Der verflixte siebte Fall

Endlich ist der siebte Fall von Zorn und Schröder erschienen. Keine Sorge, es ist kein Trennungsband und es geht danach zum Glück auch weiter mit der Krimi-Reihe, die ich im Übrigen unglaublich gerne lese. Alleine schon wegen der beiden Hauptpersonen, Zorn und Schröder (Anmerkung: man erfährt endlich seinen Vornamen!) und der wunderbaren Dialoge, die zwischen beiden entstehen. Dazu sind es auch noch sehr spannende Krimis, aus meiner Heimatstadt 😉 Ich betrete damit also bekanntes Terrain. Aber auch wenn man die Stadt nicht kennt, lohnt sich die Reihe in jedem Fall!

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Nach seiner schweren Verletzung im Einsatz arbeitet Hauptkommissar Claudius Zorn vorübergehend im Innendienst. Verändert hat sich aber wenig – sein Kollege und Vorgesetzter Schröder macht die Arbeit, Zorn raucht.
Eines Abends erwischt Zorn bei einem Spaziergang einen jugendlichen Brandstifter auf frischer Tat. Staatsanwältin Frieda Borck schickt den jungen Mann zu einem Psychologen, der ihm anbietet, sich einer offenen Therapiegruppe anzuschließen. Als ein Mitglied dieser Gruppe zu Tode kommt und andere Gruppenteilnehmer bedroht werden, nimmt Schröder undercover an den Sitzungen teil, um herauszufinden, was vor sich geht. Doch bald ist auch Schröder nicht mehr sicher, und Zorn muss blitzschnell handeln … (Quelle: Fischer-Taschenbuch-Verlag)

Wirklich eine tolle Reihe für Krimi- und Thriller-Fans! Man kann jederzeit einsteigen, alle Fälle sind in sich abgeschlossen. Ich hoffe sehr, dass noch viele weitere folgen werden 🙂

Lesechallenge 2017 – Die Auswertung

Hier unsere Auswertung der Lesechallenge von 2017:

Sü:
Ich muss gestehen, ich hab nicht so viele Punkte geschafft – insgesamt neun Titel musste ich doppelt verwenden :/
Bei mir blieben fünf Punkte unbesetzt:

  • Ein Buch in einer anderen Sprache
  • Ein Buch mit einer Pflanze im Titel
  • Ein Buch über eine historische Person/Zeit
  • Ein Buch, dass zu keinem anderen Punkt passt
  • Eine Biographie

Nur für die Liste habe ich mir ausgeliehen und gelesen:
„Frühling, Sommer, Herbst und Günther“ von Marco Tschirpke. Eine humorvolle Gedichtsammlung, die ich auch weiter empfehlen würde. Aber ohne die Challenge hätte ich nur hier und da ein paar Gedichte mal gelesen.

Mein Highlight war eindeutig:
„Ein Mann namens Ove“ von Fredrik Backman. Ich hatte schon viel darüber gehört und es wurde mir auch empfohlen – nur gelesen hatte ich es noch nicht. Gut, ich habe es in dem Fall auch gehört. Das Buch wird von Heikko Deutschmann gesprochen. Die Geschichte hat mich direkt vom ersten Kapitel an gefangen genommen und das Ende hat mich auch leicht zu Tränen gerührt. Ich werde auf jeden Fall noch mehr Bücher von dem Autoren lesen 🙂 Einen Titel habe ich 2018 auch schon geschafft 😉

Geschafft: 31 von 36 Punkten, davon 9 Titel doppelt gewertet. Für 2018 muss da auf jeden Fall eine Steigerung her 😉

Die Auflösung, welche Titel ich für 2017 gelesen habe, findet sich auf unserer Lesechallenge-Seite.

Jä:

Ich habe 34 von 36 Punkten geschafft und musste keinen Punkt doppelt belegen 😉

Bei mir blieben zwei Punkte unbesetzt:

  • Ein Buch in einer anderen Sprache
  • Ein Buch mit einer Jahreszeit im Titel

Nur für die Liste habe ich mir ausgeliehen und gelesen:
„Rosentod“ von Michael Borlik. Ein Buch aus dem Bereich „Für Junge Erwachsene“. Ich habe gezielt in der Rubrik in der Bibliothek nach einem Buch mit einer Pflanze im Titel gesucht, das nicht gleich wieder über 400 Seiten hat und ich bin fündig geworden. Ich war sehr vom Ende überrascht.

Mein Highlight war eindeutig:
„Salz für die See“ von Ruta Sepetis. Auch dieses Buch ist bei uns bei den Büchern „Für junge Erwachsene“ zu finden. Es spielt in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945. Tausende Menschen flüchten aus Angst vor der Roten Armee nach Westen. Eine Notgemeinschaft von vier jungen Menschen findet sich zusammen. Jeder der vier hat ein Geheimnis. Im eiskalten Winter wählt der kleine Flüchtlingstrek den lebensgefährlichen Weg über das zugefrorene Haff um die Wilhelm Gustloff zu erreichen, die sie nach Westen bringen soll. Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten. Die Wilhelm Gustloff hat es wirklich gegeben und bei ihrem Untergang sind mehr Menschen gestorben als beim Untergang der Titanic und kaum ein Mensch kennt diesen Teil unserer Geschichte. Besonders im Angesicht der Flüchtenden, die vor den Küsten europäischer Länder ertrinken, hat mich dieses Buch zum Denken angeregt. Eine unbedingte Empfehlung.

Geschafft: 34 von 36 Punkten, davon keinen Titel doppelt gewertet, aber es waren 7 Hörbücher dabei. Ich fahre jedes Wochenende 500 Kilometer, da kann man schön Bücher hören 🙂

Die Auflösung, welche Titel ich für 2017 gelesen habe, findet ihr auch auf der Lesechallenge-Seite (siehe oben).

Sü/Jä

Mord im viktorianischen London

Lizzie Martin und Benjamin Ross ermitteln in „Die Tote von Deptford“ schon zum 6. Mal zusammen.

Tote DeptfordDeptford: Hier liegen die Werften und Häfen Londons – und die Leiche einer unbekannten Frau. Inspector Ben Ross hat zunächst kaum Hinweise auf ihre Identität, bis ein Dienstmädchen bei der Polizei auftaucht und seine Herrin Mrs Clifford als vermisst meldet. Es stellt sich rasch heraus: Sie ist die Tote von Deptford.
Eine neue Spur ergibt sich, als Bens Ehefrau Lizzie von einer Freundin um Rat gefragt wird. Deren Bruder Edgar hat Spielschulden – bei niemand anderem als Mrs Clifford. Nun gerät Edgar in Verdacht, und Lizzie soll ihm helfen.
Bald sind Lizzie und Ben wieder auf der Jagd nach einem rücksichtslosen Mörder… (Quelle: Bastei Lübbe Verlag)

Ann Granger hat es wieder mal geschafft! Die Handlung fesselt den Leser von der ersten bis zur letzten Seite. Neben einer spannenden Geschichte erfährt man auch vieles über die Lebensumstände des viktorianischen Londons: gesellschaftliche Zwänge und das Elend der Slums. Wer Ann Granger noch nicht kennt, sich für das viktorianische England interessiert und gerne gute Krimis liest, der ist bei ihren Helden Lizzie Martin und Benjamin Ross genau richtig. Man muss nicht zwingend mit dem ersten Fall beginnen („Wer sich in Gefahr begibt“), da jeder Krimi für sich abgeschlossen ist – außer man möchte die Geschichte von Lizzie und Ben von Anfang an mit verfolgen.

Für Fans historischer Bücher

Michael Peinkofer hat letztes Jahr ein neues Buch herausgebracht: „Die Runen der Freiheit“. Mit seinen historischen Büchern beweist der Autor immer wieder, dass er nicht nur Fantasy kann. Seine Geschichte spielt vor einem historisch realem Hintergrund. Es geht um William Wallace und den Widerstand der Schotten gegen Edward I. von England.

Runen Freiheit„Töte William Wallace, den Rädelsführer der aufständischen Schotten!“ Eadrics Auftrag scheint klar. Bevor der junge Angelsachse ihn jedoch ausführen kann, gerät er in die Hände von Wegelagerern. Ausgerechnet ein Trupp Schotten rettet ihm das Leben und nimmt ihn bei sich auf. Bald schon kommen Eadric Zweifel an seiner Mission, so offensichtlich ist die Brutalität, mit der die Engländer in den Highlands vorgehen. Und dann ist da auch noch Avelina, die Tochter des Clansherren, in die er sich verliebt. Als die Lage sich zuspitzt, muss er sich entscheiden: Führt er seinen Auftrag aus, oder schließt er sich eben jenem Mann an, den zu töten er aufgebrochen ist: William Wallace … (Quelle: Lübbe Verlag)
Ein wirklich spannender historischer Roman, mit einem sympathischen Helden, der in einer ziemlich blutigen Zeit seinen Weg finden muss.

Eine Oper im Dreivierteltakt als Krimi

Eine Oper im Dreivierteltakt – Heimatfilm, Bergdrama und Krimi – Martin Schult bringt mit Frassek und seinem Assistenten Sprotz den Berliner Wedding in die Steiermark, lässt Menschen sterben und wieder auferstehen und höchst unterhaltsam zwei Welten aufeinanderprallen.«

So beschreibt Christoph Schröder, freier Literaturkritiker und Mitglied der Jury des Deutschen Buchpreises 2016, das neue Buch von Martin Schult „Dem Kroisleitner sein Vater“  – Auftakt einer neuen Krimi-Reihe. Ich kann Herrn Schröder nur zustimmen: Nachdem ich schon fieberhaft auf den 10. Kluftinger-Teil (Erscheint ürbigens im April 2018) warte, kam dieser Titel wie gerufen. Er hat mich von der Spannung und vom Wortwitz her von Anfang an überzeugt.

Inhalt:

Krosleitner VaterDem Kroisleitner Karl sein Vater ist tot. 104 war der alte Kroisleitner, aber noch topfit, das lag an der guten Luft oder am Marillenschnaps. Schon bald ermittelt die Kriminalpolizei aus der nahen Bezirkshauptstadt, was der wortkarge Wanderer mit der schlechten Ausrüstung damit zu tun hat. Ebenjener mit dem Namen Frassek, seines Zeichens Polizeiobermeister aus Berlin, hatte sich doch nur in der Steiermark von seinem letzten, gelinde gesagt unglücklich verlaufenen, Fall erholen wollen – und von seiner pubertierenden Tochter. Inmitten von Lügen, Intrigen und Dorfklatsch wird Frassek unversehens vom Tatverdächtigen zum Ermittler. (Quelle: Ullstein Buchverlage)

Der Autor selber bewegt sich schon länger in der Bücherwelt. Seit 2004 arbeitet er beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels und betreut u.a. den Friedenspreis mit, der immer zur Frankfurter Buchmesse verliehen wird.

Auf jeden Fall ist es ein Krimi für alle Kluftinger-Fans und auch Lesern von Rita Falk sehr zu empfehlen!

Wer war Eugen Kallmann?

Fall kallmannWarum musste der beliebte Gesamtschullehrer in der beschaulichen schwedischen Kleinstadt sterben? Wirklich nur ein Unglücksfall, wie die Polizei behauptet? Als sein Nachfolger im Schwedischunterricht, Leon Berger, nach der langen Sommerpause seinen Dienst antritt, findet er im Pult unter Kallmanns Sachen eine Reihe von Tagebüchern, die sich als eine Mischung aus Dichtung und Wahrheit entpuppen und ihn schon bald daran zweifeln lassen, dass sein Vorgänger tatsächlich eines natürlichen Todes gestorben ist. Denn in seinen Einträgen behauptet Kallmann unter anderem, er würde die Gabe besitzen, in den Augen anderer Menschen erkennen zu können, ob sie gemordet haben. Und er scheint in den letzten Monaten seines Lebens einem nie entdeckten und nie gesühnten Verbrechen auf der Spur gewesen zu sein. Leon Berger will den Fall Kallmann lösen – seine privaten Ermittlungen setzen etwas in Gang, das schließlich die ganze Kleinstadt erschüttert. (Quelle: Verlagsgruppe Randomhouse)

Wie schon das Buch „Die elf Tage in Berlin“ ist dieser Roman eigenständig und kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Håkan Nessers neuester Roman ist eher ein düsterer Krimi. Nicht alle Fragen werden am Ende auch wirklich beantwortet – dem Leser wird noch etwas Fantasie überlassen. Für Nesser-Fans ist das Buch auf jeden Fall ein Muss, auch wenn man sich am Anfang ein wenig reinlesen muss. Auch alle anderen Krimi-Leser sollten sich davon nicht abschrecken lassen, denn die Geschichte ist wirklich sehr gut und tiefgründig erzählt; auch an Spannung mangelt es keineswegs.

Magie des Waldes

Der Autor Andrus Kivirähk hat mit seinem Buch „Der Mann, der mit Schlangen sprach“ ein wundervolles Fantasy-Buch geschrieben.

Mann Schlangen sprachDer junge Leemet lebt mit seiner Familie und einem Clan von Jägern und Sammlern im Wald. Er ist der Letzte, der die Sprache der Schlangen beherrscht, in der er mit den Tieren reden kann. Kreuzritter, Dorfbewohner und christianisierte Ackerbauern bedrohen die alte magische Welt des Waldes. Aber Leemet und seine Freundin, eine Otter, setzen alles daran, sie zu retten.

[…] Um Lemeets Welt zu retten, müsste der Nordlanddrache, eine Gottheit für Wohlstand und Schutz, wiedererweckt werden – von einer ganzen Schar von Waldbewohnern, die die Schlangensprache sprechen. Und Leemet ist der Letzte, der diese Sprache beherrscht. (Quelle: Klett-Cotta-Verlag)

Mit diesem Titel taucht man ein in die estnische Märchen- und Fantasiewelt. An manchen Stellen schockiert die Sprache des Autoren – doch liest man weiter, kommen schnell wieder Textpassagen, bei denen man lachen muss. Ein Buch für Fantasy-Liebhaber, aber auch diejenigen, die gerne einmal etwas in die estnische Welt der Sagen eintauchen  wollen.