen die wuchernde Korruption in Gotham City vor – und ihr neuer Vorgesetzter Captain Nathaniel Barnes führt ein strenges Regiment. Um die Sache voranzutreiben, erbittet sich Gordon fragwürdige Unterstützung vom König der Gotham-Unterwelt: dem Pinguin. Doch in der düsteren Metropole wimmelt es von ebenso ehrgeizigen wie übergeschnappten Kriminellen wie Edward Nygma, Professor Hugo Strange, Victor Fries und der Psychopathin Barbara Kean, die es auf Gordons Freundin Dr. Leslie Thompkins abgesehen hat. Der Milliardär Theo Galavan profiliert sich als Retter der Stadt, wobei er und seine Schwester Tabitha Galavan eine Jahrhunderte alte Blutfehde totschweigen und Insassen des Sanatoriums Arkham rekrutieren. Gleichzeitig bekommt der junge Bruce Wayne eine Ahnung vom Vermächtnis seiner Familie. Wie lange also wird in der Stadt das Chaos herrschen? Alle 22 Episoden mit den Schurken-Ikonen und legendären Helden aus den DC Comics platzen förmlich vor Action, Hinterlist, Betrug und Rache. (siehe Amazon)

Ich hab mir sagen lassen, die zweite Staffel ist noch wesentlich besser als die erste Staffel. Also ausgeliehen, Popcorn geholt, Telefon ausgestöpselt, ab mit der DVD in den Player und viel Spaß bei ein paar tollen DVD-Stunden 🙂

In Bibliotheken durch Skandinavien – Teil 2 – Malmö

Über die Stadtbibliothek von Malmö habe ich bereits einmal gebloggt, leider hatte ich einen der wenigen Tage erwischt, wo dieses laut städtischem Tourismusführer „Top 10 Highlight“ leider geschlossen hatte.

Doch da der Weg nach Skandinavien bei mir häufiger an Malmö vorbeiläuft, war das nicht so schlimm. Direkt an der Bibliothek liegt nicht nur der schöne Stadtpark, sondern man kann dort auch mit viel Glück einen zweistündigen kostenlosen Parkplatz in Innenstadtnähe bekommen.

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Die Bilder sind mit der Handykamera, die Eindrücke real entstanden. Typisch Nordisch muß man auch bei einer einfachen ersten Frage am Infotisch gleich am Eingang erst einmal eine Nummer ziehen – wir sollten das dringend für die Biliotheken in Salzgitter einführen 🙂

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Als Ort mit langer Aufenthaltsdauer hat die Stadtbibliothek auch ein eigenes Restaurant. Hier fand gerade ein Quiz zum Thema Kochen und Bücher statt. Glatt eine Anregung für unser nächstes Kulinarisches & Literarisches.

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Die Veranstaltung war bis auf den letzten Platz ausgebucht und alle waren fleißig am Raten und Essen.

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Sehr beeindruckt hat mich die Kinderabteilung. Nicht der Inhalt und die Aufmachung, sondern insbesondere der Eingang. Die Kinderabteilung ist mit Teppich ausgestattet. Wie sehr Teppiche in Bibliotheken leiden, wissen die Bibliotheksangestellten. Für die Kinderbibliothek gilt daher: „Schuhe aus!“ – natürlich gibt es extra Schuhregale, wo man seine Schuhe einstellen kann. Möchte man z.B. als Erwachsener seine Käsemauken lieber nicht öffentlich zeigen, gibt es einen Korb mit entsprechenden Überziehern.

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Ich habe das einige Minuten beobachten können. Das funktioniert! In einer Großstadtbibliothek! Ganz ohne große Hinweisschilder. Dass man ohne Schuhe besser lernt, konnte man in diesem Eintrag bereits lesen: http://inspiredbyfinland.com/de/2016/11/05/ohne-schuhe-die-schule/ – ob das auch in Bibliotheken eine Steigerung hervorrufen würde? Bei einer Erneuerung der Kinderbibliothek in SZ-Lebenstedt würde mich das „Schuhe-aus“-Prinzip jedenfalls lange begleiten.

Das Personal ist schnell erkennbar. Allein beim Thema „Dienstkleidung“ müsste in Deutschland erst einmal der Personalrat mit einbezogen werden. Aber, würde so ein Jäckchen ein Problem darstellen?

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Übrigens, seine Kinderwagen kann man an mehreren Plätzen abstellen. Und wenn man sein Luxusmodell nicht aufsichtslos abstellen möchte, kann man es auch anschließen – entsprechende Vorrichtungen sind vorhanden.

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Weit weg von den Kindern, sogar in einem anderem Stockwerk, ist die Jugendbibliothek untergebracht. Zwar in der Nähe, jedoch wiederum räumlich abgetrennt, gibt es eine eigene Manga- und Comicabteilung.

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Nicht fotografiert habe ich die Arbeitsräume und Studios mit Musikinstrumenten und PC-Arbeitsplätzen – diese waren allesamt belegt. Die Stadsbibliotek Malmö ist bereits der seit einiger Zeit in Deutschland geforderte Ort für Veranstaltungen und Medien. Allerdings nicht unbedingt ein sogenannter „dritter Ort“, denn hier sind viele Veranstaltungen seitens der Bibliothek geplant und die Arbeitsräume betreut. Ähnlich wie beim Bericht zu Tromsø war es nie ein Problem, einen Ansprechpartner zu finden. Auch nicht gegen 19 Uhr, wo diese Bilder entstanden sind. Die Personalausstattung ist nicht mit Deutschland vergleichbar, weswegen die Wünsche des Nachahmens hier ihre erste Hürde finden würden.

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Und so bleiben nicht zuletzt ein paar architektonische Impressionen; wie z.B. feste Stühle, die wir nur bei Fast-Food-Ketten kennen. Immerhin braucht man nachher nicht aufräumen und hier entstehen keine ungeplanten Lerngruppen.

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Trotz der beeindruckend großen Halle über 5 Stockwerke war es ruhig! Die Leseplätze waren gut belegt.

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Fotos dazu habe ich jedoch nicht gemacht, da dies ja nur ein bibliothekstouristischer Besuch war.

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Nicht alle Selbstverbucher funktionierten – auch das kann es in so einer Vorzeigebibliothek geben. Die zurückgegebenen Medien würden jedoch erst einmal sichtbar unter einem hindurchflitzen.

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Am Ende bleiben viele Ideen und Eindrücke. Und es bleiben eher politische Fragen. Die Bibliotheken im hohen Norden nehmen eine große gesellschaftliche Aufgabe wahr. Das läßt man sich einiges kosten. In Deutschland würden die Bibliotheken das ebenfalls gerne tun. Es wird ein sehr langer und mühsamer Weg, das den Entscheidungsträgern verständlich zu machen. Denn dahinter steht nichts anderes als ein anderes Denken für die Gesellschaft. Die Bücher und andere Medien sind auch dort noch ein Schwerpunkt. Aber eben nur einer!

Der letzte Teil der Reise endet nächste Woche in Helsinki in der Kirjasto 10, direkt am Hauptbahnhof der finnischen Hauptstadt.

ScG – Gerald Schleiwies

Patrice – Life’s Blood

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Patrice, mit bürgerlichem Namen Gaston Patrice Babatunde Bart-Williams, stammt aus der Kölner Hip-Hop-Szene. Er probierte Einiges in der Hip-Hop-Kultur aus – Rap, Graffiti, Tanz – war es am Ende doch die Raggaemusik, die ihn wirklich erfüllt. Für den deutschen Raeggae ein klarer Gewinn! Patrice gehört zu den wichtigsten deutschen Vertretern. Bisher hat Patrice sechs Alben herausgebracht, die alle in den Charts landeten, „Life’s Blood“ ist sein siebentes.

„Life’s Blood“ ist sehr abwechslungsreich: Soul, Hip-Hop, Blues, R’n’B, Funk, Weltmusik und vor allem Raggae, all diese Stile haben bei Patrice ihre Daseinsberechtigung und mit der ersten Single „Burning Bridges“ ist ihm auch der Schritt in Richtung elektronischer Musik gelungen.

Zwischen persönlichen, gesellschaftlichen und politischen Themen gibt Patrice einmal mehr gute Denkanstöße, motiviert seine Hörer, nicht nur dazusitzen, sondern sich zu bewegen und etwas zu tun. (Quelle JPC)

Folgend können Sie sich selber von Patrice Können überzeugen – mit seiner Single „Burning Bridges“:

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