Wenn es nach Stall riecht…

…wird es für Bibliothekare erst richtig interessant. Dann ist klar, dass man es mit Pergamenten aus dem frühen Mittelalter zu tun hat. Quelle: Spiegel vom 13.05.2017 Seite 104 / Wissenschaft

Das wusste ich bisher auch noch nicht! Aber so geschehen in Österreich. Da die Pergamente aus dieser Zeit aus Tierhäuten bestehen, geben sie diesen charakteristischen Geruch ab. Aber warum erzähle ich das: Weil im österreichischen Admont (Nähe Linz) ein Bibliothekar seiner Nase gefolgt ist, fand er zwei handtellergroße Pergamentstücke, beschriftet in lateinisch und deutscher Sprache. Das war 2012. Heute ist klar, dass es sich um….

[…] ein Werk [handelt], das mutmaßlich etwa ab dem Jahr 770 erstellt wurde und als das älteste Buch in deutscher Sprache gilt. 

Quelle: Spiegel vom 13.05.2017, Seite 104 / Wissenschaft

Es handelt sich dabei wohl um die vierte Version des sogenannten Abrogans – ein Synonymwörterbuch, in dem lateinische Begriffe ins Althochdeutsche übertragen wurden. Ein toller Sensationsfund, der allerdings eine Frage noch offen lässt – was ist mit dem Rest geschehen? Denn zwei Pergamentstücke machen noch kein Buch. In Admont wurde es nicht hergestellt, doch ist auch nicht klar wie es dahin kam. Möglich ist, dass es recycelt wurde und einzelne Teile z.B. für Buchdeckel herhalten mussten.

Den ganzen Artikel können Sie online über unser Genios-Portal lesen. Wählen Sie auf der Seite der digitalen Dienste Genios aus, melden Sie sich mit Ihrer Benutzernummer der Stadtbibliothek Salzgitter und dem Kennwort (Geburtsdatum ohne Punkte) an. Auf der Startseite finden Sie den Spiegel – anklicken und dann im Suchfeld Admont eingeben. Dann wird Ihnen der Artikel vom 13.05.2017 angezeigt. Wirklich ein interessanter Bericht, lesenswert!

Und über eines bin ich wirklich sehr glücklich, dass Bücher nicht mehr aus Pergament von Tierhäuten bestehen. Denn den ganzen Tag möchte ich dann doch nicht von Stallgeruch umgeben sein – weder zu Hause noch auf Arbeit 😉

Phasen eines Lesers

Im Leben eines Lesers gibt es verschiedene Phasen:

  • Der Anfang: Langsam wird man als Kind an Bücher herangeführt.
  • Die Mitte: Da beginnt der Leser immer mehr auch ein Buchliebhaber zu werden. Sprich Bücher werden überall mit hingenommen und zu Hause reichen die Bücherregale nicht mehr aus.
  • Der Höhepunkt: Irgendwie findet man nichts richtiges zum Lesen mehr und stürzt dann in ein Loch bis man dann
  • Danach: die Liebe zu den Büchern wieder entdeckt und diese auch bis zum Ende weiter gibt 🙂

Sehr schön dargestellt wird das in folgender Infographik – gefunden im Blog bibliothekarisch.de

 

 

Diese Phasen kenne ich auch – die ersten vier habe ich sogar genauso erlebt. Die 5. Phase ist bei mir nicht ganz so schlimm, aber ich würde sagen, dass ich mich jetzt irgendwo zwischen fünf und sieben befinde. Manchmal finde ich einfach nichts richtiges zum Lesen und lasse dann an einigen Tagen doch eher Netflix und Co. laufen – irgendwann muss ja auch mal gehäkelt werden ;). Doch jetzt, wo die Sonne wieder raus kommt, werde ich meine Zeit wieder öfter auf dem Balkon mit einem guten Buch verbringen. In Phase acht befinde ich mich eigentlich auch schon immer… Die hat nie wirklich aufgehört, selbst wenn ich mich bei diversen Umzügen auch von so manchen Büchern getrennt habe.

In welcher Phase seid ihr denn? Wer war denn so richtig in Phase 5 und wollte dann unbedingt ein Buch schreiben und hat es vielleicht (und wenn auch nur für sich) getan? Gibt es noch eine Phase, die hier vergessen wurde?

Wie man (k)eine Vorlesepaten gewinnt – Buchtipp

Neulich beim Stöbern durch eine große Buchhandlung bin ich auf diverse gedruckte „Leseproben“ gestoßen. Unter anderem nahm ich dieses Heft hier mit:

Es ist der dritte Band von Ingeborg Steltmann. Mit spitzer Feder beschreibt sie ein Eheleben im Unruhestand. Die Protagonistin, Gabi König, ist dabei nicht nur ehemalige Buchhändlerin, sondern in diesem Textauszug auch Bibliotheksnutzerin ihrer örtlichen Stadtbibliothek. Sie wird bei der Rückgabe ihrer Medien von der freundlichen Bibliothekarin angesprochen, ob sie sich nicht vorstellen kann Vorlesepatin für die Stadtbibliothek in einem der Kindergärten zu werden.

Auf diesen 19 Seiten der Leseprobe schildert Gabi König nun ihr Erlebnis im Kindergarten. Das ist, gelinde gesagt, umwerfend komisch! Ich vermute sehr stark, dass die Autorin, ihrerseits Museumspädagogin und mit jahrelanger Erfahrung in universitärer Lehre und Forschung ausgestattet, das Aufgeschriebene vielleicht sogar mal selbst ausprobiert haben könnte.

Das geschilderte Erlebnis der Vorleserin ist jedenfalls stark an der Wahrheit angelehnt. Und ab wann diese Geschichte ins Abstruse dreht, ist nicht feststellbar. Eher werden Lesepaten den einen oder anderen Teil des Erlebten bestätigen – aber nicht alles auf einmal.

Leider gibt es dieses Kapitel nicht als elektronische Leseprobe – ich hätte gerne verlinkt. Ich empfehle dieses Kapitel aber jedem BibliotheksWesen, der sich mit Lesepaten beschäftigt. Quasi als Vorwarnung 🙂 . Am besten den neuen Lesepaten vorlesen. Online ist „nur“ diese Leseprobe verfügbar: https://www.rowohlt.de/taschenbuch/ingeborg-seltmann-mit-horst-im-glueck.html

Aber vielleicht liegt ja noch die oben abgebildete Leseprobe beim örtlichen Buchhandel aus. Das Buch ist am 22.4.2017 erschienen. Oder gleich das ganze Buch ausleihen. Aber aufpassen, wenn man dann bei der Ausleihe gefragt wird, ob man sich vorstellen kann als Lesepatin für die Stadtbibliothek tätig zu werden…

ScG

Listomanie

Es soll ja Leute geben, die lieben Listen, Zahlen und Statistiken.

Meine Affinität hält sich dabei jedoch zumeist in Grenzen. Beim Heraussuchen von anderen Medien bin ich auf folgendes Buch gestoßen:

Listomanie: Die größten, besten und verrücktesten Ranglisten der Welt

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie viele verschiedene Sorten Kartoffelchips es auf der Welt gibt? Ob tatsächlich noch unentdeckte Landstriche auf der Erde existieren? Oder wie es dazu kam, dass ein Spaten in den Weltraum gelangte und seitdem die Erde umkreist? Diese und andere Fragen stellt und beantwortet Listomanie. Erleben Sie eine ganz neue Sicht auf Tatsachen! Illustriert mit witzigen Infografiken präsentiert Listomanie ungewöhnliche, unerwartete, lustige bis unglaubliche (aber wahre!) Fakten, die unsere Welt so irrwitzig und besonders. (Quelle: Verlagstext)

Unterteilt ist das Buch in folgende Abschnitte:

  • Dinge, die kamen und gingen
  • Fragwürdige Aktionen und Ideen
  • Gute, schlechte, populäre und unpopuläre Dinge
  • Wichtige und banale Größen
  • Bewohnte und unbewohnte Orte
  • Tolle (und weniger tolle) Arten der Unterhaltung
  • Dinge, die man isst oder trinkt (oder auch nicht)
  • reale und imaginäre Lebewesen
  • Höhen und Tiefen der Menschheit

Quelle: Vorschaubilder des Titels bei Amazon

Es ist ein kurzweiliges Buch mit vielem unnützen Wissen, das einfach Spaß bereitet!

Rie

Das stand da doch vorher noch nicht – eine Herkulesaufgabe in der Belletristik

Wenn man sich die schiere Größe der Aufgabe ansieht, könnte man denken: „Haben DIE denn sonst nichts zu tun?“

Also, wir haben immer etwas zu tun, doch diese Aufgabe drückte halt immer mehr. Seit Jahrzehnten werden die Romane nach den Verfassern von A-Z aufgestellt. Ebenfalls vor sehr langer Zeit wollte man jedoch dem Nutzerwunsch nachkommen und einige Titel nach Interessenkreis aufstellen. Der „Nahbereich“ wurde ins Leben gerufen. Taschenbücher aus dem Bereich „Krimi“ oder „Liebe“ sollten schnell gefunden werden.

Mit der Zeit wuchs der Bestand des Nahbereiches. Die Romane standen immer noch von A-Z. Irgendwann fiel die Entscheidung, Taschenbücher in den Nahbereich zu stellen und gebundene Titel weiter schlicht nach den Verfassern von A-Z zu sortieren.

Dann erschienen Reihen, mit gebundenen Werken und Taschenbüchern. Von einem Autor. Oder Autoren schrieben eben für beide Genres bzw. die Taschenbuchausgabe erschien später.

Besser zeigt sich das Problem anhand eines Beispiels:

Der Romanbereich von A – Z u.a. mit einem eigenen Regal für Mankell

Und nun schauen wir doch mal im Nahbereich Krimi bei M

Auch da steht Herr Mankell mit vielen seiner Büchern. Leider auch doppelt, doch eben nicht beieinander. Unsere Nutzer verwirrte das zunehmends und es war so auch nicht mehr darstell- oder erklärbar.

Bei den Romanen finden sich ca. 10.000 Bände. Der mal als kleiner Nahbereich geplante Bestand mit Aufstellung nach Interessenskreis ist mittlerweile ebenfalls 10.000 Bände groß geworden. Sogar die Ausleihzahlen sind identisch.

Die Herkulesaufgabe besteht nun darin, diese Bestände zu vereinheitlichen. Das große Hauptziel ist die Aufstellung nach groben Interessenkreisen und dann sortiert nach den Verfassern von A bis Z. Dafür müssen nun 20.000 Bände in drei Bibliotheken in die Hand genommen werden.

Das ist nicht in kurzer Zeit zu schaffen. Das dauert Monate und Jahre. Ein Anfang ist gemacht. Die Belletristik wird in nächster Zeit immer mal wieder etwas geschoben, damit es nachher für alle leichter auffindbar wird.

ScG – Gerald Schleiwies

Judith Holofernes: Ich bin das Chaos

holofernesJudith Holofernes hat mit „Ich bin das Chaos“ ein bewegendes neues Album herausgebracht. Drei Jahre nach ihrem Solodebüt mit dem Album „Ein leichtes Schwert“ meldet sich die Sängerin, Musikerin, Autorin und ehemalige Frontfrau von „Wir sind Helden“ zurück.

Das neue Album ist bei ihrem eigenen Label „Därängdängdäng Records“ erschienen.

Judith Holofernes hat insgesamt elf Songs auf der CD verewigt. Die Songs sind sehr unterschiedlich: mal schneller – mal langsamer, unterhaltsam, aber auch mal traurig, immer poetisch und einfach nur wunderbar anzuhören. Wie immer singt die Musikerin komplett auf Deutsch. Produziert wurde das Album von ihrem Mann, dem früheren „Wir sind Helden“ Schlagzeuger Pola Roy.

Judith Holofernes zeigt mit „Ich bin das Chaos“ auch 2017 wieder ihren Sinn für Poesie und ihr Talent für große Melodien, ein Album das Herz und Hüften bewegt.

Hier ein kleiner Vorgeschmack auf das Album:

Wf

It´s Gratis-Comic-Tag-Time

Es ist mal wieder soweit….

Es ist Zeit für den Gratis-Comic-Tag!

Jedes Jahr am 13. Mai wird dieser Tag „gefeiert“.

Ich habe absolut keinen Faible für Comics. Einmal im Jahrzehnt gibt es mal einen Asterix & Obelix-Comic, der mich interessiert und der wird gelesen.

Erfahrungsgemäß – jedenfalls, wenn ich mir hier die Tröge anschaue 😉 –  gibt es bei den Comics seeeeeeeeeeeeeehr viiiiiel Auswahl.

Und für diejenigen, die Comics schätzen und lieben, wird das Herz am 13. Mai besonders hoch schlagen.

Was ist das Besondere am Gratis-Comic-Tag?

Die Webseite der Aktion www.gratiscomictag.de klärt auf:

Am Gratis Comic Tag gibt es Gratis-Comics. Viele Comicverlage und Comichändler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben eigens für diesen Tag dreißig Comichefte produziert, die sich die Fans kostenlos in den teilnehmenden Läden mitnehmen können. Die Auswahl ist dabei groß: Von Manga über Superhelden, frankobelgische Abenteuer, Disney, die Simpsons bis zu Independent Comics und vielem mehr gibt es im Angebot. Viele Händler veranstalten am Gratis Comic Tag über „nur“ die Gratis-Hefte hinaus noch weitere Aktionen wie Signierstunden mit Comickünstlern, Ausstellungen, Wettbewerbe, Zeichenkurse, zusätzliche Sonderangebote und mehr.

Leider nimmt kein Händler in Salzgitter daran teil. Wer Bedarf hat, muss entweder nach Peine, Braunschweig, Hannover oder Hildesheim.

Wer, wo, mit welchem Programmumfang teilnimmt, erfährt man [ hier ]

oder kommt zu uns: Wer einen gültigen Bibliotheksausweis hat, für den ist das ganze Jahr über Gratis-Comic-Tag! 🙂

Rie