Darf es etwas mehr sein?

Ja bitte! Hätte mich zum Ende des Buches von Karolina Ramquists „Die weiße Stadt“ jemand gefragt, meine Antwort wäre ja gewesen.

weissestadt

Quelle: Google.books.de

 

„Das große Haus steht einsam und kalt an einem See, umgeben von Schnee und Frost. Die kugelsicheren Fenster sind voller Eisblumen. Drinnen sitzt Karin auf einem verdreckten Sofa. Das Telefon ist abgestellt. Die Heizung funktioniert nicht mehr. Karin hat sich verändert. Früher war sie die Gangsterkönigin und Johns höchste Errungenschaft. Alle haben sie bewundert, alle wollten sein wie sie. Jetzt ist John tot, und sie hat eine Tochter, der sie sich mal nah und mal fern fühlt, die sie buchstäblich aussaugt und völlig auf sie angewiesen ist. Karin ist einsam und taub vor Trauer. Alles, was sie weiß, ist, dass sie ihr Kind beschützen muss. Und so beschließt sie, sich zu nehmen, was ihr zusteht. Mit Johns alten Waffen, seinem Auto und ihrer Freundin Therese macht sie sich auf den Weg, die Kontrolle über ihr Leben zurückzuerobern.“ (Klappentext)

„Die weiße Stadt“ ist das erste von Ramquists acht Büchern, das ins Deutsche übersetzt wurde. Dabei wird sie als eine der wichtigsten feministischen Autorinnen Schwedens gehandelt. In ihren Büchern beschäftigt sie sich mit Themen wie Einsamkeit, Konsum und Rollenmodellen. Um die aufkommende Frage gleich zu beantworten – ja, alle Themen sind in „Die weiße Stadt“ zu finden.

Es ist ein Roman über das Scheitern und die Trauer einer Frau, die sich in fast allen Dingen komplett auf ihren Partner verlassen hat. Sie hinterfragte den Luxus und den Komfort, den er ihr bieten konnte nicht. Als ihre große Liebe stirbt, ist alles was ihr geblieben ist, ein Baby das er sich gewünscht hat und sie eigentlich nicht wollte.

Es ist mit 180 Seiten ein kurzweiliges sprachliches Vergnügen, das viel Stoff zwischen den Zeilen bietet. Für mich hätte es mehr Handlung geben und noch etwas tiefer gehen können. Ich hätte gern weiter gelesen…

Natürlich ist dieses kleine feministische Literaturhäppchen auch in unserer Bibliothek bei den Romanen zu finden. Wer schon mal reinlesen möchte, eine umfangreiche Leseprobe gibt es bei Google.books.

AMS ist nun DIY und FadG wird ersetzt durch kt

Häh!

Jaaaa, Dipl.-Bibl. u. FaMi sind Abkürzungswesen (Abkw.). Jedenfalls die, die noch mit Karteikarten groß geworden sind. Dank der Größe einer solch genormten Karte gab es auch RAK, das Regelwerk zur alphabetischen Katalogisierung. Natürlich nicht nur ein RAK, sondern ein RAK-Musik, ein RAK-ÖB (öffentliche Bibliotheken) und so weiter.

Und ganz selten, wenn wir unter uns bleiben wollen, sprechen wir in Abkürzungen miteinander. Das hört sich dann fast so wichtig an wie beim Zahnarzt, wenn er die Zahnreihen beschreibt – bleibt jedoch auf jeden Fall geheimnisvoll.

So ergab sich in einem bibliothekarischen Forum vor kurzem die Frage, welche DIY Zeitschrift wir denn jeweils im Bestand hätten.

DIY?

Es hat ein wenig gedauert, bis ich auf „Do it yourself“ gekommen bin. Selber etwas erstellen ist ja bereits seit längerem wieder im Trend. Hobbyköche, Hobbygärtner und Hobbybastler haben wichtigen Einfluß auf den Medienmarkt.

Und was ist nun AMS?

In der Diskussion um Bibliothek als dritten Ort und Makerspaces brauchte es nun wohl ein Wort der Abgrenzung. Zwischenzeitlich wurde das Wort analoges Makerspace gebraucht, wenn es um das meist nichttechnische Selbermachen ging. Kulinarisches & Literarisches ist daraus entstanden.  Und in Skandinavien wird ebenfalls nicht nur gekocht und gerätselt (Malmö Bok & Kok), sondern auch gestrickt, gehäkelt und andere Fäden zusammen gesponnen; z.B. wie selbst in Kiruna oder Tromsø gesehen.

Also das analoge Markerspace ist nun Do ist yourself – alles klar?

Das wirkt sich auch auf unsere Zeitschriften aus. Denn wenn irgendwo etwas zum Nachmachen in den Heften ist, laufen diese in unseren Bibliotheken ganz hervorragend. Leider gilt das nicht immer auch auf dem freien Markt. Die Zeitschrift „Frisch aus dem Garten“ ist solch ein Fall . Die wenigen bisher erschienenen Hefte waren sehr gut nachgefragt. Leider hat das Magazin sein Erscheinen eingestellt bzw. firmiert nun demnächst unter „Frisch auf den Tisch“, weil Essen selber machen wohl noch mehr die Zielgruppe anspricht als „Selber anbauen“ und es dann selber essen.

Also ist Platz für eine DIY Zeitschrift.

Beim Stöbern in der Bahnhofsbuchhandlung bin ich auf die neue Zeitschrift Kreativtrends aus dem OZ Verlag gestoßen:

Die Kolleginnen waren sehr angetan von der Aufmachung, dem Inhalt und den zumeist einfachen Mitteln, um es auch wirklich nachzumachen. So wird das Heft in Kürze in allen drei Bibliotheken zur Verfügung stehen. „Frisch aus dem Garten“ (FadG) wird nun ersetzt durch „kreativtrends“ (kt), das Magazin zum Selbermachen.

Oder um es bibliothekslektorisch korrekt auszudrücken: „AMS = DIY,  FadG ist eing., Ers. durch kt“ 🙂

ScG – Gerald Schleiwies

Roger Cicero: „Glück ist leicht – Das Beste von 2006 – 2016“

CiceroRoger Cicero (1970 – 2016) hat mehr als zehn Jahre lang mit seinen Songs die Musik in Deutschland mitgestaltet. Im letzten Jahr mussten wir Abschied von einem großen Vertreter aus der deutschen Musikszene nehmen.

Sechs Soloalben hat Roger Cicero in seiner Karriere produziert, fünf von diesen landeten auch in den deutschen Charts. Seine favorisierten Musikstile waren der Jazz und auch Pop.

Zu seinen Ehren wurde jetzt das Album „Glück ist leicht – Das Beste von 2006 – 2016“ veröffentlicht.

Darauf sind seine bekannten Songs wie „Zieh die Schuh aus“, „Ich atme ein“, „Wovon träumst du nachts“, „In diesem Moment“ und natürlich seine Top 10-Single „Frauen regier‘ n die Welt“. Auch verschiedene Cover- und Liveversionen, wie zum Beispiel Frank Sinatras „My Way“ oder „I’ve Got A Crush On You“ und seine Interpretation von „Ein Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller.

Ein Geschenk für die Fans ist der neue, bislang unveröffentlichte Track „Eine Nummer zu groß“, der bereits als Single erschienen ist.

Wf

Schöne Ostern

Heute am Karfreitag gibt es mal keinen Medientipp von mir, aber dafür eine kleine Ostergeschichte. Doch was wäre Ostern ohne Suchen? Also habe ich fünf Buchtitel versteckt – alle aus dem Bereich Roman oder Jugendbuch und herausgekommen sind sie auch erst dieses Jahr oder 2016. Wer findet die Buchtitel? Die Autoren sind dann Bonus 😉

Eine kleine Ostergeschichte

Im Osterwald haben sich fünf Freunde was ganz besonderes überlegt. Immer vier wollen dem jeweils 5. Freund zu Ostern eine kleine Überraschung machen. Diese fünf Freunde sind die zwei Hasenbrüder Benny und Max, das Igelmädchen Jenny, der Eichhörnchenjunge Lukas und Marie, eine kleine Spitzmaus.

Benny, Max, Jenny und Lukas hatten sehr schnell eine Idee für Marie. Sie hatte schon lange davon erzählt, dass sie so gerne mal ein paar Fotos von ihren Freunden hätte. Also machten sie alle ein paar Selfies und mit einem hübschen Rahmen war dies das perfekte Geschenk für Marie.

Benny war ein absoluter Buchfan, es gab fast nichts mehr, was er nicht aus der Osterwaldbibliothek schon gelesen hätte. Die anderen überlegten sehr lange. Durch Zufall fiel Jenny ein Prospekt der örtlichen Buchhandlung Dornenkleid in die Hand. Dort las demnächst Bennys absoluter Lieblingsautor. Über die Eintrittskarte, würde sich Benny sicher freuen.

Sein Bruder Max war ganz anders. Ihn interessierten vor allem Flugzeuge jeglicher Art. Doch Lukas, der für Benny die Eintrittskarte holte, entdeckte in der Buchhandlung auch für Max etwas, nämlich den neuen Bestseller „Das Leben und Sterben der Flugzeuge“. Laut dem Buchhändler ein absolutes Muss für jeden Flugzeugfan.

Lukas ist der Musiker in der Gruppe und ihnen immer ein treuer Freund. Deswegen machte es sie alle traurig als Lukas etwas betrübt war, weil sein Kabel nicht mehr da war. Da der neue Verstärker schon Lukas‘ Taschengeld der nächsten drei Monate verschlungen hatte, legten die Freunde zusammen und besorgten für Lukas ein neues Kabel.

Jenny war die Künstlerin in der Gruppe, sie malte am liebsten mit Ölfarbe. Marie entdeckte in einem Künstlerbedarfsladen genau das Richtige: neue Ölfarben und diese Serie hieß „Salz für die See“.

Die Freunde konnten die Zeit bis Ostern kaum abwarten. Doch bis Ostern war es glücklicherweise nicht mehr lange hin und alle überlegten schon, wo sie die Geschenke am besten verteilten. Bennys und Max Familie erlaubte ihnen die Geschenke in ihrem Garten zu verstecken. Alle fünf hatten einen Riesenspaß bei der Suche und freuten sich am Ende auch riesig über ihre Geschenke. Marie hängte den Rahmen mit den vielen Fotos noch am gleichen Abend auf. Jenny konnte ebenfalls nicht widerstehen und probierte die Farben sofort aus. Benny suchte sofort sein Lieblingsbuch des Autoren heraus, denn er wollte unbedingt ein Autogramm. Selbst Max las direkt das erste Kapitel des Buches und musste seinen Freunden auch immer gleich erzählen, was er Spannendes erfahren hatte. Und Lukas sprang sofort nach Hause, holte Gitarre und Box und am Ende des Tages spielte er seinen Freunden sein Lieblingslied auf der Gitarre vor und seine Freunde sangen dazu.

In dem Sinne wünsche ich allen

unseren Lesern ein

wunderschönes Osterfest 🙂

Zeitreise mit Hamster – Nachlese von Literarisches und Kulinarisches

Vielleicht ist dem Einen oder Anderen die Idee gekommen, eine Zeitreise zu unternehmen. Insbesondere zurück, weil man zum Beispiel errechnet hat, dass die Zeit zum Lesen der ganzen Bücher nicht mehr ausreicht. Hier kommt die „Zeitreise mit Hamster“ von Ross Welford ins Spiel. Ich beginne einfach mal mit der ersten Seite. Übrigens eine der besten ersten Seiten, die ich seit langem zu Gesicht bekommen habe:

Mein Dad ist zweimal gestorben. Einmal mit neunundreißig und noch einmal vier Jahre später mit zwölf. (Er wird auch noch ein drittes Mal sterben, was für ihn natürlich nicht gerade erfreulich ist, aber das kann ich auch nicht ändern.)

Beim ersten Mal hatte ich gar nichts damit zu tun. Beim zweiten Mal schon, aber ich wäre ja nie dabei gewesen, wenn es seine „Zeitmaschine“ nicht gegeben hätte. Das klingt jetzt vielleicht so, als wollte ich die Schuld auf ihn abwälzen, doch das will ich gar nicht, bloß… ihr werdet schon sehen, was ich meine.

Wenn mich irgendjemand vorher gefragt hätte, wie eine Zeitmaschine aussieht, hätte ich jedenfalls gesagt wie ein U-Boot. Oder wie eine Rakete. Jedenfalls was mit Schaltern, Armaturen und Lichtern, aus Eisen oder so groß – richtig groß mit Triebwerken, Aggregaten und Reaktoren…

Stattdessen schaue ich jetzt auf einen Laptop und eine Zinkwanne aus dem Baumarkt.

Das ist Dads Zeitmaschine.

Dieses Buch habe ich mit jugendlich-kindlicher Freude verschlungen. Ganz nebenbei wird einem sogar die Relativitätstheorie erklärt, so dass es auch für Jugendliche verständlich ist. Am Ende habe ich mich schon gefragt, ob ich hier gerade mit Begeisterung Kinderliteratur gelesen habe.

Ja, habe ich!

Und mit meinem Gefühl stand ich nicht allein. Viele Erwachsene haben in Rezensionen in diversen Internetforen angegeben, sehr viel Spaß gehabt zu haben, als sie das Buch mit ihren Kindern zusammen gelesen bzw. daraus vorgelesen haben. Ross Wellford hat einen All-Age(r)-Roman erschaffen! Und warum soll ein Buch nicht für Erwachsene sein, nur weil die Hauptperson 12 Jahre alt ist? Bei Herrndorfs „Tschick“ hat ein ähnlicher Umstand auch zur altersübergreifenden Zustimmung geführt. Und wer sich ein wenig in seine Jugend versetzen kann, der wird hier seinen Spaß haben.

Doch worum geht es? An seinem zwölften Geburtstag findet Al Chaudhury einen Brief von seinem verstorbenen Vater. Doch anstatt auf liebevolle Worte zu blicken, findet Al darin eine Anleitung für eine selbstgebaute Zeitmaschine, bestehend aus einer Zinkwanne und einen Laptop. Damit soll er in das Jahr 1984 reisen, um mal eben den Tod von seinem Vater zu verhindern. Eigentlich muss er dafür nur einen einfachen Go-Kart-Unfall vereiteln. Hört sich doch ganz einfach an, oder? Da Al nicht auf den Kopf gefallen ist, wird alles gründlich durchdacht und vorbereitet. Doch irgendwie verselbstständigen sich die Dinge und Al schlittert von einer Katastrophe in die nächste.

Die kindlich naive Schreibweise von Welford bringt einfach Spaß, weil sie mit großer Intelligenz und Witz gewürzt ist. Es ist eine bezaubernde und liebevoll erzählte Geschichte. Und ohne den Hamster, der übrigens den nicht gerade gewöhnlichen Namen „Alan Shearer“ trägt, wäre die Geschichte nicht möglich gewesen.

Doch mehr möchte ich hier gar nicht verraten – außer, dass in der Stadtbibliothek dieses Werk wirklich bei den Kinderbüchern zu finden ist.

ScG

10 Bücher

Cornelia Funke hat in einem Online-Beitrag der Welt erzählt, welche zehn Bücher sie beeinflusst haben. Darunter „Die Brüder Löwenherz“ von Astrid Lindgren oder John Galsworthys „Die Forsyte-Saga“. Die Mischung ist sehr bunt und sie sagt selber:

„Die Auswahl könnte morgen schon anders lauten.“ (Quelle: Welt)

Ich habe mir nun natürlich auch gleich Gedanken gemacht, welche zehn Bücher mich beeinflusst oder sagen wir mal, mein Leseverhalten geprägt haben. Dabei auf zehn zu kommen, bei den vielen Büchern, die ich bisher gelesen habe, ist nicht einfach. Und ich muss Frau Funke zustimmen – fragt man mich in ein paar Tagen/Wochen, könnte sich diese Auswahl, bis auf ein paar Ausnahmen, geändert haben. Momentan sind es folgende Titel:

  • J.R.R. Tolkien „Der Herr der Ringe“
  • Astrid Lindgren „Wir Kinder aus Bullerbü“
  • Terry Pratchett „Die Farben der Magie“
  • Cornelia Funke „Tintenherz“
  • Patrick Süßkind „Das Parfum“
  • Friedrich Dürrenmatt „Die Physiker“
  • Walter Moers „Käpt’n Blaubär“
  • Kai Meyer „Die Geisterseher“
  • Erich Kästner „Emil und die Detektive“
  • Agatha Christie „Mord im Orientexpress“

Warum diese Titel? Sie haben auf alle Fälle mein Leseverhalten beeinflusst. Mit Tolkien und Terry Pratchett bin ich definitiv zu einem Fantasy-Fan geworden. Auch Cornelia Funke hat mich sehr beeinflusst – viele der Bücher, die sie in Tintenherz angesprochen hat, habe ich danach gelesen. Auch die anderen Bücher haben mich entweder zum Fan des jeweiligen Autors werden lassen oder mich an sich so beeindruckt, dass ich sie immer wieder lesen würde.

Welche Titel oder/und Autoren haben euch beeinflusst? Kommt ihr auf zehn?

Öffnungszeiten zu Ostern

Seit gestern sind Osterferien und genau diese genießt auch unsere Fredenberger Zweigstelle. Ab dem 24.04.17 ist die Stadt- und Schulbibliothek wieder normal geöffnet.

Unsere Zweigstellen in Lebenstedt und Bad haben nur zu den Osterfeiertagen – Karfreitag und Ostermontag –  geschlossen. Am Samstag zwischen den Feiertagen sind wir wie gewohnt für Sie da:

  • Lebenstedt von 10-14 Uhr
  • Bad von 10-13 Uhr

Wir freuen uns, Sie an den Öffnungstagen bei uns zwischen den Regalen stöbern zu sehen. Bis dahin wünsche ich noch eine schöne Vorosterzeit 🙂